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4. Februar 2010, 09:57 Uhr

Toyota soll Pedalproblem seit 2007 kennen

Der japanische Autohersteller Toyota hat laut Informationen der "Financial Times Deutschland" deutlich früher von Schwächen der Gaspedale erfahren als bisher eingeräumt. Untersuchungen brachten Hinweise auf Fehlfunktionen. Das Management soll davon gewusst, aber nicht reagiert haben. Von Kristina Spiller und Martin Kölling, Tokio

Toyota, Deutschland, Gaspedal, Rückruf,

Reparatur in einer Toyota-Werkstatt: Offenbar hat der japanische Autobauer bereits seit 2007 von dem Problem der klemmenden Gaspedale gewusst© Jeremy Portje/AP

Toyota hat von den Problemen mit Gaspedalen in seinen Fahrzeugen offenbar bereits 2007 gewusst. Nach Informationen der "Financial Times Deutschland" (FTD) haben von Toyota in Auftrag gegebene Prüfungen zu dem Zeitpunkt ergeben, dass Gaspedale in Autos des Konzerns während der Fahrt festklemmen können. So blieb innerhalb eines monatelangen Testzeitraums beim Auris mehrmals das Gaspedal in durchgedrückter Position stecken. Das belegen Unterlagen, in die die FTD Einblick hatte. Insgesamt drei verschiedene Modelle seien damals getestet worden - alles Serienfahrzeuge, die sich so auch im Verkauf befanden, hieß es. Das Management sei mehrmals darüber informiert worden.

Kommunikative Salamitaktik

Bislang ist unklar, wie das Unternehmen darauf reagierte. Wie es hieß, hätten die Verantwortlichen die Probleme nicht erkennbar ernst genommen. Ein Sprecher bestätigte die Langzeittests 2007 durch Toyota Europe. Es habe maximal "vereinzelt ein leichtes Klemmen des Gaspedals gegeben". Der Fall sei daraufhin an Tokio weitergegeben worden.

Die Vorkommnisse nähren die Kritik an Toyota, nur zögernd über die Probleme etwa mit den Gaspedalen zu informieren. So sagte US-Chef Jim Lentz vor wenigen Tagen, man habe erst im Oktober 2009 von klemmenden Gaspedalen erfahren. Kurz darauf räumte Toyotas Vizepräsident Shinichi Sasaki ein, bereits vor drei Jahren Kundenbeschwerden erhalten zu haben, die Probleme mit dem Gaspedal beim Geländewagen Tundra berührten. Anders als bei offiziellen Tests bleibt bei Reklamationen von Kunden jedoch oft unklar, ob sie tatsächlich auf Technikfehlern beruhen. Zudem gab Sasaki zu, dass Toyota erst auf Drängen der US-Behörden den Rückruf startete - obwohl das Problem mit tödlichen Unfällen in Verbindung gebracht wird.

Wegen der Gaspedale sowie sich verhakender Fußmatten hat Toyota über acht Millionen Autos weltweit zurückgerufen. In Deutschland sollen ab kommender Woche rund 216.000 Wagen in die Werkstatt. Die Kosten für die Reparaturen sowie drohende Umsatzeinbußen beziffert Toyota für das laufende Geschäftsjahr auf rund 1,4 Mrd. Euro. "Das wird Toyota weltweit zurückwerfen und insgesamt etwa zwei bis drei Mrd. Euro kosten", sagte Willi Diez vom Geislinger Institut für Automobilwirtschaft.

Prius: Rückruf wegen defekter Bremsen?

Zusätzlicher Ärger droht dem Konzern beim Vorzeigemodell Prius. Über 100 Kunden in Japan und den USA haben sich bei den Behörden beschwert, dass die Bremsen des neuen Prius bei sanfter Betätigung teils verzögert griffen. Der zuständige Manager Hiroyuki Yokoyama gestand am Donnerstag das "Phänomen" ein und erklärte, es sei in den Modellen ab Januar behoben worden. Toyota schloss einen Rückruf nicht aus. US-Verkehrsministerium und Kraftfahrbundesamt haben offizielle Untersuchungen eingeleitet.

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Von Kristina Spiller und Martin Kölling, Tokio
 
 
KOMMENTARE (10 von 13)
 
talkingkraut (06.02.2010, 18:59 Uhr)
Noch mal zu den gruenen Spinnern
Die gruenen Spinner meinen eben, es gelte bei einem Verbrennungsmotor der 1. Hauptsatz der Thermodynamik, der Satz der Energieerhaltung, tatsächlich gilt der 2. Hauptsatz der Thermodynamik, nach dem im Verbrennungsmotor nur ein Teil der Verbrennungsenergie in Arbeit umgewandelt werden kann, ein größerer Teil jedoch als Anergie oder Prozesswärme verloren geht. Das ist der Grund, warum die gruenen Spinner auf den Hybrid hereingefallen sind und dachten, das sei ein besonders energieeffizientes Fahrzeug. Ich denke da vor allem an die gruene Spinnerin Künast, die ja oftmals den deutschen Autoherstellern vorwarf, sie hätten mit dem Hybrid eine wichtige Entwicklung verschlafen. Die Prozesswärme geht eben beim Verbrennungsprozess verloren, sie kann nicht mehr in elektrische Energie umgewandelt werden. Dass die Verluste durch die Fahrtwiderstände nicht mehr zurückgewonnen werden können, das zu erkennen, traue ich einer Künast gerade noch zu.

Es ist also sinnvoller, die Widerstände gegen die ein Motor Arbeit verrichten muss, zu reduzieren. Wenn ein Motor also nicht gegen die Lichtmaschine läuft, wenn er beschleunigt, wenn das Fahrzeug bergauf fährt, wenn der Motor gegen die sonstigen Fahrtwiderstände Arbeit verrichtet, und idealerweise nur dann, wenn das Fahrzeug sich im Schubbetrieb befindet oder wenn es abgebremst wird, wird dem Motor Arbeit erspart, die er erst mal gar nicht in einem Prozess erzeugen muss, bei dem der größere Teil der eingesetzten Energie als Prozesswärme eh verloren geht.
Eulenspiegel (06.02.2010, 13:13 Uhr)
Physik oder Glaube?
@talkingkraut
Von Verdacht kann bei den jahrzehntelangen Erfahrungen eines Garantiesachbearbeiters mehrerer Marken wohl kaum die Rede sein?
Das mit den Gaspedalen ist in dieser Branche peanuts!
Urteil ohne Kenntnis des Prius?
Hohles Gerede, denn der Wagen ist bei normaler Fahrweise unglaublich sparsam und über die Zuverlässigkeit über fast jeden Zweifel erhaben.

??? Es scheint mir auch sinnvoller, das Thema Rekuperation bei der Lichtmaschine anzugehen, indem sich diese nur im Schubbetrieb und beim Bremsen zuschaltet. So spart man wirklich Energie, ohne dass ein Fahrzeug zum Lastenträger gruener Spinnereien wird. ?????
Wohin willst Du die dadurch gewonnene Energie speichern? In eineBatterie mit 100 Ah, mit der Du bestenfalls eine hyperlaute Soundanlage betreiben kannst, statt Antriebsenergie rückzugewinnen, die Du vorher investiert hast?
Nach dem Gesetz der Erhaltung der Energie kriegst Du beim normalen Auto nur Hitze, die mühevoll von den Bremsen abgeführt werden muss. Die Wärmeernergie aber hat bei jedem Beschleunigen und Berghochfahren Energie gekostet und somit Sprit.
Grüne Spinner können sogar manchesmal rechnen und haben in Physik gut aufgepasst!
Henry Ford sagte:" Denken ist eine sehr schwere Arbeit! Deshalb wird sie so selten verrichtet!"

Er hatte wohl nicht ganz Unrecht damit.

Viele Komponenten des Prius sind genial gelöst und für technische Laien schwer durchschaubar und schon deshalb Stammtischgespräch.
Hieran informiert sich inzwischen auch europäische Konkurrenz:
> http://www.toyota.de/innovation/hybrid-synergy-drive.aspx



brigitteramsau (06.02.2010, 01:28 Uhr)
Habe mich schon immer gewundert...
...wie bei dem Kabel-Gewirr das sich einem beim Oeffnen der Motorhaube verschiedener Marken (auch Deutsche gehoeren dazu) zeigt, nicht noch mehr Fehler auftauchen.

Interessant aber wie energisch der Toyota-Fall wieder in den USA verfolgt wird. Obwohl ich japanische Fahrzeuge nicht besonders mag finde ich dieses Verhalten der Behoerden dort mehr als merkwuerdig.

Wird ziemlich teuer fuer Toyota werden.
talkingkraut (05.02.2010, 22:33 Uhr)
Nichts ist unmöglich (bei gruenen Spinnern)
Toyota hätte auf jeden Fall sofort reagieren müssen, als diese Probleme zuerst auftauchten. Jetzt die Kommentarspalten mit Verdächtigungen gegen andere Autohersteller zuzumüllen, spricht auch nicht für Toyota.

Mich freut das, nicht weil ich etwas gegen Toyota hätte, sondern weil all die gruenen Spinner, die sich einen Hybrid von Toyota zulegten, nun erst mal schön in die Werkstatt können.

Wo soll der Vorteil eines Hybridfahrzeugs denn liegen? Dass die Gruenen im Physikunterricht nicht mitkamen, beweisen sie durch ihr dummes Geschwätz immer wieder aufs Neue. Aber immerhin müssten sie doch bei der ersten Physikstunde die Grunderkenntnis gelernt haben, wo ein Körper ist, kann kein anderer sein. Wenn man das nun anwendet, bedeutet das doch, wo bei diesen Fahrzeugen die Batterien sind und die andere aufwändige Technik, kann ich keinen Kinderwagen hinstellen.

Dass so ein Hybrid besonders günstig im Verbrauch sein soll, glaube ich auch nicht. Das Mehrgewicht durch Batterien und Hybridtechnik führt doch schon einmal zu einem Mehrverbrauch, der kaum wettzumachen ist, wenn diese Fahrzeuge Bremsenergie zurückgewinnen.

Es scheint mir auch sinnvoller, das Thema Rekuperation bei der Lichtmaschine anzugehen, indem sich diese nur im Schubbetrieb und beim Bremsen zuschaltet. So spart man wirklich Energie, ohne dass ein Fahrzeug zum Lastenträger gruener Spinnereien wird.
horst.pachulke (05.02.2010, 20:53 Uhr)
klemmende Gaspedale:
Das kam schon öfter mal vor, dass das Gaspedal klemmt.

http://www.n-tv.de/panorama/Britischer-BMW-Fahrer-in-Not-article174598.html

http://diepresse.com/home/panorama/welt/501370/index.do

Ich hatte diese Schwierigkeiten, weil sich mein Gaszug verklemmte; ist ein wirklich doofes Gefühl. Gott sei Dank wird man in Deutschland im Rahmen des Führerscheinerwerbs gut ausgebildet:
Uns hatten sie damals in der Fahrschule geraten: Gang raus, nötigenfalls Motor abschalten, wenn der Motor aus-welchem-Grund-auch-immer hochdreht. Daran habe ich mich nach dem ersten Schreck erinnert.

Weiche Knie hatte ich trotzdem.

Fazit: Ein hochdrehender Motor mit wirklichen Gefahren für die Insassen des Wagens und alle, die in seiner Reichweite sind, ist ein Standardszenario, auch wenn es kein alltägliches ist. Es ist wichtig zu wissen, was in dieser Situation zu tun ist, bevor sie eintritt.
Den Hersteller trifft allerdings nur so lange eine relativ geringe Schuld, wie er sich nach Bekanntwerden von Schwierigkeiten mit seiner Konstruktion sofort um Ausbesserung bemüht. Sollten diese Schwierigkeiten tatsächlich schon seit 2007 bekannt sein - und über das Maß des Üblichen (jede Konstruktion kann versagen - auch Gaspedale bzw. -züge) hinausgehen: Danke auch. Das wäre eine Schweinerei. Besonders bedenkenswert wäre, wenn es beispielsweise so wäre, dass eine Motorabschaltung wegen eines neuartigen Zündmechanismus nicht mehr ohne weiteres möglich wäre. Davon war in anderen Diskussionen die Rede - nicht nur bei Toyota. (wie gesagt: Hörensagen und bedarf der Bestätigung).

Wenn es einem Lenker eines KFZ nicht mehr einfach möglich ist, das Antriebsaggregat während der Fahrt abzuschalten, beispielsweise nur um ihn davor zu "schützen", dass die Brems- und Lenkwirkung sich verschlechtert wäre der wirkliche Skandal.
Mit den Bremsen kann man den Motor inzwischen "dank" ABS, das auch in einem solchen Fall nicht abschaltbar ist, nicht mehr abwürgen. KFZ-Konstrukteure müssten das wissen und die Not-Abschaltbarkeit garantieren, indem sie diese Funtktion z.B. keinesfalls elektronischen Bauteilen überlassen, sondern auf eine, die Abschaltfunktion betreffend, wenig störungsanfällige, mechanische Einrichtung setzen.
Es wäre schon doof, wenn Menschen wegen eines Fehlers in der internen Elektrik im wahrsten Wortsinn gegen die Wand fahren - mit einem ansonsten intakten Wagen, den man mit seinen Insassen durch den Einbau eines Wippschalters für 5? (er soll ja schließlich auch funktionieren, wenn man ihn braucht) hätte retten können.
Josh67 (05.02.2010, 19:20 Uhr)
Es ist egal
welche Automarke oder Ware.
Fast alles was im Moment produziert wird ist schrott.
Eben Gewinnmaximierung!
Josh67 (05.02.2010, 19:15 Uhr)
Ja Ja
Die schlauen Manager haben wieder für die Bilanz gespart!
Nursery (05.02.2010, 19:12 Uhr)
Toyota Hype
Das ist kein Zufall das man Toyota im Moment derart mies macht.Wettbewerbsvorteile werden gnadenlos ausgenutzt so lange die Suppe noch warm ist. Das Spiel läßt sich einfach durchschauen.Man denke nur an Mercedes (Elchtest) wie schnell war das Thema wieder aus den Medien.
Eulenspiegel (05.02.2010, 18:31 Uhr)
Was man an den Stammtischen nicht weiß
sind alltägliche Fakten über die Autoindustrie und ihre Produkte allgemein.
Das Problem mit Gaspedalen ist nur ein windiger Klacks davon, was in den Garantieabteilungen der ganz normale Alltag ist. Darüber könnten einige Firmen nur müde lächeln, so lange deren "wunde Punkte" nicht aufgebauscht an die Öffentlichkeit kommen.
Wären diese Pedalhänger die einzigen Sicherheitsprobleme an Autos diverser Marken gewesen, hätte ich einige graue Haare weniger. Rückrufe gibt es bei den "edelsten" Marken, denn die Massentechnik ist komplex und oft kommt man auf erstaunliche Mängel erst dann, wenn Massen an Laien die Autos fahren. Ich wäre sehr, sehr vorsichtig ausgerechnet die Japaner falsch zu beurteilen, denn genau die sind es, welche die Fakten weit offener angehen, als so manche Europäer. Wie penibel man wegen Lapalien vorging, hatte mich immer wieder erstaunt. Wegen eines einzigen Seegerrings der beim Getriebeölwechsel aufgetaucht war, wurde das ganze Getriebe nach Japan beordert, um festzustellen, dass das Teil versehentlich ins Gehäuse gefallen sein musste. Was bei anderen Firmen nicht einmal ein müdes Lächeln hätte ausgelöst, wäre bei den Japanern UNDENKBAR gewesen!
Ich bin sehr sicher, dass Herr Toyoda nun GRÜNDLICHST aufräumt, so wie kein einziger außerjapanischer Autoboss! Da bin ich sehr sicher, denn ich kenne die Mentalität dieser Menschen sehr gut.
Das läßt ein Mensch wie er nicht auf sich sitzen! Eine windige Lagerung eines Massenteils. Wie schon gesagt, da war ich ganz andere Kaliber gewöhnt.
Ikom (05.02.2010, 18:15 Uhr)
So so
Habe ehrlich gesagt lieber einen Reiskocher mit 4 Rädern, der dem früheren Käfer in Laufleistung nichts nachsteht, dafür aber nicht einmal pannenanfällig ist, als dass ich mir einen super duper trallala Ami oder Deutschlandschlitten kaufe, der die Bezeichnung Auto Mobil regelmässig durch seine Werkstattaufenthalte ad absurdum führt. Warum wohl haben diese tollen Automarken einen eigenen Abschleppservice? Damit sie nicht so sehr in der Pannenstatistik auffallen. Hat Toyota bis jetzt nicht nötig gehabt.
Und bitte lieber Stern, warum berichtest du nicht mal über den VW T5 California. Immerhin hat der doch diesen tollen Bremsfallschirm eingebaut - ein vollautomatisches Schlafdach, dass sich nicht scheut, auch bei Tempo 160 von allein aufzugehen. M.W. hat VW auch nach 3 Jahren den Mangel noch nicht beheben können.
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