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Der getrennte Papi

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No sweat (95.)
Veröffentlicht in Allgemein von Andreas Wrede am 21.05.2012 um 09:31 Uhr

Oder: Ein kleiner Hinweis aktuellem Grunde!

Worum es heute geht: Aus welchem technischen Grund auch immer – der Vorspann zur 95. Folge (“Von Giraffen”) verschwand mal eben. Aber natürlich nicht “Der getrennte  Papi”. Auf bald!

Von Giraffen (94.)
Veröffentlicht in Happy Ende,Studentenfutter,Tiger von Andreas Wrede am 19.05.2012 um 12:39 Uhr

Oder: Ein schöner Familien-Tag, verbunden mit einem wahrhaftigen Traum.

Worum es heute geht: Ein Wunsch der Kinder, ein wunderbarer Film über Menschen und Tiere, ganz viel Popcorn und Studentenfutter, Händchenhalten im Dunkeln und hinterher ein überraschender Gast zum Abend.

Zum Vater-Tag hatten sich Alexander und Marie gewünscht, dass wir zu Viert etwas unternehmen. Der getrennte Papi hatte von dem Film “Wir kaufen einen Zoo” gehört, Karten besorgt und traf dann seine Kinder und die Mama am Kino. Sozusagen eine Familienzusammenführung als Geschenk zum Vatertag, wie schön. Der Film, den wir uns anschauen, ist eine wahre Geschichte. Ein Journalist, der seine Frau durch Krankheit verloren hat, beschließt einen Neuanfang für seine kleine Tochter und den größeren Sohn. Er sucht ein Haus und landet im Nowhere außerhalb von San Diego.

Das verwunschene Haus hat nur einen Haken – wer es erwirbt, muss auch die Tiere des Zoos, auf dem Gelände einst beheimatet war, und einige Mitarbeiter  übernehmen. Und unser moderner Held wagt diesen Schritt, zieht mit seinen Kindern auf’s Land und versucht, den Zoo in einer gemeinsamer Anstrengung wieder in Schuss zu bringen. Nun bestimmen etwa ein Bär, Löwen, Tiger, Pfauen oder Schlangen das Leben der kleinen, aber verschworenen Gemeinschaft. Natürlich hat es auch Konflikte – wie jener zwischen Vater und Sohn, aber über die Herkules-Aufgabe mit vielen komischen und tragisch-komischen Momenten  werden sie ausgelebt und angegangen. Und der Papa kann mit dem Trauma des Verlustes seiner Lebensliebe Schluss machen – indem er es offen anvisiert.

Mit Popcorn und Studentenfutter haben wir zu Viert einen tollen Kinonachmittag, an dem auch die eine oder andere Träne anteilnehmendes Mitgefühls fließt und des öfteren drückt  Alexander meine Hand. Ich dachte vorher, vielleicht sei “Wir kaufen einen Zoo” etwas zu elegisch für ihn? Weit gefehlt, er ist wie wir anderen Drei schwer beeindruckt von dieser Geschichte, die von der Wirklichkeit geschrieben wurde und bis heute gut weitergeht. Der Zoo wurde schließlich wieder eröffnet  und über einen Satz im Abspann freuen sich alle Zuschauer im Kino, die gar nicht aufstehen mögen: Die Zoo-Macher überlegen, ihren Tier-Bestand um Giraffen zu erweitern. Ach, es geht doch nix über ein Happy End!

Hinterher fragt Alexander, ob er – quasi außerplanmäßig – die Nacht über zum getrennten Papi mitkommen kann. Klar kann er und so wollen wir uns noch einen bunten Jungs-Abend machen, der nächste Tag ist ja ein freier. Aber als wir so auf dem Sofa lümmeln und kuscheln, werden wir ganz schön schnell ganz schön müde und gehen früh ins Bett. Zwei Tobe-Runden werden noch eingelegt und der Super-Vater-Tag findet ein eher frühes Schlaf-Ende. Alsbald wieder mehr vom getrennten Papi…

 

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Das Weltall (93.)
Veröffentlicht in Alexander,Liebhaben,Marie,Raumfahrer von Andreas Wrede am 22.04.2012 um 09:30 Uhr

Oder: Ich hab’ Dich lieb – bis zum Mond und noch viel, viel, viel weiter.

Worum es heute geht: Ein Bett, drei Menschen, ziemliche Dunkelheit, große Entfernungen, viel Phantasie, magische Worte, einige Planeten und dieser und jener Rand am Rande des Weltalls.

Alexander und Marie, die Kinder des getrennten Papi, und er lagen im Bett, sie sind früh ins Bett gegangen. Wie immer die Tochter rechts, der Sohn links, und ich in der Mitte. Und kurz bevor wir einschlafen, sagte Alexander: “Ich hab’ Dich sehr lieb, Papi.” Und ich antwortete: “Aber ich habe Dich noch lieber, von der Erde bis zum Mond und dreimal zurück.” “Ach”, ergänzte Marie, “das ist dock gar nix: Ich hab’ Euch so lieb bis zur Sonne und zehnmal zurück.” Okay, Alexander und der getrennte Papi fanden das ganz schön lieb und ziemlich weit weg und kamen sich fast vor wie Weltraumfahrer.

Also, Alexander befand: “Ich hab’ Euch so lieb bis zum Rand des Weltalls und wieder zurück zur Erde bis hin hier ins Bett!” Der getrennte Papi und seine Tochter Marie mussten nun erst einmal im Dunklen nachdenken.  Konnte es denn noch weiter reichen, das Liebhaben – als bis zum Rande des riesigen Weltalls, das doch eigentlich unendlich sein soll? Wohlan, der getrennte Papi, meinte: “Ich habe Euch noch lieber als bis zum Rande des Weltalls…nämlich darüber hinaus bis an den anderen Rand vom Rande des Weltalls. Was sagt Ihr nun?” “Kein Problem”, lachte Alexander, “dann haben wir Dich eben so lieb wie der äußere Rand des Weltalls bis zum nächsten Rand reicht. So.”

Tja, jetzt mussten Marie und der getrennte Papi doch eine kleine Weile nachdenken, um Alexander etwas antworten zu können.Gab es denn noch, sozusagen, den Rand vom Rand des Randes des riesigen Weltalls, oder so ähnlich jedenfalls? Da lagen wir uns nun zu Dritt in den Armen und fanden eigentlich: So sehr nah zusammen zu sein, ist echt das größte Liebhaben, das man sich wünschen kann. Und wenn wir nicht beieinander sind – Marie, Alexander und der getrennte Papi – dann denken wir uns eben ganz doll zueinander und schon wird die größte Entfernung ganz klein. Alsbald dann wieder mehr vom getrennten Papi…

Laser-Piraten (92.)
Veröffentlicht in Luftschiff,Weltmeere von Andreas Wrede am 07.04.2012 um 11:13 Uhr

Oder: Alexander und sein Papi haben einen abenteuerlichen Tag.

Der getrennte Papi und sein Sohn Alexander haben zwei Tage nur für sich und da war, logo, klar, dass wir im Kino Die Piraten sehen. Wir sind nämlich so ziemlich die größten Fans von Shawn, das Schaf und Wallace & Gromit. Und wir wurden nicht enttäuscht: Die Piraten sind sehr komisch und sie erleben einen Haufen Abenteuer. Zum Beispiel wie sie in einer Badewanne mit Füßen durch ein riesiges Londoner Haus auf der Treppe von oben nach unten schliddern. Das ist wieder mal genial knetmäßig inszeniert. Aber das schönste an diesen lieben Piraten ist: Sie halten zusammen wie Pech und Schwefel und sie helfen und und lieben und verzeihen einander, beim heiligen schwarzen verrosteten Enterhaken des rotgrünen Klabautermannes der sieben Weltmeere!

Wir hatten wirklich einen schönen Kinonachmittag und freuen uns schon auf den zweiten Teil, der kommt bestimmt noch. Allein schon deswegen, weil ja einer der Piraten - Der Pirat mit den überraschenden Kurven – in Wahrheit eine Frau ist, die in den Piraten-Käptn’ sehr verliebt ist, sich aber mit einem ausgesprochen unauffälligen orangefarbenen Bart tarnt. Ausserdem hat die ziemlich dicke QueenVictoria noch eine Rechnung offen mit den Piraten, die sie am Ende in so einer Art Heißluftballon-Luftschiff zum Teufel jagen. “Puh, da war aber echt was los,” sagte Alexander und fasst die Hand des getrennten Papi – das machen wir allerdings immer so, wenn wir aus dem Kino gehen, damit wir uns nicht verlieren.

Zuhause haben wir dann noch Star Wars gespielt, weil Alexander einen genialen neuen Bademantel bekommen hat von seiner Mama mit er auch toll spielen kann: Es ist ein Meister Yoda-Badeamantel mit einer Yoda-Ohren-Kapuze. So mussten wir dann einige Jedi-Abenteuer in der Wohnung des getrennten Papi bestehen, selbstverständlich mit Hilfe von Laser-Schwertern (meins war blau, das meines Sohnes war ein rotes Doppel-Laser-Schwert von Darth Maul, aber er hat einen guten Jedi gespielt…). Wir waren auf und zu mehreren Planten unterwegs und haben uns tapfer geschlagen, fanden wir jedenfalls. Wir haben noch einige neue Aufkleber (Anikan, Han Solo und Luke Skywalker) auf die Haustür (siehe dazu Folge 91.) des getrennten Papi geklebt und uns jeder einen Fruchtzwerg gegönnt. Wir fanden, das war ein sehr schön spannender Tag für uns Laser-Piraten. Alsbald dann wieder mehr vom getrennten Papi…


 

 

Seifenkiste & Co. (91.)
Veröffentlicht in Allgemein,Peace,Raumfahrer,Tür zum Glück von Andreas Wrede am 11.03.2012 um 11:36 Uhr

Oder: Kleine Geschichten zum Eingang und für den Ausgang.

Worum es heute geht: Sonnenuntergänge, Osterhasen, Weihnachtsmänner, Luke Skywalker, eine dicker, grüner Frosch, die tibetische Flagge, das Peace-Zeichen, eine tolle Collage, Aufkleber von The Selby und noch dies & das.

Der getrennte Papi hat die wunderbarste Haustür “überhaupt”. Das finden jedenfalls Alexander, Marie und der getrennte Papi. Den zusammen haben wir diese Tür im Laufe der Zeit mit so vielen Aufklebern, Basteleien und Bildern versehen, das kaum noch etwas Platz darauf findet –  nur noch sehr kleine Bilder, Basteleien und Aufkleber. Selbstverständlich haben sie alle ihre eigenen kleinen Geschichten. Etwa die Bilder von Marie für ihren getrennten Papi. “Sonnenaufgänge sind doch immer so schön, davon kann Papi nie genug,” sagt Marie. Auf einem Bild reiten wir alle Drei in Richtung Sonnenuntergang.

Die Osterhasen und Weihnachtsmänner hat Alexander im Kindergarten gebastelt, sie sind ganz bunt und fröhlich und lachen den ganzen Tag, na ja, natürlich auch die ganze Nacht: logisch. Selbstverständlich hat es auf unserer Tür jede Menge Star Wars-Aufkleber, etwa mit Luke Skywalker und Jedi-Meister Yoda – also nur Gute, Böse wie Darth Vader oder so wollen wir nicht an der Tür haben. “Das würde uns kein Glück bringen,” finden Marie und Alexander. Den dicken, grünen Frosch hat Marie in der Schule mal gebastelt und bemalt, den ihre Klasse ist schließlich die Frösche-Klasse.

Die tibetische Flagge hat der getrennte Papi auf die Tür gebracht. Sehon bevor er vor Jahren einmal zu einer Privat-Audienz mit dem Kundün – so nennen die Tibeter (Böpa) Seine Heiligkeit, den 14. Dalai Lama – eingeladen war, hat sich der getrennte Papi für die Autonomie von Tibet eingesetzt. “Alle Menschen sollen frei sein, egal wo sie auf der Welt leben,” sagen Alexander und Marie. Dazu passt das neongrüne Peace-Zeichen, das wir auf dem Hamburger Dom uns ausgesucht haben, zusammen mit einem in Pink, als wir ein Kamel-Rennen zusammen gewonnen haben, das hat seinen Platz im Wohnzimmer.

Nicht zu vergessen ist noch eine wunderschöne Collage, die Alexander und Marie für den getrennten Papi mit ganz vielen bunten Bildern von sich auf dem iPad kreiert haben. Und weil der getrennte Papi ein Riesen-Fan von The Selby is in your place ist, hat er aus diesem fabelhaften Buch die Aufkleber auf seine Haustür geklebt: den Rad- und den Raumfähre, die Seifenkiste, den Schmetterling, die Tomatenstaude, das Hippie-Oberhemd oder ein Frauen-Bein-Paar. Das haben wir – Alexanders’ Idee – direkt unter den Türknauf angebracht. “Sieht echt lustig aus,” meinen die Kids.

Was ist noch so auf der Tür zu sehen? Etwa ein Postillon, ein altmodische Sofa, Herzen (ist doch klaro), Drachen, Tiger, Wickie, ein Karl Marx-Kopf (“Get rich or buy trying”) aus dem sehr empfehlenswerten Sticker-Magazin Klebstoff # 3, ein rote Blume aus Pappmaché oder ein Polaroid von Alexander mit dem Weihnachtsmann (Sie erinnern sich: Der getrennte Papi hat ja die Telefonnummer von Santa Claus). Wahrscheinlich müssen wir alsbald verstärkt die Haustür des getrennten Papi von innen verschönern, jetzt hängen dort bereits ein güldener und ein türkisfarbener Stern. “Ein guter Anfang,” Marie und Alexander klatschen in ihre Hände. Alsbald dann wieder mehr vom getrennten Papi…

Kleines Gespenst (90.)
Veröffentlicht in Glück,Roboter,Star Warsen von Andreas Wrede am 28.02.2012 um 21:33 Uhr

Oder: Wenn die Jungs mal wieder ein Wochenende nur unter sich machen.

Worum es heute geht: Ein müder Abend, mal früh ins Bett gehen, eine unruhige Nacht, ein ganz langsamer Samstag mit Star Warsen, an dem der getrennte Papi ins Bett fällt mit Sohnemann und Wärmflasche und einem Sonntag, der auch im Kino spielt.

Diesmal hat Alexander wieder den Papi-Blog mitgeschrieben. “Am Freitag hat Papi mich abgeholt, ziemlich spät, weil er so lange gearbeitet hat. Aber freitags darf ich manchmal etwas länger aufbleiben, weil ich am nächsten Tag nicht in den Kindergarten gehe. Wir sind dann zu Papi gefahren und ich war schon echt sehr müde und hatte nicht mal mehr Lust auf eine Kinderschokolade vor dem Bett und Zähneputzen. Papi hat mir eine Wärmflasche gemacht und auch eine für sich. Denn er hatte mir versprochen, dass wir zusammen einschlafen. Das haben wir dann auch gemacht, das war schön kuschelig.

Am nächsten Morgen war mir leider ganz schlecht und den ganzen Tag über hab’ ich mich gar nicht gut gefühlt. Das war so schade, wir wollten doch so viel zusammen machen. Jedenfalls waren wir dann den ganzen Tag, der irgendwie langsam war,  zuhause und ich habe viel geschlafen und am Abend ging es mir schon etwas besser. Ich durfte noch einige Folgen Star Wars-Trickfilm gucken, aber ich war müde, ich bin fast auf dem Sofa eingeschlafen. Das passiert mir sonst nie bei Star Wars, ist doch immer so spannend!

Am Sonntag ging’s mir zum Glück wieder viel besser, mir war nicht mehr so schlecht. Papi hat nur gesagt, ich hätte nachts manchmal irgendetwas im Schlaf gerufen – ich glaube, ich hab’ von Meister Yoda geträumt. Aber genau weiß ich das nicht mehr. Nachmittags waren wir in einem ganz dollen Film, “Hugo Cabret”, es ging um einen Jungen, der seinen Papi verloren hat. Der hat ihm eine Art Roboter hinterlassen und der Junge, der heimlich Uhren in einem Bahnhof in Ordnung hält, repariert den Blechmann, der sehr lieb aussieht. Die Geschichte wird dann immer spannender, es taucht auch ein Mann auf – Papi hat gesagt, der war Regisseur (ein komisches Wort). Er ist am Anfang sehr traurig und zum Schluss sehr glücklich wie alle Anderen, die mitspielen. Das fand ich schön, noch schöner war aber, dass Papi abends ganz früh mit ins Bett gegangen ist. Ich bin schnell eingeschlafen, ich glaube Papi hat noch lang in einem Buch gelesen, das macht er viel. Morgens hat mich Papi dann zum Kindergarten gebracht und ich konnte ihm mein kleines Gespenst zeigen, das ich gebastelt habe, er fand des sehr schön und ich fand das Wochenende mit Papi sehr schön. Alsbald dann wieder mehr  vom getrennten Papi…

Doppelter Papi (89.)
Veröffentlicht in Herzen,Kleines Leben,Melancholie von Andreas Wrede am 19.02.2012 um 15:48 Uhr

Oder: Das Leben ist eben doch kein langer und ruhiger Fluss.

Worum es heute geht: Lebens-Umstände, die eben Umstände sind, und die es wohl bleiben, das Single-Dasein, das eigentlich keines ist, Kinder-Trennung, an die man sich nicht gewöhnt, aber sich eben gewöhnen muss und Karnevals-Kostüme.

Jetzt ist der getrennte Papi schon über zwei Jahre getrennt  - und doch sind die Umstände seines Lebens auf der einen Seite zum Alltag geworden, um auf der anderen Seite kein normaler Alltag zu werden. Gerade an Wochenenden kommt es da zu dem einen oder anderen Blues, aber wem sag’ ich das? Die eine Leserin oder der andere Leser des Papi-Blogs wird’s natürlich genauso nachempfinden: Früher wurde das eine oder andere Toben oder auch das genaue Gegenteil veranstaltet – heute sind nun alleinige Wochenenden genauso Alltag, den der getrennte Papi hinkriegen muss, logo.

Übrigens wie viele andere Menschen ja doch auch – in der Klasse meiner Tochter Marie sind zahlreiche Kinder in derselben Lage wie sie selbst. Und selbstverständlich bemüht man sich nach allen Kräften, den Kindern eine Trennung so “leicht” wie möglich zu gestalten (…sofern dies überhaupt möglich ist…). Auch wenn man sich selbst die Trennung, ebenso selbstverständlich, nicht “leicht” gemacht hat und sich hinterher sagen muss, dass es sich der getrennte Papi manches Mal und manches Mal zu viel einiges zu leicht gemacht hat? Nun denn, so sind jedenfalls die Single-Tage und Single-Wochenenden immer noch gewöhnungsbedürftig. Ja, man kann ins Kino gehen,wann man will, mit einer lieben Freundin frühstücken, man sich kann ein Mittagsschläfchen gönnen (was für ein Luxus, oder?). Tja, gleichwohl fühlt sich der getrennte Papi ohne Alexander und Marie…eben getrennt und nicht als Single-Mann, sondern sozusagen: als doppelter Papi.

Ich kann mich nicht daran gewöhnen von meinen Kindern getrennt zu sein, ich muss mich immer wieder von Neuem daran gewöhnen – nun, so geht’s Hunderttausenden anderer Menschen in diesem Lande, man hat sich durch’s Leben zu Patchworken.Mal klappt es besser und mal klappt es eben nicht so gut. “Es ist wie es ist.” Jedenfalls ist’s ganz wunderbar, wenn man von der Tochter ein Photo geschickt bekommt: Sie hat ihren Bruder geschnappschusst wie er sich als Punker verkleiden wird, wenn es bald zum Kindergarten-Karneval geht. Und plötzlich sieht der Sohnemann des getrennten Papi schon sooo groß aus. Und plötzlich kommen einem die Worte der eigenen Eltern in den Sinn als sich der getrennte Papi etwa als Indianer zurechtgemacht hat für die Karnevals-Party eines Freundes: “Sei immer eine tapferere Rothaut.” Okay, okay, heute ist das jetzt mal alles zu melancholisch und zu pathetisch im Papi-Blog, also Schluss. Alsbald dann wieder mehr vom getrennten Papi…

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Kuscheltiere/Schinkenbrote (88.)
Veröffentlicht in Atlantik,Wärmflasche von Andreas Wrede am 10.02.2012 um 19:11 Uhr

Oder: Ein Weekend, diesmal nur mit dem Papi und seiner süssen Tochter.

Worum es heute geht: ein Diktat, ganz echt viele Kuscheltiere, zwei Teetassen, zwei Wärmflaschen, ziemlich viele Knackbonbons, Heidi und Klara und ein New York-Buch.

An diesem Wochenende hat der getrennte Papi seine süsse Tochter Marie mal alleine; Alexander ist mit seiner Mama zum Skifahren gedüst. Und diesmal hat Marie besonders viele Kuscheltiere zum getrennten Papi mitgenommen, genau genommen eine Reisetasche voll, exakt 16 Stücker. Ihre Namen: Jama (Golden Retriever, ein Welpe), Xavier (ein Mischling), Bello (noch ein Mischling), Bali (ein Baby-Gorilla), Purzelchen (ja, ein Mischling), Hanni und Nanni (Labradore), Blacky (Baby-Collie), Puschel (Mischling), Kiki (Cockerspaniel), Carrie (wie aus “Sex and the City”, noch ein Labrador), Timi (Basset), Floh (Golden Doodle), Pauli (Golden Doodle, groß), Tobi (Terrier) und Lulu (noch ein Golden Doodle).

Gerade liegen sie allesamt auf dem Sofa und haben das Diktat verfolgt, dass der getrennte Papi mit seiner Tochter übt, einige Seiten aus dem Buch “Käpt’n Lotta und der vieräugige Hermann” – ein dolle Piratengeschichte. Marie ist etwas ungeduldig, denn sie muss unbedingt “Heidi” gucken, die Folge, in der Heidi in Frankfurt so ein Heimweh bekommt, dass sie schlafwandelt und von den Bergen träumt. Passend dazu gibt es zwei große Tee-Tassen (mal Rotbusch mit Orange), schön heiß. Dabei korrigieren wir das Diktat, Marie hat es ziemlich gut geschrieben, einige total unnötige Flüchtigkeitsfehler hat es.  Okay, wir wiederholen die Worte jeweils einige Male und lesen sie dabei laut. Das klappt eigentlich immer gut und dann hat’s Marie auch für heute geschafft und sich und ihrem getrennten Papi zwei Wärmflaschen verdient.

Das lieben wir: Mit Wärmflaschen auf dem Sofa zusammenliegen und quatschen, zwischendurch “Phineas & Ferb” (sooo cool) gucken, eben Tee schlürfen und auch mal ein Knackbonbon wegschnaseln. Allerdings nicht zu viele, denn gleich gibt’s eine Brotzeit (Leberwurst- und Schinkenbrote, Möhrchen und hinterher Vanille-Quark). Dabei werden wir uns einen Bildband anschauen, “Spaziergänge durch das alte New York” mit schönen Bildern, Gemälden und Zeichnungen wie u.a das historische Manhattan ausgesehen hat, Central Park, Columbus Circle, Flatiron Building oder die Statue of Liberty. Wir 2 träumen uns also mal kurz über den Atlantik, hin und zurück. Morgen gehen wir dann auf der zugefrorenen Alster spazieren, das wird bestimmt grandios. Alsbald dann wieder mehr vom getrennten Papi…

Kleines Nachtgebet (87.)
Veröffentlicht in Glück,Selig,The Beatles von Andreas Wrede am 04.02.2012 um 16:47 Uhr

Oder: Die Gedanken sind auch vor dem Einschlafen sehr frei.

Worum es heute geht: Ein Selbstgespräch auf dem Sofa, zwei Kinder, kreuz und quer, Star Wars und Justin Biber, Zahnpasta-Reste, Krümel und eine verdächtige Gummi-Schlange.

Als ich kürzlich des Nachts nach Hause kam und die coole Babysitterin verabschiedet hatte (“ich fahr’ jetzt noch auf eine Elektro-Party nach Bergedorf”), die Marie und Alexander so mögen (“sie ist immer wie ein Hippie angezogen, lässig”), lagen die Zwei auf dem Sofa. Und ich betrachtete sie, während ich noch leise Musik (Groove Collective Live At PS 1) für mich auflegte – wenn die Kids erst einmal schlafen, sind sie kaum wach zu kriegen. Da lagen sie nun, einigermaßen kreuz und mehr. Alexander zugedeckt mit seiner Star Wars-Bettwäsche und auf dem Kopfkissen-Bezug sorgten R2D2, der Astromech Droide und C-3 PO, der Protokoll Droide, bestimmte für spannende und lustige Träume.

Bei Marie sah die Lage schon anders aus, ist ihre liebste Bettwäsche doch gerade mit dem Konterfei von Justin Biber bedruckt. Dessen Lebens- und Karriere-Story könnte sie ihm Schlaf heruntersagen und dazu noch einige Songs von ihm vorsingen. Sie ist halt ein kleiner, romantischer Riesen-Fan von ihm und steht “voll” dazu. Der getrennte Papi findet das in Ordnung und fragt sich bei seinem Selbstgespräch, zwischen seinen Kindern auf dem Sofa sitzend und beide an den Köpfchen streichelnd, wen er so in ihrem Alter toll fand. Und er glaubt sich zu erinnern: Es waren The Beatles und hier besonders John Lennon, der irgendwie wahnsinnig unabhängig wirkte – als machte er 24 Stunden lang immer nur das, was er wollte. Nun, vermutlich machte er tatsächlich 24 Stunden lang immer nur das, was er wollte. How nice!

Am Mund von Marie entdeckte ich einige Zahnpasta-Reste, das fand der getrennte Papi prima, war es doch ein sichtbares Zeichen, dass seine Tochter sich die Zähne (aber wie fast immer) geputzt hatte. Bei Alexander war sich der getrennte Papi nicht gänzlich sicher, neben dessen Kopf lag, verdächtig, eine angeknabberte Gummi-Schlange vom Kiosk und einige Keks-Krümmel schienen die überhaupt nicht zu stören. Da ich freilich wußte, dass ich die gar nicht mögen würde, hab’ ich die Krümmel entsorgt und die bunt gescheckte Gummi-Schlange auf den Küchentisch verbannt für den Rest der Nachtruhe. Nach meinem Zähneputzen ließ ich mich zwischen meine Kinder nieder und das Sofa war schon super-schön vorgewärmt. Trotzdem deckte ich sie nochmals mit Star Wars und Justin Biber zu, sprach ein kleines Nachtgebet für uns Drei und bin – glaub’ ich – innerhalb von einer halben Minute selig eingeschlafen. Alsbald dann wieder mehr vom getrennten Papi…

Pädagogisch wertvoll (86.)
Veröffentlicht in Birnen,Hoch und Heilig,Sonnenschein von Andreas Wrede am 16.01.2012 um 23:06 Uhr

Oder: Blau-weiß-karierte Tüten können wirklich wunderbar sein.

Worum es diesmal geht: Es gibt Tage, an denen wir Drei zu Hause bleiben wollen, ziemlich faul, ziemlich gemütlich, ziemlich kuschelig, politisch/pädagogisch unkorrekt, oh weh – es war aber echt schön und wir machen es nicht mehr so oft, versprochen.

Am vergangenen Wochenende hatte der getrennte Papi wieder seine Kinder Marie und Alexander und wir hatten  - ausnahmsweise – mal keine Pläne gemacht. Kein Theater, kein Kino, keine anderen Kinderverabredungen, keine Spaziergänge, okay, eine Frühstückstreffen mit einem Freund im “Gnosa” (einem der coolsten Café’s in Hamburg) gab’s und drei blau-weiß-karierte Tüten mit 10-Cent-Süssigkeiten (weiße Mäuse, Salinos, Gummizeug, Maoam, also nix, was der Zahnarzt so wirklich richtig gut fände).

Und der Zufall wollte es mithin noch, dass mehrere Episoden, “Star Wars – The Clone Wars” des Nachmittags im Fernsehen liefen, obwohl draußen auch noch die Sonne schien. Was tun, getrennter Papi? Kurzer Kriegsrat am wohnzimmerlichen Lagerfeuer, ganz friedlich, und Alexander, Marie und der getrennte Papi beschließen, den Nachmittag tatsächlich auf dem Sofa, damit vor dem Fernsehen zu verbringen. Welcome, Anakin Skywalker, Ashoka, Tano, Cad Bane, C-3PO, Jabba The Hutt, Obo- Wan Kenobi, R2-D2 und all’ die anderen Helden, Halb-Helden, Schurken und Dreiviertel-Schurken.

Also, richten wir es uns auf dem Sofa sehr gemütlich ein: mit vielen Kissen, viel Rooibos-Vanille-Tee, vielen entkernten Birnen und vielen gute Vorsätzen, am nächsten Wochenende echt rauszugehen, egal wie’s Wetter wird. Nun muss ich unumwunden zugeben, wir haben keine Sekunde bereut, obwohl mir natürlich klar war, dass es pädagogisch nicht komplett wertvoll und erziehungspolitisch vermutlich einigermaßen verwerflich ist, an einem sonnenbeschienen Sonntagnachmittag mit den Kindern vorm TV zu sitzen.

Aber wir fanden es einen tatsächlich schönen Nachmittag. Und ich verspreche hoch und heilig, dass wir das nicht permanent machen. Nur eben manchmal so. In einer montäglichen Kurzumfrage unter Vätern, die dem getrennten Papi durchaus gut und als vertrauenswürdige Menschen bekannt sind, musste ich tatsächlich feststellen, dass wir Drei an diesem Wochenende nicht die Einzigen waren, die genau das gemacht haben, was wir Drei gemacht haben. So was aber auch. Dann also alsbald wieder mehr vom getrennten Papi…



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