9. April 2009, 11:25 Uhr

Billiger Sprit, große Motoren

Gemessen an der Stimmung auf den letzten US-Messen in Los Angeles und Detroit geht es in New York dieses Frühjahr so richtig rund. Die Hersteller trommeln wieder lauter und PS-starke SUV sind die großen Stars - neben einem kleinen Puma.

New York Autoshow 2009

PS-Irrsinn in Reinkultur: BMW X6-M©

New York zeigt, dass die Uhren am Hudson und Empire State Building anders gehen. Auch wenn die Automobilwelt zwischen Detroit, Tokio, Frankfurt und Mumbai nach wie vor aus allen Ritzen stöhnt, die Hersteller wanken und Big Apple mehr als andere Metropolen unter der weltweiten Finanzkrise zu leiden hat: Auf der 109. New York International Autoshow im Javits Convention Center zeigen die Amerikaner neues Selbstvertrauen.

Dabei greift man bekanntlich gern auf bewährtes zurück. Die Benzinpreise sind nach wie vor im Keller und so setzen die Amerikaner in erster Linie auf große SUV. Seine Weltpremiere feiert im Jakob-Javits-Center der neue Jeep Grand Cherokee. Optisch deutlich muskulöser und rundlicher als bisher kommt er jedoch erst im kommenden Jahr auf den Markt. Zum Motorenprogramm gehören neben bekannten Diesel- und Achtzylinder-Versionen auch ein neu entwickelter Sechszylinder mit Direkteinspritzung und rund 260 PS. Der besseren Geländegängigkeit wegen verfügt der Grand Cherokee, der auf der Plattform des Mercedes ML basiert, unter anderen über eine Luftfederung, Bergabfahrthilfe und mehrere Differenzialsperren.

Der deutsche Hybrid

Mercedes ist in Big Apple traditionell besonders stark. Da macht die diesjährige Leistungsschau am Hudson keine Ausnahme. So feiern nicht nur der lang erwartete Mercedes ML 450 Hybrid, sondern auch E 250 Bluetec, E 63 AMG und die behutsam überarbeitete GL-Klasse ihre Weltpremieren. Der ML 450 Hybrid ist das erste Hybridmodell, mit dem die deutschen Hersteller der enteilten Konkurrenz aus Asien und den USA hinterher eilen. Der von einem Benziner und zwei Elektromotoren angetriebene Luxus-SUV hat mit einer Gesamtleistung von 250 kW / 340 PS und 517 Nm die Kraft der drei Herzen, hat trotz aller Sparsamkeit jedoch einen Makel: er kommt nach aktuellen Planungen nicht nach Europa. Gegenüber den sparsamen Dieselversionen werden ihm kaum Marktchancen eingeräumt.

Dafür dürfen sich sportlich ambitionierte Familienväter früher als sonst auf einen Sportableger der neuen Mercedes E-Klasse einstellen. Denn auch der E 63 AMG feiert in New York seine Weltpremiere. Optisch hat sich im Vergleich zur normalen E-Klasse wenig getan. Ihn unterschiedet nur die breitere Spur, eine geänderte Frontschürze mit LED-Tagfahrleuchten und Schweller rundum von seinen zahmen Brüdern. Unter der Motorhaube arbeitet bekannt lautstark der unter anderem aus dem SL 63 AMG bekannte 6,3 Liter große V8-Sauger mit 386 kW / 525 PS und einem maximalen Drehmoment von 630 Newtonmetern. Übernommen wurde jedoch nicht nur der Motor selbst, sondern auch die Getriebekombination AMG Speedshift 7-Gang. Den Spurt 0 auf 100 km/h schafft der schwäbische Hecktriebler in 4,5 Sekunden. Überflüssig für eine Sportversion wird die Höchstgeschwindigkeit auf 250 km/h abgeriegelt.

Neue Motoren bei Range Rover

Wenn Mercedes mit leichten optischen Retuschen beim GL seine neue Luxusklasse unter den Geländewagen vorstellt, will auch Land Rover nicht zurückstehen. So tanzen in New York erstmals auch die gründlich überarbeiteten Versionen von Range Rover, Range Rover Sport und Land Rover Defender. Hier gibt es neben neuen Achtzylinder-Triebwerken insbesondere einen überarbeiteten Innenraum und neue Leuchteinheiten mit LED-Modulen. Die bisherigen Benziner werden von der neuen, bei Jaguar eingeführten Motorengeneration, abgelöst. Mit fünf Litern Hubraum leistet das britische Power-Trio zwischen 375 und 510 PS. In Europa wird der bisherige Turbodiesel mit 2,7 Litern von einem 240 PS starken Dreiliter-V6 ersetzt.

Die kleine Kiste

Deutlich zurückhaltender ist man in einem Puma unterwegs. Unter dem Projekt „Puma“ (Personal Urban Mobility and Accessibility) zeigen Segway und General Motors in New York ein elektrisches Fortbewegungsmittel für zwei Personen. Mit seinen zwei Rädern und einem ausgeklügelten Wankmechanismus erinnert das Citymobil jedoch mehr an einen Krankenfahrstuhl denn einen realitätsnahen Kleinstwagen. Waren die bisherigen Segway Peoplemover bisher allein für eine Person gedacht, die hinter dem Lenker steht, so können sich mit dem Puma auch zwei Personen im Innenstadtbereich fortbewegen. Das Fahrzeug ist für zwei Passagiere ausgelegt, erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 56 km/h und hat eine Reichweite rund 50 Kilometern, bevor es wieder geladen werden muss.

Gerade erst hat Nissan in Europa sein neues Sportcoupé 370 Z der Öffentlichkeit präsentiert, legen die französischen Japaner bereits die offene Roadsterversion nach. Auf der New York Autoshow ist der offene Spaßmacher das erste Mal zu bewundern. Nach Europa soll das Stoffdachcabriolet erst im Spätsommer kommen. Der 370 Z Roadster trägt Design und Gene des neuen Coupés. Sein vollelektrisches Stoffdach öffnet und schließt in rund 20 Sekunden. Angetrieben wird der nach wie vor etwas übergewichtige Sonnenanbeter von einem 3,7 Liter großen Sechszylinder mit 243 kW / 331 PS und 386 Nm maximalem Drehmoment.

New York Autoshow 2009

Scion IQ micro-concept©

Honda mit ZDX

In Deutschland hat der Subaru Legacy gerade erst mit der Einführung einer Dieselversion von sich reden gemacht, da wird auf der New York Autoshow bereits der Nachfolger des Legacy vorgestellt. Im Vergleich zum Vorgänger ist er in seinen Dimensionen leicht gewachsen. Auf dem US-Markt kommt der neue Legacy im Herbst diesen Jahres mit drei Benzinern zwischen 170 und 265 PS sowie einer optionalen stufenlosen CVT-Automatik. Hondas sportlicher Nobelableger Acura bringt in den USA zeitnah den ZDX auf den Markt. Dabei orientiert sich der US-Japaner mit seiner Designmischung aus SUV und Coupé am Segmentbereiter BMW X6. Im Herbst wird der ZDX in den USA mit einem Sechszylinder mit Benzindirekteinspritzung und einer neu entwickelten Sechsgang-Automatik auf den Markt kommen. Eine Markteinführung des dynamischen Allradlers mit fünf Sitzplätzen ist in Europa – auch unter Honda-Flagge – derzeit nicht geplant.

Stefan Grundhoff/Pressinform

 
 
KOMMENTARE (10 von 15)
 
schett (10.04.2009, 11:31 Uhr)
gmathol
Oh Gott die NASA…
Die NASA hat auch behauptet, das Menschen auf dem Mond waren… :-)
Kinder und Dankbarkeit….. 50%ja….50%nein.
Aber als Trost, wir haben unseren Großvater (Gott hab in selig) auch nicht verstoßen, obwohl er am Weltkrieg beteiligt war.
gmathol (10.04.2009, 10:44 Uhr)
In der neuesten Studie der NASA wird erklaert, dass die verschaerften ...
...Regelungen der 70iger Jahre in den USA fuer das Abtauen der Polar-Eiskappen verantwortlich waere und nicht so sehr das CO2.
Tja, eure Kinder werden es euch mal danken das ihre die verpestete Luft in endlosen Vollgasaktionen auf der Autobahn "gereinigt" habt. Oder vielleicht doch nicht?
schett (10.04.2009, 08:28 Uhr)
Alles ist Relativ...
Mein neues Auto habe ich nach dem Kriterien Sicherheit, Sparsamkeit, Schadstoffarm, Made in Germany, sowie hoher Spassfaktor und hoher Wiederverkaufswert ausgewählt. Es verbraucht nur 7 lt. Diesel, hat Euro 5, Im Chrashtest 5 Sterne. Und ja, es ist ein SUV mit 1,8 t und Allrad.
Jeanclaude schrieb: es kann nichts aber auch garnichts was beim schrauber um die ecke repariert oder gewartet werden
Warum soll ich zum Schrauber um die Ecke? Mit meinem Autohaus bin ich zufrieden. Ich bezahle zwar etwas mehr, weiß aber auch das dort Lehrlinge ausgebildet werden und die Mitarbeiter nach Tarif bezahlt werden.
Und wen jemand behauptet, ich denke nicht an die zukünftigen Generationen, liegt er leider auch daneben. Mit der Mehrwertsteuer alleine habe dafür schon einen gehörigen Beitrag geleistet. Von irgendetwas muss ja die Schulausbildung etc. bezahlt werden.
Übrigens der Spassfaktor liegt bei 5+++++!
Allen ein schönes Osterfest.
jeanclaude (09.04.2009, 19:45 Uhr)
absolut nichts gelernt?
einfach nur abartig und es wird weiter hirnlos mit vollgas vor die wand gefahren.
was das schlimme an autos mit >1,5 tonnen gewicht und durch blue,common,eco,rail tec ist deren komplexität,da werden mit einem unglaublichen aufwand 1 liter/100 km treibstoff,gespart,den man spätestens zum nächsten besuch beim vertragswerkstattbesuch doppelt und dreifach zurückzahlt...
es kann nichts aber auch garnichts was beim schrauber um die ecke repariert oder gewartet werden kann.
deshalb gehen doch auch mittlerweile keine wagen die jünger als 8 jahre sind in den osten oder nach afrika.
diese hochgezüchteten,hightec-kisten sind die grösste verarsche seit der erfindung des billigdruckers....
bR4iNST0RM (09.04.2009, 15:41 Uhr)
@ STR_EDDS
Umweltschutz mit einer Benzinsaufenden Schrankwand namens SUV?? Nee is klar! Das mit dem schlechten Gewissen betrifft eh nur Leute, die überhaupt eins vorweisen können. Mit welchen Argumenten, die auch fruchten, soll man denn sonst kommen, wenn noch nicht einmal die eigene Zukunft als Anreiz ausreicht?
Bei Leuten, die bis in die Haarspitze Naiv sind, habe ich allerdings auch keine Hoffnung auf Einsicht.
Aber ich nerve hier zu gerne! :)
STR_EDDS (09.04.2009, 14:37 Uhr)
@brainstorm
Ohjeh! Immer die Geschichte mit der nächsten Generation. Das ist sowas von abgelutscht und taugt nicht einmal mehr für schlechtes Gewissen. Die Generationen nach uns werden es ebenso regeln, wie die vor uns. SUV hin oder her.
.
Spritsparen Autos gibt es schon seit langer Zeit. Wo sind die den alle? Warum werden sie nicht gekauft? Weil eben niemand mit "Mickey-Mouse" Autos herumfahren will. Die Leute wollen Luxus UND Umweltschutz. Und genau darauf bewegen sich die deutschen Hersteller gerade zu.
Malt (09.04.2009, 14:19 Uhr)
Warum...
...sollten die Automobilhersteller denn auch umdenken? Ihnen wurde jetzt ja gezeigt, dass, egal was sie machen, der Staat irgendwie schon dafür sorgen wird, dass sie Karren an den Mann bringen... genau wie die Banken: Warum sollte hier umgedacht werden? Es gibt, schlicht und ergreifend, keinen anlass dazu... so traurig wie's is'...
confused (09.04.2009, 14:19 Uhr)
Danke an den Stern erstmal
danke für die tollen Fotos, alles was deutsches Auto heisst auf den Pics, was man sowieso schon kennt ist gut ins Bild gesetzt. Alles andere muss man raten oder bekommt einen winzigenAusschnitt davon zusehen. Super Danke. . . . zu der ganzen Veranstaltung: das einzige was mir dazu einfällt, "die wissen nicht was sie tun" auf der einen Messe heisst das Motto Umdenken, Zukunft, Benzinsparen, und jetzt wieder Klotzen was das Zeug hält, Dick Dicker am Dicksten. @rrohde - wenn sie auf SUV und Dick stehen auf Klotzen, dann bitte nirgendwo anders hier mehr über irgendetwas jammern. ;-) genau wie sie sagen jedem was ihm Spass macht, mir macht mein MickeymouseAuto wie sie es nennen viel Spass will garnichts anderes. Ich darf mir daher allerdings die Freiheit nehmen zu meckern über alles was abgeht ;-)
emeinung (09.04.2009, 14:14 Uhr)
Unbelehrbar
Und wenn die Energie- und Spritpreise (mit Sicherheit) irgendwann wieder in gewaltige Höhen schießen, dann bleiben sie wieder auf den Spritfressern sitzen, geraten in Schwierigkeiten und schreien wieder nach staatlicher Hilfe!
bR4iNST0RM (09.04.2009, 14:06 Uhr)
@ rrohde
Und da Sie heute Spaß haben wollen, können Ihre Kinder Morgen keinen mehr haben. Logisch! Nach mir die Sinnflut! Wie schon gesagt: nichts dazu gelernt. Sechs setzten.
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