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Von der Lust ein Türke zu sein

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" Deutschländer"

Mario Diel | 17. Juni 2009 14:25 Uhr

Als ich diesen Begriff das erste Mal hörte, kam mir eigentlich nur die bekannte Wurst in den Sinn. Ich wurde aber schnell eines besseren belehrt, denn mit „Deutschländer“ bezeichnen sich die in Deutschland aufgewachsenen Türken, die sich allmonatlich zu einem sogenannten „Rückkehrerstammtisch“ in Istanbul treffen.


Obwohl ich diesen „Stammtisch“ nur zweimal besucht habe und dieser Besuch auch schon wieder lange zurückliegt, kam mir dieser Begriff – Deutschländer- in den letzten Wochen immer wieder in den Sinn.

Es vergeht eigentlich fast kein Tag mehr an dem ich nicht mit den „Deutschländern“ in irgendeiner Form in Verbindung gebracht werde.

Entweder bewerben sich junge Türken oder Türkinnen aus Deutschland für einen Job in meinem Unternehmen oder ich treffe in türkischen Unternehmen auf „Deutschländer“, die dort arbeiten und nicht selten sind es mittlwerweile auch Unternehmer und Unternehmerinnen, die den Sprung zurück in die Heimat ihrer Eltern und Großeltern gewagt haben.

Ich habe das Gefühl, dass gerade in den letzten Monaten die Anzahl derer die aus Deutschland den Weg in die Türkei und speziell nach Istanbul suchen rasant angestiegen ist. Sicherlich mag dabei auch die aktuelle Wirtschaftskrise in Deutschland eine Rolle spielen, aber diese Tendenz war bereits vorher zu erkennen.

Die wirtschaftliche Lage und Entwicklung in der Türkei ist immer noch gut und es ergeben sich auch sehr gute Job Möglichkeiten bei türkischen Firmen, die in den Nachbarländern und Regionen stark aktiv sind.

Türkische Unternehmen sind führend in Azerbaijan, Kazahkstan, Irak aber auch in afrikanischen Ländern, wie Lybien und Algerien; dort sind türkische Baufirmen dominant.

Insbesondere Mitarbeiter mit internationaler Projekterfahrung sind gefragt.

„Deutschländer“ haben es allerdings nicht einfach oder sagen wir einfacher als zum Beispiel ein deutscher Mitbewerber. Viele „Deutschländer“ glauben, dass schon alleine die Zweisprachigkeit (Deutsch und Türkisch), sowie das Wissen um beide Kulturen ausreichend genug seien, um in der Türkei einen guten Job zu bekommen.

Diese werden dann in der Realität sehr schnell enttäuscht.

Der türkische Unternehmer schaut zuerst auf die Qualifikation, Ausbildung und Berufserfahrung und dann erst auf die Herkunft. Es kann ein Vorteil sein türkische Wurzeln zu haben, dann erwartet der türkische Unternehmer aber erst Recht ein erstklassiges Beherrschen der türkischen Sprache und auch bestimmter „typisch türkischer“ Verhaltensweisen.

Ist der „Deutschländer“ sozusagen zu sehr „eingedeutsch“, spricht ein schlechtes türkisch, kennt sich mit türkischen Ritualen und Verhaltensweisen nicht so gut aus, dann hat er es wirklich schwer.

Viele „Deutschländer“ sind auch über die schlechte Bezahlung in der Anfangsphase überrascht (zumindest im Vergleich zu deutschen Verhältnissen), die langen Arbeitszeiten, die wenigen Urlaubstage und vorallem wie teuer eine Stadt wie Istanbul sein kann.

Es ist auch nicht einfach einen Job in der Türkei zu finden, denn Initiativ Bewerbungen laufen hier zumeist ins Leere. Wie eigentlich in allen Bereichen des türkischen Lebens, zählen die persönlichen Beziehungen und vorallem das persönliche Gespräch.

Ich glaube es ist sehr schwer aus Deutschland heraus einen guten Job hier zu finden. Man sollte einen nächsten Urlaub nutzen ein paar Wochen hier zu verbringen, sich schlau machen, Zeitungen und Inserate studieren, mit Kammern sprechen oder aber - wenn man Berufsanfänger ist - einen Praktikumsplatz finden, um ersteinmal in diese neue Welt hinein zu schnuppern. Denn es ist schon ein großer Schritt den man wagt.

Wer sich mit all dem jedoch arrangiert, fleissig ist, sich von Rückschlägen nicht entmutigen lässt und den „Turkish way of Life“ versteht und liebt, der kann hier sein großes Glück und Zufriedenheit finden. Denn vorallem das soziale Leben in einer Stadt wie Istanbul, ist mit keinem anderen Ort zu vergleichen.

In Kürze werde ich euch von einzelnen „Deutschländern“ berichten, von ihren Startschwierigkeiten, ihren Erfolgen und Erfahrungen.

Ich wünsche allen „Deutschländern“ viel Erfolg und sende meine besten Grüße aus dem hochsommerlichen Istanbul!

Euer

Mario

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Kommentare

Oh nein! 

Wenn 'Deutschlaender' das deutsche Pendent zu 'Almanci' ist, dann bin ich ja auch ein Wuerstchen ;-)
Herr Diel, endlich sind Sie wieder da. Irgendwie habe ich Ihre 'Berichte' aus Istanbul vermisst. Ich feu' mich jetzt schon auf die angekuendigten Texte.

nese | 17. Juni 2009, 16:57 Uhr

...aaah...ganz vergessen... 

muss unbedingt wieder frische Baklavas kaufen.
Danke, Mario Diel.

Schöne Gruesse zurück!

leichtschwer | 17. Juni 2009, 17:13 Uhr

danke für die Infos 

ich bin selbst ein "Deutschländer" und möchte auch in der Zukunft in der Türkei meine Karriere weitermachen, aber es ist schwer an Kontakte zu kommen sprich meine Initiativ Bewerbungen blieben alle bei ohne ein Antwort. Herr Diel mich würde es freuen wenn Sie etwas über die Pharmabranche schreiben. Da möchte ich hin...;) Grüße

Conaoglu | 17. Juni 2009, 19:36 Uhr

Guter Diel 

Ich dachte schon, mein Lieblingsblog im Stern ist längst eingestellt. Bei der bisherigen positiven und aber auch äußerst negativen Resonanz stand man ja sonst vor der Frage "Diel or no Diel?"
Freut mich, dass es mit Diel weitergeht.

Liebe Grüße aus politopia.de

Sahin "Ed" Karanlik

Sahin_Ed_Karanlik | 17. Juni 2009, 23:59 Uhr

Danke fuer die Infos, 

aber welcher Depp zieht denn schon in so eine Esel Stadt,
wenn es sich irgendwie vermeiden laesst???

Millhouse73 | 18. Juni 2009, 04:47 Uhr

@Millhouse 

zum Glück nicht solche Deppen wie Sie...

Jazzzy | 18. Juni 2009, 08:44 Uhr

MENTALITÄT IST (FAST) ALLES... 

Auswanderwillige sollten begreifen lernen: Mentalität ist (fast) alles, und ob ich in einem anderen Land ANKOMME, hängt grösstenteils davon ab, ob ich mit dieser Mentalität kann oder nicht. Und die meisten Auswanderwilligen sehen das Zielland nur mit den Augen des Turisten, ohne sich darüber klar zu werden, dass das tägliche Leben dort Ihnen etwas ganz anderes abfordern wird.

sylviamills | 18. Juni 2009, 11:09 Uhr

Vielen Dank.... 

....für die herzliche Begrüßung! Ich freue mich auch wieder hier zu sein. Und irgendwie habe ich es fast schon vermisst bereits im 5 Kommentar als "Depp" bezeichnet zu werden:-))In der "Esels Stadt" ist es heute leider wie in den vergangen letzten Wochen: Kein Wölkchen am Himmel, unangenehme 30 Grad kalt und wenn ich aus dem Fenster auf den Bosporus schaue, dann wünscht man sich den Rhein herbei:-))) Werde mich gleich mal auf meinen Stuttgarter Esel setzen und zum nächsten Termin reiten. Wünsche allen die sonnigsten Grüße und freue mich auf interessante Dialoge. Öptum ve hosca kal, Mario

Mario_Diel | 18. Juni 2009, 12:26 Uhr

tja 

nun wär's ja schön, wenn diejenigen deutschländer, die hier in der xten generation von sozialleistungen leben, auch wieder in ihre heimat zurückkehren würden. doch die bleiben lieber hier. wieso bloß?

GordonBleu | 18. Juni 2009, 16:06 Uhr

Die Loesung des Raetsels ist doch gar nicht so schwer, Herr Chefkoch 

Wenn wir alle auf einmal wegziehen, wuerden Sie sich uebermaessig freuen... was ziemlich ungesund waere, denn ueberdimensionale Emotionsausbrueche belasten das Herz :-(
Wenn die Tuerkenhasser so weitermachen wie bisher, dann werden nur die Leute in Ihre Heimat zurueckkehren, die dort einen guten Job bekommen. Der Rest bleibt hier.

nese | 18. Juni 2009, 16:43 Uhr

Kein Chefkoch, sondern nur ein mieser Suppenkaspar, 

der verdammt lange Zähne bekommt eingedenkt der Tatsache, dass ziemlich viele von seiner Sorte ohne die hart arbeitenden Deutschländer beim Opel, beim Ford oder beim Mercedes hier gar nichts mehr zu beissen hätten. So froh, du Blödmann, wenn du dir noch ein Hartz-4-Schnitzel leisten kannst...

leichtschwer | 18. Juni 2009, 18:29 Uhr

Hallo Herr Diel 

freu mich wieder was von Ihnen zu hören, und das Thema wird auch sehr Interressant in den nächsten Tagen, so glaube ich. Ich bin jetzt auch seit fast einem Jahr hier in der Türkei (Sakarya) und na ja was soll ich sagen, es gibt viel Positives aber auch einige negativen Seiten hier. Man sollte mich aber nicht falsch verstehen, ich werde noch einige Zeit hier ausharren, wenn gar nicht bis zum schluß.
In diesem Sinne, einen Schönen und Sonnigen Tag allen (in Deutschland und in der Türkei)

Metinyy | 19. Juni 2009, 00:15 Uhr

nese 

"...wenn die Türkenhasser so weitermachen..." - soll das eine Drohung sein? ;-))

Alex64 | 19. Juni 2009, 07:18 Uhr

Na klar, was sonst? 

Du kennst mich doch, Alex. Ich bin halt gewalttaetig, weil ich aus einem bestimmten Kulturkreis stamme ;-)

nese | 23. Juni 2009, 11:59 Uhr

ey, hassu krassen rächtzschraibschwechä? 

was ist eigentlich ein 'suppenkaspar'?

GordonBleu | 23. Juni 2009, 14:00 Uhr

Breitmaulfrosch trifft bei dir genauso gut ins Schwarze: 

Riesen Klappe und nichts dahinter.
Der Suppenkaspar ist DAS Beispiel der modernen Pädagogik für eine erziehungsproblematische Situation, gezeichnet und gedichtet von Herrn Hofmann.
Na ja, so wie du dich halt in der Öffentlichkeit gibst.

leichtschwer | 23. Juni 2009, 17:11 Uhr

Ich 

.. hatte aber eher das mit dem "Hierbleiben" im Bezug auf die Tätigkeit der "Türkenhasser" als Drohung aufgefasst .... ;-))

Alex64 | 24. Juni 2009, 08:26 Uhr

Das mit dem 'Drohen' 

hast Du schon richtig verstanden, Alex. Aber das schliesst doch nicht aus, dass ich trotzdem 'gewalttaetig' bin, oder? Besonders in den letzten Jahren wird immer wieder behauptet, dass Gewalt mit Migration und ethnischer Herkunft zu tun hat. Ich moechte diese Leute nicht enttaeuschen ;-)

nese | 24. Juni 2009, 13:28 Uhr

Liebe nese, alle Gewalt 

geht vom Volke aus.
Oder vom Bäcker...
Wir beiden können einmal -gewaltig- zum türkischen Bäcker gehen und dort -gewaltig- schöne Baklavas verputzen. Und das trifft dann gleich den nächsten Nagel auf den Kopf:

Wo seid ihr beiden denn?
Och, wir sind noch am Verputzen...

leichtschwer | 24. Juni 2009, 16:04 Uhr

Gewalt... 

.. hat immer nur mit Dummheit und mangelnden Fähigkeiten zur verbalen Kommunikation zu tun....

Alex64 | 25. Juni 2009, 07:18 Uhr

Cicero, De re publica 

Viel Spass bei der Lektüre, Alex.
Das hat nichts mit den Klitschkos dieser Welt zu tun...

leichtschwer | 25. Juni 2009, 09:08 Uhr

Ich muss hier nicht zum Baecker gehen, LS 

Die Baklavas fliegen mir zur Zeit (wie gebratene Tauben) in den Mund ;-)
Und sie schmecken wirklich sehr toll....super frisch und nicht zu suess.

@Alex: Gewalt hat leider nicht immer mit Dummheit oder einer eng begrenzten Ausdrucksfaehigkeit zu tun. Manchmal werden Menschen automatisch als gewalttaetig eingestuft, nur weil sie suedlaendisch aussehen.

nese | 25. Juni 2009, 12:27 Uhr

oder als... 

.. "südländisch" (WO verdammt liegt dieses Land denn eigentlich? Antlantis? Antarktis? Punt?)weil sie eine gewalttätige Physiognomie haben?

Doch, ich finde schon, dass Gewalt an sich mit Dummheit und ansonsten limitierten Ausdrucksfähigkeiten zu tun hat.
Sollte das als Ausnahme nicht der Fall sein, würde ich das Ganze eher als "Sadismus" bezeichnen....

Alex64 | 25. Juni 2009, 12:54 Uhr

PS: 

Pass auf mit den "gebratenen Tauben".

Die von dir bevorzugten lassen sich schnell auf den Hüften nieder ....;-))

Alex64 | 25. Juni 2009, 12:55 Uhr

Das isst wirklich hart! 

Zwischen frischen Baklavas und gebratenen Tauben zu wählen, das trifft den Esser hart. Und umso härter, weil es nur ganz selten frische Tauben gibt, deren Zubereitung ein hohes Mass an Können voraussetzt.
Noch viel härter: Als Kinder nannten wir diese Tauben Türkentauben - dabei wussten wir damals überhaupt nicht, was ein Türke ist...

Na ja, wir kannten von der Kirmes höchstens türkischen Honig, und das war meistens so ein hartes Zeug mit Haftgarantie...

leichtschwer | 25. Juni 2009, 15:11 Uhr

Du 

... musst die Vögelchen "fillen" (wie die gefillte Fiss), dann bleiben die schön zart - und mengenmäßig auch eher ausreichend ....

Und, lieber leichtschwer - ihr dürft sie auch heute noch Türkentauben nennen.
Streptopelia decaocto heisst auf Deutsch tatsächlich so....

Alex64 | 26. Juni 2009, 08:23 Uhr

Oh Mann, Alex 

druecke ich mich so unverstaendlich aus, oder verstehst du mich absichtlich falsch?
P.S.: auf meinen Hueften ist noch reichlich Platz (Betonung auf 'noch'!), deshalb muss ich beim Essen nicht aufpassen :-)

@LS: Wieviele Tauben muss man denn essen, um richtig satt zu sein? Da ist doch kaum Fleisch dran. Gibt es ein Tier, das Du nicht verspeist?

nese | 26. Juni 2009, 13:45 Uhr

 

Keine Insekten.
2 Tauben pro Person, oder 1 als Vorspeise. Satt wird man von Erbseneintopf oder 2 Stück Eissplittertorte.

leichtschwer | 26. Juni 2009, 14:52 Uhr

Ls 

kommt auf die "Rasse" an - es gibt einige, die bringen glatt 600 Gramm auf die Waage. Und gefüllt reicht da eine durchaus als Hauptgang...

Und nese - lass dich doch nicht immer SO leicht äregern :p

Alex64 | 26. Juni 2009, 18:35 Uhr

Keine Insekten? 

Bist Du dir da wirklich so sicher, LS? Was ist mit Hummer, Garnelen, Krabben oder Krebsen? Sind das nicht Insekten des Meeres? ;-)

Alex, vielleicht klingen meine Woerter haerter als sie beabsichtigt waren. Ich bin nicht veraergert, nein. Ich bin nur ein wenig konfus, weil ich mir nicht ganz sicher bin, ob es sich hier tatsaechlich um ein Verstaendnisproblem handelt, oder ob du nur so tust als ob du mich nicht verstehen wuerdest. Ich glaube, letzteres ist der Fall. Stimmt's oder habe ich recht? ;-)

nese | 27. Juni 2009, 13:41 Uhr

nene nese, 

Krebse (und dazu gehören Garnelen, Krabben und Hummer) sind zwar der gleiche Stamm (Gliederfüßer - Arthropodae), aber eine eigene Klasse - und leben überall, aber nicht in den Ozeanen...

Und klar war der Rest sarkastisch - wir haben wohl schon länger nicht mehr geschrieben ....:-))

Alex64 | 28. Juni 2009, 10:23 Uhr

Ja ja 

du hast schon recht mit dem was du sagst.... besonders mit deinem letzten Satz ;-)

Krebse und Insekten sind nicht nur miteinander verwandt, sie sehen auch aehnlich aus, weil sie ein wesentliches gemeinsames Merkmal besitzen: Chitinpanzer. Deshalb werden Krebstiere von manchen Leuten (die keine Insekten moegen?) auch 'Insekten des Meeres' genannt. Also habe ich auch ein bisschen recht :-)

nese | 28. Juni 2009, 13:49 Uhr

Kein Fleisch, nese! 

Gestern gab es Spargel mit gekochtem Schinken und heute frische, dicke Bohnen mit Bärlauchwürstchen.

Also, wie gesagt: Kein Fleisch...
Hihihi - die Sonne scheint und wir essen Johannisbeer - Torte. Na, von eigenen Beeren, lieber Alex - im Frühtau!

leichtschwer | 28. Juni 2009, 16:43 Uhr

Nichts 

achmeckt besser als die Beeren aus Nachbars Garten.
Darum gehe ich zur Zeit auch immer ausgiebigst mit den Hunden spazieren - und inzwischen kann die eine die Himbeeren sogar direkt vom Strauch pflücken ....

Alex64 | 29. Juni 2009, 08:02 Uhr

Baklava? 

Wer Baklava für sein Leben (und Waage) gerne isst, ist in der Türkei IMO immer noch am Besten bedient: Zig verschiedene Sorten mit herzhaftem Geschmack, und das zu sagenhaften Preisen. Der Kilogramm kostet zwischen 6 und 10 Lira, umgerechnet etwa 2,80 bis 4,70 Euro. Hier bezahlt man locker das doppelte und kommt dabei nicht ganz an das gleiche Qualität und Genuss (letztere kann auch von den Preisen hier vergällt sein ;-)). Ich weiss es, weil ich frisch aus einem 3-Wochen-Urlaub komme. Allerdings weit weg von den Touristengebieten, in die mich ohnehin keine 20 Esel oder Kamele bringen würden...

Clibanarius | 29. Juni 2009, 09:11 Uhr

Baklava? 

Wer Baklava für sein Leben (und Waage) gerne isst, ist in der Türkei IMO immer noch am Besten bedient: Zig verschiedene Sorten mit herzhaftem Geschmack, und das zu sagenhaften Preisen. Der Kilogramm kostet zwischen 6 und 10 Lira, umgerechnet etwa 2,80 bis 4,70 Euro. Hier bezahlt man locker das doppelte und kommt dabei nicht ganz an das gleiche Qualität und Genuss (letztere kann auch von den Preisen hier vergällt sein ;-)). Ich weiss es, weil ich frisch aus einem 3-Wochen-Urlaub komme. Allerdings weit weg von den Touristengebieten, in die mich ohnehin keine 20 Esel oder Kamele bringen würden...

Clibanarius | 29. Juni 2009, 09:27 Uhr

@Clibanarius 

Ich weiß ja nicht, wo du Urlaub gemacht hast, aber die Baklava-Preise stimmen so nicht. In Izmir oder Istanbul kostet das Kilo weit mehr als 6-10 Lira. Vielleicht kostet eine Portion als Nachtisch so viel.
In den Großstädten (zumindest im Westen) kostet das Kilo zwischen 15-20 Lira. Ich meine natürlich "Qualitätsbaklava". Du hast allerdings Recht mit deiner Behauptung, dass Baklava in Deutschland nicht so gut schmeckt :)

Jazzzy | 29. Juni 2009, 09:58 Uhr

@Jazzzy 

Ich kann dir gerne verraten wo ich geurlaubt und getourt habe: Zwischen Ankara, Kayseri, Kastamonu (am Meer) - meistens hielt ich mich bzw. wir in jener ca. 200.000-Seelen-Stadt auf, die für ihre gerösteten Kichererbsen berühmt ist. Wenn du Türke bist oder sonst ein sehr guter Türkei-Kenner, wirst du sofort drauf kommen.:-) In dieser Stadt kostet Baklava die von mir genannten Preise - unter anderem z.B. auch Lokum mit Kokos und Nuss für schlappe 4 Lira (!!) der Kilo (bei Karakus Kuruyemis ve Kurabiye-Adresse No.1 dort). Hierzulande wird man ja dagegen mit den abgepackten Lokum nach Strich und Faden verarscht: In riesiger Verpackung eine Handfläche "ähnlicher" Lokum (ca. 500g) für 4 Euro (ca. 9 Lira).*grrr*

Ich bestreite natürlich nicht daß in Istanbul oder Izmir viel höhere Preise verlangt werden - ist ja auch kein Wunder, wimmelt es dort nur so vor Touristen und Deutsch glaube ich 1. Fremdsprache ist - während ich in 3 Wochen allerhöchsten "Almanci" gesehen habe...

Clibanarius | 29. Juni 2009, 11:48 Uhr

Übrigens.... 

....noch ein "Sok-Fiyat" für dich: Ich hatte die ganzen 3 Wochen ein Mietwagen (incl. Vollkasko versteht sich) - für lächerliche 400€. OK, war nicht das neueste Benz oder BMW-Geländewagen, sondern ein paar Jahre altes Hyundai Accent mit dem dort sehr sehr verbreiteten LPG/Benzin-Hybrid-Antrieb.

Clibanarius | 29. Juni 2009, 11:54 Uhr

Übrigens.... 

....noch ein "Sok-Fiyat" für dich: Ich hatte die ganzen 3 Wochen ein Mietwagen (incl. Vollkasko versteht sich) - für lächerliche 400€. OK, war nicht das neueste Benz oder BMW-Geländewagen, sondern ein paar Jahre altes Hyundai Accent mit dem dort sehr sehr verbreiteten LPG/Benzin-Hybrid-Antrieb.

Clibanarius | 29. Juni 2009, 12:15 Uhr

Himbeeren essende Hunde 

hoert sich gut an. Ich hatte eine Katze gehabt, die war wild auf Erdbeeren, Weintrauben, Schokolade, Eiscreme und Frischkaese. Sie hat sogar Cola getrunken. Ist auch kein Wunder, sie wollte halt das essen, was ich gerne esse..... bis auf eine Ausnahme: Baklava. Die war ihr anscheinend zu suess.

@Clibanarius: Die 20 Esel/Kamele koennen mich gerne abholen kommen (aber nicht heute!) ;-)
Mein Urlaub braucht Sommer, Sonne, Strand, Meer.... und Baklava. Ausserdem verbringe ich meinen Urlaub gerne dort, wo sich Touristen aufhalten, weil man interessante Leute kennen lernt und so nebenbei die Englisch Kenntnisse etwas auffrischt.
@LS: Ich habe Dir doch nicht verboten Fleisch zu essen, LS. Du darfst ruhig die gekochten Schinken und die Wurst mit Baerlauch essen. Dann bleiben mir mehr Spargel und Bohnen uebrig ;-)

nese | 29. Juni 2009, 13:39 Uhr

Naja, Nese... 

...jedem sein Gusto. Ich meine nur, wenn ich in ein Land reise, dann will ich möglichst ein Maxim an Land und Leute (mit "Leute" sind die Einheimischen genannt) sehen und kennenlernen. Du glaubst vielleicht gar nicht, wie schön es oft im Gebirge und sonstiger karger Landschaft sein kann. Am Hotelstrand alle Viere ausgestreckt bruzzelnd die Zeit totschlagen für viel Geld - das werde ich nie verstehen, das könnte ich auch viel billiger auf dem Balkon oder Essener Baldeneysee. Und ich brauche auch nicht andere wildfremde Urlauber "kennenlernen", von denen man später nie wieder etwas hört (Aus den Augen, aus dem Sinn).;-) Und Deutsche auch noch im Urlauber antreffen? Allah korusun!!!*gg*

Clibanarius | 29. Juni 2009, 13:52 Uhr

Naja, Nese... 

...jedem sein Gusto. Ich meine nur, wenn ich in ein Land reise, dann will ich möglichst ein Maxim an Land und Leute (mit "Leute" sind die Einheimischen genannt) sehen und kennenlernen. Du glaubst vielleicht gar nicht, wie schön es oft im Gebirge und sonstiger karger Landschaft sein kann. Am Hotelstrand alle Viere ausgestreckt bruzzelnd die Zeit totschlagen für viel Geld - das werde ich nie verstehen, das könnte ich auch viel billiger auf dem Balkon oder Essener Baldeneysee. Und ich brauche auch nicht andere wildfremde Urlauber "kennenlernen", von denen man später nie wieder etwas hört (Aus den Augen, aus dem Sinn).;-) Und Deutsche auch noch im Urlauber antreffen? Allah korusun!!!*gg*

Clibanarius | 29. Juni 2009, 14:00 Uhr

Hilde, liebe Nese, 

hat auch schon Avocados, Oliven und Parma-Schinken gegessen - aber Cola bis jetzt noch nicht.
Zuletzt liege ich lesend auf dem Sofa und höre ein lautes, schlappendes Geräusch - na ja, wie wenn sich ein kleiner Hund leckt. Denke mir nichts.
Dann ein Schrei: Hilde!!!
Die Katzendame hatte frische Sahne entdeckt...

leichtschwer | 29. Juni 2009, 15:24 Uhr

Dieses Land und dessen Leute kenne ich bestens 

Gebirge und tolle Landschaften mag ich zwar auch gerne, aber Naturtourismus ist nicht komfortabel genug.... da fehlen mir halt ein paar Sterne ;-)
Urlaub am Meer muss nicht unbeding so ausssehten, wie Du es Dir vorstellst, Clibanarius. Urlaub am Strand kann auch bedeuten, dass man endlich mehr Zeit hat fuer Gymnastik, Fahrrad-Touren, Tennis..... und natuerlich zum Schwimmen im Meer. Nur faule und unvorsichtige Menschen lassen sich unter der Sonne braten. Die Mittagszeit verbringt man am Besten in einem klimatisierten Raum (wo z.B. viele PC stehen) und haelt ein kleines Schwaetzchen mit den Leuten, die dort sitzen (oder auch im Internet). Die wildfremden Urlauber eignen sich naemlich hervorragend, um interessante Gespraeche zu fuehren, wenn man die Zeit ein wenig totschlagen moechte ;-)
Uebrigens, es gibt Schlimmeres als Deutsche Urlauber in Antalya (die trifft man dort in letzter Zeit immer seltener). Wenn die Leute um Dich herum sich in einer Sprache unterhalten, die Du nicht verstehst (z.B. russisch, hebraeisch, persisch, arabisch...), dann ist man schon froh, jemanden zu treffen, den man versteht.... auch wenn's nur bayrisch ist, da verstehe ich wenigstens die Haelfte.

@LS: Gut, dass Hilde keine Cola trinkt (und nicht vernarrt ist in Schokolade). Das Blut meiner Katze war irgenwann mal zu suess. Falsche Ernaehrung fuehrt anscheinend nicht nur bei Menschen zu Diabetes.

nese | 30. Juni 2009, 13:53 Uhr

Zirkus Sarasani - mal andersrum... 

Nachdem Hilde entdeckt hat, dass sie einmal quer durch das ganze Haus laufen kann und dann neben meinem Veranda-Fenster steht, einmal kurz Laut gibt, dieser Mensch daraufhin das Fenster öffnet, und sie dann über einen Sprung auf das Garagendach wieder im Garten verschwindet, um über die hintere Terasse wieder ins Haus zu gelangen, hat die Felldame diese Übung gestern bis in die Nacht durchgezogen. Fehlte nur noch, dass sie mir zur Belohung ein Zuckerstück hinhält...

Wieso ich das Fenster geschlossen hielt? Na, einfach - Nachts auf dem Land und viele fliegende Besucher!

leichtschwer | 30. Juni 2009, 15:05 Uhr

@leichtschwer 

nun, da empfehle ich doch mal einen kritischen blick auf deine eigenen beiträge, hinsichtlich derer ich dir übrigens absolut recht gebe: andere leute so wie du zu bepöbeln, zeugt in der tat von einem schweren defizit. wodurch es bedingt ist, sei mal dahingestellt. was meinst du, kennzeichnet wohl den breitmaulfrosch?

setz dich einfach mal mit denarbeiten von johnson & seinen mitarbeitern auseinander. danach können wir gern weiter diskutieren, sollte noch bedarf bestehen.

GordonBleu | 30. Juni 2009, 17:46 Uhr

Na, gleich geknickt, wenn der Wind mal von Vorne kommt? 

Kein Grund, traurig zu sein. Der Johnson, den ich kenne, beschäftigt sich nur mit Chirurgie, nennen Sie doch mal den Ihren!

leichtschwer | 30. Juni 2009, 18:22 Uhr

deutschländer 

also ich hörte zum ersten mal in tschechien vor 9 Jahren, "entschuldigen Sie, meine deutschländerisch ist nicht so gut" :))
in der Türkei sollte man auch nicht vergessen, die 7 tage arbeitswoche, 100% verfügbarkeit für den patron tag und nacht, überstunden, 3 tage urlaubsanspruch nach 1 Jahr arbeiten, keine sozialleistungen, die privaten krankenversicherungen zahlen auch nur % Anteile am arztbesuch, rentenversicherung = lächerlich, die hohen lebenshaltungskosten in den grossstädten, hohe gassrechnungen in den kalten Monaten, dennoch "i love Turkey" und diese Erfahrung sollte man auf jeden Fall mal machen, wenn man die Chance hat - es kann ja auch funktionieren. istanbul ist die schönste aber auch nicht einfache Stadt der Welt. sagt migge welcher 4 Jahre vor ort gelebt und gearbeitet hat und nun wieder back in deutschland ist auf Jobsuche, da als Ausländer hat man es nicht leicht, nirgendwo auf der Welt.

migge123 | 01. Juli 2009, 09:44 Uhr

Info über den Stammtisch 

Hallo Herr Diel,

danke für den aufschlussreichen Bericht. Ich kann Ihrem Bericht beipflichten, Denn in türkischen Unternehmen zählt tatsächlich in erster Linie die Qualifikation, nicht die Herkunft wie in manch anderen Ländern.

Könnten sie mir freundlicherweise mehr Infos über den Stammtisch geben. Würde mich sehr freuen.

Vielen Dank.

oganil | 20. Januar 2010, 14:25 Uhr



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