Der Autoverkäufer, der Kunden das Blaue vom Himmel verspricht und unter Druck setzt, ist Geschichte. "Ein Auto zu verkaufen, ist die Kunst sanfter Verführung", sagt Experte Hans Eicher - und verrät die neuen Verkaufsstrategien im Autohaus. Von Björn Erichsen
Die Deutschen lieben ihr Auto, das ist bekannt, das ist schon lange so. Ganz anders verhält es sich dagegen mit dem natürlichen Überbringer der vierrädrigen Lustobjekte: dem Autoverkäufer. Dessen Image ist wahrlich hundsmiserabel, sein strategisches Denken und Prahlerei sind beinahe sprichwörtlich. Bei einer großen Image-Umfrage der Zeitschrift "Readers Digest" platzierten sich Autoverkäufer weit abgeschlagen hinten. Nur Politiker waren noch unbeliebter.
Jedoch sind die Zeiten der plumpen Verkaufsstrategien längst vorbei. "Wer heutzutage noch probiert, die Kunden in Autohäusern allein mit leeren Versprechungen zu ködern, wie das früher vielleicht einmal der Fall war, hat als Autoverkäufer langfristig keine Chance mehr", sagt Hans Eicher. Der muss es wissen: Der Österreicher ist arbeitet als Coach mit dem Schwerpunkt Verkaufs- und Verhandlungspsychologie und ist Autor des Buches "Die Geheimnisse des erfolgreichen Autoverkäufers." (Verlag Autohaus, 224 Seiten, 44,- Euro)
"In Zeiten des Internet sind die Kunden meist sehr gut informiert, bevor sie ein Autohaus betreten.", sagt Eicher. "Sie kennen sowohl die Preise als auch die Rabattmöglichkeiten und haben meist eine Strategie im Kopf, wie sie einen Verkäufer runterhandeln können. Angesichts der großen Konkurrenz und des Drucks aus dem Chefetagen auf den einzelnen Verkäufer klappt das auch häufig genug." Für einen Autoverkäufer hat das Konsequenzen, keine plumpe Masche ist mehr gefragt, viel eher den Kunden für das Produkt zu begeistern, ihn subtil darauf hin zu lenken. Mit anderen Worten: die sanfte Kunst der Verführung.