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Der Jetlagger

Die Moskwa « » Sex über den Wolken?

Die blaue Grotte

Chris Helmbrecht | 02. September 2009 15:29 Uhr

Sommer, Sonne, Mittelmeer. Unterwegs zur blauen Grotte auf einem Canotto. Mit dabei: Mary Claire (meine Ex), Raffaele (ihr Ex) und zwei persische Prinzessinnen aus Long Island.
Morgen fahren wir raus zu den Inseln, sagt Mary Claire. Aber morgen ist doch mein Geburtstag, werfe ich ein. Ich hab nun wirklich keine Lust Früh aufzustehen. Dann die dämlichen Touristen auf der Fähre. Ich würde viel lieber faul am Strand liegen, einen Joint rauchen und ein paar kühle Biere trinken. Dann gibt sie mir diesen Blick. Eigentlich gehört der erhobene Zeigefinger dazu, aber sie weiß, dass ich darauf allergisch reagiere. Als ich Luft hole, um zu protestieren, schiebt sie ein „Zito“, untermalt mit ihrem besten Lächeln, hinterher. So sind sie halt, die italienischen Frauen. Unwiderstehlich und doch so temperamentvoll.

Am nächsten Morgen ist der Himmel trübe. Na vielleicht gehen wir doch an den Strand, meint Mary Claire. Bei dem Wetter macht es keinen Spaß dort draußen auf dem Meer. Cool, murmel ich, dreh mich um und döse wieder weg. Als ich gegen neun aufwache, ist der Himmel strahlend blau. Mary Claire ist schon leicht angefressen. Die Fähre zu den Inseln haben wir sowieso schon lange verpasst. Aber hey, ich bin doch im Urlaub.

Auf dem Weg zum Strand muss sie dann noch einen Stop am Laden machen, um Zigaretten zu kaufen. Die Scheiß-Raucherei geht mir ohnehin schon lange auf die Nerven. Nun bin ich angesäuert. Ich bleibe im Mietwagen und spiele mit dem Radio. Zehn Minuten später ist Mary Claire immer noch nicht da. Wie lange dauert es, verdammt noch mal, sich eine Schachtel Zigaretten rauszulassen. Ich will mich gerade aufraffen, um nach dem Rechten zu sehen, als Mary Claire wieder aus dem Laden kommt.

Du, ich habe einen alten Schulkameraden getroffen, meint sie. Der hilft gerade seinen Eltern mit der Vermietung ihrer Villa und kümmert sich um die reichen Gäste aus den USA. Er kauft Proviant, denn die fahren jetzt mit seinem Boot zu den Inseln. Und? Was ist das für ein Typ? Hattest Du mal was mit dem, frage ich eifersüchtig. Immerhin hat sie mich geschlagene 15 Minuten im Auto sitzenlassen. Sie antwortet nicht, grinst nur. Wir fahren mit!, bestimmt sie. Was? Nun doch zu den Inseln? Mit seinem Motorboot? Ist das denn sicher? Wer ist noch dabei. Und hattest du nun was mit dem Typen, oder nicht?

Fünfzehn Minuten später sitze ich in einem kleinen Motorboot und wir fahren die Küste entlang zum Anlegeplatz der Villa von Raffaeles Eltern. Raffaele ist eigentlich ein ganz Netter, aber eben auch ein typischer Italiener. Er flirtet schon arg mit Mary Claire. Die hatten sicher mal was. Beide reden Italienisch und ich verstehe fast gar nichts. Egal, ich mach mir erst mal ein kühles Bier auf. Die Sonne scheint und wir springen mit dem Boot von Welle zu Welle. Es macht eigentlich Spaß. Mal sehen, was der Tag noch bringt.

Am Anlegesteg steigen zwei superhübsche Mädels zu. Es sind die Töchter eines reichen Exil Iraners, welcher jetzt in Long Island wohnt. Diesen Sommer macht die Familie Urlaub in Italien. In Circeo, südlich von Rom. Ich hatte schon immer ein Ding für Perserinnen. Diese beiden sind Mitte zwanzig und sehen klasse aus. Kommen eure Eltern noch, fragt Raffaele? Nein, die bleiben hier, meint Tara. Cool denke ich, der Tag wird immer besser. Wir verlassen die Küste und fahren raus aufs Meer. Lily, Taras kleine Schwester, macht eine Metalldose auf und fängt an einen Joint zu rollen. Rauchst du, fragt sie? Ich grinse und nicke zustimmend.

Ich frage mich, wie Raffaele den Kurs halten kann. Um uns herum ist nur Meer. Wir können die Küste schon lange nicht mehr sehen. Heute haben wir kleine Wellen. Das Boot knallt auf die Wellen und hin und wieder springen ein paar fliegende Fische aus der Gischt. Ich schaue aufs Meer und denke, dass jetzt eigentlich nur noch ein paar Delfine fehlen. Doch von diesen ist weit und breit nichts zu sehen. Statt dessen nur Meer. Tiefes blaues Meer. Unser Boot ist eigentlich gar nicht so groß und irgendwie sind wir nun schon verdammt weit draußen. Kannst du mal das Steuer halten, fragt Raffaele. Schließlich bist du der einzige Mann außer mir, meint er und grinst. Mary Claire rollt die Augen. Wenn du meinst. Ich habe das noch nie gemacht, entgegne ich. Hier ist der Kompass. Du musst nur den Kurs halten. OK. Ich halte den Kurs und er setzt sich nach hinten zu den Mädels und raucht einen Joint. So viel blindes Vertrauen macht mir schon Angst.

Dreißig Minuten später stehe ich immer noch am Steuer. Ich dachte das ist ein 5-Minuten-Gig, aber Raffaele hat einen Blöden gefunden. Er amüsiert sich mit den drei Mädels, während ich krampfhaft versuche den Kurs zu halten. Eigentlich bin ich mir sicher, dass wir schon lange in irgendeine Richtung abgedriftet sind und die Inseln nie finden werden. Keine 2 Minuten danach erscheint am Horizont eine kleine Insel. Eine sehr kleine Insel. Ich frage mich, wie wir diese Stecknadel im unendlich großen Meer gefunden haben. Anscheinend war ich doch nicht so schlecht im Kurshalten. Raffaele übernimmt wieder und bringt uns nah an die Felsen der Insel. Wir ankern, springen ins Wasser und schnorcheln. Immer wieder finden wir tiefblaue Grotten und erkunden diese.

So tuckern wir eine Weile um die Insel, ankern neben einer englischen Superyacht und schauen der Familie beim Brunchen auf dem Deck zu. Sie schaun zu uns herab, währen wir uns demonstrativ einen Joint anstecken und ein kühles Dosenbier aufmachen. Zisch! Ich liebe dieses Geräusch und den ersten kühlen Schluck aus der Dose. Langsam bin ich schon ein bisschen angehämmert. Es muss wohl das dritte oder vierte Bier gewesen sein. Ab jetzt trinke ich erst mal Wasser und Red Bull. Der Tag geht schnell vorbei und ich bereue überhaupt nicht, dass wir den Bootstrip gemacht haben. Ich frage mich, wie viel Uhr es ist. Na ja, egal. Ach ja, ich habe ja heute Geburtstag. Hätte ich fast vergessen.

Es wird Zeit nachhause zu fahren. Die Insel verschwindet am Horizont hinter uns, während die Sonne immer tiefer fällt. Raffaele steht souverän am Steuer. Ich muss an Kapitän Blaubart denken. Frag mich nicht warum. Wir reden nun nicht mehr viel. Irgendwie sind wir alle fertig. Die Sonne, das Schnorcheln und das viele Bier machen sich bemerkbar. Außerdem ist es die, für mich heilige, Zeit des Sonnenuntergangs. Ich rede dann nicht viel. Schaue nur auf den Horizont und denke viel nach. Neben unserem Boot springen wieder fliegende Fische, während die Sonne langsam rot an den Horizont rückt. Hm, wo sind die Delfine?, denke ich. Das würde diesen Tag perfekt machen. Noch ein paar Delfine neben dem Boot im Sonnenuntergang. Ha ha, wie kitschig. Fast unreal. Toll wäre es aber trotzdem. Ein Geburtstagsgeschenk Gottes, aber man kann eben nicht alles haben. Kurz danach erscheint neben dem Boot eine Rückenflosse.

Delfine!, rufe ich erregt. Wo? Ich habe keine gesehen, meint Raffaele. Die anderen suchen das Meer ab und schütteln auch die Köpfe. Ich fange an über meinen Alkohol und Drogenkonsum nachzudenken, als wieder ein Tümmler neben unserem Boot aus dem Meer springt. Und noch einer und dann plötzlich ganz viele. Es schwimmen um die fünfzig Tiere um uns herum. Raffaele hält das Boot an und wir schauen dem wilden Treiben zu. Die Delfine schwimmen ganz nah neben uns. Man kann die Narben der Schiffsschrauben-Verletzungen auf ihren Rücken sehen. Sie sind so nah, dass die Mädels versuchen mit den Händen nach ihnen zu greifen. Am Himmel färbt sich die Sonne blutrot und droht ins Meer zu plumpsen.

Hast du deine Maske bereit?, fragt Raffaele. Ich fahre uns ein bisschen näher ran. Dann springen wir ins Wasser und schwimmen mit ihnen. Gesagt getan. Er springt. Ich zögere einen Moment, denn ich habe ein wenig Angst. Das Wasser hier ist verdammt tief. Wer steuert das Boot, während wir beide im Wasser sind? Na ja, Raffaele ist von hier, er wird schon wissen, was er tut. Ich lasse mich ins tiefe Blau fallen. Es ist warm und angenehm. Links und rechts sehe ich nur Blau. Nach unten wird das Blau dunkler und ich frage mich, wie weit man unter Wasser sehen kann. Ob es hier auch Haie gibt? Ich sehe keine Delfine mehr, aber dann kann ich sie hören. Kurz darauf ziehen links und rechts dunkle Schatten an uns vorbei, aber das ist es dann auch schon. Wir sind zu weit weg, um mehr erkennen zu können. Anscheinend haben die Meeressäuger beschlossen Abstand zu halten und weiter zu ziehen. Nach zehn Minuten steigen wir wieder ins Boot. Raffaele dreht ein. Wir fahren den Delfinen noch eine Weile hinterher und sehen ihnen beim Jagen zu. Anscheinend verfolgen sie einen Schwarm Fische. Am Horizont fällt die Sonne ins Wasser. Ich sehe der Schule Delfine hinterher und freue mich über diesen einmaligen Tag und den krönenden Abschluss. Zisch! Raffaele macht eines der letzten Biere auf und reicht es mir herüber.
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Kommentare

 

Chris als Romantiker... mal was ganz Neues... und irgendwie kitschig... und so ganz ohne Sex...

Nette Story, aber ganz ehrlich: Das kannst Du besser!

ReneCGN | 03. September 2009, 09:27 Uhr

 

OK, Chris, Du hattest nen verdammt coolen Tag. Thanks for sharing.

MrPommeroy | 03. September 2009, 20:26 Uhr

Ich war in der Zwischenzeit 

mal pinkeln. Gibts was Neues?

hardrain | 04. September 2009, 12:24 Uhr

Nöööö, nich wirklich 

ReneCGN fehlt die Wichsvorlage, MrPommeroy ist wieder cool as hell und Du hast hoffentlich gespült.... Wir können uns wieder hinlegen.

Aber trotzdem sehr erfrischend die Story... mal ohne ficken, lecken, blasen.... weiter so... Ahh Happy Birthday nachträglich....

twister15 | 04. September 2009, 13:29 Uhr

Seit 08. JUli 2007 

ist der Jettlecker immer 37 Jahre alt - also ist das mit dem o.g. Geburtstag doch nur fiktiv.
Ich schreibe das jetzt mal nicht so, wie es den sonstigen Texten angemessen wäre...
Oder sehe ich das jetzt falsch? Aah, meine Augen tränen so...

hardrain | 04. September 2009, 14:40 Uhr

Die Geburtstage scheinen sich auch zu verschieben 

Also 2008 war der Geburtagsblog noch am 31. Juli, jetzt plötzlich am 02. September. Aber wer jahrelang 37 ist, schafft das auch.

twister15 | 04. September 2009, 14:51 Uhr

Also, ich weiss nicht.... 

Jesus wurde zwar nur 33 Jahre alt, aber in dieser Zeit hat er es wenigstens einmal übers Wasser geschafft!

hardrain | 04. September 2009, 16:17 Uhr

Na, ganz sooo sexlos 

ist die Story nicht... Ihr müsst nur genauer lesen, Jungs:

"Delfine!, rufe ich erregt." - Aha, Delfine...
"...wir schauen dem wilden Treiben zu." - Soso, Voyeurismus...
"Hast du deine Maske bereit?, fragt Raffaele." - Maske, ist klar, bei dem, was ihr da vorhabt, wollte ich auch nicht erkannt werden...
"Ich zögere einen Moment, denn ich habe ein wenig Angst. Das Wasser hier ist verdammt tief." - DAS muss man ja wohl nicht erst deuten!!!
"Na ja, Raffaele ist von hier, er wird schon wissen, was er tut." - Aha und warum gibt es den Film "Denn sie wissen nicht, was sie tun"? Auf so etwas sollte man sich NIE verlassen. Und was heißt das schon, er ist von "hier"? Seit wann schützt Ortskenntnis vor juristischen Konsequenzen???
"Kurz darauf ziehen links und rechts dunkle Schatten an uns vorbei, aber das ist es dann auch schon." - Hmm, klingt etwas enttäuschend, aber besser ein quickie als gar kein Sex...
"Meeressäuger" - Mein Gott, so genau wollte ich es auch nicht wissen!
"Nach zehn Minuten steigen wir wieder ins Boot." - Kurz, aber heftig, schrieb ich ja schon..
"...und freue mich über diesen einmaligen Tag und den krönenden Abschluss. Zisch!" -Zisch? Aha, okay. Aber krönender Abschluss klingt perfekt...

;-)

kuerbissuppe | 04. September 2009, 16:44 Uhr

Die üblichen Exegesen erscheinen 

bei Vandenhoek + Rupprecht.
Soll ich Dich schon mal anmelden, kuerbissuppe?

hardrain | 04. September 2009, 16:56 Uhr

 

Klar, hardrain, meld mich schon mal an. Ich schreib das Buch dann am Wochenende so runter.. ;-)

kuerbissuppe | 04. September 2009, 17:29 Uhr

Passt! 

Du schreibst runter und ich hole.

hardrain | 04. September 2009, 17:44 Uhr

Wenn auch etwas verspätet, 

aber auch von mir....

ALLES GUTE NACHTRÄGLICH!

benq | 09. September 2009, 10:53 Uhr

Kuerbissuppe vermutet hinter jedem Satz Sex.... 

...ich vermutete hinter jedem Satz den Beginn von "Open Water 2" (alle Mann von Bord - Badeleiter nicht heruntergelassen).

Mann, wie einen 3 Ehen (mit ehem. Realschülern!) doch entromantisieren können...

MissSophieCheerio | 09. September 2009, 17:25 Uhr

Sie vermutet, MSC, und ich 

habe nach jedem Sex einen Satz heisser Ohren. So kann's gehen!

hardrain | 09. September 2009, 17:48 Uhr

endlich 

schöne mal wieder was zu hören vom Jetlegger. Darfst dich ruhig öfter melden.
dann noch mal nachträglich alles gute zum geburtstag....

Dein_Koenig | 13. September 2009, 22:44 Uhr

Jetztläcker, 

schau Dir mal den Blog vom Tobias an, da kannste noch wat lernen.
Na ja, dahin kommste mit Deinem Realschulgeklimper natürlich nischt. Dafür braucht man einfach Talent.
Haste leider nischt.

lautleise | 25. Oktober 2009, 08:14 Uhr

Wer bitte... 

...ist Tobias?

ReneCGN | 03. November 2009, 15:41 Uhr

Tobias Senzig 

http://www.stern.de/blog/80_palmen_strand_buergerkrieg/archive/3042_up_up_country.html

Ein Blogger, den zu lesen ein einziger Genuss ist.....

twister13 | 05. November 2009, 12:39 Uhr

 

Chris, ich lese Deine Beiträge gerne. Dein bekennenden Realschulbimbamborium find ich cool. Ich sags Dir ehrlich, mein größter Fehler war, wieder nach D zurückzugehen, ins Lang der klugscheisserischen Halbgebildeten mit Durchschnittsabitur und Mickey Mouse Krawatte in Middle Class Jobs mit frustrierten 40+ Öko Weibern daheim. Musst nur genug Kohle machen, dassde mit 45+ immer noch den lockeren Typen geben kannst und nicht endest wie der Rourke im "Wrestler". Aber das schaffste schon. Wenn nicht heirateste halt nen nettes, 1 x sauber geschiedenes Mädel von nebenan, am besten ne Polin, die sehen gut aus und machen sich rote Lippen und dann siehste schon. Immer locker im Schritt bleiben.

MrPommeroy | 09. November 2009, 15:10 Uhr



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