Can’t buy me love! – von Hunden und Modepuppen
Veröffentlicht in Allgemein von Alice Miller am 20.09.2010 um 19:27 Uhr

Willkommen zum dritten und letzten Teil der Düsseldorf-Regentag-Trilogie.

Marc Cain zeigt neben erstaunlich dezenten Schaufenstern auch das gruseligste Taschen-Accessoire dieser Saison. Kaum eine Zeitschrift oder Vertreter, der es nicht angespriesen hätte, als DAS  “neue” It-Piece.

Ich präsentiere Ihnen voller …Gääääähn… den atemberaubenden, wahnwitzig wunderschönen, praktisch prachtvollen…….(Trommelwirbel)……….

FUCHSSCHWANZ!

…mmmh gut…. das Horrorblond und die silbrig-”perlnuttigen” Puppen kennzeichnen den Look dann doch eindeutig als Marc Cain….

Bei Marc Cain findet man  jederzeit schlichte, schmeichelnde Einzelteile, aber wie zur Hölle schaffen es die Kreativlinge nur immer wieder den Komplettlook, ach was schreib ich, die gesamte Deko!!! so altbacken und trashig aussehen zu lassen??????

Wir verlassen diesen etwas trutschigen, aber umsatzbringenden Ort und schlendern weiter Richtung Kunst und Mode.

Die Muschelsucherin in mir ist von der kitschigen Deko des nächsten Fensters begeistert, die Konsumentin in mir von einem Paar Ohrringe.

…die beiden (pastellig blau-orange-goldenen) Schätzchen oben rechts auf der Muschel baumeln jetzt des Öfteren von meinen Ohren.

An dieser Stelle möchte ich Euch meine Düsseldorfer Lieblingsgalerie vorstellen.

Galerie Zimmermann & Heitmann

Kunsthaus seit 1879

Liebling deshalb, weil mich die Kunstauswahl begeistert und die Werke mich fröhlich machen. Für mich muss Kunst nicht düster, schwer verständlich, extrem tiefgründig und nicht mal aussagekräftig sein, sie darf mich auch nur mitreißen und positiv stimmen.

Wahrscheinlich liegt das daran, dass ich nicht wirklich Ahnung von Kunst und der Art sie zu bewerten habe. Sicherlich hat ein Werk, das mir einfach schön erscheint, eine Aussage, eine Bedeutung und auch ein Gut oder Schlecht verdient. Ich bin nur leider nicht in der Lage das zu Erkennen, geschweige denn ein Urteil zu fällen.

Kunst bewegt mich. Sie kann mir von Schmunzeln bis zum lauthalsen Lachen, von Stirnrunzeln zu völligem Unverständnis, von einem Seufzen bis zu lautlosen Tränen, von Wutschnauben bis hin zu körperlichem Ekel alles entlocken, alles mit mir machen. Wenn ein Werk Emotionen, egal welcher Art, in mir auslöst, dann bekommt es von mir den Daumen hoch. Bis dahin weiß ich noch nichts über den Künstler und sein künstlerisches Können, sondern reagiere nur auf das, was er geschaffen hat. Da mir das ist den meisten Fällen reicht, kann man mich mit Kunst schnell erreichen.

Momentan gefällt mir eben Poppiges, Positives, Farbenfrohes. Das passt auch zu meinem Comic-Splean ;-)

Jetzt aber genug von mir und zurück zu zimmermann & heitmann.

Viel Spaß mit meinen Eindrücken:

Steve McQueen von Jörg Döring

Can’t buy me love!!!!!!!!!

Seit dem Galerie-Besuch bin ich eifrig am Sparen, um ein Bild von Jörg Döring irgendwann mein Eigen nennen zu können.

Zu guter Letzt noch ein Blick auf die gegenüberligende Straßenseite. Heinrich-Heine-Allee 55.

Dort findet man Jades ( inzw.mit eigenem Online-Shop) und seit einigen Jahren auch More Jades. Zwei der bekanntesten deutschen Fashion-Tempel.

Sie waren die ersten, die sich komplett dem L.A.-Look verschrieben haben und halten weiterhin daran fest. Anscheinend mit Erfolg.

Hilfreich ist hierbei die eigene Vertriebsagentur Unifa, die neben einer Eigenmarke, Jaded by knight, alle wichtigen L.A.-Style-Marken (z.B. Amor & Psyche, Juicy Coutoure, Junk Food) und fast alle relevanten Premium-Jeans-Brands führt.

Grandios ist immer die Schaufenster-Dekoration, genauso, wie die Showroom-Präsentation.

Viel Spaß damit!!!

Unifa

Jades & More Jades

Vielfältig, amüsant, gekonnt, manchmal provokativ, sexy, anders und auffallend so sind Jades & More Jades Schaufenster.

Da macht der Schaufenster-Bummel gleich doppelt Spaß.

Also gönnt Euch auch mal einen Tag reinen Eye-Shoppings, das schont den Geldbeutel.

Im nächsten Beitrag geht es um eine echte “Märchenhochzeit”!!!

Bis demnächst,

Eure Alice.

Wenn ihr unbedingt was kaufen müsst, dann vielleicht einen Chinese Crested, wie oben im Schaufenster. Der wurde immerhin schon mal zum hässlichsten Hund der Welt gewählt und hört angeblich auf den Namen “Cruel, the warrior king!”

A rainy day in Düsseldorf
Veröffentlicht in Allgemein von Alice Miller am 08.09.2010 um 12:54 Uhr

…wo waren wir stehengeblieben? Ach ja, auf der Köningsallee in Düsseldorf.

Genauer an der Kö 30. Eickhoff. Albert Eickhoff ist schon seit unzähligen Jahren einer DER tonangebenden Modeeinzelhändler in Deutschland.

Ihm verdanken wir unter Anderem das Fotografieverbot bei Jil Sander, da er die innovativsten Teile sofort hat günstig nachproduzieren lassen.

Genauso können wir uns bei ihm für den Hype und das unfassbar schlechte Preis-, Leistungsverhältnis von Steffen Schraut bedanken, weil er sein hannoveraner Protegé dermaßen gepusht und mit Insider-Infos echter Designer versorgt hat, so dass jeder zweite Einzelhändler scheinbar nicht umhin kam, sein Gewissen aus- und den Money-Modus einzuschalten.

Wobei ich mich nicht ausschließen möchte. Zwei Saisons dauerte die Liaison mit Steffen und Albert, bis uns die Margen einfach zu unrealistisch erschienen und wir unsere Kunden (größtenteils Stammkunden) nicht länger mit dieser Qualität inklusive ungerechtfertigter Preise füttern wollten.

Die zugegebenermaßen gut interpretierten Kopien haben uns übrigens keine einzige Saison gefehlt. Wir haben einfach wieder mehr von den Originalen verkauft.

Nichtsdestotrotz hat Albert Eickhoff natürlich ein hervorragendes Gespür für Mode,  ein großartiges Kunden- und Marketinggefühl, genauso wie das nötige Know-how, um seine Position immer wieder zu behaupten und zahlreiche Kunden zufriedenzustellen.

Sein neuster Coup ist ein Joint Venture mit Iris Berben exklusiv für Eickhoff.

Herausgekommen sind ein stilvoller Katalog, ein Video, welches dauerhaft in einem der Eickhoff-Fenster läuft, die gesammelten Aussagen von Iris Berben zum Thema Mode, sowie große, rote Letter an sämtlichen Schaufenstern.

“Noch mehr als das Neue, reizt mich das Unerwartete.”

“Kluge Frauen beherrschen mehr als eine Rolle.”

…Zipper!!! Eines der wichtigsten Herbstdetails.

ETRO!

Ein Blick über die linke Schulter und wir sehen Karl Lagerfelds Interpretation des angesagten Schleifen-Haarschmucks in den Düsseldorfer Chanel-Fenstern (Mein Lieblingslook ist Nr.24 – Schneeparadiesvogel trifft Yeti zwecks Dating. Großartig, nur leider sündhaft teuer.).

…hat was von Cruella de Vil, einem Weihnachtsgeschenk und den Frauen aus dem Robert Palmer Video…ich finde die Deko super!

Im nächsten Post schlendern wir gemeinsam von der Kö zur Heinrich-Heine-Allee und lassen uns von den Eindrücken in einer wunderbaren Galerie inspirieren.

Jetzt machen wir noch einen kleinen Exkurs zu den zwei Orderterminen dieses Tages in Düsseldorf.

1. Henriette Steffensen – spezialisiert auf kuschelige Vlieswaren. In diesem Fall aber vertreten mit einem herrlich bequemen Homewear-Jumper.

2. Kitschiger Spaß mit den Blutsgeschwistern.

3. Ein Ausblick auf den Sommer 2011. In Form von DER Hose des nächsten Sommers, der Chino, und einem fröhlich-beerigen Hemd von Maison Scotch.

Aller guten Dinge sind drei und so folgt in Bälde der Dritte und letzte Teil meiner kleinen Düsseldorf-Exkursion.

Ach ja, wer diesen Herbst lässig aussehen und trotzdem warm verpackt sein möchte, der sollte sich sputen, um noch einen der gefütterten, leicht abgewetzten Parka z.B. von Closed zu bekommen. Bei uns sind die entspannten Übergangsteile schon beinahe ausverkauft.

Alles Liebe,

Eure Alice.

Neulich in Düsseldorf – Window-Shopping und überraschende Street-Style-Highlights
Veröffentlicht in Allgemein von Alice Miller am 06.09.2010 um 01:27 Uhr

Wie meine facebook-Leser wissen, wurde ich in letzter Zeit ein bisschen arg auf Trab gehalten und hoffe, ab jetzt wieder regelmäßig auch hier zum Schreiben zu kommen.

Neue Labels, Interviews, ungewöhnliche Shops, besonders skurile Kunden und lässiger Street-Style sind nur ein paar der Dinge, die ich Euch gern näherbringen würde.

Den Anfang macht Düsseldorf.

Aufgrund der Follow Up, waren wir gleich nach meinem “Urlaub” in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt zu Gast.

Von den Firmen vor Ort berichte ich ein ander Mal. Heute zeige ich euch meine Endrücke von der herllich konsumigen . Einmal pro Halbjahr ist ein solcher Ausflug interessant, aber auch ausreichend.

Zu Fuß geht es von meinem Düsseldorfer Lieblingsrestaurant, “Sila Thai“, nach einem hervorragenden Mittagstisch mit höllisch scharfer Ente, aus der Bahnstraße hoch zur Königsallee.

Unsere erste Station ist die, im Schatten vom übermächtigen und überschätzten Eickhoff stehende, Boutique “lunatic“!

Das Besondere an “lunatic” ist nebem dem außergewöhnlichen und treffenden Namen, die gelungene Vereinigung unterschiedlichster Stile.

Widergespiegelt auch von den individuell und trotzdem verständlich gestalteten Schaufenstern.

…aufgrund der Spiegelung leider etwas unscharf, aber  ich liebe den Rock!

…und noch ein großartiges Unterteil in Kombination mit derber Daune.

Nicht mein Stil, aber eine konsequent gestaltete D&G-Puppe. Ohne Stewardessen-bzw. Perlenpaula-Tuch könnte ich sogar damit leben.

…sucht einfach diesen Schriftzug in der Berliner Allee.

Vor dem nächsten Window-Shop-Stop musste ich auf mittelhohen Hacken zwei entspannt gestylten Mädchen auf die andere Straßenseite hinterherhetzen. Da in Düsseldorf und speziell auf der Kö (insbesondere zu Messezeiten) oft Gülcan-Look-alikes (oder Gülcan selber bei, man staune…. “Prada” ) und Frauen von… anzutreffen sind, fielen die beiden Mädels mir besonders positiv ins Auge.

…das Wetter war gruselig, weshalb mit sofort von Weitem das softe, helle Jeanshemd (oder Tencel?) und der kittfarbene Egg-Shape-Oversize-Mantel (rechts) aufgefallen sind. Zudem springe ich immer auf Ponys und “Knüddelfrisuren” an.

Besonders gut hat mir der neu interpretierte Eighties-Look mit blickdichter Strumpfhose, Pencil-Skirt mit reingestecktem grauen, lässigen T-Shirt, schwarzen Velour-Keilabsatz-Schnürern und windverwehter Pony-Frisur gefallen. Zudem das stückgefärbte Tuch in grünen Flaschentönen, sowie die hellgrauen flachen Schnürer und das Lächeln der Beiden trotz Miesepeter-Wetter.

Woher ich weiß, dass das Tuch stückgefärbt ist? Weil ich, wie es der Zufall so will, hier auf zwei Designerinnen gestoßen bin, die teilweise in Eigenkreation unterwegs waren.

Mehr von den Beiden findet ihr auf der folgenden website:

http://www.raw.zofia.es/

Danke nochmal und mir gefallen am besten die Hosen auf Eurer Seite. Verkäuflich, aktuell und genau das richtige Bisschen anders. Danke und viel Erfolg weiterhin!

Zwei Minuten später hatte mein Auslöser ein weiteres dankbares Foto-Motiv erspäht. Obwohl ich gar nicht auf der Suche nach Street-Styles war.

Ein junges, zuckerhübsches, natürliches Mädchen in einer meiner favorisierten Farbkombinationen blau & schwarz!

…wieder die viel gelobte blickdichte Strumpfhose in schwarz; coole, etwas abgeranzte Ankle-Boots, leuchtend blaues Seiden-Kleidchen mit Paisley-Muster und simpler schwarzer Wollmantel mit grober Manschette. Dazu die schönen Beine und das nette Lächeln, perfekt.

Auch hier ein dickes Danke für das kurze Stehenbleiben. Leider habe ich Deinen Namen nicht notiert und somit schlimmerweise verpeilt…. Falls die Fotos für Dich interessant sein sollten, schreib mir einfach eine Mail. Danke und ich wünsche Dir einen genauso stylischen Herbst, wie der hier festgehaltene Vorgeschmack hoffen lässt.

Als nächstes blieb mein Blick an den Fenstern von American Apparel hängen.

Ungeachtet dessen, dass der CEO Dov Charney ein Sexist sein soll und schon des Öfteren wegen sexueller Belästigung angeklagt wurde, verkauft sich die Marke hervorragend und läuft und läuft und läuft…

Die Schaufenster waren dynamisch, jung und neu. Das aktuelle Haar-It-Piece, hervorgerufen durch Lady Gaga, die Schleife in sämtlichen Ausführungen, gehörte in Japan schon zum alltäglichen Straßenbild und wurde hier perfekt arrangiert.

Jetzt haben wir ca. eine Hälfte der Kö geschafft.

Im kommenden Post zeigt Karl, wie er den Haarschleifentrend interpretiert, Jades setzt dem Ganzen zwar nicht die Krone, aber die Öhrchen auf, meine Düsseldorfer Lieblingsgalerie hilft uns über trübe Tage hinweg, Eickhoff und Iris Berben sind das neue Dream-Team und ein paar Muscheln hab ich auch gesammelt.

Also lasst euch vom zweiten Teil des regnerischen Düsseldorf-Tages überraschen.

Coming soon… Rainy Day in Düsseldorf (live 2010)

Immer Ärger mit Alice
Veröffentlicht in Allgemein von Alice Miller am 27.04.2010 um 18:39 Uhr

Im Frühjahr folgte Laden Nummer zwei. Ein sportlicherer, jüngerer, preiswerterer Ableger des Hauptgeschäftes.

Zur Sortimentsbereinigung, damit unsere hochwertigere Ware in ansprechenden Bildern und Themen konsequent präsentiert werden kann.

Sonst sähe es zwangsläufig auch bei uns in Kürze so aus, wie bei einem bekannten König in einer Landeshauptstadt.

Jacken für 800 € aufwärts hängen “pfundweise“ eng aneinander gepresst auf gefühlt kniehohen Stangen und in ca. 7 Metern Höhe ( oder 1,90 Meter, aber das macht ja kaum einen Unterschied) fristet die zweite Rutsche Moncler-Kurzmäntel ihr Dasein.

So sind auf  4 m² also mindestens satte 16000 € untergebracht. Unabhängig davon, dass die obere Stange rein physikalisch für die Durchschnittskundin kaum zu erreichen ist, wer will so inszenierte Ware denn schon noch??????!!!!!!!

Eine Moncler-Jacke ist ein Statement aus feinster Daune, oftmals Prada-Ware ( relativ steif, wasserabweisend, winddicht, sehr viele Farben möglich, bekannt geworden vor zig Jahren durch Miuccia Prada ) oder dem, den Marken-Jüngerinnen sehr gut bekannten, typischen weichen Lack-Stoff.

Jacke aus Prada-Ware in electric blue

Alice's favourite

Häufig pelzverbrämt, immer atmungsaktiv, wasserdicht, definitiv wintertauglich, sportlich weiblich, trotz Herkunft dezent französisch und mit extrem hohem Wiedererkennungswert.

Sogar der modeunwillige Herzkönig erkennt deutlich: „Oh, sieh mal, wieder eine Moncler.“ ( “Wieder” daher, weil wir gerade durch Venedigs Gässchen schlenderten und die Marke beinahe jede zweite Italienerin warm hielt.)

Daher und aufgrund des hervorragenden Brand-Managements auch der Preis. Unter 600 € ist eine Winterjacke in diesem Fall nicht zu bekommen und bis 2200 € ist jede Zwischenpreislage denkbar.

Die übergeordnete pariserisch couturige Linie “Gamme Rouge“ findet sich glücklicherweise aktuell nicht bei dem besagten Mantelhaus.

Jetzt frage ich mich natürlich wieso der/die Visual Merchandiser/in glaubt, dass der Bentley im DOB-Outdoorbereich ramschartig auf der Fläche platziert werden sollte???!!!!

Denken sich die Königs, dass eine Kundin hier auf ihre Einkaufserlebnis-Kosten kommt?

Wer möchte schon 900 € für ein Kleidungsstück anlegen, dass es anscheinend in Unmengen und für jeden zu erwerben gibt.

Die Exklusivität ist dahin. Der Aha-Effekt der Ware auch.

Zudem sind dort die Verkäuferinnen sowieso nahezu allesamt unzulänglich. Mein Urteil ist hart, aber aufgrund mehrerer Stichproben gesichert.

Beispiel:

Alice: „Entschuldigen Sie bitte. Könnten Sie mir vielleicht da vorne bei den Moncler-Jacken weiterhelfen?“

Verkäuferin A hört auf weiter T-Shirts zusammenzufalten und fragt freundlich: „Wobei bitte?“

Alice ist vielleicht ungerechterweise schon leicht genervt, ob dieser Nachfrage und antwortet: „ Da vorne. Bei Moncler.“

Der fragende Ausdruck der Verkäuferin bleibt bestehen und so geht Alice zu der entsprechenden Wand und dem Rundständer vor.

Verkäuferin A: „Ach so, bei den Jacken da. Ich hatte sie nicht richtig verstanden. Was möchten Sie denn wissen?“

Alice stellt eine simple Frage: „Ist in allen Daune und hält das auch richtig warm?“

Verkäuferin A: „Mmmhh, nein, ich denke nicht. (Alice innerlich „FALSCH.“) Die mit den Steppungen sind sicher wattiert (Alice = „FALSCH“), aber das hält ja auch viel wärmer („FAAAAALSCH“).

Alice : „Aha, Danke. Und was sind das für Größen? Was ist denn eine 3?“

Verkäuferin A mit entschuldigendem Lächeln: „Oh je, erwischt. (Alice denkt sich „mehrfach.“) Ich hol mal rasch meine Kollegin.“

Kommt mit einer älteren Kollegin im Schlepptau zurück.

Verkäuferin A: „Also, die Dame möchte wissen wie hier die Größen funktionieren. Also was z.B. eine 3 ist.“ Und an mich gewandt : „ Frau Bertram hilft Ihnen weiter, ja?“

Alice: „Ja, Danke.“

Frau Bertram: „Also, das sind amerikanische Größen (Alice bei sich „Falsch.“) und die 3 ist eine deutsche 38. („Yeah, richtig.“) Aber da die ja von den Amerikanern sind, fallen die sehr groß aus. („Falsch, fallen ziemlich knapp aus.“) Was brauchen Sie denn für eine Größe?“

Sollte sie eigentlich selber sehen, aber ich sage ihr, dass ich immer zwischen 3 und 4 liege, probiere noch etwas an und verabschiede mich dann, da ich den Preis für einen “wattierten“ Kurzmantel doch etwas happig empfinde.

Frau Bertram pflichtet mir bei. Korrigiert nicht die Wattierungsaussage und lässt mich ziehen.

So kann das Mäntelhaus natürlich keine Mäntel verkaufen.

Oder gerade auf diese Weise? Fühlt die Kundin keine Schwellenangst und traut sich so alles anzufassen und sich selber zu helfen?

Gewagte Taktik.

Man bestücke ein renovierungsbedürftiges, riesiges Kaufhaus in der obersten Etage mit Top-Labels. Verzichte auf ausgebildetes oder auch nur interessiertes Personal, setze dafür auf Freundlichkeit und proppenvolle Regale.

Schwupps merken die Käuferinnen gar nicht, dass dieser Mantel sie gerade ein halbes Monatsgehalt gekostet hat.

Vielleicht für diese Stadt genau das Richtige, da es sich hier gegen hochmodische, exklusive Konkurrenz im direkten Umfeld durchzusetzen gilt.

Meine Kritik an der Unternehmensführung und der Verkaufsraumgestaltung wird hiermit zurückgezogen, schließlich könnte genau dieser „Kaufhaus“-Look beabsichtigt sein.

Nichtsdestotrotz wird diese Denkweise und Praxis sich bei uns nicht durchsetzen, so lange es meinem Willen obliegt.

Ich liebe schöne Dinge, umgebe mich gerne mit ihnen und VERKAUFE sie erst recht liebend gern. ;-)

Aber eben nur im entsprechenden Rahmen. Ehre wem Ehre gebührt.

Der Bentley sollte auch als solcher klar erkennbar sein. Er ist kostbar, von der Passform perfekt und detailverliebt. Die Qualität sucht ihresgleichen und der Preis nun mal auch.

Dafür hält ein solches Stück auch nahezu ewig und wird seltenst reklamiert. Dann allerdings ist die Retourenbearbeitung des Labels noch deutlich ausbaufähig. Zügiger und kulanter wäre wünschenswert.

Leider läuft bei dieser Brand viel über Italien, was die Kundenwünsche wohl für immer in dasselbige Wunsch-Reich verbannt.

Vielleicht liegt es aber auch an der “haarzähnigen“ Geschäftsführung der Düsseldorfer Moncler-Vertretung, die es hasst beim Lügen ertappt zu werden und sich eher eigenhändig mehrere Finger brechen würde, als uns, einem für Moncler sehr kleinen Kunden, auch nur ein wiiiiiinziges Stückchen entgegenzukommen.

Aber auch das ist eine andere Kurzgeschichte.

Den nächsten Ordertermin jedenfalls versuchen wir in München zu bekommen. Dort gibt man sein Geld in wesentlich angenehmerer Gesellschaft aus.

Ups, das war es dann mit der Mini-Provision für Düsseldorf.

Eure, gerade zu ihrer Schande etwas schadenfrohe, Alice.