Mit Mut zum Erfolg

14. November 2012, 16:00 Uhr

Der Ford Sierra feiert in diesem Jahr seinen 30. Geburtstag. Der Kölner definierte die Mittelklasse Anfang der 80er Jahre neu.

Er sollte lediglich der Nachfolger des letzten Taunus, des TC \'80, werden und wurde zu einem der erfolgreichsten Mitteklassefahrzeuge seiner Zeit: der Ford Sierra. Auf den ersten Blick scheint nur der Heckantrieb die beiden Generationen zu verbinden. Denn im Vergleich zu seinem kantigen Vorgänger zeigt sich der Sierra in einem Design, welches scheinbar nur dem Zweck dient, im Windkanal einen möglichst guten Wert zu erzielen. Mit dem Cw-Wert von 0,34 ist seinen Ingenieuren zumindest dies gelungen - ein Porsche 911 GT3 RS 4.0 hat im Übrigen denselben Cw-Wert.

Geschafft haben es seine Entwickler durch strömungsgünstig integrierte Stoßfänger aus Polykarbonat, integrierte Scheinwerfer und Kühlluftöffnungen sowie mit der Außenhaut bündig verklebten Scheiben. Da zu Anfang ausschließlich die fünftürige Aero-Heck genannte Schrägheck-Version auf den Markt kam, wirkten die Unterschiede um ein Vielfaches höher. Das Resultat waren 1,5 Millionen verkaufte Fließheck- und Kombiversionen nach vier Jahren. Nach insgesamt fünf Jahren, sprich im Jahr 1987, rollte auf Grund des großen Erfolgs eine komplett überarbeitete zweite Generation inklusive der dritten Karosserievariante, der Stufenheckversion, auf den Markt.

Für den Antrieb des Sierra standen Reihenvierzylinder und V6-Triebwerke in der Preisliste. Die Vierzylinderversionen leisteten 75 oder 105 PS, die Sechszylindermotoren 90 bis 150 PS. Das vorläufige Spitzenmodell, das 2,8 Liter große Sechszylinderaggregat, sorgte allerdings nur bei der über 200 Kilometer pro Stunde schnellen Sportversion XR4i für großen Fahrspaß. Für Freunde des Dieselantriebs stand lediglich ein Reihenvierzylindermotor mit 67 PS zur Auswahl.

Im Vergleich zur ersten Generation bestand die wesentlichste Neuerung ab 1985 in dem Angebot der Allradversion XR4x4. Ein Jahr später folgte mit dem Sierra RS Cosworth, in der Cosworth-Fangemeinde kurz Cossie genannt, eine neue Spitzenmodelablösung. Dank seines breit und weit heruntergezogenen Frontspoilers, dem hochgesetzten Heckspoiler, verbreiterten Türschwellern sowie ausgestellten Kotflügeln für die 15 Zoll großen Niederquerschnittsreifen, lässt er keine Zweifel bezüglich seiner Sportlichkeit aufkommen. Seine 204 PS beschleunigen den flotten Ford innerhalb von sieben Sekunden auf Tempo 100 und treiben die Tachonadel gen 240. Bei so viel Sportlichkeit blieb ein Engagement auf Rallyepisten und Rundstrecken natürlich nicht aus. Neben Rallyeerfolgen und Siegen bei zahlreichen Rennserien wie der Deutschen Tourenwagen Meisterschaft, gelangen ihm 1987 ein Start-Ziel-Sieg beim 24-Stundenrennen auf dem Nürburgring und 1988 der Gewinn der DTM.

Im Jahr 1990 rollte eine um 16 PS auf 220 PS erstarkte neue Cossie-Version auf den Markt. Das maximale Drehmoment von 290 Newtonmetern bringt seine Kraft über alle vier angetriebenen Räder auf die Straße. Dem neuen Topmodell wurde noch ein 145 PS starker 2,9 Liter großer Sechszylinder-Benzinmotor zur Seite gestellt. Wer sich nicht den 65.520 DM teuren Allrad-Cossie leisten konnte, hatte aber dank der zahlreichen Tuningteilangebote zumindest die Möglichkeit, seinen kleinen Sierra zumindest so aussehen zu lassen.

30 Jahre Ford Sierra
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