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Zehn Tipps für den E-Bike-Kauf

Sie wollen auf dem Rad ins Büro, ohne zu schwitzen? Steile Berge bezwingen, aber die Kondition reicht nicht? Oder lange Touren radeln, ohne zu ermüden? Dann ist ein E-Bike das Richtige. Diese Tipps sollten man kennen.

Mit Motor schaffen sportliche Fahrer noch sportlichere Touren. 

Mit Motor schaffen sportliche Fahrer noch sportlichere Touren. 

Ich fahre seit fünf Jahren mit dem . Auch - aber nicht ausschließlich. Derzeitiges Modell ist ein vollgefedertes Mountainbike. In diesen Jahren konnte ich beobachten, wie Fahrräder mit Strommotor immer populärer wurden. Auf dem Arbeitsweg begegnen mir inzwischen E-Klappräder und auch S-Bikes mit 45 km/h Top-Speed. Meine Tipps für alle, die so eine Anschaffung planen. 

Welche Fahrrad-Typen gibt es mit Motor? 

Inzwischen gibt es jeden Rad-Typ auch mit Motor. Aber nicht alles ist gleich sinnvoll. Bei Cityrädern, Tiefeinsteigern und gemütlichen Formen wie beim Hollandrad passt ein Motor immer gut zum Rad. Alles geht einfacher und schneller, und man kann auch mit dem Hollandrad entspannt eine Anhöhe erklimmen.

Bei sportlichen Rädern fällt die Abschaltung des Motors bei 25 km/h unangenehm auf. Klapp- oder Falträder lassen sich leichter unterbringen (etwa in einem Wohnmobil), wegen des Gewichts macht das Tragen in den vierten Stock allerdings wenig Spaß.

Eine ideale Ergänzung ist der Motor immer dann, wenn das Rad richtig arbeiten soll – egal ob man mit einem Mountainbike den Trail hinauf will oder die in einem Anhänger zur Kita bringen möchte. Die Motorkraft macht es auch leichter, ein Rad zu wählen, das bauartbedingt mehr Kraft benötigt. In der Stadt ist man auch mit einem Modell mit kleinen 24-Zoll-Rädern und dicken Gummireifen gut unterwegs.

Was kostet ein E-Bike?

Ein Markenrad mit Elektromotor kostet ab 2000 Euro, 3000 Euro sind aber auch keine Seltenheit – Edelmarken, Sportmaschinen und Design-Räder sind teils deutlich teurer. Ein Alltagsrad ohne Motor kostet etwa 500 bis 700 Euro. Der Stromaufschlag ist also gewaltig.

Sportliches City-Rad von Kalkhoff. Der Trend geht zu Akkus, die harmonisch im Rahmen integriert sind. 

Sportliches City-Rad von Kalkhoff. Der Trend geht zu Akkus, die harmonisch im Rahmen integriert sind. 

Was taugen Baumarkträder?

Nichts. Mit dem durchaus brauchbaren Mittelmotor des chinesischen Herstellers Bafang – er wird unter verschiedenen Fantasienamen angeboten – kosten diese Räder auch über 1200 Euro. Für wenig mehr kann man auch ein Vorjahresmodell oder Vorführrad eines Markenherstellers bekommen. Dann hat man einen Motor mit besserer Elektronik und in aller Regel ein generell qualitativ hochwertiges Rad.

Wie schnell soll es sein?

Die meisten E-Bikes sind sogenannte Pedelecs. Für sie braucht man keine spezielle Versicherung, sie dürfen jeden Radweg benutzen. Aber: Bei 25 km/h wird der Motor abgeregelt. Für viele Radler ist das okay, sportliche Fahrer fühlen sich ausgebremst. Eine befriedigende Lösung gibt es nicht. S-Bikes fahren 45 km/h. Sie benötigen eine eigene Versicherung und sind deutlich teurer. Vor allem aber dürfen sie mit so einem E-Bike nur auf der Straße fahren. Radwege und Parkanlagen sind tabu. Kommt es dort zu einem Unfall, steht man rechtlich genauso da, als wenn man mit der Vespa auf dem Radweg entlanggeknattert wäre. So etwas funktioniert nur bei Pendlern mit einem passenden Fahrweg. 

Wieviel Akku benötigt man?

Ehrliche Antwort: Soviel wie möglich, wenn man mehr fahren möchte, als nur ein paar Kilometer zum Markt. Die Reichweitenangaben liegen zwar bei 60 bis über 100 Kilometern, doch sie beziehen sich auf eine moderate Unterstützung und eine gemäßigte Geschwindigkeit. Wer die Motoren-Power wirklich spüren möchte, mit voller Unterstützung beschleunigt und schnell fährt, verbraucht wesentlich mehr Strom – entsprechend sinkt die Reichweite.

Die Kapazität des Akkus nimmt mit dem Alter ab, sie sinkt auch im Winter. Mehr Strom wird ebenfalls verbraucht, wenn der Fahrer viel Gewicht auf die Waage bringt, man komfortablere Reifen aufzieht, einen Kinderwagen zieht oder es bergauf geht. Mehr Akku bringt einen weiter – und sei es nur, dass das Rad nicht jeden Abend an die Steckdose muss. Problem: Designräder verstecken den Akku, darunter leidet häufig die Kapazität. 

Welcher Motor ist der richtige für mich?

Im Markt haben sich Mittelmotoren, die direkt am Tretlager sitzen, durchgesetzt. Motoren in den Radnaben fristen nur noch ein Nischendasein. Sie gibt es bei sehr günstigen Supermarkträdern und bei Designbikes. Einige Motoren sind nicht größer als ein Nabendynamo und lassen sich perfekt verstecken. In Deutschland sind die Mittelmotoren von Bosch besonders beliebt, es spricht aber auch nichts gegen die Modelle von Panasonic, Yamaha, Derby Cycle oder Shimano. Spannend wird es für die sportlichen Fahrer oder Mountainbiker – bei ihren Anforderungen unterscheiden sich die Modelle und Baureihen merklich. Spezielle Mountainbike-Motoren sind für "Heavy Duty" ausgelegt, das heißt, Getriebe und Lager sind stabiler ausgelegt. 

An die Werkstatt denken

Ein regelmäßig benutztes E-Bike braucht mehr Pflege und hat einen höheren Verschleiß als ein Muskelrad – es muss also gewartet werden. Ein Mittelmotor bringt heute mehr Drehmoment auf Kette und Schaltung, als der Standardmotor des Golf I einst bereitstellte. Man sollte ein Rad daher dort kaufen, wo man es auch in die Werkstatt bringen kann. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass der Händler selbst eine zertifizierte Werkstatt für die entsprechende Marke unterhält. Die Händler sagen es nicht laut, aber Elektromotoren gehen häufiger mal kaputt. Die großen Marken bieten kulante Lösungen an, außerhalb der Garantie gehört ein relativ günstiger Austausch des Motors dazu. Bevor ein Exot gekauft wird, sollte man sich erkundigen, wie solche Probleme gehandhabt werden. 

Was ist mit dem sportlichen Trainingseffekt?

Im Prinzip kann man den Motor abstellen oder mit minimaler Unterstützung fahren, dann trainiert man wie auf einem normalen Rad. Doch wenn man den Motor schnurren lässt, ist der sportliche Effekt gering – in etwa so wie ein entspannter Spaziergang. Wer abnehmen möchte oder sich Kondition antrainieren möchte, sollte die Finger von einem E-Bike lassen. Schädlich ist das E-Bike sicher nicht. Das E-Bike bringt die Nutzer dazu, mit dem Rad und nicht mit dem Auto oder dem Bus zu fahren. Ohne zu schwitzen, kann man so locker zehn oder auch 15 Kilometer zurücklegen. 

Wohin mit dem Rad?

Dickes Manko: Sie müssen das Rad ebenerdig unterstellen können. Zum Laternenparken sind die Räder zu teuer, zum Treppentragen zu schwer – einige Stufen sind natürlich möglich. Am besten ist es, wenn sich am geschützten Stellplatz eine Steckdose befindet und man den Akku direkt am Rad laden kann. Für viele Mieter und Großstadtbewohner sind das leider K.o.-Kriterien.

Wie alle teuren Räder kann man E-Bikes nicht regelmäßig nachts irgendwo in der Stadt stehen lassen, daran ändern auch gute Schlösser und eingebaute oder als Zubehör gekaufte GPS-Tracker nichts. E-Bikes werden schon wegen der Ersatzteile geklaut - allein der Akku und der Motor sind über 1000 Euro wert.

Was ist E-Bike-Tuning?

So wie früher die Mofas frisiert wurden, werden heute die 25 km/h-Pedelecs schneller gemacht. Das geht mit frei erhältlichen Modulen, die die Motorsteuerung überlisten, kinderleicht. Im Bereich der StVO ist so etwas allerdings verboten. Ohne weitere bauliche Veränderungen kann man mit so einem Modul und einem Mountainbike mit Kettenschaltung etwa 35 km/h schnell fahren. Bei höheren Geschwindigkeiten wird die Trittfrequenz unangenehm hoch.


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