Außen hui, innen karg

15. September 2012, 10:00 Uhr

Im Frühjahr 2013 wird der neue Seat Toledo zu den deutschen Händlern rollen. Der Einstiegspreis für Stufenhecklimousine soll bei 13.000 Euro liegen. Da ist wenig, aber viel Luxus ist auch nicht dabei.

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Seat Toledo, Skoda Rapid, Golf, Stufenheck

Die clevere Heckklappe gleicht die Nachteile der klassischen Limousine aus.

Der günstige Preis von 13.000 Euro erklärt sich aus dem gemeinsamen Konzernbaukasten: Skoda Rapid und Seat Toledo wurden zusammen entwickelt, beide sehen ähnlich aus, beide rollen sogar vom selben Band, nämlich bei Skoda im tschechischen Mlada Boleslav. Damit ist der Toledo nach dem Mii Seats zweites Modell, das nicht mehr in Spanien gefertigt wird. Mit 4,48 Metern Länge übertrifft der Toledo seinen 2009 eingestellten Vorgänger um wenige Zentimeter. Seat geht den Weg zurück zur klassischen Stufenhecklimousine, die allerdings so klassisch gar nicht ist. Was aussieht wie ein konventioneller Kofferraumdeckel, ist in Wirklichkeit eine große Klappe, die bis ins Dach hinein reicht. Dahinter verbirgt sich ein für die Klasse gigantischer Kofferraum. Seat gibt 550 Liter an und die Rücksitzlehnen können nach vorne geklappt werden und erweitern so die Lademöglichkeiten beträchtlich. Allerdings entsteht keine durchgängig ebene Fläche.

Material nicht schlechter als im Basis-Golf

Komfortabel aufgehoben dürfen sich die Gäste im Fond fühlen. Die Beinfreiheit erreicht hier Dank des langen Radstands von 2,60 Metern fast Oberklasse-Format. Wer in der ersten Reihe sitzt, fühlt sich wie in der Design-Welt von Volkswagen. Das Cockpit präsentiert sich klar und funktionell, die Bedienung ist einfach wie im Polo oder Golf, die Oberflächen sind zwar nicht Premium, wirken aber auch in keiner Weise billig und gehen für den Preis völlig in Ordnung. Auch der Basis-Golf VII bietet hier nichts Hochwertigeres. Und die Verarbeitungsqualität gibt keinen Anlass zur Kritik.

Zum Markstart kann der Toledo-Kunde zunächst unter vier Benzinern von 75 PS bis 122 PS und einem Dieselmotor wählen. Alle sind bekannte Aggregate aus Wolfsburg. Den Selbstzünder mit 105 PS wählten wir für eine erste Testfahrt. Der 1,6-Liter-TDI läuft zwar recht ruhig, braucht aber stets knapp 2 000 U/min, um wirklich in die Puschen zu kommen. Wer beispielsweise mit unter 30 km/h im dritten Gang in eine Seitenstraße abbiegt, kann nicht schaltfaul weiterfahren, sondern muss runterschalten. Als Normverbrauch gibt Seat 4,4 Liter an, die optimierte gleichstarke Ökoversion "E-Ecomotive" soll sogar 3,9 Liter schaffen. Dies entspräche einem CO2-Ausstoß von 104 g pro Kilometer. Unsere Testfahrt beendete der Toledo mit 5,6 Liter (etwa 129 g/km), was wir als passende Größenordnung für den Alltag ansehen.

Karge Ausstattungslinien

Lenkung und Fahrwerk sind bestens abgestimmt. Spurtreu zieht der Toledo seine Bahn, die Federung tendiert in Richtung straff, bietet aber immer noch genügend Komfort. Sportlich ambitionierte Kunden bedient Seat mit dem Turbo-Vierzylinder 1.4 TSI. Der schickt seine 122 PS über ein Doppelkupplungsgetriebe (DSG) zu den Rädern und lässt den Spanier bis zu 206 km/h rennen.

Drei Ausstattungslinien sind für den Seat Toledo zu haben. Weil die Basislinie nach Seat-Einschätzung außer von Flottenkunden kaum nachgefragt wird, trägt sie keine Bezeichnung. Lediglich Zentralverriegelung, eine im Ganzen umklappbare Rücksitzlehne und elektrische Fensterheber vorn sind Serie. Nur etwas besser ist der Käufer mit der Linie "Reference" bedient. Die Zentralverriegelung gelingt zwar jetzt vom Schlüsselsender aus und die Rückbank ist geteilt klappbar, doch Musik ist noch immer nicht an Bord. Wirklich wohnlich wird es erst mit der Top-Ausstattung "Style". Wie sparsam es im Top-Modell zugeht, erkennt man an der fehlenden Klimaanlage - sie kostet extra.

Michael Specht/MID
 
 
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Golf Polo SKODA Spanien Volkswagen Wolfsburg Zentralverriegelung
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