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Ramsauer droht mit Helmpflicht

Nur etwa jeder zehnte Radfahrer trägt einen Helm. Viel zu wenig, findet Verkehrsminister Peter Ramsauer angesichts der vielen tödlichen Unfälle im Straßenverkehr. Kehrt nicht bald Vernunft bei den Radlern ein, könnte eine Helmpflicht kommen.

  Bei den meisten Radfahrern ist ein Helm nicht angesagt

Bei den meisten Radfahrern ist ein Helm nicht angesagt

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) mahnt die Radfahrer: Angesichts vieler tödlicher Unfälle sollten sie von sich aus mit Helm fahren - sonst könne der Kopfschutz Pflicht werden. "Wenn sich die Helmtragequote von neun Prozent nicht signifikant auf weit über 50 Prozent erhöht in den kommenden Jahren, dann muss man fast zu einer Helmpflicht kommen", sagte Ramsauer. Die FDP regte einen besonderen Schutz für Kinder an.

Nötig seien zunächst deutlich mehr Aufklärung und freiwillige Bereitschaft zum Helmtragen, sagte Ramsauer. Es bereite ihm große Sorge, dass etwa jeder zweite tödliche Fahrradunfall mit schweren Kopfverletzungen zu tun habe.

Eventuell Helmpflicht nur für Kinder

Nach Daten des Statistischen Bundesamts kamen im vergangenen Jahr in Deutschland 381 Fahrradfahrer ums Leben nach 462 im Jahr zuvor. Hintergrund des Rückgangs war, dass wegen des relativ kalten und nassen Wetters weniger Radler unterwegs waren.

Der FDP-Verkehrsexperte Oliver Luksic sagte der "Saarbrücker Zeitung", man sei "offen für eine klare Helmpflicht für Kinder". Alles andere könne nur "die Ultima ratio sein". Die FDP setze weiter auf die Vernunft der Verkehrsteilnehmer und die guten Kampagnen der Verkehrssicherheitsverbände, um die Quote an Helmträgern zu steigern.

Fahrrad Club gegen Helmpflicht

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC) erklärte dagegen, die Pflicht werde die Sicherheit nicht erhöhen. Dessen Folge wären weniger Radfahrer, die dann umso stärker gefährdet würden. "Mit dem Zwang zum Helm wird die Verantwortung für Unfälle zudem auf die gefährdeten Radfahrer abgewälzt", kritisierte der ADFC. Bei vielen Unfällen helfe auch kein Helm. Wichtiger sei daher Tempo 30 in Wohngebieten. Radfahren sei positiv für Gesundheit, Geldbeutel und Umwelt. "Es wäre töricht, diesen positiven Trend durch eine Helmpflicht zunichte zu machen", sagte eine ADFC-Sprecherin. Es ist anzunehmen, dass Sportradler - wie auch schon heute - Helm und spezielle Schutzkleidung akzeptieren. Das Rad als alltägliches Verkehrsmittel bei einer Helmpflicht aber weniger akzeptiert, fürchtet der ADFC.

DPA/Reuters/DPA/Reuters
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