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21. November 2007, 17:55 Uhr

Klimakatastrophe interessiert nicht

Jeder Hersteller hat inzwischen Umweltautos im Showroom stehen. Dort bleiben sie dann stehen, denn Umweltaspekte interessieren die Käufer am wenigsten. Zuwächse gibt es dagegen bei Sport- und Geländewagen.

Sind Ökoautos nur ein Marketing-Gag?© Jan Woitas/DPA

Das Angebot an umweltfreundlichen Autos nimmt stetig zu. Fast jeder Hersteller wertet mittlerweile seine Modellpalette mit einem besonders sparsamen Fahrzeug auf. Doch die deutschen Kunden üben sich weiter in Kaufzurückhaltung und scheinen die Bemühungen der Industrie um die Öko-Autos noch nicht zu honorieren. Das ist ein durchaus bekanntes Phänomen, wenn man an den erfolglosen Drei-Liter-Lupo von VW und den sparsamen Audi A2 denkt.

Woran liegt es, dass jeder nach einem umweltfreundlichen Auto verlangt und keiner eins kauft? Zum einen wollen die Autokäufer trotz Klimadebatte nicht auf Hubraum und PS verzichten. Das zeigen die steigenden Verkäufe der meist schweren und leistungsstarken SUV, die von Januar bis August 2007 um 11,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zugenommen haben. Auch die Neuzulassungen von Sportwagen sind in der selben Zeit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,6 Prozent gestiegen.

Umwelt heißt Verzicht

Zum anderen haben Öko-Autos bei Autokäufern ein schlechtes Image. Eine aktuelle Studie des Automobilclubs von Deutschland (AvD) zeigt, dass 81 Prozent der befragten Autokäufer mit einem umweltfreundlichen Auto Verzicht und Einbußen an Prestige und Komfort verbinden. Weiter zeigt die Studie, dass die wichtigsten Kaufkriterien Sicherheit, Zuverlässigkeit, Preis-Leistungsverhältnis und Unterhaltskosten sind. Erst danach folgt der Kraftstoffverbrauch und der Schadstoffausstoß. Bei einer von Aral veröffentlichten Studie rangiert das Kaufkriterium Umweltfreundlichkeit sogar auf Rang zehn hinter Preis-Leistung, Design, Komfort und Wiederverkaufswert.

Ein weiterer Aspekt, der den Absatz der Öko-Autos bremst, ist die mangelnde Aufklärung seitens der Medien, der Industrie und der Händler. Laut AvD wissen die meisten Autokäufer überhaupt nicht, was ein umweltfreundliches Auto ausmacht und wünschen sich ein klar nachvollziehbares Umweltsiegel mit entsprechender Klassifizierung.

Demzufolge genügt allein das Vorhandensein der Technik nicht, um die Fahrzeuge in Deutschland umweltfreundlicher werden zu lassen. Neben einem besseren Image für sparsamere Autos könnten laut AvD beispielsweise auch Ausnahmegenehmigungen bei möglichen zukünftigen Fahrverboten oder der City-Maut sowie die Reduzierung der Parkgebühren in der Innenstadt dem schwachen Absatz auf die Sprünge helfen.

MID

 
 
KOMMENTARE (8 von 8)
 
reisschuessel (22.11.2007, 16:18 Uhr)
@ Faustjucken
Habe ich ja doch wieder mal Recht gehabt - irgendeiner meldet sich immer bei diesem Thema mit Parolen unterhalb der Gürtellinie zu Wort.
Unabhängig von der Größe bestimmter Organe machen viele Details an teureren und größeren Autos einen erheblichen Unterschied aus:
- großzügige Motorisierung erlaubt Sicherheitsreserven und Fahrdynamik
- längerer Radstand sorgt für besseren Abrollkomfort
- optimierte Fahrwerksauslegung sorgt für ein stabileres und sichereres Fahrverhalten auch bei ungünstigen Witterungsbedingungen oder Straßenverhältnissen
- bessere Dämmung sorgt für niedrigeres Innengeräusch und weniger Vibrationen
- größerer Innenraum verhindert das Gefühl des eingequetscht-seins und erlaubt eine anatomisch bessere Sitzposition
- bessere Lüftungs- und Klimatisierungssysteme sorgen für ein gesundes Raumklima (was nachweislich die Konzentrations steigert)
- Fahrerassistenz- und Sicherheitssysteme erhöhen die passive Sicherheit
- edle Materialien sorgen für hohen Komfort und Wertigkeit
- nicht zuletzt werden für die Premium-Fahrzeuge immer auch die neuesten Konzepte der Motoren- und Sicherheitstechnick zuerst angeboten (d.h. hier nihmen die Innovationen in der Serie ihren Anfang)
- und so weiter...
Kurz gesagt - mir kommt's hier nicht auf's Protzen an, sondern darauf, auch nach längerer Fahrt entspannt und komfortabel an meinem Ziel anzukommen.
Bin im Studium mehrere Jahre lang längere Strecken (300~500km) mit einem alten Mazda 323 Kombi gefahren. Das ging zwar auch, aber es ist kein Vergleich zu einem heutigen Auto, das für die Langstrecke ausgelegt ist.
Wer das nicht glaubt, sollte es erstmal probieren, bevor er anfängt, über andere Autofahrer herzuziehen.
faustjucken_de (22.11.2007, 11:43 Uhr)
@Silbador
die Schräglage ist doch schon längst da
die ersten purzeln schon üer die Kante
faustjucken_de (22.11.2007, 11:42 Uhr)
@reisschuessel
ich brauche keinen 200PS-Wagen, um im stau zu sthen. Mein Penis ist groß genug :-)
faustjucken_de (22.11.2007, 11:33 Uhr)
alles Blödsinn
Der Uno meines vaters brauchte schon vor beinahe 20 Jahren nur knapp 6 Liter (selbst gemessen) auf 100km, und das bei 70 PS.
Der kleinste Golf heute hat mehr PS als der erste Golf-GTI, von dem man damas schon sagte, er wäre ein Wagen, den niemand braucht.
Und ich brauche keine 2,5-Tonner, die in 6 Sekunden auf 100Km/h sind.
Ich brauch einen Kleinwagen, der nicht die Welt kostet, 70 PS hat und nur 6 Liter braucht.
Aber wer bin ich schon? ...
Amin42 (22.11.2007, 08:56 Uhr)
62% der Neuzulassungen sind Firmenwagen........
das dürfte wohl mit ein Hauptgrund sein, warum gerade SUV und Mittelklasse PKW verkauft werden. Welcher PRivatmann hat denn heute noch die Möglichkeit, z.B.einen A4 zu kaufen ( zur erinnerung: der A4 war früher ein Audi 80, also ne typische Familienkutsche für Otto Normalbürger). Da also 62% der Neuzulassungen für Firmen ist, werden auch nur noch für diese Clientel Autos entwickelt. UNd da die nicht auf die Kosten schauen müssen, da diese entweder steuerlich subventioniert oder auf das verkaufte Produkt umgelegt werden, werden diese PKW auch immer stärker motorisiert, immer schwerer und vor allem immer wartungsunfreundlicher. Damit am Ende man für jede Glühbirne die defekt ist in die fachwerkstatt muss, an die man durhc Leasing etc. sowieso angekettet ist. Das treibt wiederum die Wartungskosten gerade für neue PKW ins unermessliche. UNd deshalb werden auch immer mehr Bürger ( trotz Verboten aus der Politik, siehe Feinstabplaketten und andere neuwagenfreundliche Regelungen ) ihr Altauto weiterfahren. Übrigens: das umweltfreundlichste Auto ist das, das schon gebaut ist. Was ist umweltfreundlich daran, ein Auto, das mit immenser Energie mal hergestellt wurde, nach 8 Jahren zu verschrotten?? Das erzählen uns doch nur diejenigen, die daran sehr viel Geld verdienen!! Also die Autoindustrie und unsere Freunde aus der Politik!!
reisschuessel (22.11.2007, 08:08 Uhr)
Vielleicht sollten Politiker...
... endlich das tun, für das sie eigentlich gewählt wurden - den Willen der Mehrheit des Volkes in politische Entscheidungen und Gesetze umsetzen.
Wie die Zahlen am Markt eindrucksvoll belegen, gehen die politischen Entscheidungen (Tempolimit, Öko-Steuer, Klimahysterie, etc.) zur Zeit aber offensichtlich deutlich am Volkswillen vorbei.
Wann werden Politiker endlich einsehen, daß die Möglichkeit, sich jederzeit schnell und flexibel von A nach B zu bewegen nunmal zu den menschlichen Grundbedürfnissen gehört? Wann werden sie begreifen, daß das Volk sich eine jegliche Form von Gängelung und Geldschneiderei auf Basis dieses Grundbedürfnisses nicht ewig gefallen läßt?
Nun werden sich sicherlich sehr schnell wieder ein paar Eiferer finden, die lautstark über "Grenzdebile PS-Protze, Raser, Killer" und sonstige menschliche Mißgeburten aufregen.
Zum Glück sprechen aber die Zahlen eine deutlichere Sprache - Trabbi-artige Minimalautos mit lahmarschiger Motorisierung kauft nunmal keiner. Und die Automobilindustrie würde ihr eigenes Todesurteil unterschreiben, wenn sie gegen den Willen der Käufer diese Sorte Ladenhüter verstärkt versucht, in den Markt zu drücken.
Das Ziel muß es also sein, einen vernünftigen Kompromiß aus Komfort, Fahrleistung und Verbrauch/Schadstoffausstoß zu finden. Daß zu Zeiten astronomischer Kraftstoffpreise eine deutliche Energieeffizienzsteigerung dringend weiter vorangetrieben werden muß, steht dabei meiner Meinung nach völlig außer Frage - nur eben nicht vorrangig auf Kosten von Fahrleistungen, Individualität und Komfort...
Calibrator (22.11.2007, 07:14 Uhr)
Viel zu teuer
Seit etwa 2 Jahren bin ich auf der Suche nach einem Ökoauto. Vergeblich. In Deutschland gibt es nur ein einziges; den Smart cdi, wenn er denn einen richtigen Dieselfilter hätte. Und ist als 2-sitzer einfach zu teuer. Elektroautos? Gibt es hier nicht, obwohl ausgereifte Technik und brauchbare Akkus vorhanden sind. Selbst wenn einmal tatsächlich welche angeboten werden ist der Preis derart hoch, daß man glauben könnte, sie wären mit Gold belegt. Also; By By Ökoauto.
Silbador (21.11.2007, 20:23 Uhr)
Wen wundert´s?
Richtig Geld zum Autokauf haben nur Leute mit Geld - der Normalverdiener hat´s nicht (mehr).
Also werden die Standardautos länger gefahren und beim Neuen auf den Preis bzw. die Finazierung geschaut.
Was läuft sind teure Autos, weil die Managerklasse eben das Geld hat, welches der Arbeiterklasse fehlt.
Es wird nicht mehr sehr lange dauern, bis das Ganze in eine gewaltige Schräglage gerät.
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