Autofahrer auf A1 wendet in Suizidabsicht

20. November 2012, 11:26 Uhr

Stunden nach dem Horrorcrash nahe Offenburg kam es zu einem Unfall auf der A1. Der Verursacher drehte seinen Wagen absichtlich auf der Autobahn. Der junge Mann ist geisteskrank.

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"Durchfahrt verboten!" Das Verkehrsschild ist der letzte Hinweis für angehende Geisterfahrer, dass sie in der falschen Richtung unterwegs sind.©

Die Pressemitteilung der Dortmunder Polizei liest sich wie eine Meldung nach einem alltäglichen Unfall: "Ein 24-Jähriger aus Meinerzhagen befuhr heute Mittag mit seinem PKW, Seat, die BAB 1 in FR (Fahrtrichtung - die Red.) Bremen. In Höhe der AS (Anschlussstelle - die Red.) Schwerte stieß der Alleinfahrer mit seinen PKW gegen einen Opel." Was aus der Erklärung zunächst nicht hervorging: Der Unfallverursacher wendete absichtlich auf der Autobahn, um einen Crash herbeizuführen - in Selbstmordabsicht. Die Staatsanwaltschaft Dortmund bestätigte einen Bericht des Internetportals "Der Westen".

Der 24-Jährige und die anderen vier Unfallbeteiligten kamen mit leichteren Verletzungen davon. In dem Opel saßen zwei Kinder im Alter von sieben und zehn Jahren sowie deren Großeltern. Die Oma musste zur Behandlung ins Krankenhaus. Offenbar sah der Opel-Fahrer das Wendemanöver frühzeitig, so dass er rechtzeitig das Tempo reduzieren konnte.

"Es war ein Suizidversuch. Der Mann ist psychisch krank", sagte ein Sprecher der Anklagebehörde. "Das Motiv für den Suizid ist in seiner psychischen Erkrankung zu sehen. Er wollte nach eigener Aussage einen Neuanfang und dafür wiedergeboren werden." Laut Staatsanwaltschaft fuhr er vor dem Unfall längere Zeit herum. Er habe eigentlich eine Bekannte in Dortmund besuchen wollen. "Dann ist er spontan auf die Idee gekommen, Suizid zu begehen." Der 24-Jährige sei ledig und habe keine Kinder.

Falschfahrer auf A46 findet selbst Ausweg

Der Frontalzusammenstoß in Nordrhein-Westfalen ist ein weiteres Beispiel für Geisterfahrer hierzulande - exakte Zahlen gibt es nicht. Der Vorfall ereignete sich am Sonntag nur wenige Stunden nach dem Horror-Crash auf der A5, bei dem ein Geisterfahrer womöglich unter Drogen- oder Alkoholeinfluss einen Unfall verursachte, bei dem er selbst und fünf weitere Menschen ums Leben kamen. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei wollte er sich nicht das Leben nehmen, ein Abschiedsbrief wurde bisher nicht entdeckt.

Auch auf der A46 bei Meschede war am Wochenende ein Geisterfahrer unterwegs. Laut "Der Westen" fuhr ein älteres Paar auf einer Abfahrt auf die Autobahn. Die alarmierte Polizei sei mit mehreren Fahrzeugen ausgerückt, habe die betroffenen Auffahrten in dem Abschnitt abgesperrt und die Strecke kontrolliert. "Bei unserem Eintreffen konnten wir allerdings keinen Geisterfahrer mehr feststellen", erklärte ein Polizeisprecher. Denkbar sei, dass der Geisterfahrer die A46 rechtzeitig wieder verlassen habe.

Zum besseren Schutz vor Geisterfahrern auf Autobahnen prüft das Bundesverkehrsministerium neue Warnmethoden mit Schildern und Fahrbahnmarkierungen. Aus einem seit 2010 laufenden Pilotversuch in Bayern würden zum Jahresende erste Zwischenergebnisse erwartet, sagte ein Sprecher. Der Parlamentarische Verkehrsstaatssekretär Jan Mücke (FDP) berichtete der Onlineausgabe der "Mitteldeutschen Zeitung", es werde geprüft, ob die getestete neonfarbene Warntafel mit einer schwarzen Stopp-Hand als regelgerechtes Schild in die Straßenverkehrsordnung aufgenommen werden könnte. Das ist bisher offen. Bei dem Pilotversuch an der A8 in Bayern wird an Anschlussstellen und Ausfahrten von Tank- und Rastplätzen getestet, inwiefern Warntafeln, Fahrbahnmarkierungen oder Kombinationen aus beidem Wirkung zeigen.

tso/mta
 
 
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