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23. August 2009, 15:45 Uhr

Salto mortale im Kraftwerk

X-Fighters sind moderne Gladiatoren auf Motorrädern. Im ehemaligen Londoner Kraftwerk Battersea Park haben sie um den Sieg im Finale 2009 gekämpft - es war eine Show der Superlative.

X-Fighters, London, Final

Ohne Netz und doppelten Boden© Joerg Mitter for Global-Newsroom

Im ehemaligen Londoner Kraftwerk Battersea Park haben an diesem Wochenende die weltbesten Motorrad-Athleten um den Sieg im X-Fight Freestylewettbewerb gekämpft. Nach Stationen in Mexiko City, Calgary, Texas und Madrid nun das Finale in London. Dort, wo Pink Floyd einst ein riesiges rosa Schweinchen für das Coverfoto von "Animals" durch die Schornsteine fliegen ließ, traten nun 12 der waghalsigsten Adrenalinjunkies auf zwei Rädern an.

Seit 2001 toben die tollkühnen Männer auf ihren fliegenden Bikes fünfmal im Jahr durch die Stunt-Arenen der Welt. Freestyle hat sich ursprünglich aus dem Motocross entwickelt und verbindet Figuren aus dem BMX Radfreestyle mit dem Motocross. Dieses Jahr gab es bei den X-Fightern noch vier Anwärter mit Aussichten auf den Titel. Vorjahressieger Mat Rebeaud (SUI) ging gegen Robbie Maddison (Aus) an den Start. Der Mann, der den Londonern als "Springer über die Tower Bridge" in lebhafter Erinnerung ist. Eigo Sato, der elegante Stylist aus Japan, lag hinter dem führenden Amerikaner Nate Adams. Aber Nate Adams konnte sämtliche Duelle in den Runden zwei und drei für sich entscheiden. Dünn würde die Luft nur einmal für ihn. In Runde zwei trat der König der Freestyler gegen seinen Landsmann Mike Mason an und konnte mit nur einem Punkt Vorsprung knapp überzeugen.

Zweiter Platz für das Kid aus Neuseeland

Vorjahressieger Mat Rebeaud musste nach einem Sturz ausscheiden. Sein Sprung geriet zu kurz und er landete samt Maschine hart auf der Auffahrtrampe des Kickers. Nach bangen Minuten konnte er auf eigenen Füßen den Parcours verlassen. Damit war der Sieg von Nate Adams perfekt. Nummer zwei wurde Levi Sherwood aus Neuseeland. Der blondlockige Knabe ist erst 17. Sein erstes Bike bekam er mit Vier. Nun sprang sich mit Superleistungen und entschlossenen Siegerposen in den Rang des Publikumslieblings. Er musste sich im finalen Duell nur Nate Adams geschlagen geben. Dritter wurde ein überragender Dany Torres. Der Mann, der auch den Wettkampf in Madrid gewann.

X-Fighters, London, Final

Sprung in die Zuschauermassen© Predrag Vuckovic for Global-Newsroom

Die ganz große Show

Schon beim Einsprung der Athleten hielt die Menge den Atem an. Aus dem Inneren des Kraftwerks kamen die Bikes auf einer Rampe aus einem der Fenster mitten in die Zuschauermenge geschossen. Eine Idee des Veranstalters, die auch für die Athleten am Trainingstag noch ungewohnt war. Manch einer zog beim Flug durch das Fenster noch den Kopf ein. Beim gestrigen Wettkampf sah man nichts mehr von Unsicherheit. Levi Sherwood begann den Durchsprung sogar mit einer ersten Wertungsfigur.

Der Event in London war komplett ausverkauft und nicht nur Motorradfreaks füllten die Arena. Das Publikum bestand aus Familien, Großvätern mit Enkeln und mächtigen Girlgroups, die ihre Matadore anfeuerten.

Das Kraftwerk direkt am südlichen Themseufer, wo auch der Batman Film "Black Knight" gedreht wurde, wurde zu einer unglaublichen Kulisse für den finalen Kampf der Tour 2009. Weit über London leuchteten die ungeheuren Schornsteine in Pink und Blau. Riesige Scheinwerfer, an gigantischen Kränen hängend, warfen Lichtkaskaden über den Parcours aus Kickern, der aus 5000 Lastwagenladungen zermahltem Stein bestand. Dafür hatten die Veranstalter 10.000 Tonnen Ziegelsteine anfahren müssen

X-Fighters, London, Final

Wo einst das Schweinchen schwebte© Predrag Vuckovic for Global-Newsroom

Angst und Schrecken in grandioser Kulissse

In Deutschland machten die Bullenreiter im letzten Jahr Station. Im Wuppertaler Steinbruch Oetelshoven sahen die Fans den Schweizer Mat Rebeaud vor dem Deutschen "Busty" Wolter aus Berlin siegen. Busty ( Der Limonaden-Gladiator ) war jetzt nicht mehr am Start, der Berliner hat die Seiten gewechselt. In London stellte er als Sachverständiger seine Motorradkenntnisse zur Verfügung.

Nur wenige Menschen können in ihrer Freizeit die Figuren der X-Fighter auf dem Motorrad nachvollziehen. Das Publikum fasziniert die Showeffekte. Sie werden mit Staunen und Herzklopfen genossen. Die X-Fighter unterhalten wie römische Gladiatorenkämpfe. Der Sturz von Mat Rebeaud zeigte, auch heute fahren Angst und Schrecken mit.

Marina Kramper
 
 
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