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»Killerspiele«: Gottseidank, ein Sündenbock « » Advents, fat chance

Mal wieder die »Killerspiele«?

Gunnar Lott | 21. November 2006 12:19 Uhr

Mal ganz am Rande und ohne Bezug zur Realität unserer Medienwelt: Ich glaube fest, wenn man nicht in extenso über die Taten in Columbine oder Erfurt berichtet hätte, gäbe es Nachahmer wie diesen Kerl in Emsdetten nicht.

Allein die Art wie er das angekündigt hat, spricht Bände. Und dazu seine Columbine-Videos auf der Videoplattform Youtube.
Das ist wie mit den Selbstmördern: Wenn in der Zeitung steht, es sind von der oder der Brücke zwei gesprungen, springen morgen drei weitere von derselben Brücke. Deshalb gibt es eine Art stillschweigende Übereinkunft bei Tageszeitungen, in solchen Fällen ohne konkrete Ortsnennung oder gleich gar nicht zu berichten. Aber okay, das ist natürlich bei extremen Taten wie den so genannten »Amokläufen« nicht möglich.

P.S. Anderer Aspekt: Das sind doch gar keine »Amokläufe«, oder? Das Wesen des Amoklaufes legt blinde Wut, einen plötzlichen Rausch nahe. Meines Erachtens passt das nicht zu Tätern, die im Internet Bescheid sagen, sie würden bei Gelegenheit mal Amok laufen und lange vorher die Waffen bereit legen. Definition siehe hier: wikipedia.

P.P.S. Ach ja, und für's Protokoll: Der junge Mann aus Emsdetten hatte sicher ganz andere Probleme als die eine oder andere Partie Counter-Strike. Traurig zu sehen, wie die Politik mal wieder nach monokausalen Erklärungsansätzen sucht. Und dazu die vordemkratische Haltung einiger üblicher Verdächtiger: »Okay, wir haben das Problem, dass die Kontroll-Institionen zwar gute Arbeit leisten, die Eltern ihren Kids aber aus Unverständnis oder Nachlässigkeit dennoch ungeeignete Spiele zugänglich machen. Also verbieten wir doch einfach den ganzen Kram.« Man möge sich den Aufschrei vorstellen, der durchs Land ginge, wenn man mit der gleichen Begründung Autofahren für unter 25jährige verbieten würde. Oder Alkohol.

P.P.P.S. Es liegt mir fern, die möglichen Wirkungen von Spielen kleinzureden, aber die Spiele sind da nicht anders als andere Medien -- wer Spiele, Filme, Webseiten, TV-Sendungen nutzt, die seiner Altersgruppe nicht angemessen sind, ist potenziell gefährdet. Und wer Spiele, Filme, Webseiten, TV-Sendungen im Übermaß nutzt, ist potenziell gefährdet. Man wird sicher gleich nicht zum Amokläufer, aber ein verantwortungsvoller Umgang hilft, Entwicklungsstörungen, Einzelgängertum und gesteigerte Aggressivität zu vermeiden. Spiele geraten meiner Meinung nach nur deswegen immer wieder ins Kreuzfeuer, weil Spiele ein Medium sind, das sich dem Nicht-Spieler nur schwer erschließt.


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Kommentare

 

/signed

BA_Baracus | 21. November 2006, 13:12 Uhr

 

Jaja... wiedermal sind die "Killer"spiele schuld.

Es wird wieder über den Einfluss diskutiert und die meisten Politiker werden wohl ein Verbot fordern. Meines Erachtens haben die Spiele nur einen geringen Einfluss auf solche Täter. Das Problem ist doch deren soziales Umfeld und die Eingliederung in unsere Gesellschaft...

...desweiteren ist so ein Verbot wohl eher Anreiz, sich das Spiel zu besorgen. Vor allem bei Jugendlichen. Und ja: diese wissen wie sie an das Spiel kommen. Die Kaufwege (über Handel/Verleih) in Deutschland kann man vielleicht kontrollieren, keine Frage. Aber da gibts dann Schwarzmärkte/Ausland/Downloads...

Just my 2 cents.

LtComData | 21. November 2006, 14:22 Uhr

jaja die bösenspiele mal wieder -_- 

... wieso wird sich wieder um die scheiss pc spiele gekümmert ?! das solche leute nicht abgeneigt sind, diese spiele zu spielen ist doch wohl irgendwie klar... aber sie (die Spiele) dafür verantwortlich zu machen ist lächerlich ! Man sollte sich lieber mal damit beschäftigen, warum solche "Kinder" oder Personen so etwas machen! Liegt es etwa an der Entwicklung unserer Gesellschaft, dass so mancher nicht mehr mit der Realität klar kommt und dann sowas macht? Ist womöglich sogar der satz "90% aller jugendlichen blicken in eine positive zukunft - die restlichen 10% haben kein geld für genügend drogen" garnicht so unwahr?! Statt sich einfach den Schuldigen in den Videospielen zu suchen, sollte man eher mal darüber nachdenken, dass "vielleicht" viel zu viele Steuern und andere Gelder in die absolut falsche richtung fließen... -_- Wenn unsere liebe Regierung mal etwas mehr für unsere Jugend machen würde, anstatt nur Wahlkampfversprechen zu machen (die dann eh nicht eingehalten werden). Kümmert euch mehr um die Erziehung der Kinder und um eine gescheite zukunft für diese und es wird wahrscheinlich zur vergangenheit gehören, dass leute aus solchen gründen "amok laufen".
So lang es so große soziale Unterschiede gibt, die immer großer werden anstatt kleiner, wird sowas auch immer wieder passieren !!!

RinoCasino | 21. November 2006, 14:40 Uhr

Spiele sind es nicht allein 

Hallo User,
ich kann mir beim besten willen nicht vorstellen das es die Spiele alleine sind. Da muß noch eine Menge Einsammkeit mitspielen und sie sind bestimmt Menschen gewesen, die dadurch aufvielen das sie keine Freunde in der richtigen Welt hatten.

Es ist die Frage an die Schüler, Eltern und Lehrer warum das keinen aufgefallen ist. Er muß ein einzelgänger gewesen sein.

Die Eltern haben nicht gemerkt das er kein Besuch von Freunden bekamm? Das kann ich mir nicht vorstellen.

Die Lehrer haben nicht gemerkt das er alleine in der Pause war und nicht von den anderen Schülern gehänselt wurde? Sowas kann man nicht übersehen.

Die Schüler sollten sich überlegen, ob es schön ist als Gruppe auf einen los zu gehen, der sich vermutlich Verbal nicht wehren kann.

Überlegt es euch alle.

Bis dann
LG Richter

richter169 | 21. November 2006, 15:55 Uhr

 

Ich frage mich schon wie der Junge an die ganzen Waffen herangekommen ist in einem Land in dem das eigentlich ganz und garnicht moeglich sein sollte. Da muss ich ja jetzt hier in den USA ganz schoen meinen Mund halten. Bummer.-
Miss Helga
http://misshelga.com

misshelga | 23. November 2006, 08:05 Uhr

MissHelga ... so gutgläubig?! lol 

Du hast recht, in einem Land wie Deutschland, mit relativ strengen Waffengesetzen sollte das nicht Möglich sein. Sag mal, wie gutgläubig bist du eigentlich?! O_o Es gibt Leute, die Drogen aus anderen Ländern nach Deutschland reinschmuggeln, Menschenhandel und und und... da wird jemand wohl auch schaffen illegale Schusswaffen zu schmuggeln...
Selbst für Leute, die noch keinen Führerschein haben sollte, gibt es noch genug Leute, die damit Handeln und bei denen er die sich hätte holen können. Das es um an Waffen zu kommen, schlupflöcher gibt, sollte doch der normale Menschenverstand einem sagen...
Das dagegen anscheinend nichts getan wird, kann ich nicht verstehen... aber naja... gibt so einige Sachen in unserer Welt, die absolut unverständlich sind ;)

RinoCasino | 23. November 2006, 09:55 Uhr

nun ja... 

...ist ja keine frage, dass sich, sagen wir, jemand mit kontakten zur drogen-mafia eine waffe besorgen kann. und dass man cannabis an öffentlichen plätzen kaufen kann. dass ein minderjähriger eine waffe aus dem internet kaufen kann -- das ist schon etwas, was ich in diesem land nicht für möglich gehalten hätte.

Gunnar_Lott | 23. November 2006, 10:13 Uhr

hm.. 

Wenn man in der Öffentlichkeit als Minderjähriger an Drogen kommt, ist es doch wohl auch nicht so abwägig, dass man sich über den selben illegalen Weg eine Waffe besorgen kann, zumal die Leute, die solche Dinge verkaufen nur das Geld interessieren wird, nicht was die Person mit z.b. der Pistole macht.
Mir war die Seite eguns.de (oder wie sie heisst) vorher schon bekannt.Ich konnt auch nich glauben, dass es sowas wirklich gibt in Deutschland. Aber man lernt ja immer dazu. Wie dieser Minderjährige an die Waffe gekommen ist, ist auch recht einfach denke ich. Entweder er hat sich jemanden gesucht, der schon alt genug war, oder es hat einfach niemanden interessiert wer da grad was kauft. Aufjedenfall gibt es Methoden dadran zu kommen... Wer etwas unbedingt haben will, wird auch Wege und Mittel finden, daran zu kommen. Ist zwar unverständlich, aber es gibt nicht umsonst das Sprichwort "Geld regiert die Welt".

RinoCasino | 23. November 2006, 10:31 Uhr

Ihr habt leider alle recht 

Ich hatte mir oft ueberlegt ob es wohl ein Fehler gewesen sein koennte, damals aus D weg zu gehen mit meiner Tochter. Hier in den Schulen geht die Polizei taeglich aus und ein, Waffen, Drogen und Narcotics werden grosszuegig gehandelt. Ich hatte jahrelang ein schlechtes Gewissen ihr gegenueber - kann ich jetzt abhaken.
Zu den Computerspielen moechte ich aber doch sagen dass Kinder sehr beindruckbar sind, und wenn da von Seiten der Eltern keine Steuerung und kein Ausgleich geboten wird, kann das katastrophale Folgen haben. Im Endeffekt sind aber die Eltern schuld, die ihre Kinder jahrelang vernachlaessigen. Sorry, muss aber gesagt werden. Wer glaubt dass bei der Zeugung die Elternpflicht erfuellt ist, sollte sich besser kastrieren lassen.

Miss Helga
http://misshelga.com

misshelga | 23. November 2006, 18:05 Uhr

 

http://youtube.com/watch?v=ugED-PF5Ojk&mode=related&search=

http://youtube.com/watch?v=seMfyQsPK3Y&mode=related&search=

schauen sie sich diese reportage an und ändern sie ihre meinung!

mfg.
sven l 18jahre

slipa | 14. März 2007, 06:06 Uhr



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