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	<title>Café au lait</title>
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	<description>Lisa Louis erobert Paris</description>
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		<title>Das mit der Regelhörigkeit&#8230;</title>
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		<pubDate>Sat, 24 Dec 2011 16:32:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lisa Louis</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Ferien]]></category>
		<category><![CDATA[Nix zu tun]]></category>
		<category><![CDATA[Schwarzfahren]]></category>
		<category><![CDATA[Ticket]]></category>
		<category><![CDATA[Wahnsinn]]></category>
		<category><![CDATA[Zugfahrt]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8230;nehmen  Deutsche – jedenfalls zuhause gebliebene &#8211; ja besonders ernst. Immer.  Anders als ausgewanderte Deutsche, die sich schon eher einmal den Regeln  ihrer Wahlheimat anpassen. Dachte ich. Bis ich neulich eines Besseres  belehrt wurde.
Mit froher Erwartung stehe ich auf meiner Weihnachtsmarkt-Reise in die Heimat an einem Schalter in einem hier einmal [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230;nehmen  Deutsche – jedenfalls zuhause gebliebene &#8211; ja besonders ernst. Immer.  Anders als ausgewanderte Deutsche, die sich schon eher einmal den Regeln  ihrer Wahlheimat anpassen. Dachte ich. Bis ich neulich eines Besseres  belehrt wurde.<img title="Mehr …" src="http://www.weissercappuccino.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/img/trans.gif" alt="" /><span id="more-352"></span></p>
<p>Mit froher Erwartung stehe ich auf meiner <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Weihnachtsmarkt" target="_blank">Weihnachtsmarkt</a>-Reise in die Heimat an einem Schalter in einem hier einmal anonym bleibenden deutschen Bahnhof.</p>
<p>„Das  Sparticket gilt genau für zwei Stunden“, sagt die Dame mir gegenüber  leicht schwerfällig. „Für Ihren Zug reicht das aber nicht – der braucht  nämlich zwei Stunden und eine Minute.“</p>
<p>Ungläubig schaue ich sie an, verzweifelt von der deutschen Regelhörigkeit, runzle die Augenbrauen und setze zur <a href="http://www.lexpress.fr/actualite/societe/la-france-qui-rale-et-qui-frissonne_841754.html" target="_blank">Motztirade à la Française</a> an. Weiter als „Also, das können Sie doch nicht ernst&#8230;“ komme ich  dabei aber nicht. Dann unterbricht mich meine Kundenberaterin, schüttelt  energisch den Kopf mit der schwarzgefärbten Kurzhaarfrisur – nur an  einer Seite sind einige Strähnen in leuchtendem Lila gefärbt. „Jetzt  warten sie doch mal, ich war doch noch gar nicht fertig&#8230;“, meint sie.  Und schweigt.</p>
<p>Gefühlte  Stunden später setzt sie wieder an. „Wir haben gehört, dass die  Schaffner sich einen Spaß daraus machen, genau auf dem letzten Teilstück  noch einmal zu kontrollieren.“</p>
<p>„Oh“, sage ich, „naja, dann kaufe ich eben das reguläre Ticket&#8230;“</p>
<p>Wieder  energisches Kopfschütteln. „Das kostet 28 anstelle von 13 Euro“,  entgegnet sie. „Das ist ja schon ein großer Unterschied.“</p>
<p>„Aber Sie haben doch gerade gesagt &#8230;“</p>
<p>„Jetzt  warten Sie doch mal.“ Wieder Schweigen. Und Augenbrauen-Runzeln. „Sie  könnten dem Schaffner auch einfach sagen, sie würden eine Station vorher  aussteigen. Das kommt dann genau hin von der Zeit her. Von mir haben  Sie das aber nicht gehört&#8230;“</p>
<p>„Aber ich dachte, der Schaffner kontrolliert gerne mal auf dem letzten Teilstück&#8230;“, sage ich wieder.</p>
<p>„15  Euro sind ja schon viel“, wiederholt sie. Und fügt hinzu: „Sie könnten  sich auch schlafen stellen. Oder sagen, sie hätten den Halt verpasst.  Aber das alles hab ich Ihnen nicht gesagt.“</p>
<p>„Nee“, meine ich, „ich nehme dann mal das teurere Ticket.“ So schnell wird man wieder deutsch.</p>
<p>„Das  müssen Sie schon selbst wissen“, sagt die Frau, tut aber nichts. Sie  guckt mich nur erwartend an. „15 Euro sind ja schon viel Geld“, meint sie wieder. Die Finger liegen still auf dem Schreibtisch vor  ihr. In Richtung Tastatur bewegt sich da nix. Mit zur Seite geneigtem Kopf guckt sie mich an. Ihre Kugelohrringe tänzeln leicht hin und her.</p>
<p>Ganz verdattert gucke ich sie an. <em>Naja, irgendwie ist es ja lächerlich</em>, säuselt der <a href="http://www.google.de/imgres?imgurl=http://us.123rf.com/400wm/400/400/steyno/steyno1010/steyno101000015/7925333-teufel.jpg&amp;imgrefurl=http://de.123rf.com/photo_7925333_teufel.html&amp;usg=__Cfvt21WUJeCd2mMg0VreNWjtPqc=&amp;h=1104&amp;w=1200&amp;sz=81&amp;hl=de&amp;start=23&amp;zoom=1&amp;tbnid=s83t56WFuf9DUM:&amp;tbnh=146&amp;tbnw=168&amp;ei=Vvv1Tt6uBYbZsgaD0xU&amp;prev=/search%3Fq%3Dteufel%26start%3D23%26num%3D10%26um%3D1%26hl%3Dde%26client%3Dfirefox-a%26rls%3Dorg.mozilla:de:official%26biw%3D1241%26bih%3D700%26output%3Dimages_json%26tbm%3Disch&amp;um=1&amp;itbs=1&amp;iact=hc&amp;vpx=107&amp;vpy=231&amp;dur=13&amp;hovh=215&amp;hovw=234&amp;tx=139&amp;ty=109&amp;sig=110714447968798867612&amp;sqi=2&amp;page=2&amp;ndsp=22&amp;ved=1t:429,r:7,s:23" target="_blank">Betzelbub</a> auf meiner rechten Schulter, <em>es ist doch nur eine Minute länger als erlaubt</em>.</p>
<p><em>Aber wenn Du erwischt wirst, musst Du 40 Euro zahlen</em>, sagt das zweite <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Teufel" target="_blank">Teufelchen</a>, diesmal von der linken Schulter.</p>
<p>„Na gut, dann nehme ich jetzt das günstige Ticket“, bringe ich schließlich heraus.</p>
<p>Zustimmend  nickend dreht sich die Dame in Richtung Computer und rund 45 Minuten  später ruckelt mein Zug langsam aus dem Bahnhof heraus. <em>Ich steige an der Station XXX aus</em>,  wiederhole ich lautlos vor mir selbst, fühle mich halb als Verbrecherin  im Land der schier, aber nur schier ungebrochenen Regeln&#8230;</p>
<p>„Fahrschein bitte“, tönt es eine halbe Stunde später durch meinen Waggon.</p>
<p>Doch  nicht ich ziehe die Aufmerksam des Schaffners auf mich: „Das ist aber  nicht das richtige Ticket – das ist für die falsche Richtung“, sagt er zu einem 16-jährigen Mädel auf der Sitzreihe gegenüber von  mir.</p>
<p>„Ach echt?“ säuselt sie mit unschuldigem <a href="http://www.google.de/imgres?imgurl=http://www.gnadenquelle.de/images/Engel_15.gif&amp;imgrefurl=http://www.gnadenquelle.de/engel_3.htm&amp;usg=__jhewMj7PRjXLXXzSrg2fO0C7YKA=&amp;h=300&amp;w=251&amp;sz=34&amp;hl=de&amp;start=155&amp;zoom=1&amp;tbnid=dP85vNmN8nhntM:&amp;tbnh=148&amp;tbnw=125&amp;ei=2vv1ToeMGYqWswb-560R&amp;prev=/search%3Fq%3Dengel%26um%3D1%26hl%3Dde%26client%3Dfirefox-a%26hs%3D0OV%26sa%3DN%26rls%3Dorg.mozilla:de:official%26biw%3D1241%26bih%3D700%26tbm%3Disch&amp;um=1&amp;itbs=1&amp;iact=hc&amp;vpx=539&amp;vpy=322&amp;dur=625&amp;hovh=240&amp;hovw=200&amp;tx=134&amp;ty=136&amp;sig=110714447968798867612&amp;page=8&amp;ndsp=24&amp;ved=1t:429,r:11,s:155" target="_blank">Engelsblick</a>. „Dabei habe ich extra nachgefragt&#8230;“</p>
<p>„Wo sind sie denn eingestiegen?“</p>
<p>„An der Station XX“, sagt sie.</p>
<p>„Stimmt  ja gar nicht“, tönt es da von gegenüber von ihr. Ein Mann in grauem  Anzug, mit schwarz-umrandeter Brille und rotem Schal greift in das  Gespräch ein. „Sie sind doch schon eine Station früher eingestiegen!“</p>
<p>„Und da galt ihr Ticket noch auf keinen Fall“, ergänzt der Schaffner und fügt hinzu: „Lügen wollen wir hier ja mal nicht.“</p>
<p>Dann nimmt er die Daten das Mädels auf. Und die von ihrem Freund, der ebenfalls das Schummel-Ticket gekauft hat.</p>
<p>„Weiß gar nicht, was Sie das wohl angeht“, knurrt der dem Spielverderber zu.</p>
<p>„Natürlich geht mich das was an!“ schießt der empört zurück.</p>
<p>„Aber Sie hat doch keiner gefragt!“</p>
<p>„Mir ist egal, ob mich jemand fragt oder nicht – meine Meinung tue ich trotzdem kund! Schließlich bin ich deutscher <a href="http://www.steuerzahler.de/Home/1692b637/index.html" target="_blank">Steuerzahler</a> und da möchte ich, dass auch jeder für sein Ticket zahlt.“</p>
<p>„Der  Herr hat schon Recht“, unterstützt ihn der Schaffner. „Sie werden hier  öffentlich befördert und Andere zahlen dafür. Wenn Sie keine Fahrkarte  kaufen, nennt sich das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bef%C3%B6rderungserschleichung" target="_blank">Erschleichen einer öffentlichen Dienstleistung</a>.“</p>
<p>Sagts und kontrolliert meine Fahrkarte. Ohne Kommentar. Die zwei Teufelchen auf meinen Schultern jubeln lautlos.</p>
<p>Doch  richtig aufatmen kann ich erst, als ich genau zwei Stunden und eine  Minute nach Abfahrt an meinem Reiseziel ankomme und auf den rettenden  Bahnsteig springe.</p>
<p>L.</p>
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		<title>In einer richtigen Jetsetter-Bar&#8230;</title>
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		<pubDate>Sun, 27 Nov 2011 14:38:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lisa Louis</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Champagner]]></category>
		<category><![CDATA[Frankreich]]></category>
		<category><![CDATA[Jetsetter]]></category>
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		<description><![CDATA[&#8230;haben wir gestern die nicht vorhandene Tanzfläche gerockt. Und sind dabei selbst zu Jetsettern geworden. Fast.
Es ist schon tiefster Winter in der Bar Charlie Birdy Boétie:  Von der Decke hängen in Wellen weiße Tücher, darin schweben weiße  Luftballons. Auf dem Boden der rosa-schwarz dekorierten Kneipe sind glitzernde Kunststoffschneeflocken verteilt. Einer der Kellner trägt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230;haben wir gestern die nicht vorhandene Tanzfläche gerockt. Und sind dabei selbst zu Jetsettern geworden. Fast.<img title="Mehr …" src="http://www.weissercappuccino.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/img/trans.gif" alt="" /><span id="more-349"></span></p>
<p>Es ist schon tiefster Winter in der Bar <a href="http://www.charliebirdy.com/" target="_blank">Charlie Birdy Boétie</a>:  Von der Decke hängen in Wellen weiße Tücher, darin schweben weiße  Luftballons. Auf dem Boden der rosa-schwarz dekorierten Kneipe sind glitzernde Kunststoffschneeflocken verteilt. Einer der Kellner trägt passend  dazu Skihose, -mütze und –brille. Der DJ hat sich lediglich für  Schneejacke und –mütze entschieden. Auch wenn dem Rest der Anwesenden  schon im T-Shirt zu warm ist – zumindest gilt das für mich.</p>
<p>Das Ambiente wird im Internet als <a href="http://www.timeout.fr/paris/charlie-birdy-boetie" target="_blank">„Mischung aus britischem Gentlemen-Klub im Kolonialstil und New Yorker Bar im Penthouse-Stil“</a> beschrieben. Mich erinnert das Ganze eher an eine dieser angesagten  Discos im Zentrum Londons, in denen der Großteil der Mädels Rock durch  Gürtel ersetzt. Mit einem Unterschied: die Madames tragen hier zweier solcher Gürtel &#8211; einen oben und einen unten.</p>
<p>Eine ganze Reihe solcher Exemplare sitzen in meinem Rücken: 1,80m große <a href="http://www.google.com/imgres?um=1&amp;hl=de&amp;client=firefox-a&amp;sa=N&amp;rls=org.mozilla:de:official&amp;biw=1014&amp;bih=610&amp;tbm=isch&amp;tbnid=imwdNykCz9NwiM:&amp;imgrefurl=http://blog.travelpod.com/travel-photo/jonclark2000/africa-05-06/1137676560/gazelle.jpg/tpod.html&amp;docid=fNGnbjlo0zUw4M&amp;imgurl=http://images.travelpod.com/users/jonclark2000/africa-05-06.1137676560.gazelle.jpg&amp;w=417&amp;h=600&amp;ei=bkfSTv2jFYqd-waNk826Dg&amp;zoom=1&amp;iact=rc&amp;dur=360&amp;sig=113297244903865652657&amp;page=7&amp;tbnh=121&amp;tbnw=84&amp;start=108&amp;ndsp=17&amp;ved=1t:429,r:4,s:108&amp;tx=71&amp;ty=34" target="_blank">Gazellen</a> mit noch einmal mindestens sieben zusätzlichen Stiletto-Zentimetern.  Allesamt sind sie unnatürlich braun für diese doch kalte Jahreszeit. Sie  überragen bei weitem die Herren des Tisches, deren säuberlich rasierte  Brust unter entweder weit aufgeknöpftem Hemd oder tief ausgeschnittenem  T-Shirt hervorschimmert. Sie ist geschmückt von mehr oder weniger dicken  Goldketten. Die Haare auf dem Kopf sind entweder abrasiert oder  mithilfe von anderthalb Tuben Gel<a href="http://www.cosmiq.de/qa/show/1819713/Was-ist-die-typische-Zuhaelterfrisur/" target="_blank"> in geschmeidigen Wellen nach hinten gekämmt.</a></p>
<p>Was  wir in diesem Laden machen, fragen sich wohl nicht nur die Jetsetter  hinter uns. Unser Tisch voller hauptsächlich libanesischer Zottel ist  da, um Ranas und Ellies Geburtstag zu feiern. „Hier kann man sowohl  essen, als auch danach tanzen“, stand in der Einladung. Und so ist das  ja auch – selbst wenn es leicht an einer Tanzfläche mangelt.</p>
<p>Die Superstars hinter mir scheint das nicht zu stören. Immer wenn das Lied „<a href="http://www.youtube.com/watch?v=FchMuPQOBwA" target="_blank">Happy Birthday to you</a>“  ertönt, springen die Amazonen kreischend auf, werfen ihre Arme in die  Luft und wackeln mit den in wenig Stoff gehüllten Hintern. Die Monsieurs  der Schöpfung schmeißen sich dann an sie, umfassen sie fest und wackeln  mit ihnen. Ihr Mund ist dabei verdächtig nahe am Hals der jungen  Göttinnen – weiter hoch reichen sie ja nicht.</p>
<p>30 Sekunden später ist das Spektakel wieder vorbei und sowohl Gazellen als auch <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gnom" target="_blank">Goldkettchen-Gnome</a> sitzen brav auf ihren Stühlen und gucken süffisant oder gelangweilt vor sich hin.</p>
<p>Wir  indes spielen erfreut mit den Luftballons, die immer wieder den weißen  Tüchern entfleuchen. Antoine neben mir versucht krampfhaft, mich mit  seinem Deutsch zu beeindrucken – zum Beispiel mit Sätzen wie „Welche  Farbe haben meine Schuhe?“ oder auch „Ich bin Ingenieur und möchte  deutsch lernen“.</p>
<p>Beim Dessert dreht das  Charlie-Birdy-Boétie-Team auch für Rana und Ellie das Geburtstagslied  auf und voller Freude hüpfen wir auf unseren Stühlen auf und ab.</p>
<p>Die  Geburtsamazone im Hintergrund (denn eine von ihnen feiert  an diesem Abend Geburtstag, wie auch ich inzwischen mitbekommen habe)  kreischt wild, als sie eines nach dem anderen ihre Geschenke auspackt.  Quiekend hält sie schwarze Lederhandtasche nach schwarzen Stiefeln  in die Höhe, hüpft dabei zehn Sekunden an Ort und Stelle hoch und runter  und geht dann zum nächsten Geschenk über.</p>
<p>Wir haben  inzwischen auch Geburtstagskuchen und Digestif hinter uns gebracht und  warten auf den Anpfiff zum Tanz. Als der nicht kommt, springe ich  irgendwann auf, reiße zwei der anderen Zottel mit mir in Richtung der  kleinen freien Fläche zwischen den Tischen und wild juckeln wir zu  Technomusik zwischen den Gästen hin und her. Viel Spaß haben wir dabei,  ignorieren die leicht peinlich angerührten Blicke der anderen Anwesenden  – was auch einige der anderen Zottel mit einschließt.</p>
<p>Und doch: Ein paar der Trendsetter stimmen schließlich ein in unseren Zottel-Tanz. Selbst wenn sie an <a href="http://www.gbpicsonline.com/mr-bean.html" target="_blank">unsere Lässigkeit</a> dabei natürlich nicht heranreichen&#8230;</p>
<p>L.</p>
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		<title>Silent Disco,&#8230;</title>
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		<pubDate>Sun, 30 Oct 2011 13:50:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lisa Louis</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<description><![CDATA[&#8230;also stille Disko, ist ein Konzept, dass sich immer mehr im kleinen Frankreich verbreitet. Dabei hören nur die Tänzer selbst die Musik &#8211; über Kopfhörer. Die Nachbarn&#8230;
&#8230;werden nicht gestört.
Wie neulich im Grand Palais in Paris.
Hier klicken, um Video anzusehen.
(Leider mit kleinen Übergangsproblemen und einem Fehler am Ende &#8211; sorry, aber konnte es beim besten Willen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230;also stille Disko, ist ein Konzept, dass sich immer mehr im kleinen <a href="http://de.franceguide.com/" target="_blank">Frankreich</a> verbreitet. Dabei hören nur die Tänzer selbst die Musik &#8211; über Kopfhörer. Die Nachbarn&#8230;<span id="more-341"></span></p>
<p>&#8230;werden nicht gestört.</p>
<p>Wie neulich im <a href="http://www.grandpalais.fr/fr/Accueil/p-93-Accueil.htm" target="_blank">Grand Palais</a> in <a href="http://de.parisinfo.com/" target="_blank">Paris</a>.</p>
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=H8uimjZBibo" target="_blank">Hier klicken, um Video anzusehen.</a></p>
<p>(Leider mit kleinen Übergangsproblemen und einem Fehler am Ende &#8211; sorry, aber konnte es beim besten Willen nicht besser zum Laufen kriegen&#8230;)</p>
<p>L.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Den künftigen Queen-Sänger&#8230;</title>
		<link>http://www.stern.de/blogs/caf_au_lait/den-kunftigen-queen-sanger/</link>
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		<pubDate>Wed, 31 Aug 2011 20:30:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lisa Louis</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur & Unterhaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Lifestyle & Reise]]></category>
		<category><![CDATA[Freddie Mercury]]></category>
		<category><![CDATA[London]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Nix zu tun]]></category>
		<category><![CDATA[Queen]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8230;habe ich heute, wider Erwarten, in einem Park im Londoner Soho-Bezirk kennengelernt. Zumindest sieht der neue Freddie selbst das so. 
&#8220;Magst Du Queen?&#8221;  fragt mich der junge Mann, der neben mir auf der Parkbank sitzt.  Überrascht schaue ich zu ihm hinüber. Ich bin gerade für ein paar Tage  in London und lerne [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230;habe ich heute, wider Erwarten, in einem Park im Londoner Soho-Bezirk kennengelernt. Zumindest sieht der neue Freddie selbst das so. <img title="Mehr …" src="http://www.weissercappuccino.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/img/trans.gif" alt="" /><span id="more-337"></span></p>
<p>&#8220;Magst Du <a href="http://queenonline.com/" target="_blank">Queen</a>?&#8221;  fragt mich der junge Mann, der neben mir auf der Parkbank sitzt.  Überrascht schaue ich zu ihm hinüber. Ich bin gerade für ein paar Tage  in <a href="http://www.visitlondon.com/de/" target="_blank">London</a> und lerne tagsüber meinen neuen Arbeitgeber besser kennen (das  Unternehmen, nicht den Chef). Nur durch Zufall bin ich heute Abend, nach  der Arbeit, am <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Soho_Square" target="_blank">Soho Square</a> vorbeigekommen und habe gesehen, dass es hier wohl gerade Live-Musik  gibt. Aus dem Lauschen hat mich seine Frage jäh herausgerissen.</p>
<p>&#8220;Äh, ja&#8230;&#8221;, antworte ich. &#8220;Wieso?&#8221;</p>
<p>Da guckt er mich mit leuchtenden Augen und überzeugtem Grinsen an und sagt: &#8220;Ich bin der neue Queen-Sänger!&#8221;</p>
<p>&#8220;Der neue Queen-Sänger?&#8221; Ich runzele leicht zweifelnd die Augenbrauen.</p>
<p>&#8220;Naja, also &#8211; der künftige Queen-Sänger!&#8221;</p>
<p>&#8220;Aha&#8230;&#8221;, meine ich und frage: &#8220;Ja&#8230;äh&#8230;bist Du denn schon in Kontakt mit denen?&#8221;</p>
<p>&#8220;In Kontakt?&#8221;, sagt er. &#8220;Inwiefern?&#8221;</p>
<p>&#8220;Naja, wissen die schon etwas von ihrem Glück?&#8221;</p>
<p>Er  rutscht leicht unbehaglich auf der Parkbank herum. &#8220;Nein, aber bald&#8221;,  sagt er und nickt, plötzlich wieder scheinbar völlig von seiner Sache überzeugt. Dann fügt er schnell  hinzu: &#8220;Hier, hör mal!&#8221; Er hält mir seine Kopfhörer hin.</p>
<p>Dann lausche ich einem seiner Queen-Remakes: <a href="http://www.youtube.com/watch?v=tc5rwMC6Fds" target="_blank">Breakthru</a>.</p>
<p>&#8220;Hmm, jaa&#8230;&#8221;, sage ich. &#8220;Gut hört sich das ja schon an, aber ganz so wie <a href="http://www.whoswho.de/templ/te_bio.php?PID=778&amp;RID=1" target="_blank">Freddie</a> dann doch nicht&#8230;&#8221;</p>
<p>&#8220;Echt, findest Du nicht?&#8221;, fragt er. Ich mache nur eine zweifelnde Handbewegung.</p>
<p>&#8220;Aber meinst Du, ich kann es schaffen? Kann ich damit Erfolg haben?&#8221;</p>
<p>&#8220;Also, ich finds gut &#8211; aber ein Musikexperte bin ich nicht&#8221;, sage ich. &#8220;Wie willst Du denn an die rankommen?&#8221;</p>
<p>&#8220;Naja, also <a href="http://www.brianmay.com/" target="_blank">Bryan</a> spielt manchmal hier in der Gegend&#8221;, antwortet er. &#8220;Jetzt muss ich mir  nur noch etwas Besonderes einfallen lassen &#8211; damit er auch mein Demotape  anhört. Irgendne tolle Performance oder so&#8230;&#8221;</p>
<p>&#8220;Aha&#8221;, meine ich und stelle mir das gerade bildlich vor.</p>
<p>Dann  springt Mister künftiger Superstar plötzlicher von unserer gemeinsamen  Parkbank auf und streckt mir seine Hand entgegen. &#8220;Ich muss gehen&#8221;, sagt er.</p>
<p>Leicht verdutzt schüttele ich die und frage noch schnell: &#8220;Wie heißt Du denn eigentlich?&#8221;</p>
<p>&#8220;Eugene&#8221;, sagt er und fügt hinzu: &#8220;Aber &#8211; im Internet findest Du mich unter<a href="http://soundcloud.com/mfahrenheit" target="_blank"> Mister Fahrenheit</a>.&#8221;</p>
<p>Und er ist weg.</p>
<p>L.</p>
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		<title>Die Hochzeit meiner besten Freundin&#8230;</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Aug 2011 20:58:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lisa Louis</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8230;war perfekt vorbereitet. Bis auf ein kleines Details: mich, ihre Katastrophen-Trauzeugin.
Schuld bin ja eigentlich nicht ich, sondern das hier:
Eine für meine Freundin völlig gewöhnliche Szene am Küchentisch: Pü,  alias Sophie, was Connys und Philipps rund einjährige Tochter ist,  verweigert die Nahrungsaufnahme. Die 30 Minuten Gejammer und Geweine  zuvor &#8211; da hungrig &#8211; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230;war perfekt vorbereitet. Bis auf ein kleines Details: mich, ihre Katastrophen-Trauzeugin.<span id="more-333"></span></p>
<p><img title="Mehr …" src="http://www.weissercappuccino.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/img/trans.gif" alt="" />Schuld bin ja eigentlich nicht ich, sondern das hier:</p>
<p>Eine für meine Freundin völlig gewöhnliche Szene am Küchentisch: Pü,  alias Sophie, was Connys und Philipps rund einjährige Tochter ist,  verweigert die Nahrungsaufnahme. Die 30 Minuten Gejammer und Geweine  zuvor &#8211; da hungrig &#8211; sind schier vergessen.</p>
<p>Voller Inbrunst presst das kleine Persönchen nun die Lippen zusammen  und schüttelt den Kopf. Erst als Philipp und ich abwechselnd auf unseren  Stühlen hoch und runter hüpfen, <a href="http://www.youtube.com/watch?v=DK0sB4fa3kY" target="_blank">Grimassen schneiden</a>, &#8220;Huhu&#8221; schreien und ähnliche, nicht ganz unserem Alter angemessene Kunststücke aufführen, entspannt sich das <a href="http://de.wiktionary.org/wiki/Wonneproppen" target="_blank">Wonneproppen</a>-Kind.  Für einige Sekunden starrt es uns staunend an &#8211; natürlich ein Ausdruck  stummen Beifalls und Bewunderung und keinesfalls eine &#8220;Was um  Himmels willen sind denn das für Clowns?&#8221;-Miene&#8230;</p>
<p>Wie auch immer, Pü öffnet kurz den Mund, gerade lang genug, damit Conny mit einem lauten &#8220;Hmmmm&#8221; den Löffel Möhrenbrei mit <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Haushuhn" target="_blank">Huhn</a> hineinschieben kann.</p>
<p>So geht das gefühlte 30 TAGE lang, bis Frau Pü endgültig den Brei  verweigert und aus dem schwarz-weiß karierten Kinderstuhl gehoben wird.  Philipp trägt sie eine Zeit lang durch die Wohnung, dann müssen Conny  und Philipp plötzlich noch mal eben etwas durchsprechen und drücken mir  das Ümmelpü auf den Arm. Leicht hilflos trage ich es in der Küche hin  und her, tröte dann die nächsten 20 Minuten fröhlich &#8220;<a href="http://www.google.com/imgres?q=esel&amp;hl=de&amp;client=firefox-a&amp;hs=zmp&amp;sa=X&amp;rls=org.mozilla:de:official&amp;biw=1066&amp;bih=581&amp;tbm=isch&amp;prmd=ivns&amp;tbnid=c6KIkAye5QMTrM:&amp;imgrefurl=http://www.wasenhof.at/esel.html&amp;docid=FFjEoGTezrR7kM&amp;w=600&amp;h=800&amp;ei=KB1RTqvlGNHJswa70cHEAw&amp;zoom=1&amp;iact=rc&amp;dur=422&amp;page=1&amp;tbnh=131&amp;tbnw=106&amp;start=0&amp;ndsp=15&amp;ved=1t:429,r:2,s:0&amp;tx=77&amp;ty=54" target="_blank">Iaaaa</a>&#8220;, &#8220;<a href="http://www.schulbilder.org/bild-frosch-i14025.html" target="_blank">Quaaak</a>&#8221; und &#8220;<a href="http://www.google.com/imgres?q=pferd&amp;hl=de&amp;client=firefox-a&amp;hs=LT&amp;sa=X&amp;rls=org.mozilla:de:official&amp;biw=1066&amp;bih=581&amp;tbm=isch&amp;prmd=ivnsu&amp;tbnid=GYWs4yXrTcDcTM:&amp;imgrefurl=http://www.malvorlagen-bilder.de/malvorlage-pferd-2.html&amp;docid=DN2zq2wJPlnsJM&amp;w=600&amp;h=900&amp;ei=ZB1RTr37MtHIswbwlaGxAw&amp;zoom=1&amp;iact=hc&amp;vpx=334&amp;vpy=208&amp;dur=285&amp;hovh=275&amp;hovw=183&amp;tx=100&amp;ty=135&amp;page=1&amp;tbnh=135&amp;tbnw=90&amp;start=0&amp;ndsp=16&amp;ved=1t:429,r:7,s:0" target="_blank">Wihii</a>&#8221;  vor mich hin, bis mein neues Lieblings-Baby endgültig das Interesse an  mir und den Tierbildern vor uns verliert, ein ohrenbetäubendes &#8220;Mamaaaa&#8221;  von sich gibt und losweint.</p>
<p>Am Ende des Tages liege ich erschöpft auf der Couch, mein Bett für  diese vorletzte Nacht vor der Hochzeit, bevor die Braut und ich in eine  Hotelsuite umziehen. Mit dem Bräutigam wird die Braut erst am Tag der  Zeremonie wieder vereint.</p>
<p>Und als ich so da liege, verspüre ich ein leichtes Ziehen im  Rücken&#8230; Ich denke mir nur: &#8220;Normal, schließlich habe ich den ganzen  Tag lang &#8211; ungewohnten &#8211; Sport mit Pü gemacht&#8221; und entschlummere sanft.</p>
<p>Doch am nächsten Morgen sind die Schmerzen nicht weg, sondern werden stärker und stärker.</p>
<p>Abends lege ich mich früh ins Bett, nehme zwei Dolipran und versuche,  zu entschlummern. Doch so richtig funktioniert nicht, und als Conny  gegen zwölf mit ihrer Cousine Ute reinkommt, ist aus dem leichten  Stechen ein brennender Schmerz geworden. Ich humpele auf die beiden zu  und frage Conny mit schmerzverzerrtem Blick, ob sie wohl noch eine  Dolipran hat. Da greift Ute (eine gelernte Pharmazeutin) meine Hand,  guckt mich mitfühlend an und meint, &#8220;Lisa, ich glaub, Du hast einen <a href="../../../ruecken/erkrankungen/hexenschuss-lumbago-rueckenschmerzen-symptome-therapie-658714.html" target="_blank">Hexenschuss</a> oder sowas&#8221;.</p>
<p>Kurze Zeit später liege ich mit sich zusammenkrampfenden  Rückenmuskeln auf dem Boden. Meine Beine sind auf dem Bett abgestützt,  die Braut hält mit besorgtem Blick meine Hand. Ute ruft einen <a href="http://www.amazon.de/LEGO-4979-Duplo-Krankenwagen/dp/B000HHHTPA" target="_blank">Krankenwagen</a>.</p>
<p>Und während ich so vor mich hin vegetiere, bricht Conny auf einmal in  Lachen aus. &#8220;Sorry&#8221;, meint sie und auch ich muss lachen &#8211; was die  Schmerzen in meinem Rücken zunächst verzehnfacht und dann leicht  abschwächt (der Entspannungseffekt scheint den Krämpfen  entgegenzuwirken). &#8220;Aber das ist einfach zu skurril &#8211; so hab ich mir das nun wirklich nicht vorgestellt&#8230;&#8221;</p>
<p>Wenige Minuten später kommen die Rettungsmänner durch die Tür. Einer  von ihnen &#8211; jung und gutaussehend, doch gerade ein Einfamilienhaus  bauend (wie ich später erfahre) und deswegen wohl doch kein potenzielles  Opfer (wo kriegt die <a href="http://www.bravo.de/" target="_blank">Bravo</a> nur immer ihre Traum-Lovestories her? Eine bessere Vorlage als &#8220;Sie  trafen sich bei einem (Nicht-)Bandscheibenvorfall vor der Hochzeit&#8221; gibt  es ja wohl kaum&#8230;) &#8211; setzt sich auf die Bettkante und fragt besorgt  &#8220;Na, was haben wir denn für Schmerzen?&#8221;. Ich beschreibe es, während  weitere Krampfblitze meinen Rücken durchfahren. Die zwei jungen Retter  heben mich schwupps auf ihre Trage (die ich übrigens irrtümlicherweise  immer wieder <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bahre" target="_blank">Bahre</a> nenne).</p>
<p>Als ich an der Rezeption vorbeigefahren werde, sieht das Personal  hinter der Theke nur meinen rechten Arm unter dem Laken hervorwinken.  Ich rufe kurz &#8220;Tschühüss&#8221; und es geht rein in meinen ersten (!)  Rettungswagen, in dem selbst im Patienten-Teil Musik zu hören ist.</p>
<p>Im Krankenhaus angekommen, erlebe ich allerdings den <a href="http://www.kurzefrage.de/fun-entertainment/167341/Was-ist-der-sogenannte-Zahnarzteffekt" target="_blank">Zahnarzt-Effekt</a>: Die vorher höllischen Schmerzen sind so gut wie abgeebbt, ich kann wieder laufen, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bandscheibenvorfall" target="_blank">Bandscheibenvorfall</a>-  und Nierencholikdiagnose sind negativ. So dass irgendwann, gegen halb  drei Uhr morgens &#8211; Ute hat übrigens die ganze Zeit über tapfer die  Stellung gehalten &#8211; der gutaussehende, junge Chirurg durch die Tür  gerauscht kommt und sagt: &#8220;Frau Louis, Sie sind ein so unauffälliger  Patient. Wir können nun wirklich nichts mehr für Sie tun.&#8221; Dann drückt  er mir Schmerztabletten und ein muskellösendes Mittel in die Hand und eh  ichs mich verseh, sagt er &#8220;Auf Wiedersehen&#8221;, und Ute und ich, die ich  noch immer im (wenigstens brandneuen) Schlafanzug bin, nehmen ein Taxi  in Richtung Hotel.</p>
<p>An Hotel-Rezeption angekommen frage ich kurz nach einem neuen  Schlüssel &#8211; mit dem Satz &#8220;Ich weiß nicht, ob Sie sich erinnern, aber ich  wurde hier eben auf einer Bahre..äh&#8230;Trage hinausgefahren &#8211; da hab ich  doch glatt meine Zimmerkarte vergessen&#8230;&#8221; Oben treffen wir Conny, die  selbst jetzt, um halb drei Uhr morgens, noch immer aufrecht im Bett  sitzt. &#8220;Ich bin völlig durch den Wind&#8221;, sagt sie und guckt uns mit müden Augen an. &#8220;Ich war sogar im Schlafanzug unten an der Bar ein Bier  kaufen.&#8221; Drei Stunden Schlaf für die Braut vor der Hochzeit &#8211; und alles  wegen mir.</p>
<p>Den schönsten Tag ihres Lebens hatte sich Conny irgendwie anders  vorgestellt. Ich mir übrigens auch: nur die Schmerzmittel retten mich  über den Tag. Selbst wenn ich abends ein noch besseres Mittel gegen  Rückenschmerzen finde: tanzen. Das mache ich dann auch, gleich neben  meiner Lieblings-Braut. Bis sechs Uhr morgens.</p>
<p>L.</p>
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		<title>Jeder kann Musik machen&#8230;</title>
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		<pubDate>Sun, 17 Jul 2011 13:22:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lisa Louis</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8230; jeder! Das ist das Motto der Fête de la Musique &#8211; auch in Paris. Was dabei herauskam, könnt Ihr hier sehen&#8230;
&#8230;in einem kleinen (Amateur-)Video-Zusammenschnitt für alle, die es dieses Jahr nicht in die Stadt der Liebe geschafft haben. VIDEO ANSEHEN
L.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230; jeder! Das ist das Motto der <a href="http://www.fetedelamusique.culture.fr/" target="_blank">Fête de la Musique</a> &#8211; auch in <a href="http://de.parisinfo.com/" target="_blank">Paris</a>. Was dabei herauskam, könnt Ihr hier sehen&#8230;<img title="Mehr …" src="http://www.weissercappuccino.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/img/trans.gif" alt="" /></p>
<p>&#8230;in einem kleinen (Amateur-)Video-Zusammenschnitt für alle, die es dieses Jahr nicht in die Stadt der Liebe geschafft haben. <a href="http://www.youtube.com/watch?v=KKNWgliMeMc" target="_blank">VIDEO ANSEHEN</a></p>
<p>L.</p>
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		<title>Die Franzosen das Fürchten lehren&#8230;</title>
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		<pubDate>Thu, 16 Jun 2011 21:47:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lisa Louis</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8230;möchte Adil Houti, Chef des neuen Horrormuseums &#8220;Le Manoir&#8221; in Paris. Ich habe mich da einmal hineingewagt.
Schon von der Straße aus ist lautes Gekreische zu hören. Durch das hohe Kalkstein-Tor kommt ein Zombie in weißem Hemd und schwarzem, halb zerrissenen Anzug geschlurft. Das  linke Bein zieht er nach. Er knurrt leise, kommt immer näher, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230;möchte Adil Houti, Chef des neuen Horrormuseums &#8220;<a href="http://lemanoirdeparis.fr/accueil/" target="_blank">Le Manoir</a>&#8221; in <a href="http://de.parisinfo.com/" target="_blank">Paris</a>. Ich habe mich da einmal hineingewagt.<img title="Mehr …" src="http://www.weissercappuccino.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/img/trans.gif" alt="" /><span id="more-318"></span></p>
<p>Schon von der Straße aus ist lautes Gekreische zu hören. Durch das hohe Kalkstein-Tor kommt ein <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zombie" target="_blank">Zombie</a> in weißem Hemd und schwarzem, halb zerrissenen Anzug geschlurft. Das  linke Bein zieht er nach. Er knurrt leise, kommt immer näher, schnüffelt  an meinem Haar. Dann schnellen seine Zähne nach vorne, verfehlen nur um  Millimeter mein Ohr, das ich erschrocken zurückziehe.</p>
<p><a rel="attachment wp-att-1160" href="http://www.stern.de/blogs/caf_au_lait/?attachment_id=1160"><img title="100_0233" src="http://www.weissercappuccino.de/wp-content/100_0233.jpg" alt="" /></a></p>
<p>&#8220;Wartest Du noch auf jemanden?&#8221; knurrt Archibald und starrt mich an, mit seinen unnatürlich blauen Augen.</p>
<p>Ich nicke nur, kann mir ein Kichern nicht verkneifen.</p>
<p>&#8220;Gut&#8221;, sagt er und schlurft weiter, zu dem Pärchen neben mir. Die  junge Frau schreckt zusammen, als er auf einmal von hinten an ihrem Haar  schnüffelt.</p>
<p>In dem Moment kommt Louisa über die Straße auf mich zu gehüpft. &#8220;Oh,  ich habe jetzt schon Angst&#8221;, sagt sie und lacht. Aber ein ganz  entspanntes Lachen ist es nicht. Und als wir uns durch den hohen Eingang  auf die Kassen zubewegen, hakt sie sich leicht verkrampft bei mir ein.</p>
<p>Archi bleibt bei den Wartenden &#8211; schnüffelnd und knurrend&#8230;</p>
<p><a rel="attachment wp-att-1161" href="http://www.stern.de/blogs/caf_au_lait/?attachment_id=1161"><img title="manoir_klein" src="http://www.weissercappuccino.de/wp-content/manoir_klein.jpg" alt="" /></a></p>
<p>Für das neue Horrormuseum hat Direktor Houti 13 schreckliche  Geschichten über Paris ausgegraben. Bekannte Episoden sind dabei wie zum  Beispiel das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Das_Phantom_der_Oper" target="_blank">Phantom der Oper</a> oder auch <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Gl%C3%B6ckner_von_Notre-Dame" target="_blank">Quasimodo von Notre Dame de Paris</a>. Aber auch unbekanntere Stories sind vertreten &#8211; zum Beispiel die von dem Barbier und dem Konditormeister, die 1387 auf der <a href="http://www.insecula.com/musee/M0073.html" target="_blank">Île de la Cité</a> ihr Unwesen trieben: Ersterer schnitt Studenten &#8211; und zwar  ausschließlich ausländischen &#8211; die Kehle durch, damit Letzterer sie in  seinen Torten und Kuchen verarbeiten konnte. &#8220;Ein französischer <a href="http://www.sweeneytoddmovie.com/" target="_blank">Sweeney Todd</a> sozusagen&#8221;, kommentiert Louisa, die Engländerin ist und für <a href="http://www.independent.co.uk/" target="_blank">The Independent</a> schreibt.</p>
<p>Geschichte für Geschichte arbeiten wir uns durch das Museum vor, zusammen mit einer vierköpfigen Familie, dessen Jüngste uns  kollektiv am meisten Spaß bereitet: mit ihren lauten Schreien und dem  fluchtartigen Wegrennen, wenn mal wieder eines der Monster ihr  nachsetzt.</p>
<p>Aber auch mich lässt der Schrecken nicht unberührt. Denn auch extrem entspannte Unterwelt-Flanierer wie ich werden wohl so das eine oder andere Herzrasen erleben &#8211; bei alle den blutigen Monstern und Arme, die plötzlich aus dem Nirgendwo  nach einem greifen&#8230;</p>
<p>Und das ist noch gar nichts, wie uns Museumschef Houti <a href="http://youtu.be/yQuwn0R33kg" target="_blank">später erklärt</a>.</p>
<p>Als nächstes will Houti übrigens ein Horrormuseum im Süden Frankreichs aufmachen. Die Station danach: <a href="http://www.berlin.de/" target="_blank">Berlin</a>.</p>
<p>L.</p>
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		<title>Wahlen in Portugal&#8230;</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Jun 2011 11:12:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lisa Louis</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Politik & Panorama]]></category>
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		<description><![CDATA[&#8230;finden heute statt. Dabei wird sich voraussichtlich Pedro Passos Coelho mit seiner konservativen Partei PSD durchsetzen. Doch nicht alle sind von dieser Aussicht begeistert, wie ich vor einiger Zeit in Lissabon feststellen durfte&#8230;
João, sein Vater José und ich stehen auf dem Balkon des schönsten Hostels Lissabons, in dem ich gerade meinen jährlichen Portugal-Urlaub verbringe. Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230;finden heute statt. Dabei wird sich voraussichtlich <a href="http://www.passoscoelho-mudar.com/">Pedro Passos Coelho</a> mit seiner konservativen Partei <a href="http://www.psd2011.com/">PSD</a> durchsetzen. Doch nicht alle sind von dieser Aussicht begeistert, wie ich vor einiger Zeit in <a href="http://www.visitlisboa.com/">Lissabon</a> feststellen durfte&#8230;<span id="more-314"></span></p>
<p>João, sein Vater José und ich stehen auf dem Balkon des <a href="http://www.lisbonoldtownhostel.com/www/">schönsten Hostels Lissabons</a>, in dem ich gerade meinen jährlichen <a href="http://www.visitportugal.com/Cultures/de-DE/default.html">Portugal</a>-Urlaub verbringe. Die weiße Stadt ist wie immer (zumindest im Vergleich mit meiner Wahlheimat <a href="http://de.parisinfo.com/">Paris</a>) erholsam und entspannend &#8211; mit ihren stets freundlichen Bewohnern, dem guten <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Bacalhau">Essen</a> und schönen Wetter. Und dennoch bemerke ich vor allem dieses Jahr eine latente Spannung bei meinen portugiesischen Freunden, die von Zeit zu Zeit in frustrierten Kommentaren zum Vorschein kommt.</p>
<p>&#8220;Wir haben einfach jahrelang über unsere Verhältnisse gelebt&#8221;, sagt José und zieht an seiner Pfeife. Ein in der Sonne glänzender BMW kommt den Berg hinuntergesaust und biegt um die Ecke. José schüttelt den Kopf und sagt: &#8220;Lissabon ist voll von großen Autos &#8211; BMWs, Mercedes etc. Die meisten dieser Wagen sind auf Pump gekauft &#8211; jedenfalls bei den Leuten, die ich kenne.&#8221; José selbst fährt seit Jahren denselben Wagen &#8211; und ist vollkommen zufrieden damit, wie er meint. &#8220;Wozu brauche ich den ganzen Luxus?&#8221; sagt er mit Nachdruck. &#8220;Vor allem, wenn ich ihn mir nicht leisten kann&#8230;&#8221;</p>
<p>Bei den Wahlen am (heutigen) Sonntag wird er für die <a href="http://www.cdu.pt/2011/">CDU</a> stimmen, eine im Gegensatz zu ihrem deutschen Counterpart linksgerichtete Partei.</p>
<p>&#8220;Gewinnen wird die zwar nicht&#8221;, sagt er. &#8220;Aber für die Regierungspartei PS oder die PSD zu stimmen, kommt gar nicht in Frage.&#8221;</p>
<p>João sieht das ähnlich: &#8220;Die zwei großen Parteien sollten auf gar keinen Fall gewinnen&#8221;,  sagt er. &#8220;Schließlich haben sie den ganzen Schlamassel  hier angerichtet!&#8221;</p>
<p>Wie der 29-Jährige die portugiesische Situation empfindet, zeigt auch <a href="https://www.youtube.com/watch?v=MEL48khJHRQ&amp;feature=player_embedded">das Video, das er neulich auf Facebook postete</a>.</p>
<p>Und dennoch gehören die beiden nicht zu den radikalsten Anti-Systemikern im schönen Portugal: Wie auf dem Platz an der <a href="http://www.stern.de/politik/ausland/yes-we-camp-spaniens-jugend-geht-auf-die-barrikaden-1686741.html">Puerta del Sol</a> in <a href="http://www.madrid.es/portales/munimadrid/es/Inicio?vgnextfmt=default&amp;vgnextchannel=1ccd566813946010VgnVCM100000dc0ca8c0RCRD">Madrid</a> hat sich auch in Lissabon eine Gruppe zusammengefunden, die dafür wirbt, erst gar nicht seine Stimme abzugeben. &#8220;Wenn wählen etwas änderte, wäre es verboten&#8221; oder auch &#8220;Für ein <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/referendum-nach-bankenpleite-islaender-brueskieren-die-glaeubiger-1.8377">Referendum wie Island</a>, um &#8216;Nein&#8217; zu sagen zum Bedienen der Staatsschulden&#8221; steht auf ihren Pappschildern.</p>
<table border="1">
<tbody>
<tr>
<th><img class="aligncenter width=" title="protest1" src="http://www.weissercappuccino.de/wp-content/protest1.jpg" alt="" width="250" /></th>
<th><img title="protest2" src="http://www.weissercappuccino.de/wp-content/protest2.jpg" alt="" width="250" /></th>
</tr>
<tr>
<td><img title="protest4" src="http://www.weissercappuccino.de/wp-content/protest4.jpg" alt="" width="250" /></td>
<td><img title="protest5" src="http://www.weissercappuccino.de/wp-content/protest5.jpg" alt="" width="250" /></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Fast täglich machen die jungen Leute Trommelkonzerte und Demonstrationen und führen kurze, systemkritische Sketche vor. Doch während in Spanien Tausende Menschen auf die Straße gehen, sind es hier nur ein paar Dutzende. Das Ergebnis der <a href="http://presidenciais.com/2010/04/11/candidatos-as-eleicoes-presidenciais-2011-portugal/">anstehenden Parlamentswahlen</a> werden sie wohl kaum beeinflussen können.</p>
<p>L.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Mitter&#8230;äh&#8230;Museumsnacht in Paris&#8230;</title>
		<link>http://www.stern.de/blogs/caf_au_lait/mitter-ah-museumsnacht-in-paris/</link>
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		<pubDate>Mon, 16 May 2011 22:47:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lisa Louis</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur & Unterhaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Anish Kapoor]]></category>
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		<description><![CDATA[&#8230;war am Wochenende wieder. Ein Grund für mich, alte Vorurteile gegenüber zeitgenössischer Kunst abzubauen. Oder auch nicht. 
&#8220;Anish Kapoors neuestes Werk wird garantiert zum Stadtgespräch!&#8221;, versichert mir seine  Assistentin, als ich mit ihr ein Interview für einen meiner Arbeitgeber  vereinbare. Ihre Begeisterung strömt dabei sprichwörtlich durchs  Telefon.
&#8220;Es ist einfach großartig!&#8221;, bestätigen wenig [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230;war am Wochenende wieder. Ein Grund für mich, alte Vorurteile gegenüber zeitgenössischer Kunst abzubauen. Oder auch nicht. <img title="Mehr …" src="http://www.weissercappuccino.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/img/trans.gif" alt="" /><span id="more-304"></span></p>
<p>&#8220;<a href="http://www.anishkapoor.com/" target="_blank">Anish Kapoors</a> neuestes Werk wird garantiert zum Stadtgespräch!&#8221;, versichert mir seine  Assistentin, als ich mit ihr ein Interview für einen meiner Arbeitgeber  vereinbare. Ihre Begeisterung strömt dabei sprichwörtlich durchs  Telefon.</p>
<p>&#8220;Es ist einfach großartig!&#8221;, bestätigen wenig später alle von mir dazu befragten Journalisten-Kollegen. &#8220;Das musst Du sehen!&#8221;</p>
<p>Wad mud, dad mud, denke ich mir also und schlurfe los, am Samstag, in Richtung des <a href="http://www.grandpalais.fr/fr/Accueil/p-93-Accueil.htm" target="_blank">Grand Palais</a> in <a href="http://de.parisinfo.com/" target="_blank">Paris</a>,  den man anlässlich der Museumsnacht kostenlos besichtigen darf.  Vielleicht entdecke ich ja, wider Erwarten, auf meine Spät-Zwanziger  doch noch meine Ader für zeitgenössische Kunst&#8230;</p>
<p>Doch zwischen Anish Kapoor und mir liegen zunächst die <a href="http://www.youtube.com/watch?v=OAMuNfs89yE" target="_blank">Champs-Elysées</a>.  Sie sind in angenehmen Sonnenschein getaucht, vor der normalen  Geräuschkulisse plappernder Touristen, Autos&#8230; und Gekreische. Das  kommt von der anderen Seite der Straße, wo ich nur vage eine Horde  blau-weiß gekleideter Männer in einem großen schwarz-goldenen Eisentor  stehen sehe&#8230; Schon von weitem begrüßt mich eine immens wirkende  After-Shave-Duftwolke, die garantiert die gesamte Champs-Elysées hoch  und runter zieht&#8230;</p>
<p>&#8220;Was ist denn hier los?&#8221; fragt eine junge Dame einen der blau-weißen  Männeken, der aus der Horde ausgeschert ist und zehn Meter entfernt auf  dem Bürgersteig steht. Er ist groß, blond, blauäugig und breitschultrig,  und in seinem Ohr steckt ein durchsichtiger Knopf, durch den er mit dem  zweiten ausgescherten Blau-Weiß-Männeken (gleich neben ihm stehend)  kommuniziert.</p>
<p>&#8220;Wir eröffnen hier einen neuen Shop&#8221;, sagt er mit einem breiten <a href="http://www.google.com/imgres?imgurl=http://zwanzig-zoll.de/zwanzig-zoll/wp-content/themes/magazeen2/timthumb.php%3Fsrc%3Dhttp://zwanzig-zoll.de/zwanzig-zoll/wp-content/uploads/2010/08/dhers1.jpg%26w%3D%2520imagesx%28%24image%29%3B%26h%3D%2520imagesy%28%24image%29%3B%26zc%3D1%253E&amp;imgrefurl=http://zwanzig-zoll.de/2010/08/daniel-dhers-im-mellowpark/%3Freplytocom%3D98&amp;usg=__WrkBc_7oUP0YZYpBP970geSCfmk=&amp;h=303&amp;w=560&amp;sz=24&amp;hl=de&amp;start=147&amp;sig2=z9K_bFCltbq0CJF5aP428Q&amp;zoom=1&amp;tbnid=rpQhSp-5yLTZ0M:&amp;tbnh=129&amp;tbnw=192&amp;ei=saPRTfP4GpHsOfPb8PoM&amp;prev=/search%3Fq%3Dzahnpasta%2Bl%25C3%25A4cheln%26um%3D1%26hl%3Dde%26client%3Dfirefox%26sa%3DN%26rls%3Dnet.gmx:de:official%26biw%3D1049%26bih%3D622%26tbm%3Disch0%2C4489&amp;um=1&amp;itbs=1&amp;iact=hc&amp;vpx=448&amp;vpy=245&amp;dur=436&amp;hovh=129&amp;hovw=238&amp;tx=190&amp;ty=81&amp;page=10&amp;ndsp=16&amp;ved=1t:429,r:8,s:147&amp;biw=1049&amp;bih=622" target="_blank">Zahnpastalächeln</a>.  &#8220;Aha&#8221;, meint die Dame und wendet sich ab. Ich übernehme: &#8220;Ist das das  gleiche Konzept, wie bei dem Shop in London?&#8221; frage ich und zeige auf  das A&amp;F-Schild neben dem Eingangstor.</p>
<p>In das <a href="http://www.yelp.co.uk/biz/abercrombie-and-fitch-london-2" target="_blank">Geschäft im Westend der britischen Hauptstadt</a> hatte mich meine Mom einmal geschleift. &#8220;Die haben so ein innovatives  Konzept&#8221;, hatte sie, die selbst Mode verkauft, damals gesagt. Und dieses  Konzept war gar nicht zu verfehlen: Ein ganzer Pulk weiblicher Kunden  stand vor der Tür Schlange &#8211; laut kreischend &#8211; um mit dem halbnackten  Model, das extra zu diesem Zweck an der Tür geparkt worden war, für ein  Photo zu posen. Im Inneren dann laute Dance-Musik, zu der die  Model-Verkäufer mehr oder weniger rythmisch tanzten.</p>
<p>&#8220;Ja, genau das gleiche Konzept wie in London&#8221;, antwortet der junge  Gott neben mir und zwinkert. Wieder das Zahnpastalächeln. &#8220;Aber besser!&#8221;  Dann zeigt er auf die Fassade und meint: &#8220;Das ist unser Gebäude &#8211;  schön, nicht? Überall mit Gold verziert&#8230;&#8221; Er guckt an dem Gebäude  hinauf und sagt: &#8220;Da oben sind noch mehr von uns.&#8221; Auch ich entdecke nun  einen kleinen Ableger der Horde Blau-Weiß-Hemdriger oben auf dem Dach.  Nur winkende Ärmchen sind zu sehen und ab und zu einmal eine Stirn.  Instinktiv rechne ich damit, dass die Männeken sich jeden Moment <a href="http://www.google.com/imgres?imgurl=http://image.toutlecine.com/photos/g/e/o/george-de-la-jungle-97-06-g.jpg&amp;imgrefurl=http://www.toutlecine.com/images/tag/0013/00134319-tarzan.html&amp;h=803&amp;w=1200&amp;sz=225&amp;tbnid=IaIEChaSs8CB-M:&amp;tbnh=100&amp;tbnw=150&amp;prev=/search%3Fq%3Dtarzan%2Bliane%26tbm%3Disch%26tbo%3Du&amp;zoom=1&amp;q=tarzan+liane&amp;usg=__RKmof4x7thJALgWwtEo6PtfkqA4=&amp;sa=X&amp;ei=kqXRTequJcuHhQfckomHCg&amp;ved=0CDIQ9QEwAw" target="_blank">mit lautem Urschrei an einer Liane</a> nach unten hangeln. Doch nichts dergleichen. (siehe Video <a href="http://youtu.be/YeEc5p881uw">A&amp;F Paris</a>) &#8230;</p>
<p>Nun aber genug der Flachsen, denke ich, und bewege mich, endlich, in Richtung der Ausstellung von Monsieur Kapoor.</p>
<p>Vor dem Grand Palais wartet schon eine circa 50-Meter lange Schlange  erst auf mich, dann mit mir auf die Eröffnung des Grand Palais&#8217;. Durch  Sonne und Schatten arbeite ich mich langsam vor &#8211; bis auch ich in den  Schlund des &#8220;<a href="http://www.monumenta.com/" target="_blank">Leviathan</a>&#8221; eintreten darf. Wie ein großes, rotes Ungetüm liegt das aufgepumpte Gebilde unter der Glaskuppel des Palastes.</p>
<p>Eine der vier miteinander verbundenen Kugeln können Besucher begehen.  Sie ist in rötliches Licht getaucht, die Luft ist leicht bedrückend, da  komprimiert. So richtig wohl fühle ich, als Asthmatikerin, mich nicht.  &#8220;Besucher sollen sich ihre eigenen Gedanken dazu machen, hat der  Künstler gesagt&#8221;, erklärt eine Fremdenführerin in den 20ern. Den ganzen  Tag verbringt sie angeblich in dem Gummiball. &#8220;Ich fühle mich hierdrin  wie in einer Lunge &#8211; und find&#8217;s herrlich!&#8221; Ich starre sie an. Wie in  einer Lunge. Bedrückend.</p>
<p>&#8220;Ja, es hat so etwas Organisches&#8221;, antwortet eine Besucherin. Sie nickt lächelnd. Ich entferne mich lieber von den beiden.</p>
<p>Doch  auch alle anderen Besucher scheinen irgendeinen tollen, stets positiven  Vergleich für das Plastikgebilde zu finden &#8211; sei es nun &#8220;Das Innere  der Erde&#8221; oder auch &#8220;Das Weltall&#8221;.</p>
<p>Ich versuche, mich davon  inspirieren zu lassen, laufe herum, betrachte das Kunstwerk, von innen,  von außen, gehe näher heran, weiter weg. Zwecklos. Irgendwie bleibt es  für mich eine Anreihung von Gummibällen. Leicht enttäuscht schüttele ich  den Kopf. Mit einem Seufzen begrabe ich den Glauben an meine versteckte  Ader für zeitgenössische Kunst und verlasse den Grand Palais. Und dennoch denke ich trotzig, dass mich dieser ganze Hype eben doch an ein <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Des_Kaisers_neue_Kleider" target="_blank">ganz bestimmtes Märchen von Christian Andersen erinnert&#8230;</a></p>
<p>L.</p>
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		<title>Im Umziehen&#8230;</title>
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		<pubDate>Tue, 10 May 2011 21:15:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lisa Louis</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8230;habe ich langsam Übung &#8211; nach knapp einem Dutzend verschiedenen  Wohnungen in rund fünf Jahren. Und bei jedem Umzug durchlebe ich eine  halbe Depression. Doch schlimmer geht immer, wie mein Taxi-Fahrer mir neulich  klarmachte&#8230; 
Punkt fünf Uhr morgens. Das Taxi steht bereits vor der Tür. Unter  Ächzen quäle ich mich durch den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230;habe ich langsam Übung &#8211; nach knapp einem Dutzend verschiedenen  Wohnungen in rund fünf Jahren. Und bei jedem Umzug durchlebe ich eine  halbe <a href="http://www.prantner.cc/hilfezurselbsthilfe/aengste/umzugsdepression.html" target="_blank">Depression</a>. Doch schlimmer geht immer, wie mein Taxi-Fahrer mir neulich  klarmachte&#8230; <img title="Mehr …" src="http://www.weissercappuccino.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/img/trans.gif" alt="" /><span id="more-299"></span></p>
<p>Punkt fünf Uhr morgens. Das Taxi steht bereits vor der Tür. Unter  Ächzen quäle ich mich durch den Hauseingang. Mit meinem  überdimensionierten Reiserucksack auf dem Rücken schaffe ich es nach  einigen Anläufen auch aus dem Türrahmen. Auf Abenteuerreise gehts, oder  fast &#8211; in die <a href="http://www.normandie-tourisme.fr/normandy-tourism-109-2.html" target="_blank">Normandie</a>, wo ich die nächsten Tage für eine Filmproduktions-Firma arbeiten werde.</p>
<p>Viel Schlaf habe ich nicht bekommen in dieser Nacht. Zu viel war zu  tun, um den Umzug vorzubereiten, der gleich nach dem Dreh droht: mein  Bett musste abgebaut werden, und der Schrank gleich mit. Dann alles in  den Keller verfrachten und oben die letzten Umzugs-Taschen packen. Den  überdimensionierten Rucksack bestücken. Das Zimmer sauber machen.  Und mich sauber machen. Und, ja stimmt, schlafen. Drei Stunden. Für mehr  war weder Zeit noch Muße.</p>
<p>Erschöpft lasse ich mich deshalb jetzt auf den Rücksitz fallen, murmele nur &#8220;<a href="http://www.gares-en-mouvement.com/gare.php?gare=frpsl&amp;langue=fr" target="_blank">Gare Saint Lazare</a>&#8221; und hoffe auf eine geruhsame Taxifahrt. Doch die vermassele ich mir selbst: &#8220;Haben Sie bald Feierabend?&#8221; frage ich.</p>
<p>&#8220;Ja, in zwei Stunden&#8221;, trötet der Chauffeur und holt aus zum  minuten(stunden?)langen Vortrag über seinen Arbeitsplan für die gesamte  nächste Woche. &#8220;Aha&#8221;, sage ich und wünsche mich in mein Bett. Er babbelt  weiter &#8211; und babbeln ist der richtige Ausdruck, denn ich kann sie fast  schon sehen, die drei heißen <a href="http://www.gutefrage.net/frage/ist-das-eine-verarsche-das-man-mit-einer-kartoffel-im-mund-perfekt-amerikanisch-lernen-kann" target="_blank">Kartoffeln in seinem Mund</a> &#8211; so deutlich sind sie zu hören. Aus den Boxen summt dazu Techno-Musik. Ich entschlummere leicht.</p>
<p>&#8220;Aber Sie sehen müde aus&#8221;, weckt er mich jäh aus dem Märchenland. Ich  nicke, schwach lächelnd. &#8220;Und gleich muss ich arbeiten.. &#8211; wie die  nächsten 5 Tage auch&#8221;, sage ich. Dann füge ich hinzu (warum nur?): &#8220;Wenn  ich wiederkomme, ziehe ich um&#8230;&#8221;</p>
<p>Das Zauberwort. <a href="http://turmsegler.net/20091202/umzuege/" target="_blank">Umzug</a>.  Mein Fahrer schnauft bitter. &#8220;Ich mag keine Umzüge.&#8221; Und es schaudert  ihm. Dann folgt Stille. Ich treibe schon wieder ab vom Ufer der  wirklichen Welt, als er erneut ansetzt: &#8220;Ich ziehe auch bald um.&#8221;  Hmmm&#8230;</p>
<p>&#8220;Es geht nicht anders&#8221;, erzählt er weiter. &#8220;Mein Appartment ist einfach zu laut. Und nicht groß genug. Das geht nicht mehr.&#8221;</p>
<p>Ich nicke verschlafen, gucke ihn an, und sein schmerzerfüllter Blick trifft meinen.</p>
<p>&#8220;Das  ist immer so doof&#8221;, meint er. &#8220;Man hat eben so seine Gewohnheiten. Die  Geschäfte um einen rum, seine Nachbarn &#8211; selbst wenn man nicht immer mit  ihnen redet. Meine Stammbäckerei gleich nebenan. Die bäckt die besten <a href="http://www.sueddeutsche.de/leben/die-geschichte-vom-croissant-von-den-dings-da-zwei-stueck-1.235374" target="_blank">Croissants</a> der Welt.&#8221;</p>
<p>Kleine Blätterteig-Hörnchen fliegen an meinem inneren Auge vorbei. Es riecht förmlich nach Croissant. Mein Magen knurrt leise.</p>
<p>&#8220;Meine neue Bäckerei habe ich schon ausprobiert&#8221;, sagt er. &#8220;Aber das  ist nix, das schmeckt nicht, was die backen. Ganz pappig und gar nicht  luftig. Ich weiß genau, nach meinem Umzug werde ich einfach keine  Croissants mehr essen, Punkt!&#8221;</p>
<p>&#8220;Hm, ja.&#8221; sage ich. &#8220;Das ist doof.&#8221;</p>
<p>Er nickt und guckt düster auf die Straße. &#8220;Ja, es ist traurig&#8221; ,sagt er.</p>
<p>&#8220;Aber&#8230;sagen Sie mal, von wo nach wo ziehen Sie denn?&#8221;</p>
<p>Er windet sich leicht unbehaglich auf seinem Sitz hin und her. &#8220;Naja, ich wohne &#8230; am <a href="http://www.placedeclichy.fr/" target="_blank">Place de Clichy</a> (im Norden von Paris). Und ziehe&#8230;an den Place de Clichy, 500 Meter die Straße hinunter&#8230;&#8221;</p>
<p>Das weckt mich (fast). Ungläubig starre ich ihn an.</p>
<p>&#8220;Äh&#8230; können Sie da nicht einfach die 500 Meter zu Ihrer alten Bäckerei laufen?&#8221;, frage ich und richte mich in meinem Sitz auf.</p>
<p>&#8220;Nein, das mache ich nicht. Ich weiß genau, ich esse dann einfach keine Croissants mehr.&#8221;</p>
<p>&#8220;Aha&#8221;, sage ich. Und lasse mich wieder in meinen Sitz sinken. Ich ziehe die Augenbrauen hoch.</p>
<p>&#8220;Ja,  ich weiß&#8221;, sagt er, als er meinen Ausdruck sieht. &#8220;Ich mag nun einmal  keine Umzüge. Das &#8230; bedeutet immer so viel Veränderung.&#8221; murmelt er  und starrt wieder auf die Straße. Und ich meine, ein Glitzern in seinem rechten Augenwinkel zu sehen&#8230;</p>
<p>L.</p>
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