Dank an all’ die treuen Leserinnen und Leser des getrennten Papi, bleiben Sie seinen Kindern und ihm gewogen!
Worum es heute geht: Über zwei Jahre auf Stern.de, nun die 102. Folge hier, aber nicht die letzte, es waren bewegte Zeiten mit Alexander und Marie, und sicher bleiben sie es – wie könnte es auch anders.
Mit der 102. Folge ist nun also Schluss mit dem getrennten Papi auf Stern.de. Künftig werden dort keine freien Blogger mehr schreiben. Im Rückblick sind die vergangenen zwei Jahre keineswegs wie im Fluge vorbei gerauscht. Schließlich ist die Trennung einer Familie ein einschneidender Prozess – im wahrsten, vielgestaltigen Sinne des Wortes. Als der getrennte Papi begann seinen Blog zu schreiben, ging Marie noch auf die Grundschule, Alexander in den Kindergarten und der getrennte Papi musste den Begriff Familie für sich neu erfinden.
Alexander kommt es jetzt, seit er auf dieselbe Schule geht wie seine Schwester, schon wie eine ziemliche Ewigkeit vor in den Kindergarten gegangen zu sein. Gestern traf ich zufällig einen anderen Vater, dessen Kinder auch in unseren alten Kindergarten gegangen sind. Nun sind unsere Kinder schon so groß, wir staunen immer noch und werden bestimmt aus dem Staunen sowieso nicht herauskommen. Denn es geht immer weiter mit der Entwicklung unsrer Kinder, weiter und weiter. Deswegen wird es den getrennte Papi auch künftig geben als Blog – auf der http://www.facebook.com/pages/Der-getrennte-Papi/162315120445829
Alexander und Marie haben schon gefragt, ob es in diesem Jahr wieder eine Weihnachtsgeschichte zu lesen geben wird. Logo wird es wieder eine geben für Euch. Und vorher werden wir wieder oft ins Theater gehen, die Vorweihnachtszeit muss dazu genutzt werden. Leider kann man oft nur in diesen Wochen vor dem 24. Dezember mit den Kindern schöne Stücke sehen. Als ob Kinder nicht auch gern im Frühling oder im Sommer ins Theater gehen würden. Wir freuen uns jedenfalls schon sehr auf “Der gestiefelte Kater” als Marionetten-Stück, die Abenteuer von Kalle Blomquist, Pipi Langstrumpf oder auf “Alice im Wunderland”. Marie und Alexander können sich sehr gut an die Theaterstücke der vergangenen Jahre erinnern – ob das nun “Emil und die Detektive” oder “Krabat” oder “Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer” waren.
Ich hoffe, der getrennte Papi auf Stern. de hat es hier und dort geschafft, auch ein wenig nachzuwirken durch das Berichten seiner Erfahrungen mit seinen Kindern und das Berichten seiner Kinder über ihn. Wie auch immer: das Ende kommt zwar etwas abrupt, aber ich bedanke mich bei Stern.de, dass ich diese Plattform nutzen konnte. Und ich bedanke mich bei den Leserinnen und Lesern, die diesen Blog ermutigend, freundschaftlich oder kritisch begleitet haben. Alle Beiträge vom getrennten Papi werden übrigens weiter im Blog-Archiv von Stern.de nachzulesen sein. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie auf dessen Facebook-Seite dem getrennten Papi und seinen Kindern gewogen bleiben. Auf bald dann wieder mehr vom getrennten Papi auf Facebook…
Oder: Das Schöne ist, die Gedanken können auf Reisen gehen.
Worum es heute geht: Runde eintausendsiebenhundert Kilometer weit weg, aber dann doch auch wieder ganz nah, Sonne am Himmel, Sonne im Herzen, Sonne im Sinn, Plastikeimer, Plastikschaufeln, Plastikharken und – total neben der Spur: Late Night Tales.
Was macht der getrennte Papi, wenn seine Kinder in den wohlverdienten Herbstferien sind? Er freut sich natürlich für sie und ihre Mami, dass sie vor dem langen deutschen Winter nochmal fette Sonne tanken können. Immer noch einer der schönsten Urlaube ist für mich: Einfach am Strand rumliegen, die Sonne ballert von oben, lachend, auf die kleinen Menschlein da unten, der Wind wischt den salzigen Geruch des Meeres herüber, zaust in Deinen Haaren, streichelt über Deine Haut. So geht’s. Und wenn der getrennte Papi nicht dabei ist, denkt er sich die Sonne halt in sein Herz und fertig.
Denn das Schöne ist, ja, eben: Unsere Gedanken können (fast) immer auf Reisen gehen zu unseren Lieben, ob größer oder kleiner – und, schwupps, sind wir da, haben Distanzen einfach mal mit sonnigem Sinn überflogen und sind bei Ihnen. Dabei denkt der getrennte Papi, logo, des Öfteren an die ersten Jahre von Alexander und Marie. Wenn es früher zum Strand ging, mussten, nach Möglichkeit massenweise, Plastikeimer, Plastikschaufeln so wie Plastikharken in diversen Farben, Größen und Zuständen mitgenommen werden. Zustände meint: Am allerliebsten wurde jene Plastikstrand-Utensilien mitgenommen, die garantiert am allerallerallerältesten waren, dagegen war Vintage wie neu.
Und wehe, der (ganz früher) giftgrüne Plastikeimer, die (längst nicht mehr) rote Plastikschaufel oder die (mittlerweile fast zahnlose) gelbliche Plastikschaufel waren nicht zu finden. Melodramen spielten sich ab, Marie ohne ihr heiß geliebtes Eimerchen? Alexander ohne seine Schaufel, der sich schon zahlreiche tiefe Gräben um fabelhafte Sandburgen verdankten? “Auf-keinen-Fall-fahren-wir-zum-Strand-ohne-dieses-Strandzeug!” Damit das mal klar ist, also, okay, okay, es wird in den letzten Winkeln gesucht bis aber wirkliche Alles wieder, kompromisslos, beisammen ist. Ach ja, der Käscher fehlt noch und die Förmchen in nun undefinierbaren Farben. Alles verstaut, ab zum Strand, die Welt ist so was von in Ordnung, jetzt können die Kinder es am Strand und im Wasser und überhaupt krachen lassen.
Der abschließende Musik-Tipp (mal wieder einer, nach längerer Pause, nicht wahr) hat mit dem Papi-Blog nur insofern etwas zu tun als er sie beim Schreiben hörte. Nach einigen eher mediokren Alben ist wieder eines in der Late Night Tales-Compilationsreihe erschienen, das oberlässig ist. Weil es wunderbar neben der Spur, irgendwo zwischen Alternative, Jazz, Post Rock, Rap, Weltmusik schwebt’s dahin, zusammengestellt von Four Tet aka Kieran Hebden, bravissimo. Alsbald dann wieder mehr vom getrennten Papi…
Oder: Auch nochmals in der Unterzeile – Dies ist der 1o0ste getrennte Papi, immerhin.
Worum es heute geht: Zum Kindergarten bringen ist passé, jetzt gelten morgens neue Spielregeln, sie fangen im Badezimmer an und enden definitiv nicht vor der Schule, die tatsächlich Spass macht, so ändern sich die Zeiten bisweilen zum Bessren.
Marie und Johnny sind ja nun kürzlich eingeschult worden, die Tochter auf das Gymnasium, der Sohn auf die Grundschule. Und den getrennten Papi macht es ganz glücklich, dass es den Zweien sehr gut gefällt in ihren Klassen. Die Lern-Schlagzahl auf dem Gymnasium hat sich merklich erhöht, Hausaufgaben und Tests wollen sorgfältig erledigt respektive absolviert werden. Dass Marie die neue Schule richtig Spass, ist natürlich ganz und gar fabelhaft. Der getrennte Papi kann sich noch an seinen ersten Tage auf dem Gymnasium erinnern – und es waren echt keine schönen.
Der Unterricht war noch – wie schon in der Grundschule damals – sehr frontal, zu viele Lehrer hielten sich für eine Autorität, weil sie den Schülerautoritär begegneten, ein Graus. Und in den ersten Schuljahren auf dem Gymnasium war ich grottenschlecht. Umso wunderbarer, dass die Tochter happy ist auf ihrer Schule und neue Erfahrungen und Freunde und Freundinnen gewinnt. Alexander hatte das Glück mit einigen seiner bester Freunde in die Klasse zu kommen. Und während es ihm früher ziemlich schnurz war, was er sich so anzieht zum Kindergarten, hat sich dies doch reichlich geändert. Nun wird schon darauf geachtet, dass schon mal ein lässiges Oberhemd am Abend für den kommenden Morgen ausgesucht wird, bei den Hosen ist es etwas einfacher, die Auswahl zwischen den Lieblingsjeans fällt nicht so schwer, immerhin sind’s inzwischen zwei Jeans, die zur gefälligen Auswahl stehen.
Freilich fällt der Blick morgens in den Spiegel viel kritischer aus – noch vor einiger Zeit ist er noch ganz ausgefallen bei Alexander. Die Haare sollten nach Möglichkeit schon immer sehr tippitoppi aussehen (siehe Folge 99.) Und die morgendlichen Rituale beim Gang in die Schule unterscheiden sich ebenfalls sehr von jenen im Kindergarten. Während früher noch dolle Umarmung, festes Knuddeln und einige Küsschen gewünscht waren, darf es nun wohl eine Umarmung unter Männern sein, aber ein Küsschen will Alexander nur haben, wenn’s gerade keiner sieht, bitte schön! Der getrennte Papi respektiert dies natürlich und wenn wir unter uns sind, wird wie eh und je gekuschelt und gekitzelt und ein Küsschen oder zwei dürfen es dann fürAlexander auch schon sein. Sogar ohne, dass er sich hinterher den Mund abwischt.
Dies war also die 100. Folge des getrennten Papi. Und wenn es die eine oder andere geneigte Leserin oder der eine oder andere geneigte Leser noch nicht bemerkt hat: Es gibt auf Facebook eine Seite “Der getrennte Papi” – vielleicht mag die eine oder der andere auf “Gefällt mir” drücken. Alsbald dann wieder mehr vom getrennten Papi…
Oder: Kleider machen auch kleine Leute, aber in Grenzen, zum Glück
Worum es heute geht: Ein wuseliger, morgendlicher Blick in den Spiegel, ein kritischer, leicht irritierter Blick in selbigen und schließlich noch ein dritter, sicherheitshalber mit Brille.
Alexander ist zum Kindergeburtstag eingeladen und kleidet sich. Und das tut er auch heute ziemlich schnell und mit wenig ausgeprägtem Bedacht. Denn meistens hat er ein T-Shirt an (auf jeden Fall farbig), seine Lieblings-Jeans (mit den Löchern an den Knien), sehr gern verschiedene Strümpfe (fast immer ohne Löcher) und jene Schuhe (mit dreifachem Klettverschluss), die er so lange anziehen wird bis sie einfach mal zu klein sind. Jetzt könnte es also losgehen. “Ich muss eben noch Mal ins Bad, Papi!”, ruft er – ich bin neugierig und luchse frecher Weise um die Ecke.
Da steht er vor dem Spiegel und ärgert sich laut: “Die Haare stehen mir ja total zu Berge, wie seh’ ich den aus, so kann ich nicht zum Geburtstag gehen.” Um diese ziemlich endgültige Feststellung zu relativieren, schlägt der getrennte Papi vor: “Wie wäre es mit etwas Gel?” Sohnemann findet das einen sehr guten und pragmatischen Vorschlag, gesagt, getan, eine kleine Portion hier, eine kleine Portion dort. Und Alexander findet sich nun ausgehfertig und nimmt das Geschenk mit – “etwas von den Drei ???, das finden Jungs immer cool,” befindet er. Nun möchte auch Marie mal kurz ins Bad.
Okay, es könnte etwas länger werden, denn sie hat ihre langen Haare zu bürsten. Was früher kaum stattfand, will nun umso sorgfältiger erledigt werden. Immer versehen mit der Frage: “Sehen meine Haare gut aus, Papi?”. Natürlich schaut sie supergut aus, diese gelockte Mähne, wie immer, aber eine Bestätigung tut ja doch wohl und man verlässt entspannt das Haus. Das Beruhigende für den getrennten Papi ist, dass sowohl Marie wie Alexander überhaupt nicht eitel um der Eitelkeit Willen sind. Es wird also zum Glück nicht die vermaledeite Frage gestellt “Spiegeln, Spieglein an der Wand…”. Apropos, ich schau’ mithin noch kurz in den Spiegel, Brille auf der Nase, ob nun die Bartstoppeln heute rasiert werden sollten oder ob’s morgen reicht. Die Kinder meinen unisono: “Heute, denn Du piekst.” Alsbald dann wieder mehr vom getrennten Papi…
Oder: Warum kann man sich an seine Kindheit manchmal nicht erinnern?
Worum es heute geht: Unruhige Nacht, wirre Träume, weiche Knie, weicher als die der Kinder, immer schön cool bleiben, phantasievolle Schultüten, jede Menge Luftballons fliegen in den blauen Himmel, feuchte Hände und irgendwie kleine, große Herzen.
Nun sind also beide Kinder des getrennten Papi vor kurzem in die Schule gekommen. Marie, zehnjährig, geht jetzt auf’s Gymnasium, und Alexander, sechsjährig, besucht die Grundschule. Der getrennte Papi hat schlechter geschlafen vor den Einschulungen als seine Kinder. Morgens ist er aufgewacht als habe er einen harten Schultag hinter sich gebracht: Im Kopf brummte es von vielem neuen Wissen, das er im Traum aufsaugen musste – Geographie, Mathematik, Deutsch, Religion, Biologie und Sport (als Torwart im Schulteam) zum Schluss war auch nicht ohne. So ein Schultag scheint sogar noch im Traum verdammt anstrengend zu sein.
Natürlich passierten im Traum wirre Sachen, in der Mathestunde sass ich plötzlich in der ersten Reihe – dabei wollte ich mich doch früher gerade in diesem Fach eher hinter dem Rücken eines Vordermannes verstecken. Als ich dann die Kinder bei ihren Einschulungen an den beiden Tagen hintereinander in ihren Schulen sehe, habe ich weichere Knie als sie. Das lass’ ich sie natürlich nicht merken, es freut den getrennten Papi, dass sich Alexander und Marie auf die Schule freuen. Natürlich bleibe ich schön entspannt nach außen hin und lass’ mir meine Nervosität nicht anmerken. Ich versuche mich an meine Einschulung zu erinnern, es gelingt mir nicht – vermutlich, weil sich der getrennte Papi in den ersten Jahren partout nicht an den Schulbetrieb gewöhnen mochte und partout kein guter Schüler war.
Jedenfalls boten die Schultüten eine willkommene Abwechslung sich nicht mehr an wenig geliebte Schuljahre zu erinnern: auf einer war ein Fussballfeld, auf der von Alexander prangten Jedi-Ritter, klebten Laserschwerter und diverse Star Wars-Aufnäher, auf einer weiteren waren Musik-Noten kaum zu zählen. Als Alexander nach der ersten Schulstunde einen der vielen Luftballons, den jeder Erstklässler in Händen hält, in den blauen Himmel steigen lässt, muss der getrennte Papi schon schwer schlucken. Genauso als Maries Namen in ihrem Gymnasium am Tag ihrer Einschulung aufgerufen wird und sie – wie ihre Klassenkameradinnen und Klassenkameraden – auf die Bühne in der Aula gebeten wird. Da wirkt sie auf einmal so groß und auf dem direkten Wege zum Teenager. Die Hände des getrennten Papi waren – während der neue Klassenlehrer sympathisch zu Eltern und Schülern spricht – ganz schön feucht. Und der getrennte Papi bewunderte und bewundert die kleinen großen Herzen der Kinder, die in eine neue Zukunft aufbrechen. Alsbald dann wieder mehr vom getrennten Papi…
Oder: Vom Spuren lesen, von Heldentaten und Jungs-Träumnen
Worum es heute geht: Gespräche unter Männern, die Phantasie eines Jungen, die Power Rangers und ihrer Tapferkeit, Erinnerungen an die eigene, geheimnisvolle Jugend und was man so spielte und sein wollte und schon tritt man eine Reise in die Vergangenheit an.
Der getrennte Papi hat kürzlich mit seinem Sohnemann Alexander ein spannendes Gespräch geführt. “Papi, findest Du die Power Rangers auch so cool wie ich?” Tja, irgendwo wo schon, schließlich retten sie am laufenden Band die Menschheit, also irgendwo auch uns, nicht wahr? “Und welche Farbe von den Kampfanzügen magst Du am liebsten? Pink, schwarz, gelb, grün, pink oder blau?” Nun denn, blau ist eine meiner Lieblingsfarben, so soll den der blaue Kampfanzug mein Favorit sein. “Aber pink mag ich auch sehr…”. “Papi, das ist jetzt aber doch eine Mädchen-Farbe!” Okay, in diesem speziellen Power Rangers-Falle: dann halt nur blau.
“Ich finde es toll, Papi, wie die Power Rangers als Teenager so dolle Abenteuer erleben. Gab’ es die auch schon als Du klein warst früher?” Nein, die unerschrockenen Power Rangers waren meinerzeit noch nicht unterwegs. “Wer waren denn Deine Helden?” Gute Frage, in den geheimnisvollen Helden-Jungs-Phantasien spielten eher sehr tapfere Indianer oder ebenso tapfere Trapper die wichtigste Rolle. Besonders in Urlauben, wenn der getrennte Papi wie immer sehr früh aufgestanden war, um sieben Uhr rum, weil es in den Hotels noch sehr ruhig war und eine geheimnisvolle Stille draußen im Grün schwante.
Da war der getrennte Papi als eher einsamer Trapper unterwegs, der immer wieder als Scout für gefährliche Erkundungen und Expeditionen durch die Weiten des unentdeckten nordamerikanischen Westen streifte. Die Verkleidung mit abgewetzter Lederhose und Lederhemd, Fransen dran, klar, Mokassins, die auch schon viel erlebt haben, einer Fellmütze mit Schweif dachte ich mir. Ebenfalls die lange Büchse, das war ein schmaler Holzstamm, der eigentlich kleine Bäume stützen sollte. Die Büchse wurde selbstverständlich nach mehrstündigen wildesten, manchmal romantischen Abenteuern – immerhin waren auch im Wilden Westen hübsche Mädchen unterwegs, die den Fängen von berüchtigten Gesetzlosen zu entreissen waren. “So viel anders hast Du als kleiner Junge ja gar nicht gespielt, Papi,” findet Alexander. “Ja, da hast Du verdammt Recht.” Und danke für die Reise in meine eigene Vergangenheit, lieber Sohn. Alsbald dann wieder mehr vom getrennten Papi…
Oder: Manche Dinge im Leben sind eben so wie sie immer waren.
Worum es heute geht: Eine besondere Feier zu einem besonderen Anlass, vier Jahrbücher, Toben auf dem Schulhof, Eltern und Kinder, die sich schon wundern, der Bruder folgt auf die Schwester und freut sich auf beste Freunde und der so genannte Ernst des Lebens.
Jetzt ist es also soweit: die Abschlussfeier für Marie in ihrer Schule, ihre vier Jahre in der Grundschule sind einfach vorbei gerauscht. Jedenfalls scheint es allen Eltern so zu gehen als sie da draußen um den Grill im Innenhof stehen, den sie gemeinsam mit ihren Kindern gestaltet und bepflanzt haben. Und im Nachhinein sind alle dankbar, dass die Kinder ein Glück hatten – mit ihren Mitschülerinnen und Mitschülern und ihren Lehrern und ihren Erziehern. Der getrennte Papi kann sich nur wünschen, dass er es in seinen ersten vier Schuljahren doch so harmonisch gehabt hätte. Autoritäre Lehrer waren damals eher die Regel als die Ausnahme, was hab’ ich diese unfähigen selbsternannten “Pädagogen” verflucht.
Sehr schön ist, dass die Eltern der “Frösche” eine feine Tradition begründet haben – für jedes Schuljahr wurde nämlich ein Jahrbuch produziert, eine wunderbar-bleibende Erinnerung an Kinder, die sich in diesen vier Jahren doch enorm entwickelt haben. Marie jedenfalls stöbert immer wieder zwischendurch in den Jahrbüchern und wundert sich wie ziemlich rasch die Zeit für sie und ihre Mitschüler vergangen ist. Während sie mit ihrer Mama das liebevoll zubereitetet Büfett durchstöbert, spielen der getrennte Papi und Alexander auf dem Schulhof fangen und Alexander freut sich, dass er nach den Sommerferien auch auf die Schule seiner Schwester gehen wird.
Dabei hat er noch ein großes Glück: Drei seiner besten Freunde werden in seine Klasse kommen, sie werden die “Wölfe” sein, das finden sie natürlich sehr cool und sie freuen sich sogar auf die Schule, jedenfalls mehr als der getrennte Papi seinerzeit. Er kann sich freilich noch entsinnen, dass ihm seine Eltern – bevor es auf’s Gymnasium ging – mit auf seinen Weg gaben, nun begönne tatsächlich der “Ernst des Lebens”. Nun hat er das Gefühl, dieser Spruch treffe vielmehr auf seine Tochter zu, sind doch die Ansprüche an Schüler heutzutage viel höher als sie es früher waren und auch der Druck, schon in jungen Jahren viel leisten zu müssen, ist ungleich höher. So müssen Mütter und Väter darauf achten, dass ihre Kinder gleichwohl noch eine glückliche und oft unbeschwerte Zeit für sich haben – von Herzen. Und wenn sich dann die Geschwister – wie gerade eben – umarmen, wissen wir, dass wir das eine oder andere vielleicht richtig gemacht haben. Alsbald dann wieder mehr vom getrennten Papi…
Oder: Ein kleiner Hinweis aktuellem Grunde!
Worum es heute geht: Aus welchem technischen Grund auch immer – der Vorspann zur 95. Folge (“Von Giraffen”) verschwand mal eben. Aber natürlich nicht “Der getrennte Papi”. Auf bald!
Oder: Ein schöner Familien-Tag, verbunden mit einem wahrhaftigen Traum.
Worum es heute geht: Ein Wunsch der Kinder, ein wunderbarer Film über Menschen und Tiere, ganz viel Popcorn und Studentenfutter, Händchenhalten im Dunkeln und hinterher ein überraschender Gast zum Abend.
Zum Vater-Tag hatten sich Alexander und Marie gewünscht, dass wir zu Viert etwas unternehmen. Der getrennte Papi hatte von dem Film “Wir kaufen einen Zoo” gehört, Karten besorgt und traf dann seine Kinder und die Mama am Kino. Sozusagen eine Familienzusammenführung als Geschenk zum Vatertag, wie schön. Der Film, den wir uns anschauen, ist eine wahre Geschichte. Ein Journalist, der seine Frau durch Krankheit verloren hat, beschließt einen Neuanfang für seine kleine Tochter und den größeren Sohn. Er sucht ein Haus und landet im Nowhere außerhalb von San Diego.
Das verwunschene Haus hat nur einen Haken – wer es erwirbt, muss auch die Tiere des Zoos, auf dem Gelände einst beheimatet war, und einige Mitarbeiter übernehmen. Und unser moderner Held wagt diesen Schritt, zieht mit seinen Kindern auf’s Land und versucht, den Zoo in einer gemeinsamer Anstrengung wieder in Schuss zu bringen. Nun bestimmen etwa ein Bär, Löwen, Tiger, Pfauen oder Schlangen das Leben der kleinen, aber verschworenen Gemeinschaft. Natürlich hat es auch Konflikte – wie jener zwischen Vater und Sohn, aber über die Herkules-Aufgabe mit vielen komischen und tragisch-komischen Momenten werden sie ausgelebt und angegangen. Und der Papa kann mit dem Trauma des Verlustes seiner Lebensliebe Schluss machen – indem er es offen anvisiert.
Mit Popcorn und Studentenfutter haben wir zu Viert einen tollen Kinonachmittag, an dem auch die eine oder andere Träne anteilnehmendes Mitgefühls fließt und des öfteren drückt Alexander meine Hand. Ich dachte vorher, vielleicht sei “Wir kaufen einen Zoo” etwas zu elegisch für ihn? Weit gefehlt, er ist wie wir anderen Drei schwer beeindruckt von dieser Geschichte, die von der Wirklichkeit geschrieben wurde und bis heute gut weitergeht. Der Zoo wurde schließlich wieder eröffnet und über einen Satz im Abspann freuen sich alle Zuschauer im Kino, die gar nicht aufstehen mögen: Die Zoo-Macher überlegen, ihren Tier-Bestand um Giraffen zu erweitern. Ach, es geht doch nix über ein Happy End!
Hinterher fragt Alexander, ob er – quasi außerplanmäßig – die Nacht über zum getrennten Papi mitkommen kann. Klar kann er und so wollen wir uns noch einen bunten Jungs-Abend machen, der nächste Tag ist ja ein freier. Aber als wir so auf dem Sofa lümmeln und kuscheln, werden wir ganz schön schnell ganz schön müde und gehen früh ins Bett. Zwei Tobe-Runden werden noch eingelegt und der Super-Vater-Tag findet ein eher frühes Schlaf-Ende. Alsbald wieder mehr vom getrennten Papi…
Oder: Ich hab’ Dich lieb – bis zum Mond und noch viel, viel, viel weiter.
Worum es heute geht: Ein Bett, drei Menschen, ziemliche Dunkelheit, große Entfernungen, viel Phantasie, magische Worte, einige Planeten und dieser und jener Rand am Rande des Weltalls.
Alexander und Marie, die Kinder des getrennten Papi, und er lagen im Bett, sie sind früh ins Bett gegangen. Wie immer die Tochter rechts, der Sohn links, und ich in der Mitte. Und kurz bevor wir einschlafen, sagte Alexander: “Ich hab’ Dich sehr lieb, Papi.” Und ich antwortete: “Aber ich habe Dich noch lieber, von der Erde bis zum Mond und dreimal zurück.” “Ach”, ergänzte Marie, “das ist dock gar nix: Ich hab’ Euch so lieb bis zur Sonne und zehnmal zurück.” Okay, Alexander und der getrennte Papi fanden das ganz schön lieb und ziemlich weit weg und kamen sich fast vor wie Weltraumfahrer.
Also, Alexander befand: “Ich hab’ Euch so lieb bis zum Rand des Weltalls und wieder zurück zur Erde bis hin hier ins Bett!” Der getrennte Papi und seine Tochter Marie mussten nun erst einmal im Dunklen nachdenken. Konnte es denn noch weiter reichen, das Liebhaben – als bis zum Rande des riesigen Weltalls, das doch eigentlich unendlich sein soll? Wohlan, der getrennte Papi, meinte: “Ich habe Euch noch lieber als bis zum Rande des Weltalls…nämlich darüber hinaus bis an den anderen Rand vom Rande des Weltalls. Was sagt Ihr nun?” “Kein Problem”, lachte Alexander, “dann haben wir Dich eben so lieb wie der äußere Rand des Weltalls bis zum nächsten Rand reicht. So.”
Tja, jetzt mussten Marie und der getrennte Papi doch eine kleine Weile nachdenken, um Alexander etwas antworten zu können.Gab es denn noch, sozusagen, den Rand vom Rand des Randes des riesigen Weltalls, oder so ähnlich jedenfalls? Da lagen wir uns nun zu Dritt in den Armen und fanden eigentlich: So sehr nah zusammen zu sein, ist echt das größte Liebhaben, das man sich wünschen kann. Und wenn wir nicht beieinander sind – Marie, Alexander und der getrennte Papi – dann denken wir uns eben ganz doll zueinander und schon wird die größte Entfernung ganz klein. Alsbald dann wieder mehr vom getrennten Papi…

