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9. September 2011, 20:24 Uhr

Mit dem Elektro-Zweisitzer in die Zukunft

Auf der IAA zeigt auch Opel eine Elektro-Konzeptstudie im Kabineroller-Look. Die futuristische Zigarre zeigt, dass auch kleine Flitzer verschärft aussehen können.

Iaa, Opel, my first e-Opel , ampera, elektroauto

Klein aber dynamisch: Die Studie wirkt nicht wie eine Seifenkiste© Opel

Auch die diesjährige IAA steht im Zeichen der alternativen Antriebe. In diesem Jahr hält allerdings der Realismus Einzug in die Frankfurter Messehallen. Mit Fahrzeugen wie der neuesten Generation des Elektro-Smarts oder dem BMW i3-Konzept zeigen viele Hersteller inzwischen serienreife alternative Fahrzeugkonzepte.

Serienreif bedeutet meist: kleiner und bescheidener. Nicht von ungefähr erinnern Fahrzeuge wie "my first e-Opel" oder der VW Nils an die Kabinenroller aus der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg. Mit einem batterieelektrischen Kleinfahrzeug setzt auch Opel auf der Branchenschau mehr als nur optische Akzente: Der zigarrenförmige, futuristische Stadtflitzer, der zwei hintereinander platzierte Insassen beherbergt, wiegt dank konsequenten Leichtbaus zwei Drittel weniger als heutige Kleinwagen, die mindestens eine gute Tonne Gewicht auf die Waage bringen. Angesichts des geringen Platzangebots der Elektro-Zigarre gegenüber einem Kleinwagen relativiert sich die Gewichtsersparnis allerdings. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h wäre er sogar autobahntauglich.

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Platzangebot und Fahrleistungen erinenrn eher an einen Motorroller als einen heutigen Kleinwagen© Opel

Frei ab 16 Jahren

Die Opel-Studie wird nach der Messe nicht auf Nimmerwiedersehen verschwinden. Kleine Elektrowagen wie die Studie haben in der Modellstrategie von Opel einen klaren Platz als Produkte für den innerstädtischen Einsatz.

Bei größeren Modellen im Langstreckeneinsatz glauben die Rüsselsheimer Chefentwickler nicht an den Erfolg eines reinen Batteriefahrzeugs, ihrer Ansicht muss dann ein Stromerzeuger an Bord sein. Beim Opel Ampera ist es noch ein Verbrennungsmotor eingebaut, in Zukunft soll die Brennstoffzellentechnik den Antriebsstrom liefern.

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Ein abgeregeltes Fahrzeug dürften auch 16-Jährige fahren© Opel

Die Reichweite der zurzeit verfügbaren Stromer ist beschränkt – und wird es aus technischen Gründen und aufgrund der fehlenden Ladeinfrastruktur auf absehbare Zeit auch bleiben. Dass andererseits schon heute viel Bedarf nach emissionsfreier Mobilität besteht, zeigt nicht zuletzt der Erfolg des Ampera. Das Elektroauto mit Range Extender legt in der Stadt zwischen 40 und 80 Kilometer rein elektrisch zurück und wird von Testkunden zugleich als vollwertiges Auto ohne Kompromisse bei Komfort und Fahrleistungen wahrgenommen.

Nach Einschätzung der Rüsselsheimer besitzt auch der kleine Tandem-Zweisitzer aufgrund überschaubarer Produktionskosten hohes Potential für eine baldige Serienfertigung. Ebenfalls für seine Wettbewerbsfähigkeit sprechen die niedrigen Energiekosten, die laut Beispielsrechnung auf ein Euro pro 100 Kilometer kommen sollen. Mit einer auf 45 km/h gedrosselten Variante, wie sie auch Renault bei seinem ab Ende des Jahres für 6990 Euro erhältlichen Elektrozweisitzer Twizy anbietet, wäre er auch ohne Autoführerschein bereits für 16-jährige fahrbar.

Kleiner, aber feiner Unterschied: Im Gegensatz zum Franzosen verfügt der Rüsselsheimer über komplett schließende Türen. Ein weiterer Punkt, der die IAA Studie zum perfekten "Einstiegsmodell" in die Welt der Elektromobilität machen könnte. Vollkommen unklar ist allerdings, ob die Käufer derartige Kleinfahrzeuge akzeptieren.

Kra/MID
 
 
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