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16. Mai 2008, 12:06 Uhr

Wie fahren Sie ohne Benzin?

Mit welchen Kraftstoffen und Antrieben werden wir 2020 Auto fahren? Drei wissenschaftliche Institute wollen diese Frage für das Bundesforschungsministerium beantworten. stern.de-Leser machen mit beim Klick in die automobile Zukunft.

Große Sorgen, das Benzin wird knapp. Mit welchem Antrieb fahren die Freunde von Pixar morgen?© Pixar

"Welcher Antrieb wird sich im Jahr 2020 durchsetzen?", fragt Marcus Bäumer vom Institut für angewandte Verkehrsforschung in Mannheim (IVT). Die knapper werdenden Ressourcen, die Spekulanten und die explodierende Nachfrage China & Co. lassen die Spritpreise stetig klettern. Darum entwickelt die Autoindustrie immer neue Konzepte, die zueinander in Konkurrenz stehen: Bleibt der Diesel wettbewerbsfähig? Kommt der Hybrid auf breiter Front? Oder fahren wir ohnehin alle bald mit geräuscharmen Elektroautos?

Ökonomie und Ökologie

In Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung Mannheim (ZEW) und dem Center Automotive Research von der FH Gelsenkirchen (CAR) will das IVT nicht nur diese Frage klären: "Inwieweit sind die Menschen bereit, für Umwelttechnik mehr Geld auszugeben?", ergänzt Kai Pietron, wissenschaftlicher Mitarbeiter am CAR. Hybridantriebe zum Beispiel kosten einen hohen Aufpreis. Aber auch Alternativen wie Erdgas sind teilweise kompromissbehaftet. Da kann es schon mal sein, dass der Weg zur Tankstelle lang ist und darum im Benzinmodus gefahren wird.

Umfrage: Womit wollen Sie in Zukunft fahren?

Momentaufnahme des Konsumklimas

Die Studie dient auch dazu, eine Momentaufnahme des Kaufklimas zu machen. Aus diesem Ausschnitt möchten die drei Institute eine präzise volkswirtschaftliche Prognose für die Zukunft ermitteln. Dabei ist es völlig egal, mit welchem Vorwissen die stern.de-Leser in die Umfrage gehen. Es geht schließlich nicht darum, die Kenntnisse von Autoprofis abzufragen, sondern einzuschätzen, wie sich die große Menge der Fahrer entwickeln wird, für die der Wagen in erster Linie ein Gebrauchsgegenstand ist.

Keine Glaskugel

Wirklich in die Zukunft sehen kann natürlich niemand. Das Kaufverhalten und der Erfolg von alternativen Autokonzepten hängt immer auch von der Entwicklung der Rahmenbedingung ab. Vom Ölpreis. Von der Weltwirtschaftsentwicklung. Und von medialen und politischen Diskursen. Das Image von Biokraftstoffen etwa hat wegen der Debatte um die Konkurrenz um die Ackerflächen stark gelitten. Und das, obwohl der Sprit vom Feld vor ein paar Jahren noch als Heilsbringer Nummer 1 galt.

Brennstoffzelle, quo vadis?

Ein ähnliches Rauf und Runter hat die Brennstoffzelle erlebt. Mercedes-Benz setzt seit Jahren auf diese Technologie und investiert viel Geld in Forschung und Entwicklung. Die Resultate fahren bereits auf der Straße und sollen 2010 in Kleinserie gehen. Trotzdem war das Konzept, aus Wasserstoff Strom zu gewinnen, um damit einen Elektromotor anzutreiben, zeitweise totgesagt. Die Batterietechnik, so die Spekulation, werde sich ganz schnell so weit entwickeln, dass der Wasserstoffantrieb von gestern und überflüssig sei, so die These. Diesen Sprung haben die Akkus bisher aber nicht geschafft.

Unsicher ist die Lage auch beim Hybridantrieb. Befördert von kalifornischen Filmstars haben sich Autos mit der Mischung aus Verbrennungs- und E-Motor einen guten Ruf erarbeitet. Die Verkaufszahlen sind aber zumindest in Deutschland noch niedrig. Es gibt wenige Modelle, und der Aufpreis ist hoch für eine Technologie, die ihre Vorteile nur im Stadtverkehr ausspielt und die bis jetzt noch nicht mit dem in Europa so beliebten Diesel gekoppelt wurde.

Benziner und Diesel bestimmen das Bild

Gleichzeitig sinkt der Verbrauch beim normalen Benziner oder Diesel kontinuierlich. Downsizing der Motoren, Start-Stopp-Automatik und ein kluges Energiemanagement minimieren den Durst. Klassische Verbrennungsmotoren für Mineralöl-basierte Kraftstoffe bestimmen immer noch das Straßenbild. Zurzeit führen sie im Wettkampf der Systeme das Feld an. Das Rennen hat gerade erst begonnen.

Christoph M. Schwarzer

 
 
KOMMENTARE (10 von 18)
 
Rainhelt (19.05.2008, 12:42 Uhr)
@Skarrin
Na hauptsache sie wisse, was ich weiß.
Sie wissen, das man zu internationalen Vergleich eine Charge "Öl- und Gaskraftwerke" nutzt? Das sind derzeit ca. 13% an der deutschen Stromproduktion(In DE fast nur Gas).
Wir haben ca. 2800 km² sonnenstromtauglicher Dachfläche in Deutschland. Kosten pro m² Solaranlage ca. 1000€. Um den Gas- und Ölanteil (Und den gibt es in Deutschland. Sind aber nur 2%. Hauptächlich Blockheizkraftwerke u.ä.) zu ersetzten wäre eine Fläche von ca. 830 km² nötig. Und was macht das? Da muss ich mir leider überhaupt nichts ausdenken.
Und zu ihren Bleiakkus. Schon mal die Lebensdauer und vor allem die Energiedichte betrachtet?
Welche akademische Ausbildung haben sie denn in dem Bereich, dass sie mir hier irgendwas unterstellen? Ich Schätze mal Lehramt oder Soziologe...
Skarrin (17.05.2008, 18:30 Uhr)
Recycling
Auch wenn das Rainhelt noch so viel von seinem Arsch erzählt: Bleiakkus werden längst zu >95% recycelt, lohnt sich auch richtig bei den aktuellen Rohstoffpreisen. Auch Solarzellen kann man recyceln (Versuchswerk gibts schon), das Problem ist nur es gibt noch praktisch nichts zu recyceln außer wenn mal ein paar Module vom LKW fallen oder vom Sturm verweht werden. Das es in Deutschland keine Ölkraftwerke gibt weiß er auch nicht, aber das kann man ja nicht verlangen von jemand, der auch sonst keine Ahnung hat und nur irgendwelche selbstausgedachten Mrd. herumtrötet.
dborrmann (17.05.2008, 13:54 Uhr)
Ökoautos...
Fünf jahre fuhr ich einen A2 1.2 TDI (3-Liter-Auto) und war ganz zufrioeden. Richtig glücklich bin ich mit meinem neuen Toyota Prius. Mit 4,2 L/100 Km ist er zwar kein 3-L-Auto, aber dieses sanfte Dahingleiten im Elektroantrieb, dieses Segeln, wenn man den Fuß vom gas nimmt; ein Auto das entspannt und ökologisch vernünftig ist. Da muss man in Deutschland lange suchen um dann festzustellen, dass es nichts annähernd vergleichbares gibt.
susiwolf (17.05.2008, 11:11 Uhr)
Der Drahtesel....
Nur wer Fahrrad fährt, lebt wirklich:
mit Bewegung, fröhlich pfeifend...manchmal singend.
Herabschauend auf die, die im Blech sitzen, kaum atmen können, ihren eigen Gestank einatmen, an der Zapfsäule blaß werden....
Rainhelt (17.05.2008, 09:01 Uhr)
Wird ja immer besser!
tagora-sagittara: Bezugsgrösse war Deutschland! Wer hat hier 300 Mrd verblasen? Unser gesamter Haushalt sind 1Bil€...
@ganzbaf: Abkassiert? Ja bei allen anderen, oder wo kommt die Einspeisvergütung und die Subventionen her? Sowas asoziales!
Keine Entsorgungskosten? Leute lasst euch nicht verarschen, die Panels sind Sondermüll (Wie auch Bleiakkus).
Null Nebenkosten? Und wer reinigt die Panels und wartet die Einspeisung?
tagora-sagittara (17.05.2008, 00:36 Uhr)
Danke knilch_59 und die anderen,..
gäbe es euch nicht,... ich würde nicht glauben dieses ignorante, gierige Pack aufhalten zu können!!
tagora-sagittara (17.05.2008, 00:32 Uhr)
@Rainhelt
unsere Immobilienhaie haben gerade mal 300 Milliarden Euro verblasen,.... wo ist das Problem!?,.. Geld ist doch da!!
knilch_59 (16.05.2008, 21:19 Uhr)
Wie es Euch gefällt
Wir kaufen Autos mit 5 Sitzplätzen, 700 km Reichweite, 200 km/h Spitzengeschwindigkeit, um 90% der Nutzung alleine oder zu zweit mit maximal 100 km/h in einem Radius von 50 km von zu Hause abzuspulen.
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Würden wir uns beim Thema Auto auch nur einigermaßen rational verhalten, gäbe es schon längst ein Smart-ähnliches Elektroauto: Großserientechnik mit Blei-Akkus unter der Fahrgastzelle für weniger als 15.000 €. Aufzuladen an jeder Steckdose - oder an der Tankstelle, indem die Blei-Akkus ausgetauscht werden. Parkplätze und Parkhäuser lassen sich ruckzuck mit Stromanschlüssen nachrüsten usw. Das Problem ist der Kunde, der das nicht möchte – also wir.
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Wo der Strom herkommt, ist dabei zweitrangig: Blockheizkraftwerke, Kohle, Wind, Solar, Wasser, Gas, der Mix wird es machen – nur kein Öl! Das brauchen wir für die wenigen Anlässe, bei denen das Elektroauto nicht ausreicht: Fernfahrten in den Urlaub usw: dazu nehmen wir uns einen Mietwagen. Der ist zwar teuerer, aber übers Jahr bezahlen wir nicht mehr für Mobilität als heute.
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Den Sch… mit der Brennstoffzelle kann ich nicht mehr ertragen. Seit 20 Jahren wird die Serientauglichkeit immer weiter verschoben. Und wenn sie dann so weit ist, werden wir feststellen, dass sie eine einzige Klimakatastrophe ist: Wie viel Wasserdampf emittiert ein Fahrzeug, das ca. 4 Liter Wasserstoff auf 100 km verbraucht? Wo geht dieser Wasserdampf in Großstädten hin? Wie beeinflusst das das Kleinklima entlang stark befahrener Straßen? Was passiert im Winter bei Temperaturen unter 0 Grad, wenn tausende Brennstoffzellen-PKW sauberen Wasserdampf über die Straßen pusten? Meine These ist, dass diese Debatte nur davon ablenken soll, dass wir eine andere Mobilität und nicht eine andere Antriebstechnik brauchen!
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Es ist Aufgabe der Industrie die Bedürfnisse der Bevölkerung zu befriedigen. Wir lassen es zu, dass unsere Bedürfnisse durch technikverliebte Werbung und eitle Motorjournalisten manipiliert werden. Wir bekommen also das, was uns gefällt!
think-sunny (16.05.2008, 20:29 Uhr)
EnergieWende als ZeitenWende
In Ergänzung zu "ganzbaf"
Die zukünftige "Electric Mobility" ist prinzipiell mit regenerativen Energien machbar. Einige Ideen und Konzepte gibt's unter Ölscheich ade- DachScheich.com
http://www.dachscheich.com/html/solare_mobilitat.html
Sonnige Grüße in die Runde
ganzbaf (16.05.2008, 20:04 Uhr)
Keine 1000 Milliarden

Außerdem kann anschließend besagte 25-30 Jahre kassiert werden. Null Neben- oder Entsorgungskosten.
Das rechnet sich längst.
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