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So günstig kann ein neues Auto sein

Ein nagelneuer Wagen ist gar nicht so teuer. Wer clever einkauft und sich auf das Notwendige beschränkt, kann sich preiswert motorisieren. Die Übersicht von stern.de zeigt, wie das geht.

Von Gernot Kramper

  Auch den VW Up gibt es inzwischen unter Listenpreis. Ab 8.300 Euro ist man dabei - inklusive Überführung.

Auch den VW Up gibt es inzwischen unter Listenpreis. Ab 8.300 Euro ist man dabei - inklusive Überführung.

Ständig wird auf die Autopreise geschimpft, dabei ist ein eigener Pkw gar nicht so teuer. Solange die Basisversion bestellt wird, bleiben die Preise bodenständig. Wer nur von A nach B fahren will, kann günstig einkaufen. Der Imagefaktor ist dann allerdings nicht inklusive. Wer in Chrom, PS und Extras schwelgen möchte, wird zur Kasse gebeten.

Einsteiger – unter 10.0000 Euro

Am günstigsten sind Mini-Autos. Sie sind kleiner als die Polo-Klasse und werden zu Preisen um 10.000 Euro angeboten. Typische Vertreter sind Chevrolet Aveo, Fiat Panda oder der Toyota-Aygo. Seit einem Jahr mischt der VW Up die Klasse auf und ist sicherlich eines der attraktivsten Angebote im Feld. In Deutschland dürfte der Up einen guten Wiederverkaufswert erhalten.

Die Minis eignen sich gut als Zweitwagen. Als Hauptfahrzeug passt so ein Autozwerg für einen Haushalt mit bis zu zwei Erwachsenen oder einen Erwachsenen und zwei Kindern. In städtischen Umgebungen und mit geringen Strecken machen sich die bescheidenen Fahrleistungen kaum bemerkbar, für Pendler auf dem Lande sind sie weniger zu empfehlen.

Eine längere Urlaubsreise ist auch in einem Mini möglich, wenn man sich auf der Autobahn am Tempo eines Reisebusses orientiert. Echte Einbußen kann es in dieser Klasse bei der Sicherheit geben, sowohl an Airbags wie auch am Schleuderschutz wird gespart. Erfreulich ist der Werterhalt: Billigwagen sind immer gefragt. Vollausstattung und stärkere Motoren sollten Kostenbewusste eher meiden. Bevor man den Kleinen immer komfortabler und teurer macht, sollte man lieber eine Nummer größer einsteigen.

Feuerwerk in der Fiesta-Klasse – um 12.000 Euro

Das B-Segment steht für Wagen wie Ford Fiesta, Peugeot 208, Opel Corsa und VW Polo. Laut Liste beginnen die Preise bei etwa 12.000 Euro – mit vier Türen und minimalen Ausstattungswünschen sind 14.000 Euro erreicht. Dafür bekommt man aber einen Wagen von der Größe eines alten Golf IV.

Im Vergleich zu den echten Minis hat man deutlich mehr Platz und auch mehr Auswahl. Zudem gibt es Kombivarianten gegen moderaten Aufschlag, mit Modellen wie dem Skoda Fabia Kombi wird die Fahrzeugklasse auch für Familien und Hobbysportler interessant. Anders als bei den Minis werden diese Wagen meist mit einer breiten Motorenpalette angeboten.

Das B-Segment ist breit aufgestellt, das gilt auch für die Preise. Sportmodelle wie der Polo GTI kosten doppelt so viel wie die billigsten Angebote. Auch für flexible Mini-Vans wie den Meriva muss man tiefer in die Tasche greifen.

Ein Wagen aus dem B-Segment eignet sich als vollwertiges Fahrzeug für zwei Erwachsene und ein Kind. Bei zwei Kindern muss es schon ein Kombi sein. Wer viel auf Autobahn und Landstraße unterwegs ist, darf nicht den Einstiegsmotor nehmen.

Im Unterhalt sind Wagen dieser Größe übrigens kaum teurer als Kleinstwagen.

Die Kompakten – ab 15.000 Euro

Mehr Auto braucht kein Mensch – eigentlich. Wagen wie ein VW Golf, Ford Focus und Opel Astra sind durchaus langstreckentauglich. Die Kombis und Minivans, die auf ihnen aufbauen, sollten für Familie und Transporte ausreichen. Die Preise für einen Kompakten beginnen etwa bei 15.000 Euro, ein Kombi kostet etwa 2000 Euro mehr, und für einen Minivan muss man mindestens 19.000 Euro anlegen.

Aber Vorsicht: Kompakte gibt es in vielen Ausbaustufen. Wer sich bei Ausstattung und Motorisierung nicht zurückhält, erreicht schnell die 25.000 Euro Marke. Mit Vollausstattung sind auch 30.000 Euro drin.

Transportriesen – ab 12.000 Euro

Wer wenig ausgeben kann oder will, wird sich Family-Vans wie Touran, Zafira und Sharan nicht leisten können. Zum Glück gibt es die Familienversionen von Nutzfahrzeugen. Im Vergleich zu einem Minivan der gleichen Marke startet selbst ein VW Caddy mit einem günstigen Raum-Leistungs-Verhältnis.

Wenn familientaugliche Transporter rabattiert angeboten werden, sind sie nicht zu schlagen. Regelmäßig werden etwa der Citroen Berlingo und der Peugeot Partner Tepee massiv verbilligt. Für Preise von 12.000 bis 15.000 Euro bekommt man einen unendlich großen Familienwagen und ist für Umzüge und Campingreisen gut gerüstet.

Nachteil: So ganz können diese Modelle den Nutztiercharakter nicht verbergen - den Komfort wie in einer Mittelklasselimousine kann man nicht erwarten. Auch sportliche Fahrer werden in den umgebauten Lieferwagen nicht glücklich werden.

Das treibt den Preis nach oben

Stärkere Motoren, bessere Ausstattung und schicke Extras treiben die Preise rapide in die Höhe. Bevor man aber über die Aufschläge meckert, muss man fragen: Was dient Spaß und Status, und was benötigt man wirklich? Eine Klimaanlage mag notwendig sein, eine Mehrzonenklimaautomatik nicht. Design-, Glanz- und Chrompakete gehören auch nicht zur Grundversorgung. Dergleichen Aluminiumfelgen und Sportfahrwerk. Einen Golf kann man leicht von 17.000 auf 24.000 Euro trimmen – ohne den Motor zu verändern. Der echte Nutzwert ändert sich durch den Einbau von Männerspielzeug nur minimal.

Die Billigmarke Dacia

Die Wagen von Dacia sind günstig, solide und sehr viel billiger als die Konkurrenz. In Kauf nehmen muss man eine wirklich spartanische Grundausstattung und ein verbesserungswürdiges Sicherheitskonzept. Und auch der TÜV meldet Probleme bei älteren Modellen. Ein Dacia ist dann interessant, wenn die Größe des Wagens ein schlagendes Argument ist. Der Logan MCV ist einer der größten Kombis überhaupt. Der Minivan Lody kostet halb so viel wie die etablierte Konkurrenz. Wenn die Fahrzeuggröße allerdings nicht so wichtig ist, relativiert sich der Preis des Dacia. Wer anstelle des Sandero (Kompaktklasse) auch mit einem Polo (B-Segment) zurechtkommt, macht mit einer Tageszulassung von VW vielleicht doch das bessere Geschäft. Interessant für Familien ist der Minivan Dacia Lodgy - sein Preise starten bei konkurrenzlosen 10.000 Euro.

So kann man 20 Prozent sparen

Wer billiger fahren möchte, muss Kompromisse machen. Auf extravagante Zusatzwünsche sollte man verzichten. Tageszulassungen und Halbjahreswagen sind meistens 15 bis 20 Prozent günstiger als der Listenpreis, einzelne Modelle werden noch billiger weggegeben. Ganz wichtig: Bei einem bereits zugelassenen Fahrzeug fallen keine Überführungskosten an. Sie können zwischen 500 und 800 Euro liegen - bei günstigen Fahrzeugen sind das immerhin weitere sieben Prozent.

Modelle mit Absatzschwierigkeiten werden massiv verbilligt. In der Preisliste treten diese Wagen zwar selbstbewusst gegen die Platzhirsche an, der Händler aber bekommt sie zu dem Wunschpreis nicht los. Nachdem der neue Volkswagen im Markt ist, werden viele Konkurrenten deutlich billiger angeboten. Ein Beispiel unter vielen: Aktuell gibt es einen Ford Focus mit Tageszulassung 30 Prozent billiger.

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