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16. Dezember 2008, 13:37 Uhr

Bio-Diesel und satte Bußen

Neue Regeln für Autofahrer

Normen, Strafen, Gesetzesänderungen. Was ändert sich für den Autofahrer? Verkehrsrowdies werden stärker zur Kasse gebeten. Und der letzte Ausweg, der Auslandsführerschein, wird vom Gesetzgeber versperrt.

Auto 2009, Gesetzesänderungen, Bio-Diesel, Bußgelder

Verkehrsverstöße werden teurer© Winfried Rothermel/AP

Zum 1. Februar 2009 soll ein neuer Bußgeldkatalog in Kraft treten, mit dem Delikte im Straßenverkehr stärker geahndet werden. Vor allem Rasen, Drängeln sowie Alkohol- und Drogenfahrten werden deutlich teurer.

Die Bußgeld-Obergrenze für Alkoholverstöße wird von 1500 auf 3000 Euro und für andere Verkehrsordnungswidrigkeiten von 1000 auf 2000 Euro verdoppelt. Aber auch beim Überfahren einer roten Ampel müssen statt der bisherigen 50 Euro bis 200 Euro künftig 90 Euro bis 360 Euro berappt werden; die Vorfahrts-Missachtung kostet 100 Euro statt bisher 50 Euro und für notorisches Linksfahren ohne Überholvorgang werden 80 Euro statt 40 Euro fällig.

Verkehrsunfälle im Ausland

Die Abwicklung von Verkehrsunfällen im Ausland regelt die sogenannte Rom-2-Verordnung. Meist bereits angewendet, gilt sie verbindlich ab dem 11. Januar 2009. Bei Schäden im Ausland greift das Recht des jeweiligen Landes, indem der Unfall eingetreten ist. Nur bei Schäden von zwei Deutschen im Ausland gilt das Recht des Heimatstaats. Anders sieht die Rechtslage bei grenzüberschreitenden Verträgen wie beispielsweise dem Autokauf im Ausland aus: Ab Dezember 2009 gilt das Recht des Landes, indem der Verbraucher seinen Sitz hat. Wer also in Slowenien kauft, hat die deutschen Rechte.

Neue Abgasnorm Euro 5a

Neu entwickelte Pkw und leichte Nutzfahrzeuge müssen ab September die Abgasnorm Euro 5a erfüllen, um eine entsprechende Typgenehmigung und somit Straßenzulassung zu bekommen. Die Schadstoffnorm begrenzt vor allem den Ausstoß von Stickoxiden und Rußpartikeln, so sollen Automobile künftig "sauberer" werden. Bereits vor diesem Datum auf den Markt gebrachte Neuwagentypen sind von der Regelung nicht betroffen.

Aus für den Führerscheintourismus

Das Aus für den Führerscheintourismus bedeutet laut ADAC das am 19. Januar in Deutschland kommende, neue Führerscheinrecht. Wer seinen deutschen "Lappen" entzogen bekommt, darf dann unter Umständen auch mit einer ausländischen Fahrerlaubnis nicht mehr in Deutschland fahren.

Mehr Maut für Lkw

Mit dem Jahreswechsel werden die Mautgebühren für Lkw ab zwölf Tonnen zulässigem Gesamtgewicht erhöht. Für Euro 5-Fahrzeuge mit drei Achsen inklusive Anhänger oder Auflieger fallen dann 14,1 Cent je gefahrenem Kilometer an, mit vier Achsen sind 15,5 Cent/km zu zahlen. Nutzfahrzeuge mit der Schadstoffnorm Euro 4 kosten als Dreiachser künftig 16,9 Cent/km, als Vierachser 18,3 Cent/km. Auch für Fahrzeuge mit Euro 1, 2, 3 wurden die Preise erhöht.

Große Lkw ab 3,5 Tonnen aus dem Baujahr 2000 oder später müssen spätestens bis zum 31. März mit verbesserten Weitwinkelspiegeln nachgerüstet werden, um Gefahrensituationen im "toten Winkel" der Trucks zu reduzieren,

Mehr Bio im Diesel

Des Weiteren wird im kommenden Jahr der Bio-Anteil im Diesel-Kraftstoff von fünf auf sieben Volumenprozent erhöht. Negative Auswirkungen auf den Motor wird es nach Experteneinschätzungen nicht geben. Ebenfalls wird bei Autos mit Erstzulassung ab 2006 die Abgas- mit der Hauptuntersuchung (HU) zusammengelegt, für Fahrzeuge ab Erstzulassung April 2006 steht bei der HU zusätzlich die Elektronik auf dem Prüfstand.

Mehr Klarheit beim Leasing

Außerdem werden die Verbraucher künftig stärker geschützt: Finanzierungsleasingverträge müssen die Vorschriften der Verbraucherkreditlichtlinie erfüllen und dementsprechend genauso klar und umfangreich wie reine Darlehensverträge formuliert werden.

Kleine Änderungen der Straßenverkehrsordnung

Eine Änderung der Straßenverkehrsordnung sieht zudem Parkerleichterungen für Schwerbehinderte, ein Lkw-Überholverbot bei schlechtem Wetter, eine Reduzierung der Verkehrszeichen und neue Regeln für Inline-Skater und die Fahrer von einachsigen Stehrollern, auch unter dem Herstellernamen "Segway" bekannt, vor. Wann die Änderungen umgesetzt werden, ist derzeit noch nicht klar. Auch das für 2009 geplante Inkrafttreten des EU-Beschlusses, künftig gegenseitig Geldsanktionen wegen Verkehrsverstößen anzuerkennen und zu vollstrecken, hat noch keinen konkreten Termin.

Kfz-Haftpflichtversicherung wird teuerer

Wie viele Autofahrer mit Sicherheit bereits bemerkt haben, steigt zudem zum Jahreswechsel bei jedem fünften Auto der Beitrag zur Kfz-Haftpflichtversicherung. Die entsprechenden Bescheide sind bereits versendet. Die höhere Einstufung ist laut dem Internet-Portal toptarif.de Folge der geänderten Typenklassen. Ebenfalls bereits gültig sind seit dem 1. Dezember die neuen Freimengengrenzen bei der Wareneinführung aus Nicht-EU-Ländern. Fluggäste und Schiffreisende können sonstige Waren wie Kleidung und Elektroartikel im Wert von 430 Euro zollfrei einführen, per Auto und Bahn sind Gegenstände für 300 Euro gestattet. Aus den EU-Länder Polen, Slowakei und Ungarn können zudem statt 200 Zigaretten künftig 800 Stück eingeführt werden.

Änderungen im Ausland

Neben Deutschland haben auch viele andere Länder ihre Regeln entsprechend angepasst oder verändert. So hat Italien turnusgemäß die Bußgelder an die Lebenshaltungskosten angepasst und somit um durchschnittlich rund vier Prozent erhöht. In der Slowakei wird ab dem 1. Januar der Euro eingeführt, unter anderem müssen dann Bußgelder für Telefonieren am Steuer (Verbot ab 1. Februar) oder Fahren ohne Licht (ganzjährige Tagfahrlicht-Pflicht) in dieser Währung gezahlt werden. Die Schweiz ist dem Schengener Abkommen beigetreten, so dass die Ausweiskontrollen an den Grenzen wegfallen. Nur Flugreisende müssen bis Ende März noch mit Personenkontrollen rechnen.

KOMMENTARE (8 von 8)
 
DarkSpir (17.12.2008, 06:51 Uhr)
Mehr Maut für LKWs!
Ja, perfekt! Das bedeutet noch mehr Speditionen, die die Autobahn meiden und über Land fahren, denn jetzt fängt es an sich richtig zu lohnen. Die Anwohner werden sich bedanken.
Überhaupt: Wäre es nicht billiger gewesen, einfach ganz Deutschland mit einem Vigniettensystem zu überziehen, ähnlich wie Schweiz oder Österreich? Dann wäre es egal, ob der LKW auf der Landstraße oder auf der Autobahn fährt, es wären die teuren Mautbrücken nicht notwendig gewesen, von denen ohnehin aus Kostengründen immer nur 25% eingeschaltet sind. Um es mal in Mundart zu sagen: Mer hams ja.
jeanclaude (16.12.2008, 23:13 Uhr)
wegelagerei auf höchstem niveau..
die bösen autofahrer...
keine strafverschärfung gegen sexualstraftäter keine straferschärfung gegen wirtschaftsverbrecher..
irgendwo muss doch die kohle herkommen,ein kindesmissbraucher bekommt bewährung,einem braven steuerzahler kann die existenzgrundlage entzogen werden...
der deutsche rechtstaat pervertiert.
der staat greift dort zu wo es am meissten zu holen gibt...
wann kommen fahrsünder in den knast und wann kommen schwerverbrecher auf die strasse?
ist das wirklich nur noch eine frage des geldes??
107Summer (16.12.2008, 17:50 Uhr)
Freie Fahrt für reiche Raser...
oder so ähnlich könnte die Überschrift dieses Stern Artikels lauten, der Bußgeldkatalog ist ein Witz für gewisse Einkommensgruppen. Gott sei Dank kann man jetzt aber Geringverdiener an den Rand ihrer Existenz bringen, wenn sie mal aus Versehen eine Vorschrift missachten.
susiwolf (16.12.2008, 16:37 Uhr)
Deutschlands Spaß-Strafen ....
Skandinavien hat was ...
Nicht umsonst ist das schwedische Ziel:
0 Tote auf diesen Straßen in den kommenden Jahren..
Nicht umsonst mußte ein Nokia-Vorstandsmitglied 116.000,00 Euros überwiesen, als er mit 75km/h anstatt der vorgeschriebenen 50km/h durch Helsinki gebrettert war. (Dort gehts nach Einkommen)
picatd95 (16.12.2008, 15:45 Uhr)
Danke für den Biodiesel
Der Vorbesitzer von meinem TDi hat auch ab und zu Biodiesel getankt (bzw. deren Kinder). Ich durfte erstmal diverse Dichtungen auswechseln lassen. Unter anderem musste dazu die Einspritzpumpe ausgebaut werden. Ein teurer Spass für 200 Euro um zwei 50 Cent Dichtungen zu ersetzen.
Mal sehen was die 7% Biodiesel da anrichten werden.
bmpost (16.12.2008, 14:59 Uhr)
Guter Ansatz,
besonders das mit dem Bio-Diesel. Da sich jetzt ja schon die Armaturen an den Tanksäulen durch Biodiesel auflösen (fragen Sie mal nen Tankwart), tippe ich mal auf ein gigantisches Konjunkturprogramm für die "notleidende" Autoindustrie. Die Pendler müssen schliesslich felxibel bleiben, sich also ein neues Auto kaufen, wenn die alte karre vom Biodiesel zerfressen wurde. Perfider Plan, Hut ab Frau Merkel!
tagora-sagittara (16.12.2008, 14:32 Uhr)
Guter Ansatz,...
weiter so!!
maindelfin (16.12.2008, 14:25 Uhr)
schon o.k.
Das mit den höheren Strafen ist schon o.k. Ich hoffe aber natürlich jetzt erst recht, dass ich nicht erwischt werde:-) Den Zeitgenossen, die regelmäßig das Rechtsfahrgebot missachten und links bzw. in der Mitte den Verkehr behindern und so für einen Großteil der Staus verantwortlich sind, sollte man allerdings das dreifache an Euros abknöpfen!!! Günstig finde ich dagegen das Bußgeld beim Überfahren einer roten Ampel. So eine Ampelanlage kostet doch einige tausend Euro. Ausserdem muss das egal sein ob die Ampel rot, gelb oder grün anzeigt. Wenn man die überfährt ist sie auf jeden Fall kaputt :-))
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