Der Wolfsburger mit der großen Klappe

27. Juni 2013, 17:15 Uhr

Verjüngung in der Golf-Familie: Die neue Kombi-Variante hat in den Abmessungen um wenige Zentimeter zugelegt - und noch mehr im Kofferraumvolumen. Selbst Surfbretter lassen sich jetzt transportieren.

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Kommt im Sommer 2013 auf den Markt: der Golf VII Variant©

Er ist der Ladevolumen-König der Golf-Familie gibt: der Variant, der seit 1993 produziert wird. In der immer kleiner werdenden Diskrepanz zwischen Nutzen und Aussehen liegt der größte Fortschritt beim neuen Variant. Schließlich galt bei den sechs Vorgänger-Generationen der kühle Grundsatz: Die Form folgt der Funktion.

Der neue Vertreter kommt schick daher, ist aber immer noch vielfältig einsetzbar. Ersteres liegt vor allem an den dynamischeren Abmessungen gegenüber der letzten Generation des Golfs Variant: Der Neue ist 2,8 Zentimeter länger, 1,8 cm breiter aber 2,3 Zentimeter tiefer. Dass der Radstand um 5,7 Zentimeter gewachsen ist, sieht nicht nur besser aus, sondern ist auch der MQB-Plattformtechnik zuzuschreiben. Dazu kommen Details, wie erstmals geteilte Rückleuchten und eine markante Lichtkante, die sich quer über die Flanke zieht.

Im Variant: 100 Liter mehr Stauraum

Doch das bedeutet nicht, dass die Funktionalität keine Rolle mehr spielt. Ganz im Gegenteil: Das Kofferraumvolumen ist deutlich gewachsen und liegt nun bei 605 Liter, das sind 100 mehr als beim Vorgänger und fünf weniger als beim Skoda Octavia Combi. Bei umgelegter Rückbank sind es 1620 Liter, das ist ein Plus von 125 Litern gegenüber dem Golf VI Variant. Hier bleibt der Skoda mit 1740 Litern unerreichte Spitze. Sobald man die Lehne des Beifahrersitzes umlegt, verschwinden auch Regale oder Surfbretter im Gepäckabteil des Wolfsburgers. Die nur 63 Zentimeter hohe Ladekante erleichtert das Verstauen der Utensilien ungemein. Und dass die Heckklappe weit aufschwingt, ist - gerade bei Regen - nicht unbedingt ein Nachteil.

Erstmals hat der Variant einen Hebel, mit dem die Rücksitze mit einem Zug entriegelt und zu einer ebenen Ladefläche umfunktioniert werden können. Solche Mechanismen bieten andere schon länger, schön, dass es VW auch einführt. Unter dem Ladeboden befindet sich noch ein weiteres Staufach. Weitere Der Golf Variant bietet weitere Kombi-typische Details. Die Anhänger-Kupplung klappt heraus, wenn man einen Hebel zieht, und eine Leuchtdiode zeigt an, ob die Anhänger-Kupplung vernünftig eingerastet ist.

Der Golf bleibt ein Golf

Ansonsten spielt sich alles, wie beim Golf ab. Das fängt bei den vielfältigen Assistenzsystemen mit dem erweiterten ESP namens XDS+ an, das mit Bremseingriffen ein Sperrdifferential simuliert, geht bei der ebenfalls serienmäßigen Multikollisionsbremse weiter und hört bei variablen Dämpfern sowie der City-Notbremsfunktion auf. So fährt sich der Kombi-Golf auch wie sein Bruder. Die manuelle Sechsgangschaltung ist präzise, die Lenkung eine Spur zu leichtgängig und der Federungskomfort sehr ordentlich. Der gefahrene 2.0-Liter-Dieselmotor hat mit dem rund 1,4-Tonnen schweren Auto keine Probleme, ist aber auch kein Athlet, schafft 218 km/h Spitze und hat einen Durchschnittsverbrauch von 4,2 l/100 km.

Das Cockpit mit der soliden Verarbeitung und den, zumindest in der gefahrenen Top-Ausstattung, feinen Materialien, wie Klavierlack oder Applikationen in Carbonoptik, überzeugt jedes Mal aufs Neue. Also bleibt der Satz: "Ein Golf bleibt ein Golf", der auch von einem sonntagmorgendlichen Frühschoppen stammen könnte, unverändert gültig. Auch bei den Preisen: Los geht es mit dem 85-PS-Benziner mit 18.950 Euro und die gefahrene Topversion kostet mindestens 10.000 Euro mehr.

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