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7. Januar 2008, 17:28 Uhr

Alles, nur nicht in den Bus

Raus aus dem Auto - rein in den Bus. Das wäre die logische Folge von Klimadiskussion und Spritpreisen, in Wirklichkeit mag kaum jemand freiwillig öffentlich Verkehrsmittel benutzen. Von Axel F. Busse

Zoom

In öffentlichen verkehrsmittel kommt man den dunkel Seiten der Gesellschaft näher, als einem lieb ist. Messerkontrolle in London© Christopher Furlong/Getty Images

Das Auto - angeblich liebstes Kind der Deutschen - leidet. 2007 war hierzulande alles andere als ein gutes Jahr für freie Fahrt und freie Bürger. Schwindende Zulassungszahlen für Neuwagen, Preisexplosion an der Tankstelle, Schmuh mit Spritverbrauchswerten. Klimadebatte und Ungewissheit wegen der Umweltzonen in Innenstädten bestimmten die öffentliche Debatte. Der sprichwörtliche Fahrspaß findet bald nur noch in den Werbespots der Pkw-Hersteller statt.

Dass der öffentliche Personenverkehr währenddessen an Aufmerksamkeit und Akzeptanz gewonnen hätte, lässt sich nicht behaupten. Wenn es mal eine Meldung in die Nachrichten schaffte, handelte die von Tariferhöhung, Streckenstilllegung oder Lokführerstreik. Haben die Betreiber von Bussen und Bahnen die Zeichen der Zeit übersehen?

Im Prinzip ganz einfach

Dabei fällt es nicht schwer, Argumente für die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel zu finden. Jeder, der in der Rush-Hour statt des eigenen Autos den Linienbus nimmt, vermeidet 90 Prozent des Kohlendioxids, das bei der Bewältigung der Strecke anfällt, hat der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) ausgerechnet. So ein Bus verbraucht laut VDV je 100 Kilometer und Fahrgast nur rund zwei Liter Diesel, während der Durchschnittsverbrauch der Pkw gegenwärtig bei 6,6 Liter rangiere. Ein Wert, der natürlich durch die Anzahl der Insassen geteilt weden muss. Sparen wollen die Menschen durchaus. Aber offenbar lieber im Pkw, in der Fläche nehmen Fahrgemeinschaften jedenfalls schneller zu, als die Passagierzahlen von Bus und Bahn.

Zuwachs in Ballungsräumen

Zwar hat der Verband im zu Ende gehenden Jahr in einzelnen Ballungsräumen einen Anstieg der Fahrgastzahlen im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) festgestellt - im Hamburger Verkehrsverbund in der Größenordnung von etwa vier Prozent - insgesamt jedoch sind die Auslastungszahlen der Transportmittel nicht berauschend. So basieren die Zahlen über die Verbräuche je Insasse und Kilometer noch immer auf einem Auslastungsgrad von 20 Prozent für den klassischen Linienbus. Das sind, gerechnet im Schnitt über 24 Stunden, werk- wie feiertags, 16 Personen je Fahrzeug. Nahverkehrszüge stehen mit ermittelten 21 Prozent etwas besser da, doch jeder an einer Schranke wartende Autofahrer kann beobachten, welches Optimierungspotenzial besteht. Genau dort liegt für den normalen Kunden auch die Crux. Auf dem flachen Land kutschieren die Busse außerhalb des Berufsverkehrs häufig nur eine Handvoll Fahrgäste durch die Lande, der Pendler auf dem Weg zur Arbeit kann dagegen nur mit einem unbequemen Stehplatz rechnen. Zum gleichen Tarif.

Im Geiste Bahnfahren

Offenkundig gibt es eine Diskrepanz zwischen tatsächlicher und gefühlter Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, denn nach den Ergebnissen einer dieses Jahr vom Forsa-Institut durchgeführten Umfrage müsste es um die Auslastung von Bussen und Bahnen deutlich besser stehen. Immerhin 15 Prozent der Bundesbürger haben angegeben, dass sie "jetzt viel häufiger" (5 Prozent) oder "häufiger" (10 Prozent) Busse oder Bahnen nutzen.

Modell: Jobticket

Um gemeinsam mit der Wirtschaft Einfluss auf die Politik zu nehmen, suchte der VDV zur Jahresmitte demonstrativ die Nähe zu Unternehmen. Mit einer Bustour durch mehr als 40 Städte sollte auf die Thematik aufmerksam gemacht, gleichzeitig die Nutzung von Bussen und Bahnen durch die Mitarbeiter der Betriebe gefördert werden. Ergebnis: Nicht einmal ein Drittel der Beschäftigten der befragten Unternehmen gaben sich als ÖPNV-Fahrer zu erkennen. Dennoch wertet der VDV die Aktion als Erfolg. Sprecher Friedhelm Bihn: "Wir haben die Unternehmen sensibilisiert und teilweise eine verstärkte Nutzung von Jobtickets erreicht".

Gerade für Pendler, so Bihn, sei das Rechenexempel einfach. Für 50 Euro, also den Kosten einer Kleinwagen-Tankfüllung, könne man in den meisten deutschen Städten einen Monat lang kreuz und quer durchs Liniennetz fahren. Darüber hinaus würden die Verkehrsverbünde auch für Strecken außerhalb der Stadtgrenzen attraktive Angebote machen.

Schöngerechnet

Die ÖVP-Rechnung geht aber vor allem dann auf, wenn man komplett auf das Auto verzichten kann. Unter 300 Euro im Monat lässt sich kaum ein Fahrzeug finanzieren, da bleibt also etwas übrig. Derjenige, der auf seinen Untersatz nicht komplett verzichten will oder kann, rechnet leider anders. Bei einem Arbeitsweg von zehn Kilometern einfacher Fahrt und durchschnittlichen 17 Arbeitsagen im Monat, kommen 340 Kilometer zusammen. Schaut man nur auf die Tankquittung, bleibt man leicht unter 50 Euro.

Sprit bringt Steuern, die Bahn verschlingt welche

Die Zersplitterung der des ÖPNV-Angebots in hunderte lokale und regionale Betreiber macht einen geschlossenen Auftritt gegenüber den Kunden schwer. Der Dauerberieselung der Autoindustrie mit der Fahrspaß- und Dynamik-Reklame hat der Nahverkehr nichts entgegenzusetzen. Stößt man doch einmal auf Plakataktionen sind diese häufig geradezu hilflos altmodisch.

Auf der anderen Seite beackern außer dem VDV auch andere Verbände das Feld der Lobbyarbeit. Einer davon ist die Allianz pro Schiene, dazu gehört der Fahrgastverband Pro Bahn e.V.. Zum Leidwesen der Bahn sieht der Verband seine Aufgabe darin, von der Bahn ein besseres Angebot zu fordern, und nicht das Bild einer rosaroten Schienenwelt zu verbreiten. Es sei Sache der Bahn, so Sprecher Andreas Barth, das Angebot bedarfsgerecht zu verbessern. Volle Züge und dürftiger Service seien hinderlich, zusätzliche Fahrgäste zu gewinnen, auf manchen Strecken sei das auch gar nicht möglich, denn "die fahren schon an der Kapazitätsgrenze".

Einig sind sich die Verbände in der Forderung an die Bundesregierung, durch Schaffung von besseren Rahmenbedingungen den Autofahrern den Umstieg ins öffentliche Netz zu erleichtern. Doch das Interesse des Staates, seine Bürger verstärkt zu Bus- und Bahnfahrern zu machen, ist gering - aus nachvolllziehbaren Gründen: Nach Lohn- und Mehrwertsteuer macht die Mineralölsteuer den drittgrößten Anteil an den gesamten Einnahmen des Finanzministers aus.

Das subjektive Erlebnis Mit der Bahn in die Stadt. Die Anbindung von Hamburg Blankenese ist hervorragend, während der Rush-Hour komme ich mit der Bahn in etwa genauso schnell von Tür zu Tür wie mit dem Auto. An der Station litt der Fahrkartenautomat unter Münzallergie. Klopfen und Münzen "befeuchten" (also "Anspucken") half nicht. Nur mit Gehetze und Gefluche kam ich noch zu einer Karte. Der Wagon war fast leer, dennoch rettete ich mich ans äußerste Ende. Ein Betrunkener und Bierlache reichen, den Spaß zu verleiden. Ab der Station Altona blieb es nicht bei einer Schnapsleiche, das Abteil füllte sich mit dem bekannten Geruch aus kaltem Rauch und hartem Alkohol, der langsam durch Haut und Kleidung sickert. Kein schönes Erlebnis auf leerem Magen am Samstagmorgen. Genausowenig wie die lautstarken Auseinandersetzungen jetzt im Abteil. Zum Glück war ein Spätheimkehrer so klar im Kopf, seinen Kumpan von mir fortzuziehen. Dann "Landungsbrücken": endlich aussteigen. Mag sein, dass Bahnfahren vernünftig ist, aber Spaß macht es nicht. Kra

Von Axel F. Busse
KOMMENTARE (10 von 38)
 
rotuennes (31.12.2007, 21:11 Uhr)
Einseitig
Der Artikel ist äußerst einseitig und nicht geeignet, das "Klima" zu verbessern. Der ÖPNV besteht nicht nur aus Messerstechern und Bierleichen, wie Text und Bilder suggerieren, genauso wie Autofahren nicht nur aus Verkehrstoten und Parkhaus-Vergewaltigungen besteht. Hat das damit zu tun, dass sich in der stern-Redaktion häufig recht schlichte PS-Fetischisten in den Artikeln austoben? Im übrigen strotzt der Artikel nur so von Schreibfehlern - Lückenbüßerartikel des Praktikanten für das Feiertagsloch?
Der ÖPNV wird übrigens von der Politik bestellt und verantwortet. Ein Grundproblem ist, dass sich die Fahrgäste alles gefallen lassen und nicht genügend Druck machen, um die zweifellos vorhandenen Probleme bei Bahn und Bus abzustellen.
rotuennes (31.12.2007, 20:58 Uhr)
Klarstellungen
@Redaktion: "Nur nicht in den Bus": Hier in Düsseldorf hat der öffentliche Verkehr in der City einen Verkehrsanteil von über 50%, es stimmt nicht, dass niemand Bahn und Bus nimmt.
@Eisenbaer: .. ist sicher ein DB-Mitarbeiter, deswegen die Verdrehungen. Tatsächlich macht die DB durch überhöhte Preise für die Schienenbenutzung (um den Fernverkehr zu finanzieren) den Nahverkehr kaputt und versucht ihre immer noch monopolartige Stellung auszunutzen. Hier in Düsseldorf ist die private Regio-Bahn um Meilen besser und kundenfreundlicher als die DB.
@ einige andere: Sicher gibt es Situationen, wo Bahn und Bus nicht gut sind (auf dem Land, mit 3 Kindern, bei 150km Arbeitsweg,..), aber in vielen Situationen ginge es doch, und übrigens ist ein Teil dieser Zwangslagen selbstgemacht. Außerdem wird nicht selten die Bahnfahrzeit überschätzt (2,5 Std. nach Kaarst??)
@ Autobenutzer: in der Bahn kann ich lesen oder zumindest an andere Dinge denken, im Auto darf ich nicht zwei Sekunden unaufmerksam sein, um mich nicht dem Risiko auszusetzen, mich in einem brennenden Blechsarg wiederzufinden. Deswegen finde ich Autofahren äußerst unkomfortabel.
sensitiv (30.12.2007, 23:39 Uhr)
Ja zum ÖPNV wenn
es der Arbeitsplatz zulässt. Ich hab 3 Jahre in Gleitzeit gearbeitet. In dieser Zeit bin ich 3x (!) mit dem Auto in die Arbeit (Arbeitsort: München) gefahren, die restliche Zeit mit dem ÖPNV. Jetzt muss ich wieder Schichtarbeiten (in München). Da der Münchner Verkehrsverbund die wichtigste U-Bahn in die Arbeit (Frühschicht) gestrichen hat (warum auch immer) ist es unmöglich, Pünktlich in der Arbeit zu erscheinen (einfache Entfernung 75 km). Ich werd ja geradezu gezwungen, mit dem Auto nach München zu fahren.
deinemama (30.12.2007, 18:20 Uhr)
Denke nicht.
Ich glaube nicht, xsiriusx, dass es hier um Mitleidheischen geht. Außer bei mir natürlich. ;) (Übrigens gibt's bei uns auch noch ein Kleinchen, das zu seiner Tagesmutter gebracht werden will. Übernimmt natürlich auch mein Liebster. Wenn die beiden losfahren, sitze ich bereits im Zug.)
Aber es wollen sicher einige den Denkansatz (öffentlich vor-)bringen, dass in weiten Teilen Deutschlands der ÖPNV einfach viel zu unflexibel ist, um mit den heutigen Bedürfnissen der potenziellen Nutzergemeinde Schritt zu halten. Alles redet von Flexibilität - der ÖPNV jedoch wird mehr und mehr versteift, und für viele Bevölkerungsgruppen immer unattraktiver. Klar könnten mehr Leute mit den Öffis fahren - aber warum sollten sie sich das antun, wenn es ihnen keinen unmittelbaren Nutzen bringt, sondern stresst, krank macht und lange dauert?
Ich glaube, hier herrscht ein ziemlich klarer Konsens darüber, dass das Ansetzen des Rotstifts genau die falsche Methode ist, die niemanden zum Wechsel motiviert. Dass womöglich eine generelle Bereitschaft da wäre, wenn da... wäre - und wäre da nicht...
Naja, der Artikelschreiber sprach's ja an - mehr umweltfreundlicher ÖPNV ist, wie so vieles, auch nicht ernsthaft im Interesse der Politik. Und dann kommt das große scheinheilige Klima-Geheule von der süßen Angie...
Die großartige Reglementierung, dass nur ein Rollifahrer pro Bus erlaubt ist (und dies womöglich bei Mistwetter und 30-Minuten-Takt), ist gelinde gesagt auch eine absolute Frechheit! Da faseln sie alle ebenso scheinheilig von Barrierefreiheit und der Integration behinderter Menschen - und dann solche Schoten. Was machen dann eigentlich zwei befreundete Rollifahrer, die gemeinsam irgendwo hinfahren wollen? *wunder*
xsiriusx (30.12.2007, 16:16 Uhr)
oh, mann, noch jemand
[Ironie]
Möchte vielleicht noch jemand sein persönliches Schicksal darlegen. Zum Beispiel ein Truckerfahrer, der mir erklärt, dass er seine Waren nicht 200km im Zug tragen kann?
[/Ironie]
Ja, du hast leider eine behinderte Tochter. Und es wird dir dadurch niemand die Nutzung eines Autos in Frage stellen. Oder willst du mir sagen, dass nur weil du eine behinderte Tochter hast, jeder Deutsche mit dem Auto fahren soll?
laui (30.12.2007, 14:15 Uhr)
Immer die selben Argumente ...
Am Arbeitsplatz wohnen, auch mal zu Fuss oder mit dem Rad fahren, nicht aufs Land ziehen etc. ...
Mein Wohnort, nicht an meinem Arbeitsplatz, wurde damals nach dem Arbeitsplatz meiner Freundin gewählt.
Mit dem PKW benötige ich 30-50 Minuten, mit dem ÖPV, incl. Wartezeiten, 2Std bis 2:20Std. für die 40 Entfernungskilometer.
Und heute ist der Wohnort wichtig, da in dessen Umfeld die geeigneten Therapeuten und Ärzte für meine behinderte Tochter sind.
In die Stadt konnte ich mit meiner Tochter bei schönem Wetter (bei schlechtem müsste man dann die ausgezogenen Regenklamotten im Kaufhaus immer mitsichschleppen) bisher auch mal mit dem Bus fahren seit endlich durchgehend Niederflurbusse unterwegs sind. Aber jetzt greift eine EU-Verordnung. Es darf maximal ein Rolli im Bus mitgeführt werden, wie es im KFZ-Schein aufgeführt ist - ansonsten Punkte für den Fahrer und Bussgeld für Fahrer und Busunternehmen.
Da nicht selten bereits ein Rolli sich im Bus befindet, würde dies öfters eine um 10 bis 30 Minuten verlängerte Wartezeit auf den folgenden Bus bedeuten - in kalten, zugigen Bushäuschen, manches mal sogar ohne Dach. Dann lieber das Auto nehmen, einen Van (3Literautos sind ja nur motorisierte Einkaufswagen), Rolli, Beifahrer, Gepäck, evtl. noch den Hund kann man leider weder in einem Smart noch einem Polo/Golf unterbringen).
Mit dem Auto MUSS man übrigens nicht zum Fitnessstudio. Es gibt gibt sogar Sportmöglichkeiten, die man zusammen als Nichtbehinderter (sorry, benutze Augenkrücken) und Behinderter ausüben kann.
www.speedteamduo.de
xsiriusx (30.12.2007, 13:33 Uhr)
@Bauzeichner
Sie scheinen ja sehr aufgeregt über meinen Kommentar zu sein, dass sie ihren Satz mit "Meine Güte" anfangen. Den Grund verstehe ich aber nicht. Aber für Sie kann ich gerne nochmal meine Gedanken wiederholen und spezifizieren. Ich habe das Auto nicht von Grund auf verteufelt und halte es auch für eine schöne Erfindung. Ich habe ein Beispiel für Ausnahmen bereits direkt erwähnt. Und in einigen Bereichen (z.B. auch wenn man auf dem Land arbeitet; ich habe auch Bekannte, die dies tun) kann man Wegstrecken nur mit dem Auto sinnvoll zurücklegen (oder mit einem motorisierten Zweirad). Und ich weis, dass es auch für Städter zutrifft. Das war aber nie der Punkt, hier alle Ausnahmen aufzuzählen. Mir ist auch bewusst, dass sich ÖPNV über die Dörfer nicht wirklich rentieren wird und dadurch der MIV immer notwendig bleiben wird. Und ich möchte auch nicht jedem seinen Wohnort in Frage stellen. Das liegt mir fern.
Ich kenne nur in meiner Stadt die Entwicklung in den letzten 15 Jahren. Und die ist ökologisch gesehen katastrophal. Da werden die Häuser draußen vor die Stadt gesetzt (möglichst soweit hinaus, dass man auch nicht die hohen Steuern einer Stadt bezahlt). Finanziert wird das ganze von uns allen mit der Eigenheimzulage (die ja jetzt weg ist) Weiter finanzieren wir den ökologischen Stumpfsinn mit der Entfernungspauschale, wenn genau diese Leute täglich mit dem Auto in die Stadt fahren und dort die Luft verpesten. Diese Personen sind sich auch zu schade das kostenlose Angebot des "Park and Ride" zu nutzen. Und genau durch diese Leute wird die Attraktivität einer (Eigentums-)Wohnung im Stadtzentrum schlechter und es ziehen immer mehr in die Vorstädte (->Teufelskreis) Und dann sehe ich, wenn ich auf meinem Arbeitsweg an den Staus (die in Dresden noch recht moderat sind) vorbeiradel, wie sich Audi und Mercedes (mit einer Person besetzt) aneinanderreihen. Auf einem Dorf gibt es ja nicht mal Staus. Aber in der Stadt müsste den Leuten, die im Stau stecken doch mal etwas auffallen.
Aber ihnen fällt maximal auf, dass sie im Stau stecken und als einzige Lösung fallen ihnen mehr Straßen ein, oder eine neue Brücke, wie es in Dresden der Fall ist.
Naja, hier kann man stundenlang weiter reden. Man kann es einfach objektiv nicht bewerten, wann ein Auto sinnvoll ist, und wann nicht. Hier müssen die betreffenden Personen selber zur Einsicht kommen oder durch extremen finanziellen Nachteil zur Einsicht gezwungen werden. Aber dann trifft es auch wieder die Falschen, etc. pp....
xsiriusx (30.12.2007, 12:37 Uhr)
@deinemama
Familienbedingt ist es meist für einen ungünstig. Und neben zwei Arbeitsstellen ist bei uns auch noch der Kindergarten (mit Öffnungszeiten von 8 bis 16) unter einen Hut zu bringen. Aber glücklicherweise haben wir zwei einen Beruf der es uns ein klein wenig erlaubt, die Arbeitsstelle auszusuchen. Ich weis, dass ist extrem selten der Fall. Aber meine Freundin hat jetzt Brutto 100 Euro weniger, dafür ist der Arbeitsweg "günstiger" und wir benötigen nach wie vor kein Auto. Und in Dresden ist man mit dem Rad schneller als mit ÖPNV, deswegen nutzen wir das Rad. Wir haben beide etwa 6km Weg. Der, der am Kiga vorbei muss kommt auf 10km (je einfache Strecke). Früher hatte ich auch 16km. Auch kein Problem. (Es soll ja sogar Leute geben, die fahren mit dem Auto ins Fitnessstudio.) 70km ist allerdings ein anderes Kaliber. Da stellt sich dann eher die Frage, wie ist die Mitnahme von Fahrrädern im ÖPNV. Bei uns sind z.B. die 10km über Kiga auch nicht alles. Da kommen noch etwa 4km dazu, die allerdings mit Bahn zurückgelegt werden. Und da nehme ich das Rad mit rein. Hier nutze ich halt die Möglichkeiten um einer (gefühlten) 10%igen Steigung zu entgehen, die mit min. 20Kilo Gepäck (Kind+Sitz) auf dem Arbeitsweg nicht so toll sind.
Wichtig für solche Sachen ist natürlich auch der Arbeitgeber, der es ermöglichen sollte, sich zu duschen und umzuziehen.
Man kann noch so viel ändern, und das es eben gehen kann, sieht man in Skandinavien.
Ja, Videoüberwachung ist ja nicht die Lösung und auch nicht so toll, aber hier in Dresden gibt es das seit etwa 4-5 Jahren in den neuen Straßenbahnen und da gibt es eben keine Schmierereien mehr. Straftaten gab es schon vorher recht selten. Videos werden zwar nur nachträglich ausgewertet. Ist halt aber Abschreckung. Man begeht halt nicht so gern eine Straftat, wenn man beobachtet wird (auch wenn es nur im Nachhinein ist). Hier ganz aktuell (und auch mir das erste Mal bekannt): http://www.dnn.de/aktuell/content/50419.html
Den Vorschlag der Schaffner finde ich auch schön. Wie bei den Dockland Railways könnte man die besonders kostendeckend in führerlosen Zügen einsetzen. Bei uns im Regionalverkehr gibt es ja die BSG-Leute die extra zusätzlich zum Schaffner durch die Waggons gehen.
Schöne Ideen fallen einem da ein. Aber du hast Recht. Es ist traurig das man sich darum kümmern muss. Die Schere zwischen arm und reich wird immer größer und damit auch solche Probleme. Wir haben ja auch das beststrukturierte Förderschulsystem Europas. Aber jetzt schweife ich komplett vom Thema ab.
Den Teufelskreis zu durchbrechen ist recht schwer. Ich vermute das kann man nur mit ordentlich Subventionen schaffen.
-Abschaffung der Entfernungspauschale aber vollständige steuerliche Absetzbarkeit von ÖPNV-Zeitkarten (oder, für mich, auch Fahrradkilometer)
-Jobtickets
-mehr fällt mir leider auch nicht ein
Bauzeichner (30.12.2007, 11:59 Uhr)
@Eisenbaer
Hallo Eisenbaer,
ich komme aus dem Münsterland, in Nähe zum Ruhrgebiet. Hier gibt und gab es im Umkreis von 30km nur eine Eisenbahnstrecke. Die führt in unsere Kreisstadt und endet dort. Von dort ist nichts mehr mit Eisenbahn. Wenn man woanders hin will, muss man erstmal tief ins Ruhrgebiet nach Essen reinfahren, also 30-40km in die falsche Richtung um dann wieder irgendwie nach Wesel und dann nach Bocholt oder nach Dülmen zu kommen. Das ist doch Wahnsinn. Hier ist nun mal klassisches Überlandbus-Land und es gibt ja Fortschritte. Eine Express-Bus-Linie, die das Münsterland von Holland bis Stadt Münster durchschneidet. Als riesiger Flächenkreis muss man diese Linie aber erst mal an den wenigen Haltepunkten erreichen. Und das ist mit der restlichen Bus-Infrastruktur nur unter den von mir beschriebenen Schwierigkeiten möglich. Ich fahre doch nicht mit dem Auto 30km zu einer Express-Haltestelle um die restlichen 20km mit dem Bus fahren zu können. Viele der Busse hier fahren mit Biodiesel (erkennbar am Pommesgeruch). Wenn ich die überfüllten Busse hier so sehe kann ich nicht verstehen, das zu und um die Stoßzeiten nicht mehre Linien oder Busse angeboten werden.
deinemama (30.12.2007, 10:55 Uhr)
Wenn jeder Arbeitgeber...
...Gleitzeit anböte: sofort!!
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