Startseite

Ruckzuck aufgemacht

Stiftung Warentest hat 37 Fahrradschlösser geprüft. Das Ergebnis beunruhigt: Die meisten Schlösser lassen sich problemlos mit Alltagswerkzeugen knacken. Profi-Tools widersteht kein einziges.

Von Gernot Kramper

  High-Tech ist hier unnötig. Der Bolzenschneider knackt das Spiralschloss.

High-Tech ist hier unnötig. Der Bolzenschneider knackt das Spiralschloss.

Die Testergebnisse können Radfahrer nicht aufmuntern. Stiftung Warentest hat untersucht, wie sicher Fahrradschlösser sind. Das Fazit: Selbst die besten Produkte bieten keinen Diebstahlschutz.

Insgesamt schnitten nur 5 von 37 Schlössern mit "gut" ab, 17 hingegen mit "mangelhaft". Die meisten Schlösser ließen sich ohne großen Aufwand innerhalb von drei Minuten öffnen. Die guten widerstehen zwar einfachen Alltagswerkzeugen wie Zangen, Sägen oder dem Bolzenschneider - gegen professionelle Schlossöffner sind sie jedoch machtlos. Sie halten Gelegenheitsdiebe auf, doch Profis, die mit einem Transporter und dem richtigen Werkzeug auf die Jagd nach hochwertigen Rädern gehen, können über die Schutzmaßnahmen nur lachen.

Wenig Sicherheit bei Spiralschlössern

Getestet wurden vier verschiedene Produkttypen: Bügelschlösser, Faltschlösser, Spiralschlösser und solche mit Kettengliedern. Bei den Spiral- und Kettenschlösser überprüften die Tester überwiegend teure Modelle. Zur Supermarktsware für wenige Euro hatten die Tester von vornherein kein Vertrauen. "Geschenkband für den Dieb" - so nennt die Polizei die einfachen Spiralschlösser. Zurecht: Selbst ein Ungeübter schneidet so ein Schloss mit passendem Werkszeug innerhalb von wenigen Sekunden auf.

Aber auch die teuren Modelle mit einem Spiralkabel können nicht überzeugen. Nur ein einziges Modell, das Abus Iven 8200/110 für 45 Euro, erreicht eine befriedigende Note. Kettenschlösser sind ungleich schwerer, aber dafür auch flexibel. Hier erreichten immerhin zwei Modelle eine befriedigende Bewertung in Sachen Aufbruchsicherheit: das Abus Tresor Chain 1385/85 für 35 Euro und das Master Lock 8391 Street Flexium für 21 Euro.

Bügelschlösser mit Weichmachern belastet

Besser sieht es bei den Bügel- und Faltschössern aus. Die beste Sicherheit bieten die unhandlichen Bügelschlösser. Ihr Nachteil: Sie lassen sich wegen ihrer starren Form nicht überall anschließen. Hier gibt es immerhin vier gute Kandidaten. Am besten in der Gesamtnote schnitt das Abus Granit-XPlus 54/160 HB 230 (80 Euro) ab. Drei Schlösser erreichten in der Wertung für Aufbruchsicherheit ein "Sehr Gut", davon fallen allerdings zwei, die Modelle Kryptonite Evolution Series 4 STD und Kryptonite New York Lock STD, wegen ihrer Belastung mit Weichmachern mit "Mangelhaft" durch.

Zwei schützen besser

Um sich besser zu schützen, empfehlen die Warentester, das Rad mit zwei verschiedenen Schlosstypen zu sichern: Sie vermuten, dass sich die meisten Diebe auf nur einen Schlosstyp spezialisiert hätten und nur dafür das passende Werkszeug mit sich führen. Gegen einen Dieb, der sich nicht nur mit einer Säge aus dem Hobbykeller bewaffnet, sondern einen professionellen Öffner wie eine Multipick-Control nutzt oder die Schlösser auffräst, helfen allerdings auch zwei Schlösser nichts.

Der vollständige Test ist unter www.test.de erhältlich.

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo

Partner-Tools