So fährt sich die Luxus-Limousine

2. Juli 2013, 18:03 Uhr

Die Linien des neuen Flaggschiffs von Mercedes sind fließend und elegant. Mit der S-Klasse setzen die Stuttgarter in der automobilen Oberklasse erneut Maßstäbe. Ein erster Fahrbericht.

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Wenn die neue S-Klasse kommt, hält die Automobilwelt den Atem an. Und wer sie gefahren ist, sollte ein paar Sekunden mit dem Ausatmen innehalten. Ganz klar: Besser ist eine Luxuslimousine noch nie gewesen. Auch wenn der Audi A8 bisher im Innenraum Maßstäbe setzte, der 7er BMW auf der Straße brillierte und einen der Rolls-Royce Phantom auf Wolken schweben ließ. Mit der Einführung der neuen S-Klasse der Baureihe W 222 werden die Karten neu gemischt und der Stern aus Stuttgart liegt jeweils als erstes Blatt ganz oben. Daimler-Chef Dieter Zetsche: "Die Aufgabenstellung war nicht Sicherheit oder Ästhetik, Leistung oder Effizienz, Komfort oder Dynamik. Sondern in jeder Dimension war unser Anspruch: das Beste oder nichts."

Das Dank zweier Kameraaugen vorausschauende Fahrwerk erkennt Bodenunebenheiten im Voraus und gleicht diese aus. Wie von Geisterhand schwebt der Mercedes S 500 dank Magic Body Control zum Beispiel über Temposchwellen. Man merkt selbst bei Tempo 40 nichts. Die lokalen Ordnungsbehörden müssen sich zur Tempobegrenzung wohl bald etwas Neues einfallen lassen oder darauf hoffen, dass möglichst wenige Kunden sich für die S-Klasse entscheiden.

Üppige Motorleistung auch ohne Allradantrieb

Das ist jedoch - auch zum Argwohn der Konkurrenz aus Ingolstadt, München, Modena oder Gaydon - kaum zu befürchten. Denn nicht nur das Komfortverhalten der S-Klasse ist gigantisch. Auch bei der Fahrdynamik bringt der Mercedes S 500 den Platzhirsch BMW 750i zum Schwitzen - und wie. Die Lenkung des Schwaben könnte durchaus noch etwas präziser sein; will aber in dieser Liga niemand wirklich haben. Eindrucksvoll sind die Verbesserungen, wie der W 222 seine üppige Motorleistung auch ohne Allradantrieb (folgt im Winter) auf die Fahrbahn bringt.

Eine enge Kehre scharf angefahren, abgebremst, eingelenkt und voll aufs Gas. Das Trampeln des Vorgängers ist in den Jagdgründen der schwäbischen Alb verloren gegangen. Bullig bollert der Markenpolierer den Hang hinauf, als wäre nichts. "Wir haben sehr viel Wert auf die Entwicklung des Fahrwerks gelegt", unterstreicht Entwicklungsleiter Hermann-Joseph Storp, "der Vorderwagen besteht komplett aus Aluminium. Keine S-Klasse wiegt mehr über zwei Tonnen."

Der Luxus im Innenraum kennt keine Grenzen

Kein hochgezüchtetes Leder mit Strahlemann-Effekt, sondern ehrliche, ebenso griffige wie bequeme Luxusstühle, deren Komfort die Konkurrenz pulverisiert. Natürlich brillieren Beinauflage, Seitenhalt und Massage. Nur die Sitzlüftung bietet kaum ehr als ein laues Lüftchen von unten. Dafür lässt einen die Massagefunktion träumen, und die Liegefunktion im S 500 L räumt selbst 1,90 Meter langen Hünen genug Raum für ein Nickerchen ein.

Der Fahrer schaut auf zwei große 12,3-TFT-Displays, deren Inhalt sich ganz nach Gusto variieren lässt. Beide Displays haben keine Retina-Qualität; aber klasse ist der Blick trotzdem. Das fehlende Head-Up-Display wird kaum vermisst. Nur der schwarze Bedienbalken in der Mitte mit einem Drehrad für die Instrumentenbeleuchtung scheint aus vergangenen Dekaden zu stammen. Das gilt auch für den nur ertastbaren Tempomatbedienhebel hinter dem Lenkrad. Zumindest bei der neuen S-Klasse hätte man sich diese Bedienung einfach und entsprechend illuminiert am Lenkrad gewünscht, das mit seinen zwei Speichen ebenfalls nur eingeschränkt gefallen kann. Statt der üblichen Glühlampen wird das Stuttgarter Punkschluss von 500 LED illuminiert und in Szene gesetzt.

Mercedes S 500
Mercedes S 500
Mercedes S 500
Mercedes S 500
Mercedes S 500 Das angeblich beste Auto auf der Welt
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