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<title>Hans-Martin Tillack</title> 
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 <title>Abnicker im Bundestag</title> 
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 <summary type="text/plain"> Der SPD-Abgeordnete Marco Bülow hat etwas Unerhörtes getan.
Er hat in einem Buch detailliert geschildert, wie Lobbyisten die Politik
beeinflussen, auch die seiner eigenen Partei. Jetzt bekommt ...</summary> 
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 <name>Hans-Martin Tillack</name> 
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 <email>tillack.hans-martin@stern.de</email> 
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Politik &amp;amp; Panorama 
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 &lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;Der SPD-Abgeordnete Marco Bülow hat etwas Unerhörtes getan.
Er hat in einem Buch detailliert geschildert, wie Lobbyisten die Politik
beeinflussen, auch die seiner eigenen Partei. Jetzt bekommt er dafür etwas auf
die Mütze, sogar von Journalisten. Aber warum eigentlich?&lt;/p&gt;&lt;br/&gt;&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;„Wir Abnicker“ heißt das Werk, das dieser Tage im Econ-Verlag
erschien. Es ist in weiten Teilen eine spannende Lektüre. Oder welcher
amtierende Abgeordnetenkollege hätte uns je so wirklichkeitsnah geschildert,
wie sehr die Politik im Griff der Klientelinteressen ist?&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;&lt;o /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;Weil die FDP solche Interessen besonders ungehemmt bedient,
können sich Politiker von SPD und Union in diesen Tagen so präsentieren, als
seien sie besser als die Liberalen, als hätten sie nur das Gemeinwohl im Sinn.
Bülows Buch beschreibt detailliert den Verlauf politischer Prozesse während der
schwarz-roten Regierungszeit. Und er zeigt, wie die Lobby immer wieder auch
diese Koalition im Griff hatte.&lt;o /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;„Wer behauptet, Vertreter von Verbänden und Unternehmen
tragen ihre Positionen vor und die Politiker wägen danach die Argumente ab, um
am Ende eine sachliche Entscheidung zu treffen, ist entweder gnadenlos naiv,
oder er lügt“, bilanziert der SPD-Mann.&lt;o /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;Er belegt das am Beispiel eines Vorhabens, das die sperrige
englische Abkürzung CCS trägt. Das steht für „Carbon Capture and Storage“, also
das Abscheiden und spätere Einlagern des klimaschädlichen Gases Kohlendioxides,
das bei der Stromerzeugung aus Kohle entsteht.&lt;o /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;Weil saubere Kohlekraftwerke beim Kampf gegen den
Treibhauseffekt durchaus helfen könnten, ist CCS potentiell ein wichtiges
Vorhaben. Auch Bülow war als umweltpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion nicht
prinzipiell dagegen. Aber er wollte der Industrie nicht zu weit entgegenkommen,
sie nicht aus der Haftung für Risiken entlassen. Damit stand er lange nicht nur
gegen weite Teile von CDU und CSU, sondern machte sich auch Feinde in der
eigenen Fraktion. Dort sei es Unternehmensvertretern gelungen, Abgeordnete für
sich zu gewinnen, die vorher nie mit dem Thema zu hatten – und die sich nun
plötzlich für den eher industriefreundlichen Gesetzentwurf der Regierung einsetzten.
Selbst mit „Beschuldigungen und Drohungen“, schreibt Bülow, sei er in den
eigenen Reihen angegangen worden. Sogar vor drohendem „Druck“ aus seinem eigenen
Wahlkreis habe man ihn gewarnt.&lt;o /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;Die SPD habe hier der „Union zu schnell nachgegeben“,
bedauert Bülow. Doch am Ende war es ausgerechnet Kanzlerin Angela Merkel
selbst, die den Gesetzentwurf ganz zurückziehen ließ. In der Zwischenzeit
hatten nämlich die mächtigen Bauernverbände etwa in Schleswig-Holstein und
Bayern Risiken für ihre Ländereien entdeckt, die von unterirdischen
Kohledioxidspeichern ausgehen könnten.&lt;o /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;Lange hätten keine Argumente gegen die Kraftwerkslobby
gefruchtet, resümiert Bülow – bis „eine andere starke Lobby auf dem Spielfeld“
erschien, die es in „kurzer Zeit“ schaffte, „ohne sachliche Debatte das Gesetz
komplett zu kippen“.&lt;o /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;Machtlose Abgeordnete, die nur abnicken, übermächtige
Lobbyisten, die die Strippen ziehen – das mag nicht immer stimmen. Trotzdem bietet
Bülows Buch eine Lektüre, die den Leser gruseln lässt. Da gibt es angeblich
SPD-Abgeordnete oder Mitarbeiter, die interne Fraktionspapiere sofort an
Unternehmensleute weiterreichen – als säßen die auch in vertraulichen Runden
immer mit am Tisch. Bülow beklagt intransparente Überweisungen an
Parlamentarier und „pompöse Feste“, mit denen Unternehmen „Wohlfühllobbiysmus“
machten. Firmen ließen es sich „gerne etwas kosten, die Abgeordneten zu
umgarnen – sei es mittels einer Einladung zu einem opulenten Essen oder zu
kulturellen und sportlichen Ereignissen der Extraklasse wie Leichtathletik-
oder Fußballweltmeisterschaften“. Wenn sich Abgeordnete von finanzstarken
Interessenten einen attraktiven Job für die Zeit nach der Politik erhofften
seien die „Übergänge zur Korruption fließend“.&lt;o /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;Auch die SPD mache es den Lobbyisten zu einfach, glaubt
Bülow. Er prangert die „privilegierte Behandlung“ an, die es für
fraktionsinterne Dissidenten gebe, wenn die nur im Interesse mächtiger
Interessengruppen der Wirtschaft aufträten. Und er beschwert sich darüber, wie
schwer es Abweichlern wie ihm in der Fraktion gemacht werde.&lt;o /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;Bülow erwähnt nicht, dass auch die von ihm favorisierte
Solarlobby inzwischen mit Geldgeschenken an alle großen Parteien für den Erhalt
ihrer Subventionen kämpft. Er vergaloppiert sich, wenn er seiner hessischen
Parteifreundin Dagmar Metzger ihren Aufstand gegen Andrea Ypsilanti übel nimmt
– als dürften nur Linksabweichler Gewissensgründe in Anspruch nehmen.&lt;o /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;Trotzdem hat Bülow ein Buch geschrieben, auf das man lange
gewartet hat. Nicht umsonst warnt der 38-Jährige, dass die „Distanz zwischen
den Politikern und der Bevölkerung“ in den letzten Jahren „eher noch gewachsen“
sei. Anfragen von Bürgern würden zunehmend „fordernder und unfreundlicher“. Die
Politik müsse Vertrauen zurück gewinnen, zum Beispiel mit mehr Transparenz und
Kontrolle des Lobbyeinflusses. &lt;o /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;Dass Bülow – wie schon in der Vergangenheit – für solche
Thesen parteiintern Prügel bekommen wird, lässt sich leicht ausrechnen.
Erstaunlich, dass ausgerechnet ein Journalist des „Spiegel“ dieser Tage sich
zum Resonanzboden derjenigen macht, die fraktionsintern und lieber anonym über
ihren Abgeordnetenkollegen herfallen: „Wenn alles so schlimm sei, solle er halt
aufhören“, hat Christoph Hickmann vom Hamburger Konkurrenzmagazin in der SPD
über Bülow gehört. Hickmann mokiert sich ein bisschen über „die Leiden des
jungen B.“ – fast so, als ginge es um das persönliche Leiden eines
Sensibelchens, nicht um eine Malaise der Demokratie. Bei Bülow stelle sich „auch
die Frage nach dem Motiv“, findet der „Spiegel“-Kollege. Sei vielleicht dessen
„Problem, dass er keine Karriere gemacht hat“?&lt;o /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;Überzeugend ist der Anwurf nicht. Mit der Suche nach einem
angeblich unehrenhaften Motiv kann man so gut wie jede menschliche Handlung
diskreditieren – vom Profittrieb des Unternehmers bis zum angeblichen
Helfersyndrom des Altruisten.&lt;o /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;Es sei „verdienstvoll, immer für die gute Sache zu sein“,
räumt der Bülow-Kritiker Hickmann ein. Es sei „aber auch bequem, weil man jene
Grauzonen meiden kann, aus denen Politik nun mal ebenso besteht“.&lt;o /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;Ich denke, Journalisten sollten Grauzonen nicht ihre
Notwendigkeit bestätigen, sondern sie ausleuchten. Bülows Buch ist dabei eine
Hilfe.&lt;o /&gt;&lt;/p&gt; 
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 <id>tag:post:,2010-03-10:3599</id>
 <title>Guido, Conny - und Frank-Walter</title> 
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 <summary type="text/plain"> Gestern berichtete das  ZDF-Magazin Frontal 21  ausführlich
über die Geschäfte des Unternehmers Cornelius Boersch, genannt Conny. Stern.de-Leser
kannten die meisten Fakten bereits  aus einem ...</summary> 
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 <name>Hans-Martin Tillack</name> 
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Politik &amp;amp; Panorama 
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 &lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;Gestern berichtete das &lt;a href=&quot;http://frontal21.zdf.de/ZDFde/download/0,6753,7014871,00.pdf&quot;&gt;ZDF-Magazin Frontal 21&lt;/a&gt; ausführlich
über die Geschäfte des Unternehmers Cornelius Boersch, genannt Conny. Stern.de-Leser
kannten die meisten Fakten bereits &lt;a href=&quot;http://www.stern.de/wahl-2009/bundestagswahl/westerwelles-wirtschaftsberater-die-dubiosen-kontakte-des-herrn-boersch-1507211.html&quot;&gt;aus einem Artikel über die „dubiosen
Kontakte“ des Geschäftsmanns, den wir im vergangenen September veröffentlicht
hatten&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;&lt;br/&gt;&lt;p class=&quot;Lauftext&quot; /&gt;&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;Das Interesse an Boersch ist verständlich. Der Mann berät
nicht nur den FDP-Chef und heutigen Außenminister Guido Westerwelle, er spendete
der freidemokratischen Partei über die Jahre auch gut 160 000 Euro. &lt;a href=&quot;http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,682198,00.html&quot;&gt;Und war
jetzt mehrfach Teil der Wirtschaftsdelegationen, die Minister Westerwelle ins
Ausland begleiteten.&lt;/a&gt;&lt;o /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.stern.de/politik/deutschland/steinmeier-ueber-westerwelle-meine-frau-hatte-keine-zeit-fuer-auslandsreisen-1549507.html&quot;&gt;Gestern machte darum der SPD-Fraktionschef und ehemalige Außenminister Frank-Walter
Steinmeier einen zaghaften Versuch, seinen Amtsvorgänger zu kritisieren&lt;/a&gt;. Der
Sozialdemokrat wäre glaubwürdiger, wenn er seinerzeit nicht selbst mehrfach
einen persönlichen Unternehmerfreund mit auf die Reise genommen hätte. &lt;a href=&quot;http://www.stern.de/politik/deutschland/dienstreisen-als-aussenminister-steinmeier-und-sein-prinz-1549600.html&quot;&gt;Darüber berichten
wir heute – nämlich hier.&lt;/a&gt;&lt;o /&gt;&lt;/p&gt; 
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 <id>tag:post:,2010-01-26:3360</id>
 <title>Burka statt Bikini</title> 
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 <summary type="text/plain">Die halbe Republik diskutiert nach der  Großspende des Milliardärs August von Finck an die FDP  über die deutsche Parteispendenpraxis. Und prompt denkt Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) ...</summary> 
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 <name>Hans-Martin Tillack</name> 
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 <email>tillack.hans-martin@stern.de</email> 
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<dc:subject>
Politik &amp;amp; Panorama 
</dc:subject> 
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 Die halbe Republik diskutiert nach der &lt;a href=&quot;http://www.stern.de/blog/6_hans-martin_tillack/archive/3301_die_fdp_der_hotelmilliardaer_und_die_tomaten.html&quot;&gt;Großspende des Milliardärs August von Finck an die FDP &lt;/a&gt;über die deutsche Parteispendenpraxis. Und prompt denkt Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) über ein kleines Reförmchen nach.&lt;br/&gt;&lt;br /&gt;

&lt;p class=&quot;Lauftext&quot; /&gt;&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;Okay, der Ausdruck Reförmchen ist relativ gnädig. Immerhin,
wie man auf den Bundestagsfluren flüstert, überlegt der Parlamentspräsident,
die Großspenden an die Parteien, die 50 000 Euro überschreiten, rascher zu
veröffentlichen. Heute vergeht zum Teil mehr als ein Monat, bis Lammert solche
Spenden publik macht, nachdem die Parteien sie bei ihm gemeldet haben. Und er
veröffentlicht sie immer nur gesammelt, einmal im Monat. Das müsse eben alles
„durch die Verwaltungsregeln laufen“, erläutert ein Parlamentssprecher diese
Praxis in vagen Worten.&lt;o /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;Jetzt überlegt der Präsident, diese Informationen rascher herauszugeben.
Das ist ein erster Schritt. Viele weitere müssten folgen. Wenn Lammert schon
Transparenz demonstrieren will, könnte er außerdem die Präsentation der
Spendenberichte auf der Bundestagswebsite überarbeiten. Der normale Bürger hat
dort kaum eine Chance, zu den Namen und Zahlen zu kommen. Nicht auf der Startseite
und noch nicht mal auf der Sitemap gibt es den kleinsten Hinweis auf
Parteispenden. Als ob es die gar nicht gibt und der Bundestag dafür gar nicht
zuständig wäre.&lt;o /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;Der mündige Bürger, der danach sucht, muss auf der
Bundestagssite erst auf „Dokumentation &amp;amp; Recherche“ klicken, dort auf
„rechtliche Grundlagen“, dann runterscrollen bis „Parteiengesetz“ - &lt;a href=&quot;http://www.bundestag.de/bundestag/parteienfinanzierung/index.html&quot;&gt;und findet
hier schließlich den Link zur „Finanzierung“ mit den Rechenschaftsberichten der
Parteien und den gemeldeten Großspenden&lt;/a&gt;. Nur Mut, manchmal funktionieren dann
sogar die Links zu den einzelnen Berichten. Auf die Idee, die Angaben über eine
nach Spender- und Empfängernamen durchsuchbare Datenbank zu präsentieren, kam
man im Hause Lammert bis heute nicht. Logisch, das Internet ist ja doch noch
eine relativ junge Erfindung.&lt;o /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;Statt die Spendendaten zu veröffentlichen, versucht der
Bundestag sie bis heute offensichtlich eher zu verschleiern. Apropos Schleier
und überhaupt: Die deutschen Parteien haben die Transparenz der Parteispenden
tatsächlich so geregelt, dass sie eher einer Burka gleicht, als einem Bikini.&lt;o /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.rp-online.de/politik/deutschland/Lammert-fuerchtet-Schaden-fuer-Demokratie_aid_808744.html&quot;&gt;Lammert behauptete zwar dieser Tage, die hiesige
Parteispendenpraxis gelte „international als vorbildlich“&lt;/a&gt;. Doch diese Meinung
wird international leider weniger geteilt. &lt;a href=&quot;http://www.stern.de/blog/6_hans-martin_tillack/archive/3198_dumme_deutsche.html&quot;&gt;Erst vor wenigen Wochen kritisierten
sowohl Europarat wie OSZE die geringe Transparenz des deutschen Spendenwesens.
&lt;/a&gt;Schade, dass der Parlamentspräsident offenbar keine Zeitung liest und sich auch
nicht dafür interessiert, wie das alles in den Mutterländern der Demokratie
geregelt wird.&lt;o /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;Zum Beispiel in den USA oder &lt;a href=&quot;http://www.coe.int/t/dghl/monitoring/greco/evaluations/round3/GrecoEval3(2008)5_France_Two_EN.pdf&quot;&gt;Großbritannien&lt;/a&gt;. In beiden
Staaten müssen die Parteien ihre Spenden vierteljährlich melden, nicht jährlich
wie bei uns. Und während bei uns die Rechenschaftsberichte mit den Spendernamen
unter 50 001 Euro erst mit zwei Jahren Verspätung veröffentlicht werden,
stellen Briten und Amerikaner die Reports immer sofort online. Aber das
Internet ist ja noch eine relativ junge... siehe oben!&lt;o /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.coe.int/t/dghl/monitoring/greco/evaluations/round3/GrecoEval3(2008)5_France_Two_EN.pdf&quot;&gt;Nur in Frankreich werden Spendernamen gar nicht online
gestellt. Aber links des Rheins sind Parteispenden über 7500 Euro pro Jahr ganz
verboten&lt;/a&gt;. Eine solche Obergrenze haben wir nicht. Genauso wenig wie ein Verbot
von direkten Unternehmensspenden an Parteien und Politiker. Das haben aber
Frankreich und die USA. Ja, es gilt in den USA auch nach dem jüngsten Urteil
des Supreme Court, das Firmen wieder erlaubt, politische Kampagnen zu
finanzieren.&lt;o /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;In den USA ist der Schwellenwert, ab dem Spendernamen publik
gemacht werden, übrigens weiterhin bei 200 Dollar. Genau, 200 Dollar. Bei uns:
10 000 Euro.&lt;a href=&quot;http://www.coe.int/t/dghl/monitoring/greco/evaluations/round3/GrecoEval3(2007)3_UnitedKingdom_Two_EN.pdf&quot;&gt; In England liegt er bei 5000 Pfund für Parteien und 1000 Pfund für einzelne Abgeordnete&lt;/a&gt;. Für einzelne
Abgeordnete gilt bei uns dagegen ebenfalls der absurd hohe Schwellenwert von 10 000 Euro.
Bis zu dieser Summe darf man - pro Jahr - deutschen Abgeordneten das Geld in aller
Heimlichkeit und als Bargeld überreichen. &lt;a href=&quot;http://www.perlentaucher.de/artikel/5378.html&quot;&gt;Und anders als in den meisten Ländern
Europas ist Abgeordnetenbestechung bei uns bis heute nicht umfassend verboten,
obwohl das eine von der Bundesrepublik mitgetragene UN-Konvention verlangt&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;&lt;o /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;Trotzdem ertönt es in Berlin immer wieder im Chor, die
deutsche Politik sei nicht käuflich. Nur dass das immer wenige glauben. &lt;a href=&quot;http://www.wdr.de/tv/presseclub/2010/0124/beitrag.phtml&quot;&gt;„Sind
unsere Politiker käuflich?“, fragte der ARD-Presseclub auf seiner Website am
Wochenende. 95,76 Prozent antworteten mit Ja&lt;/a&gt;. 4,24 Prozent sagten Nein.&lt;o /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;Das war keine repräsentative Umfrage, gewiss. In Berlin
arbeiten viele ehrliche Politiker, ganz bestimmt. Aber man würde den Unschuldsbeteuerungen
doch noch mehr glauben, wenn das Politikerkaufen endlich richtig verboten
würde. Oder wenn es leichter wäre herauszufinden, was deutsche Abgeordnete an
frommen Gaben so alles bekommen.&lt;o /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;Nicht so schüchtern, Herr Lammert! Streifen Sie die Burka ab!&lt;o /&gt;&lt;/p&gt; 
</content> 
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 <id>tag:post:,2010-01-16:3301</id>
 <title>Die FDP, der Hotelmilliardär und die Tomaten</title> 
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 <summary type="text/plain"> Klar, als Journalist ist man immer hellwach und wittert jede
Mauschelei schon von weitem.    Aber manchmal hat man auch einfach dieses Problem, das darin
besteht, dass die Sicht von Früchten ...</summary> 
 <author> 
  
 <name>Hans-Martin Tillack</name> 
 <url>/blog/6_hans-martin_tillack</url> 
 <email>tillack.hans-martin@stern.de</email> 
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Politik &amp;amp; Panorama 
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 &lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;Klar, als Journalist ist man immer hellwach und wittert jede
Mauschelei schon von weitem.&lt;/p&gt;&lt;br/&gt;&lt;p class=&quot;Lauftext&quot; /&gt;&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;Aber manchmal hat man auch einfach dieses Problem, das darin
besteht, dass die Sicht von Früchten aus der Gattung der Nachtschattengewächse
behindert wird. Ja, die Rede ist von Tomaten. Ja, auf den Augen.&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;&lt;o /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;So ging es mir jedenfalls im Fall der Großspenden, die seit
Ende 2008 aus dem Firmenimperium des&lt;span&gt; 
&lt;/span&gt;Milliardärs &lt;a href=&quot;http://www.forbes.com/lists/2009/10/billionaires-2009-richest-people_August-von-Finck_IPEM.html&quot;&gt;August von Finck&lt;/a&gt; an die FDP flossen. Im Juni 2009 enthüllten
wir im &lt;a href=&quot;http://www.stern.de/wahl-2009/aktuell/parteispenden-milliardaer-finck-spuelt-fdp-viel-geld-in-die-kasse-703800.html&quot;&gt;stern&lt;/a&gt;, dass es niemand anders als der schwerreiche Baron war, der hinter
der weithin unbekannten Düsseldorfer Substantia AG steht. Die hatte zunächst
zweimal je 250 000 Euro an die FDP überwiesen. Im Oktober vermeldete ich in
diesem &lt;a href=&quot;http://www.stern.de/blog/6_hans-martin_tillack/archive/3004_dschingis_khan_und_die_fdp.html&quot;&gt;Blog&lt;/a&gt; eine weitere Substantia-Spende an die Liberalen, über 300 000 Euro.
Im November wurde schliesslich eine &lt;a href=&quot;http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/000/1700036.pdf&quot;&gt;vierte Tranche&lt;/a&gt; publik, wieder 300 000 Euro. Summa
summarum also 1,1 Millionen innerhalb gut eines Jahres. Alles für die FDP.
Alles von Finck. Und immer über die Substantia AG, der man auf Anhieb nicht ansieht, wem sie gehört.&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;Warum sind die Liberalen dem – laut Forbes - fünftreichsten
Mann Deutschlands so viel wert? Jetzt sind es die Kollegen vom Spiegel, die
einen Zusammenhang herstellen, auf den ich – genau, Tomaten – bisher nicht
gekommen war. Sie weisen daraufhin, dass die von Fincks Familie kontrollierte Mövenpick-Gruppe in Deutschland
14 Hotels gehören. Also profitiert er von der Mehrwertsteuersenkung auf
Hotelübernachtungen, den die schwarz-gelbe Koalition auf Druck von FDP und CSU
gerade durchgesetzt hat. Experten sahen darin &lt;a href=&quot;http://www.sueddeutsche.de/politik/53/496369/text/&quot;&gt;ein volkswirtschaftlich nutzloses Geschenk
an die Hotellobby&lt;/a&gt;. Uns Steuerzahler kostet das Präsent etwa eine Milliarde
Euro.&lt;o /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;Übrigens kam laut Süddeutscher Zeitung im Jahr 2008 auch die
CSU in den Genuss großzügiger Finck-Spenden von insgesamt 820 000 Euro.&lt;o /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;Klar, der Baron erfüllte einfach seine staatsbürgerliche
Pflicht und half zwei demokratischen Parteien bei der Finanzierung ihrer
Wahlkämpfe. In einigen anderen Demokratien gibt es trotzdem Obergrenzen für
Großspenden dieser Art – weil finanzstarke Interessen damit unverhältnismäßig
starken Einfluss nehmen können. &lt;a href=&quot;http://www.mpifg.de/people/mh/paper/Hoepner%202006%20ZParl%20-%20Beitraege%20der%20Unternehmen%20zur%20Parteienfinanzierung%20.pdf&quot;&gt;In den USA und Frankreich sind direkte
Unternehmensspenden an Parteien sogar generell verboten.&lt;/a&gt;&lt;o /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;Bei uns untersagt das Parteiengesetz immerhin Spenden, die
&lt;a href=&quot;http://www.gesetze-im-internet.de/partg/BJNR007730967.html&quot;&gt;„erkennbar in Erwartung oder als Gegenleistung eines bestimmten
wirtschaftlichen oder politischen Vorteils gewährt werden“&lt;/a&gt;.&lt;o /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;Natürlich, es gibt keinerlei Beweise, dass FDP und CSU mit August von Finck solch
einen unsauberen Deal geschlossen und damit das Parteiengesetz verletzt haben. Alle Beteiligten werden das sicherlich bestreiten.&lt;o /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.stern.de/politik/deutschland/merkel-trimmt-cdu-auf-modernisierungskurs-1535477.html&quot;&gt;Aber, um eine Kanzlerinnenweisheit zu zitieren: „Entscheidend
ist, was hinten rauskommt.“&lt;/a&gt; Die beiden Parteivorsitzenden Guido Westerwelle (FDP)
und Horst Seehofer (CSU) werden darum damit leben müssen, wenn man sie künftig
etwas scheel ansieht.&lt;o /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;Weil ja jetzt das Gemüse aus der Gattung der
Nachtschattengewächse den Blick nicht mehr behindert.&lt;o /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;Zumindest in diesem Fall.&lt;o /&gt;&lt;/p&gt; 
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 <id>tag:post:,2010-01-6:3258</id>
 <title>Die Wahrheit über Wikileaks</title> 
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 <summary type="text/plain">Noch ein Nachtrag zur Kooperation zwischen Wikileaks und Medienhäusern wie dem stern.  Gestern hat Carta dazu ein interessantes Interview mit Julian Assange von Wikileaks veröffentlicht . Anders ...</summary> 
 <author> 
  
 <name>Hans-Martin Tillack</name> 
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 <email>tillack.hans-martin@stern.de</email> 
</author> 
<dc:subject>
Politik &amp;amp; Panorama 
</dc:subject> 
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 Noch ein Nachtrag zur Kooperation zwischen Wikileaks und Medienhäusern wie dem stern. &lt;a href=&quot;http://carta.info/21005/wikileaks-finanzierung-julian-assange-interview/&quot;&gt;Gestern hat Carta dazu ein interessantes Interview mit Julian Assange von Wikileaks veröffentlicht&lt;/a&gt;. Anders als man es dort verstehen könnte, hat der stern für die &lt;a href=&quot;http://www.stern.de/politik/deutschland/lkw-maut-rot-gruen-versprach-toll-collect-milliardenrendite-1524188.html&quot;&gt;Vertragsunterlagen zur Lkw-Maut&lt;/a&gt; übrigens nichts bezahlt. Nur Arbeit haben die Papiere uns gemacht, viel Arbeit. Kämpfen Sie sich mal durch 10 000 Seiten!&lt;br/&gt; 
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 <id>tag:post:,2010-01-5:3250</id>
 <title>Ramsauer und die geheime Rendite</title> 
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 <summary type="text/plain"> Lange war er einer der bestgehüteten Geheimnisse Berlins, der
Vertrag zwischen der Bundesregierung und dem Firmenkonsortium, das die deutsche
Lkw-Maut betreibt. Vor gut sieben Jahren hatte ihn ...</summary> 
 <author> 
  
 <name>Hans-Martin Tillack</name> 
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 <email>tillack.hans-martin@stern.de</email> 
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<dc:subject>
Politik &amp;amp; Panorama 
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 &lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;Lange war er einer der bestgehüteten Geheimnisse Berlins, der
Vertrag zwischen der Bundesregierung und dem Firmenkonsortium, das die deutsche
Lkw-Maut betreibt. Vor gut sieben Jahren hatte ihn die rot-grüne Regierung mit
Daimler, Deutscher Telekom und der französischen Cofiroute abgeschlossen. Jetzt
muss der neue Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) den Kontrakt verteidigen –
und verwickelt sich dabei in Widersprüche.&lt;/p&gt;&lt;br/&gt;&lt;p /&gt;&lt;p class=&quot;Lauftext&quot; /&gt;&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.stern.de/politik/deutschland/lkw-maut-rot-gruen-versprach-toll-collect-milliardenrendite-1524188.html&quot;&gt;Ende November hatte der stern bisher geheime Passagen des
Toll-Collect-Vertrages publik gemacht&lt;/a&gt;, in Kooperation mit der Website
&lt;a href=&quot;http://www.stern.de/politik/ausland/geheimdokumente-netzwerk-wikileaks-die-robin-hoods-des-internets-1524235.html&quot;&gt;Wikileaks&lt;/a&gt;. Der stern veröffentlichte auch brisante Zahlen zu der üppigen
Rendite, die die Regierung den Mautbetreibern offensichtlich zugesagt hatte. In
ihrem von der Regierung akzeptierten Angebot vom 22. April 2002 verlangten die
drei Konzerne – nach damaligen Preisen – insgesamt 1,117 Milliarden Euro über
die gesamte Vertragslaufzeit von zwölf Jahren. Und zwar netto, also zuzüglich
Umsatzsteuer. Gemessen an der geplanten Gesamtvergütung von netto fünf Milliarden
war das eine Umsatzrendite von über 19 Prozent. Davon können andere Firmen nur
träumen.&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;Minister Ramsauer ließ darauf Anfang Dezember gegenüber dem
Verkehrsausschuss des Bundestages in reichlich gewundenen Worten &lt;a href=&quot;http://finanzen.sueddeutsche.de/aktien/news_news?page=0&amp;amp;secu=303&amp;amp;dpa_news_id=6149387&quot;&gt;den Eindruck
erwecken, der stern habe falsch gerechnet&lt;/a&gt; – auch wenn er und seine Mitarbeiter
sich wohlweislich nicht trauten, das öffentlich laut zu sagen. Die dem
Konsortium zugestandene Umsatzrendite liege unter zehn Prozent, behauptete ein
Ramsauer-Staatssekretär im Verkehrsausschuss in vertraulicher Sitzung. Dem Ausschussvorsitzenden
Winfried Hermann (Grüne) gab es das Ministerium schriftlich: Anders als der
stern es offenbar verstehe, definiere der Betreibervertrag die Rendite nicht
nur als „Verzinsung von Eigenkapital“ und Vergütung für die „Übernahme des
unternehmerischen Risikos“, sondern decke damit auch „bestimmte Aufwände der
Betreibergesellschaft“ ab, etwa das „Ausfallrisiko bei Zahlungsunfähigkeit von
Mautschuldnern“.&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;Doch damit hatte sich der Verkehrsminister offenkundig in das
Reich der behördlichen Dementierphantasie verabschiedet. In dem von der
Regierung dem Verkehrsausschuss des Bundestages am 22.Oktober 2003 vorgelegten
so genannten Kernvertrag über den Betrieb der Lkw-Maut wurde die Rendite für
das Toll-Collect-Konsortium eindeutig und abschließend definiert als „der vom
Bieter in seinem Angebot geforderte absolute Betrag zur Verzinsung von Eigen-
und Fremdkapital und für die Übernahme des unternehmerischen Risikos“. &lt;o /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;Wann und wo sei denn ergänzend vertraglich vereinbart worden,
dass die Rendite überdies „bestimmte Aufwände der Betreibergesellschaft
abdecken“ solle, wie jetzt vom Ministerium behauptet – das fragte der grüne
Verkehrsexperte Anton Hofreiter den Minister Ramsauer dieser Tage schriftlich.
Lapidare Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Enak Ferlemann (CDU):
„Diese Regelungen“ seien bereits im Vertrag in der Fassung von November 2002
enthalten gewesen.&lt;o /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;Wie gesagt, noch im Oktober 2003 hatte das
Verkehrsministerium dies vor dem Bundestag anders dargestellt. Kein Wunder,
dass das Ramsauer-Ressort zu den tatsächlichen Rendite-Zahlungen an das
Toll-Collect-Konsortium öffentlich lieber keine präziseren Angaben machen will.
„Welche Rendite Toll Collect effektiv erzielt, ist als Betriebsgeheimnis
einzustufen und unterliegt der Geheimhaltung“, schrieb Ferlemann dem
Abgeordneten Hofreiter.&lt;o /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;Für uns beim stern Grund genug, nicht an der Richtigkeit der
Zahlen zu zweifeln, die wir veröffentlicht haben. Denn die stützen sich nicht
auf regierungsamtliche Rabulistik - sondern auf offizielle Papiere.&lt;o /&gt;&lt;/p&gt;




&lt;p&gt;
&lt;/p&gt; 
</content> 
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 <id>tag:post:,2009-12-16:3198</id>
 <title>Dumme Deutsche</title> 
 <link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.stern.de/blog/6_hans-martin_tillack/archive/3198_dumme_deutsche.html" /> 
  
 <modified>2009-12-16T17:03:46%O</modified> 
 <issued>2009-12-16T17:03:46%O</issued> 
 <created>2009-12-16T17:03:46%O</created> 
 <summary type="text/plain">Gleich zwei internationale Organisationen stellen die Bundesrepublik an den Pranger – wegen der hierzulande sehr undurchsichtigen Parteispendenpraxis.  Vergangene Woche war es die Staatengruppe ...</summary> 
 <author> 
  
 <name>Hans-Martin Tillack</name> 
 <url>/blog/6_hans-martin_tillack</url> 
 <email>tillack.hans-martin@stern.de</email> 
</author> 
<dc:subject>
Politik &amp;amp; Panorama 
</dc:subject> 
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 Gleich zwei internationale Organisationen stellen die Bundesrepublik an den Pranger – wegen der hierzulande sehr undurchsichtigen Parteispendenpraxis.&lt;br/&gt;&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;Vergangene Woche war es die Staatengruppe gegen Korruption
des in Straßburg residierenden Europarats (abgekürzt &lt;a href=&quot;http://www.coe.int/t/dghl/monitoring/greco/news/News(20091209)Eval3Germany_en.asp&quot;&gt;Greco – Groupe d’Etats
contre la corruption&lt;/a&gt;), der auch Deutschland angehört. Am Montag folgte die OSZE
in Wien. Beide kritisierten etwas, das hierzulande kaum einen zu stören
scheint: Die geringe Transparenz des deutschen Parteispendenwesens.&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;Bis heute erfahren wir Bundesbürger nur die Namen derjenigen
Parteispender, die pro Jahr mehr als 10 000 Euro an eine Partei gezahlt haben –
und auch das erst mit bis zu zwei Jahren Verspätung. Die Regeln seien hier
„eindeutig unangemessen“, kritisiert der Greco-Bericht. Denn die Gesellschaft
als Ganze habe so „keine echte“ Chance, „irgend eine Art sozialer Kontrolle auszuüben“.&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;Anders gesagt: wir Deutschen bleiben dumm. So können Konzerne
mühelos vor der Bundestagswahl großzügige Spenden verteilen, doch die Bürger
erfahren davon erst lange nach der Wahl und können die Information nicht mehr
verwerten. Nur Großspenden ab 50 000 Euro müssen rascher publik gemacht werden.
Diese Schwelle sei „übertrieben hoch“ und „ungeeignet“, um hinreichende
Transparenz zu schaffen, kritisiert Greco: „Die meisten anderen Länder in
Europa haben die Veröffentlichungsschwellen sehr viel niedriger angesetzt.“&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;Eigentlich sagt das Grundgesetz in Artikel 21, dass die
Parteien „über die Herkunft und Verwendung ihrer Mittel sowie über ihr Vermögen
öffentlich Rechenschaft geben“ müssen. Dass die geltenden Regeln dem gerecht
werden, kann man bezweifeln – auch wenn das Bundesverfassungsgericht dazu
bisher immer seinen Segen gegeben hat.&lt;o /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;„Dringenden“ Reformbedarf sieht der Greco-Rapport auch bei den
so genannten Abgeordnetenspenden – also den Geldern, die nicht an Parteien,
sondern direkt an einzelne Volksvertreter fließen. Anders als die Parteien
dürfen Abgeordnete Spenden komplett als Bargeld in Empfang nehmen. Der
Geldkoffer lässt grüßen. Erst ab Summen von 5000 Euro erfährt selbst der
Bundestagspräsident von den Zuwendungen. Verglichen mit den Sanktionen, die
Parteien bei Falschangaben drohen, sei der Strafmechanismus für
Bundestagsabgeordnete vage formuliert, die Regeln generell „eher lax“.&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;Das ist aus Sicht der Straßburger Korruptionsbekämpfer umso
besorgniserregender, weil auch &lt;a href=&quot;http://www.stern.de/blog/index.php?op=ViewArticle&amp;amp;articleId=1286&amp;amp;blogId=6&quot;&gt;die Abgeordnetenbestechung in Deutschland bis
heute weitgehend straffrei geblieben ist&lt;/a&gt;. Nur der nackte Stimmenkauf ist ein
Verbrechen. Wer mit dem Geldbündel in der Hand einen Abgeordneten dazu bringt,
sich im Ausschuss für das eigene Unternehmen stark zu machen, hat keine
Ermittlungen zu befürchten.&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;Es gebe in Deutschland nur „wenige legale Mittel“,
zweifelhaftes oder korruptives Verhalten von Parlamentariern „zu beschränken,
zu kontrollieren und zu sanktionieren“, kritisiert Greco. Die Öffentlichkeit
könnte daher „den Eindruck“ gewinnen, dass Teile der Gesellschaft nicht den
gleichen Regeln unterliegen wie der Rest der Bevölkerung.&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;„Problematisch“ finden die Greco-Experten auch einen anderen
Trend, der die Regeln zur Parteienfinanzierung zu unterlaufen droht. Zunehmend
häufig ließen sich die Parteien mit Sponsoringzahlungen beglücken – wenn etwa
Tabakkonzerne die Presselounge auf dem Parteitag finanzieren. Es sei „nicht
völlig klar“, wie das Parteiengesetz dieses Sponsoring regele.&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;Trotz dieser drastischen Worte hat die Schelte aus Straßburg
bei uns kaum ein Echo gefunden. Außer &lt;a href=&quot;http://www.transparency.de/2009-12-09-GRECO-Bericht.1544.0.html&quot;&gt;Transparency International&lt;/a&gt; hat kaum einer
darauf reagiert. Genauso wenig wie auf die &lt;a href=&quot;http://www.osce.org/documents/odihr-el/2009/12/42097_en.pdf&quot;&gt;Kritik der Wiener OSZE&lt;/a&gt;, also der
Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, der die
Bundesrepublik ebenfalls angehört. Deren Wahlbeobachter urteilten vorgestern,
Transparenz sei zwar offiziell ein Grundprinzip des deutschen Systems zur
Parteienfinanzierung. Doch in der Praxis sei diese eher „begrenzt“.&lt;o /&gt;&lt;/p&gt; 
</content> 
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 <id>tag:post:,2009-10-27:3050</id>
 <title>Pressefreiheit, ein Problem von gestern?</title> 
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 <modified>2009-10-27T16:35:59%O</modified> 
 <issued>2009-10-27T16:35:59%O</issued> 
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 <summary type="text/plain"> Die  Europäische Charta für Pressefreiheit , die wir  Ende Mai
in Hamburg lanciert hatten , liegt jetzt auch dem Europarat vor. Gestern durfte
ich sie in Luxemburg dem gegenwärtigen ...</summary> 
 <author> 
  
 <name>Hans-Martin Tillack</name> 
 <url>/blog/6_hans-martin_tillack</url> 
 <email>tillack.hans-martin@stern.de</email> 
</author> 
<dc:subject>
Politik &amp;amp; Panorama 
</dc:subject> 
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 &lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;Die &lt;a href=&quot;http://www.pressfreedom.eu/de/index.php&quot;&gt;Europäische Charta für Pressefreiheit&lt;/a&gt;, die wir &lt;a href=&quot;http://www.stern.de/blog/6_hans-martin_tillack/archive/2410_charta_fuer_pressefreiheit.html&quot;&gt;Ende Mai
in Hamburg lanciert hatten&lt;/a&gt;, liegt jetzt auch dem Europarat vor. Gestern durfte
ich sie in Luxemburg dem gegenwärtigen Vorsitzenden des Ministerrats des Europarats
überreichen, dem &lt;a href=&quot;http://www.mzz.gov.si/nc/en/tools/cns/news/article/6/26142/55ea89df6a/&quot;&gt;slowenischen Außenminister Samuel Zbogar&lt;/a&gt;. &lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;&lt;o /&gt;&lt;/p&gt;&lt;br/&gt;&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;Schon Anfang Juni hatte der Initiator der Charta, Hans-Ulrich
Jörges aus der stern-Chefredaktion, die Charta in Brüssel der EU-Kommissarin
Viviane Reding vorgelegt. Jetzt war der &lt;a href=&quot;http://assembly.coe.int/default.asp&quot;&gt;Europarat&lt;/a&gt; dran, der – wie natürlich jeder
weiß - nicht mit der EU verwechselt werden darf. Ihm gehören mit Russland,
Moldawien, Aserbeidschan, Armenien und Georgien auch Länder an, in denen kritischen
Journalisten das Leben besonders schwer gemacht wird – falls sie es nicht sogar
verlieren.&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;&lt;o /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;Zbogar nahm die Charta gestern im Plenarsaal des &lt;a href=&quot;http://www.chd.lu/wps/portal/public/!ut/p/c1/04_SB8K8xLLM9MSSzPy8xBz9CP0os3gXI5ewIE8TIwN380ATAyMvVy_z0GA_YwsXM6B8pFm8kYVFcJC7o6-rpWWok4GngbNhsGugk5GBpxEB3X4e-bmp-gW5EeUATCJ5_Q!!/dl2/d1/L0lDU0lKSWdrbUEhIS9JRFJBQUlpQ2dBek15cXchL1lCSkoxTkExTkk1MC01RncvN19EMkRWUkk0MjBHTEk3MDJGME9CSzFRMDBHMS9TVlU3MDY1ODkwMTEw/?WCM_PORTLET=PC_7_D2DVRI420GLI702F0OBK1Q00G1_WCM&amp;amp;WCM_GLOBAL_CONTEXT=/wps/wcm/connect/Contents.public.chd.lu/st-www.chd.lu/sa-actualites/sa-communiquesdepresse/chartepressecoe261009/&quot;&gt;Luxemburger
Parlaments&lt;/a&gt; in Empfang. Dort tagte der Unterausschuss für Medien der
Parlamentarischen Versammlung des Europarats und diskutierte die Lage der
Pressefreiheit in Ost- und Westeuropa. Während ein Bericht des britischen
Journalisten William Horsley die Abgeordneten über wachsende Probleme in Ost
wie West warnte, waren die Volksvertreter eher weniger besorgt. Die Schweizer
Nationalrätin Doris Fiala fand gar, in Westeuropa sei die Pressefreiheit doch
gesichert – trotz all der zusätzlichen Überwachungstechniken, die den
Staatsapparaten im Kampf gegen den Terror in den vergangenen Jahren zufielen.
Woran es mangele, fand Fiala dagegen, sei das Verantwortungsgefühl mancher
Journalisten. Was sei, wenn die Medien Anschuldigungen zu Unrecht erhöben? Die
gleiche Klage führte die Luxemburger Parlamentarierin Anne Brasseur.&lt;o /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;Horsley antwortete, dass zumindest in Großbritannien strenge
Gesetze gegen Verleumdung gelten. Ähnliches gilt auch in Deutschland, wie ich
später versuchte Fiala zu erklären.&lt;o /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;Aber Politiker sind halt nicht die natürlichen Verbündeten
des kritischen Journalismus. Umso wichtiger, dass die Medienleute selbst für
ihre Rechte eintreten. So wie das mit der Charta geschieht, die inzwischen von
fast 500 Kollegen aus ganz Europa unterschrieben wurde.&lt;o /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;Der Vorsitzende des Medienkomitees, der Labourpolitiker
Andrew McIntosh aus Großbritannien, scheint immerhin einiges mehr an
Problembewusstsein zu besitzen, als manche seiner Ausschusskollegen. Er drängte
darauf, wie geplant einen kritischen Bericht zur Lage der Pressefreiheit zu
verabschieden.&lt;o /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;Als ihn Experte Horsley mit „Lord“ ansprach, verbat er sich
übrigens diese Anrede und drohte jedem mit seinem Krückstock, der sie doch
gebrauche.&lt;o /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;Der Mann scheint also durchsetzungsstark. &lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;&lt;o /&gt;&lt;/p&gt; 
</content> 
</entry> 
 
 <entry> 
 <id>tag:post:,2009-10-7:3004</id>
 <title>Dschingis Khan und die FDP</title> 
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 <modified>2009-10-07T17:19:41%O</modified> 
 <issued>2009-10-07T17:19:41%O</issued> 
 <created>2009-10-07T17:19:41%O</created> 
 <summary type="text/plain"> Der als rechtslastig geltende Multimilliardär  August von
Finck  hat der FDP kurz vor der Wahl erneut eine Großspende zukommen lassen –
über stattliche 300 000 Euro.   
Am 5. August 2009 ...</summary> 
 <author> 
  
 <name>Hans-Martin Tillack</name> 
 <url>/blog/6_hans-martin_tillack</url> 
 <email>tillack.hans-martin@stern.de</email> 
</author> 
<dc:subject>
Politik &amp;amp; Panorama 
</dc:subject> 
 <content type="text/html" mode="escaped" xml:lang="de" xml:base="/blog/6_hans-martin_tillack"> 
 &lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;Der als rechtslastig geltende Multimilliardär &lt;a href=&quot;http://www.forbes.com/lists/2009/10/billionaires-2009-richest-people_August-von-Finck_IPEM.html&quot;&gt;August von
Finck&lt;/a&gt; hat der FDP kurz vor der Wahl erneut eine Großspende zukommen lassen –
über stattliche 300 000 Euro.&lt;/p&gt;&lt;br/&gt;&lt;p&gt;
Am 5. August 2009 überwies die Düsseldorfer Substantia AG der
FDP die stolze Summe von 300 000 Euro. So steht es in einer Drucksache des
Bundestages vom 25.September. Wie wir im Juni im &lt;a href=&quot;http://www.stern.de/wahl-2009/aktuell/parteispenden-milliardaer-finck-spuelt-fdp-viel-geld-in-die-kasse-703800.html&quot;&gt;stern&lt;/a&gt; – gestützt auf
Recherchen im Handelsregister - berichtet hatten, gehört die weitgehend unbekannte
Düsseldorfer Aktiengesellschaft ihrerseits der Münchner Firma Vercura. Und die
ist im Besitz von Multimilliardär August von Finck. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der Baron ist in der Öffentlichkeit wenig bekannt, dabei gilt er als &lt;a href=&quot;http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/871/350705/bilder/?img=5.5&quot;&gt;fünftreichster Mann&lt;/a&gt; im Lande. Finck hatte in der
Vergangenheit auch der CSU und dem Euro-Gegner Manfred Brunner mit
beträchtlichen Summen ausgeholfen. „Rechts von Gustl steht bloß noch der
Dschingis Khan“, spottete einmal ein Freund des heutigen FDP-Unterstützers.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Erst im April hatte die Substantia der FDP 250 000 Euro
zukommen lassen. Unter ihrem alten Namen VM Holding AG überwies das Unternehmen
bereits im Oktober 2008 ebenfalls eine viertel Million an die Partei von Guido
Westerwelle. Damals war die Firma schon zu 90 Prozent unter der Kontrolle des
Münchner Barons.&lt;o&gt;&lt;o /&gt;&lt;/o&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;Merkwürdig ist, dass eine Reihe anderer Zeitungen seitdem ebenfalls
von den Spenden der Substantia an die FDP berichteten. Den Namen des
Multimiliardärs von Finck ließen „Bild“, „Handelsblatt“ und &lt;a href=&quot;http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,649227,00.html&quot;&gt;„Spiegel“&lt;/a&gt; aber weg.&lt;o /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;„Follow the money“ hieß die Maxime, die der FBI-Spitzenbeamte
Mark Felt seinerzeit dem Watergate-Enthüller Bob Woodward auf den Weg gab. Sie
ist bis heute ein gutes Motto für Journalisten - oder sollte es sein.&lt;o /&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;
&lt;/p&gt; 
</content> 
</entry> 
 
 <entry> 
 <id>tag:post:,2009-08-27:2867</id>
 <title>Sado-Maso mit Zensursula</title> 
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 <modified>2009-08-27T11:48:41%O</modified> 
 <issued>2009-08-27T11:48:41%O</issued> 
 <created>2009-08-27T11:48:41%O</created> 
 <summary type="text/plain"> Merkwürdige Dinge geschehen im Haus von Familienministerin
Ursula von der Leyen. Da werden Leute gefeuert und degradiert. Da interveniert
der Pressesprecher gegen kritische Artikel. Natürlich ...</summary> 
 <author> 
  
 <name>Hans-Martin Tillack</name> 
 <url>/blog/6_hans-martin_tillack</url> 
 <email>tillack.hans-martin@stern.de</email> 
</author> 
<dc:subject>
Politik &amp;amp; Panorama 
</dc:subject> 
 <content type="text/html" mode="escaped" xml:lang="de" xml:base="/blog/6_hans-martin_tillack"> 
 &lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;Merkwürdige Dinge geschehen im Haus von Familienministerin
Ursula von der Leyen. Da werden Leute gefeuert und degradiert. Da interveniert
der Pressesprecher gegen kritische Artikel. Natürlich völlig zu Recht, denn
alles geht doch seinen geordneten Gang.&lt;/p&gt;&lt;br/&gt;&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;Gestern berichteten wir über &lt;a href=&quot;http://www.stern.de/wahl-2009/aktuell/von-der-leyens-dienstfahrten-leere-spalten-in-den-fahrtenbuechern-1505275.html&quot;&gt;einen neuen Akt im
Dienstwagendrama der Familienministerin&lt;/a&gt;. Die CDU-Politikerin versucht seit acht Monaten, einen
Fahrer loszuwerden, der mit Kritik an der Führung der Fahrtenbücher des
Ministeriums aufgefallen war. Schon vier verschiedene Kündigungen hat das
Familienressort dem Chauffeur zugestellt. Laut der Behörde hat der Rausschmiss
rein gar nichts mit irgendwelchen Missständen im Ministerium zu tun. Sondern
mit angeblichen schwerwiegenden Verfehlungen des Fahrers. Dumm nur, dass von
der Leyens Anwälte bisher nicht einmal das Berliner Arbeitsgericht von der
Schwere dieser Pflichtverletzungen des Bediensteten überzeugen konnten.&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;&lt;o /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;Trotzdem intervenierte der Sprecher der Ministerin, die von bösen
Menschen gerne als &lt;a href=&quot;http://www.stern.de/blog/6_hans-martin_tillack/archive/2753_zensursula_im_zickenkrieg.html&quot;&gt;Zensursula&lt;/a&gt; verspottet wird, mehrfach in der stern-Redaktion.
Man habe doch alle meine Fragen „erschöpfend“ beantwortet, schrieb der Pressesprecher
Jens Flosdorff an meine Vorgesetzten. Dennoch habe ich in Artikeln im &lt;a href=&quot;http://www.stern.de/politik/deutschland/dienstwagen-affaere-von-der-leyen-verweigert-einsicht-in-fahrtenbuecher-707474.html&quot;&gt;stern&lt;/a&gt; und
auf &lt;a href=&quot;http://www.stern.de/politik/deutschland/dienstfahrten-von-der-leyens-extratouren-650818.html&quot;&gt;stern.de&lt;/a&gt; den Eindruck erweckt, „bei der Dienstwagennutzung der Ministerin
sei irgendwas faul“. Obwohl das gar nicht zutreffe! Könne man das nicht mal, so
fragte der PR-Mann meine Chefs, „in der Redaktion zur Sprache“ bringen?&lt;o /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;Weil die Ministerin ein vollkommen reines Gewissen hat, verweigert
sie ja auch hartnäckig den Einblick in ihre Fahrtenbücher. Die Argumente, die
von der Leyen gegen das bisschen Transparenz anführte, konnte selbst der Bundesdatenschutzbeauftragte
„nicht nachvollziehen“.&lt;o /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;Ebenfalls nicht leicht zu begreifen, warum ausgerechnet der
für den Ministeriumsfuhrpark zuständige Abteilungsleiter kürzlich versetzt
wurde. Er wurde, was selten vorkommt, runtergestuft. Jetzt führt er nicht mehr
die mächtige Zentralabteilung, sondern nur noch eine Unterabteilung, zuständig
für das zugegebenermaßen superspannende Thema der „Teilhabe junger Menschen“.&lt;o /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;Laut Ministerium handelt es sich darum keinesfalls um eine
„Rückstufung“. Nein, der Beamte habe selbst darum gebeten, sich „einer neuen
Herausforderung in einer neuen Funktion stellen zu dürfen“. Auch das ohne jeden
Zusammenhang mit irgendwelchen Dienstwagenproblemen.&lt;o /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;Und nicht wahr, was wäre eine größere Herausforderung, als
noch mal eine Stufe weiter unten anzufangen? Ja Ministerin, bitte erniedrige
mich! &lt;o /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;Früher galt das Familienministerium mal als biedere Behörde,
zuständig für langweiliges Gedöns. Heute klingt es eher nach Sado-Maso.&lt;o /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;Lauftext&quot;&gt;Was ist nur aus der alten Tante CDU geworden?&lt;o /&gt;&lt;/p&gt; 
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