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VW jetzt auch wegen Steuerhinterziehung im Visier

Neue Hiobsbotschaft für Volkswagen: Im Abgasskandal hat die Staatsanwaltschaft Braunschweig ein zweites Ermittlungsverfahren eingeleitet. Der Verdacht: Steuerhinterziehung in Millionenhöhe.

Das beleuchtete VW-Logo auf einem Volkswagen-Gebäude

"Anfangsverdacht auf Straftaten": Der Volkswagen-Konzern kommt nicht zur Ruhe

In der Abgasaffäre bei Volkswagen hat die Staatsanwaltschaft Braunschweig jetzt auch Ermittlungen wegen Steuerhinterziehung aufgenommen. Es sei ein zusätzliches Verfahren gegen fünf Beschuldigte im Zusammenhang mit den falschen CO2-Angaben eröffnet worden, teilte Oberstaatsanwalt Klaus Ziehe am Dienstag mit. "Es gibt derzeit fünf Beschuldigte, bei denen ein Anfangsverdacht auf Straftaten bejaht worden ist." Sie stammten "aus dem Bereich des VW-Konzerns". Die Staatsanwälte ermitteln in einem anderen Verfahren bereits seit einigen Wochen unter anderem wegen Betrugsverdachts.

Der Kohlendioxid-Ausstoß eines Autos ist ein wichtiges Kriterium für die Berechnung der Kfz-Steuer. Wenn - wie von Volkswagen Anfang November mitgeteilt - hier zu geringe Werte angegeben worden seien, könne dem Staat ein entsprechender Schaden aus zu geringen Steuerzahlungen entstanden sein,erklärte Ziehe. "Das ist die führende Überlegung."

Affäre bekommt strafrechtlich größere Dimension

Die Braunschweiger Anklagebehörde hatte wegen der im September von VW zunächst eingeräumten Manipulationen von Stickoxid-Messwerten bei Dieselmotoren schon ein Ermittlungsverfahren eingeleitet und Razzien durchgeführt. Vor drei Wochen teilte der Autobauer dann mit, dass es auch bei Kohlendioxid-Emissionen zu "Unregelmäßigkeiten" gekommen war. Die Staatsanwaltschaft leitete daraufhin erst Vorermittlungen ein, die nun zu einem weiteren Ermittlungsverfahren führten.

Damit bekommt die Affäre auch strafrechtlich eine größere Dimension - einen Tag, nachdem sich der Skandal nochmals ausgeweitet hatte. Am Montag hatte der Konzern eingeräumt, dass auch in größeren Dieselautos von VW sowie der Konzerntöchter Audi und Porsche eine verbotene Software für niedrigere Abgaswerte gesorgt hat. Audi gab die Installation eines Programms in 3,0-Liter-TDI-Motoren zu, das in den USA als illegale Schummelsoftware gilt. Bislang hatte der Konzern in den USA nur eingeräumt, bei 2,0-Liter-Motoren gezielt getrickst zu haben.

Als der Abgas-Skandal im September ins Rollen kam, hatte der später zurückgetretene VW-Chef Martin Winterkorn schnell ein umfassendes Schuldgeständnis im Namen des Konzerns abgegeben. Die von den US-Umweltbehörden Epa und Carb erhobenen Vorwürfe gegen den größeren, von der Tochter Audi entwickelten Motor waren bislang aber stets abgestritten worden. Audi nahm den eigenen Chef Rupert Stadler am Dienstag gegen Kritik in Schutz. "Herr Stadler treibt die Aufklärung mit hohem Nachdruck persönlich voran", erklärte ein Sprecher.

mad/DPA/Reuters
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