Andreas Wrede

Andreas Wrede

Nach zehn Jahren Ehe kam die Trennung. Ich bin ausgezogen, ohne Rosenkrieg. Meine zwei Kinder – Marie (8) und Alexander (4) – leben bei der Mutter. Nun muss es also ein neues Leben geben. Mit mir selbst, meinen Kindern und dem Rest der Welt. Um Gottes Willen. Wie soll das Alles bloß funktionieren? Wie soll ich bloß funktionieren? Wie soll es bloß mit den beiden Kinkies funktionieren? Gibt es tatsächlich ein drittes Leben? Nach langer Single-Existenz und der Ehe kommt nun der getrennte Papi mit zwei Kindern. Wohin führt dieser neue Weg?

Fragen über Fragen, die ich versuchen werde, authentisch zu beantworten. Allerdings habe ich bestimmt nicht immer die richtigen Antworten parat. Das liegt dann daran, dass ich manches Mal nicht die richtigen Fragen im neuen Leben stellen kann. Weil es so ungewohnt ist, weil es so fremd ist, weil der alltägliche, ganz normale Wahnsinn viel Kraft kostet. „Die Kinder sind das Wichtigste nach der Trennung“. Das ist wohl wahr. Nur: wie werde ich meiner alten/neuen Vaterrolle gerecht? Wo, bitte, geht es nun zum Sinn meines neuen Lebens? Denn dieser Sinn schlängelt sich im Zick-Zack durch die sieben Tage einer Woche.

Kürzlich rief meine Tochter an: „Papi, nicht vergessen, bei RTL2 läuft wieder ein Tim & Struppi-Film.“ Aha, das Leben geht doch weiter…

25 Kommentare für 'Über den Blog'

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  1. JFC meinte am 26.06.2010 um 15:48

    oops, steht ja in der Beschreibung des blogs…. Wie oft siehst Du Deine Kinder denn ?

  2. Carsten meinte am 26.06.2010 um 16:17

    hallo …

    ich kann dich nur ermutigen, nie aufzugeben.

    ich bin selbst entsorgter vater mit einem sohn (richard, 9). ich habe fast alles hinter mehr:
    klagen, kindesentzug, beleidigungen in der öffentlichkeit, lügen, intrigen etc.

    ich habe erkannt, dass mein sohn immer wieder zu mir zurück kommt, egal wie schlecht seine mutter über mich spricht. manchmal schreibt er mir abends noch eine email, dass er gerne bei mir sein möchte oder abgeholt werden will … das geht leider nicht …

    lasse deinen kindern den nötigen freiraum … DU bist ihr papi … sie werden dich nie vergessen …

    lg
    carsten

  3. Dieter Tremper meinte am 26.06.2010 um 18:48

    Hallo Andreas,

    halte Kontakt zu Deinen Kindern – und alles wird gut!
    Dieter

  4. Dieter H. meinte am 02.07.2010 um 14:02

    hallo,

    “Die Kinder sind das Wichtigste nach der Trennung“. Das ist wohl wahr. aber ich leider nicht mehr für meine kinder. nachdem ich mich von ihrer mutter vor 6 jahren getrennt habe, habe ich zu meiner tochter, mittlerweile 22 jahre, nur per mail kontakt. sehen will sie mich (noch ) nicht. mein sohn 18 jahre, spricht überhaupt nicht mit mir. das verhältnis zu meinen kindern war immer sehr gut. ich kämpfe und kämpfe, aber bisher erfolglos. aber aufgeben werde ich nicht. es tut richtig weh.

    dieter

  5. Stefan meinte am 03.07.2010 um 20:18

    ….klar sind die Kids das wichtigste ,aber um welchen Preis. Ich stehe auch mal wieder vor dem Scherbenhaufen. Ein Wort ergibt das andere mit dem Junior, schon hat es sich mit der Mitbewohnerin ;Streit. Streit um Nichtigkeiten. Aussagen die jeder so versteht wie er will. Kein Gespräch miteinander , nur Konfrontation. Nur noch Leben um des Friedens Willen, nein.Alles Fernhalten , an Streß an Ärger , an Angst. Viele Dinge die falsch laufen.
    Das ständige “nicht recht machen können” macht krank. Macht einsam. Macht oft wütend und verzweifelt. Ich habe das ganze schon einmal durchgemacht.Nochmal darum kämpfen werde, kann ich nicht nochmal.Es ist schwer und fremd zugleich aus dieser Rolle die du innerhalb einer Famillie ? inne hast zu verlassen. Es schmerzt , du windest dich. Es zereißt einen, immer Kompromisse einzugehen.Es fühlt sich fremd an sich zu entfernen. Entfernen aus der Normalität des Alltags.Neu anzufangen und loslassen zu können von so vielen Dingen, Eindrücken, Gerüchen,Gewohnheiten….
    Ich stehe wieder davor diesen Weg zu gehen und doch streube und stemme ich mich dagegen , aber um welchen Preis…..

  6. Robert meinte am 04.07.2010 um 09:28

    Eine meiner Erfahrungen in der Trennung von Frau und Kindern (heute 18 und 13 Jahre alt) ist: Es gibt kein Allheilmittel. Schon deswegen nicht, weil die Situation für jeden, der sich trennt/trennen muss, anders ist. Mancher trennt sich nach zehn, andere (wie ich) nach fast 20 Jahren. Einmal sind die Kindner noch sehr klein, in anderen Fällen schon recht groß.

    Mancher kann die Krise mehr oder weniger stark aufs Privatleben eingrenzen, andere stürzen auch in anderen Lebensbereichen in eine schwere Krise. Der eine trennt sich, weil die Konflikte zu schwer waren, andere, weil es (auch) um eine neue Partnerin geht. Und dann gibt es die, bei denen Krise und neue Liebe ineinander fielen. Letzteres, also eine neue Partnerin, mag Halt geben, wohl tuende Zuneigung nach einem langen, schweren Zerwürfnis.

    Aber der Zweifel bleibt – wie bei mir: Nicht der an der Trennung, nein. Vielmehr: Ob es mir erlaubt ist, ein neues Leben in einem neuen System Partnerschaft/Familie zu führen bzw. ein neues zu gründen. Ich habe mich wenige Monate nach der Trennung räumlich weit entfernt – auch von meinen Kindern. Eine Zeit lang reichten für mein Selbstverständnis als Vater Begegnungen alle zwei, drei Wochen und in den Ferien aus. Aber gerade im Verhältnis zu meinem 13-Jährigen spüre ich heute, anderthalb Jahre nach der Trennung, eine riesige Unzulänglichkeit. Motto: Ich stelle meinem Sohn nicht das zur Verfügung, was ich ihm davor geboten habe: geteilten Alltag, Sicherheit und Stabilität durch schlichtes da sein. An Ort und Stelle.

    Das zehrt aus, stellt die neue Partnerschaft mindestens implizit in Frage, lässt keine Ruhe zu. Für meine Arbeit ist es zweitrangig, wo ich lebe. Deshalb mache ich es mir an dieser Stelle jetzt leichter: Ich gehe zurück in die Nähe meiner Kinder. Und probiere es ohne neue Partnerschaft. Mit mir allein. Und meinen Kindern räumlich so nah, dass sie aus eigener Kraft bei mir sein können. Sie brauchen nur ein Nahverkehrsticket.

    Glücklicherweise waren in meiner Ehe die Themen Nähe, Emotionalität und Zuwendung bei meiner Frau und mir etwa gleich verteilt. So habe ich meine Kinder – auch 18 Monate danach und über 600 Kilometer – nicht verloren. Aber wenn ich mit beiden mehr erleben will, als Ausnahmesituationen am Wochenende, muss ich näher an sie ran. Nur dann – so nehme ich es zumindest wahr – bleibe ich ihnen emotional auf ähnlich tiefe Weise verbunden, wie ich es bis Ende 2008 erlebt habe.

    Und, ja: Ich nehme wahr, dass ein 13-Jähriger Wohlgefühl dabei empfindet, wenn es etwas zu tun gibt, das das Wochenende überdauert. Aber das ist kaum machbar über 600 Kilometer. Oder wer hat da bessere Erfahrungen als ich?

    Mit einer 18-Jährigen erlebe ich es mehr so, dass sie mich als Gesprächspartner vermisst, den sie mal schnell mit der Vespa erreichen könnte. Welche Erfahrungen macht Ihr mit (fast) erwachsenen Kindern?

    Ich gehe vor allem zurück, weil ich es leichter haben will, den Kontakt zu meinen Kindern mit zu gestalten. Und weil mir für ein Leben in einer neuen Partnerschaft, selbst mit einer wirklich liebevollen Frau, wie mir es vergönnt war, die Vorbilder fehlen und die Sicherheit.

    Was ich in diesem zweiten Leben seit Anfang 2009 enorm vermisse: den Austausch mit Leuten, die in ähnlichen Krisen leben oder lebten. Da setze ich für die Zukunft einge Hoffnung hinein. Doch dazu brauche ich ein eigenes Zuhause, das mir selbst erstmal Stabilität und Sicherheit mit mir selbst verleiht.

    Mancher mag sagen: Als Coach und Trainer bist Du doch vom Fach. Das müsstest Du doch eigentlich können. Da antworte ich: Ich mag gewiss manches ganz gut einordnen können, manches sogar früher erkennen als Leute, die sich nicht jeden Tag mit Beziehungen – egal in welchem Zusammenhang – beschäftigen. Aber in Sachen Lernfähigkeit und Entschlossenheit nehme ich mich gelegentlich ebenso ratlos wahr wie manche meiner Kunden. Die Angst, noch mehr Fehler zu machen, ist einfach zu groß. Und da hilft auch die Erkenntnis nicht recht weiter, dass es keine Fehler sind, sondern Erfahrungen, aus denen ich lernen kann.

    Deshalb bin ich auf der Suche nach Männern, die sich über ihre Krise, ihre Trennung, ihre Gehversuche nach Trennung und Scheidung mit anderen austauschen wollen. Gerne auch über einen längeren Zeitraum. Kurzfristig in München, für die Zeit ab August/September auch in Berlin. Wer hat Interesse?

    Ich habe keine Erfahrungen bei Bloggen, aber ich gehe davon aus, dass es Wege gibt, sich miteinander zu vernetzen.

    Einen sonnigen Sonntag, trotz allem – oder gerade deswegen, Robert.

  7. Dieter Steimel meinte am 05.07.2010 um 19:15

    Nach dem Herzinfarkt kam die Trennung und der abgrundtiefe Absturz. Wegen der Kinder (8 und 10) hat es noch über 12 Monate ein “Zusammenleben” im gemeinsamen Haus gegeben. Diese Übergangszeit habe ich genutzt um mit Hilfe eines Männerprojekts wieder auf die Beine zu kommen und mich um nicht gelernte Dinge wie z. B. Kochen zu kümmern. Dann zog “Sie” aus. Es war wie Weihnachten, denn erst danach habe ich gemerkt, wie viel faule Kompromisse ich noch gemacht habe und wie viel Unmut, der eigentlich IHR galt, von mir auf die Kinder abgeladen wurde.

    Inzwischen habe ich mein Leben neu geordnet. Durch die räumliche Nähe praktizieren wir das wöchentliche Wechselmodell, d. h., Freitags gehen die Kinder jeweils zu dem anderen Elternteil. Das hat sich bisher gut bewährt und die Kids haben nach wie vor beide Elternteile. Auch mein Verhältnis zu den Kindern hat sich seit IHREM Auszug drastisch verbessert und ich würde die Trennungsphase in gemeinsamen vier Wänden nicht mehr leben wollen.

    Dank eines Schulkochbuchs kann ich die Kinder und mich recht gut versorgen, habe sogar Spaß daran gefunden und freue mich immer riesig, wenn die Kids alles wegputzen, was mich immer auch ein wenig stolz macht.

    Ich habe immer geglaubt, es geht nicht weiter. Aber das Leben hat wieder eine andere (bessere) Qualität bekommen, weil viel faule Kompromisse nicht mehr gemacht werden müssen.

    Was eine neue Beziehung angeht, so ist dies nicht ganz unproblematisch mit minderjährigen Kindern. Aber wir haben uns darauf verständigt, unsere Fernbeziehung überwiegend auf die “kinderfreien” Wochenenden zu legen und das klappt ganz gut und ich kann mich sowohl meiner Partnerin als auch meinen Kindern die ihnen zustehende Aufmerksamkeit widmen.

    Auch ich vermisse einen Austausch mit Gleichgesinnten und fände es gut hier einen Weg zu finden…

    Allen Gleichgesinnten kann ich nur sagen: “Alles wird gut”.

    Dieter.

  8. Nick meinte am 16.07.2010 um 10:55

    Das Leben ist schön!

    Das ist zumindest meine Erkenntnis nach dem Ich mich vor mittlerweile 4 Jahren von der Mutter meines Kindes getrennt habe. Oder besser gesagt wir uns getrennt haben denn es war eine gemeinsame Entscheidung.

    Zugegeben die Tatsache das wir uns einvernehmlich getrennt haben ohne Rosenkrieg, ohne Jugendamt und Sorgerechtsstreit macht das ganze einfacher. Mittlerweile ist das Verhältniss so entspannt das meine Ex so etwas wie eine sehr gute Freundin geworden ist. Ja sogar so gut das Sie mir Ihre aktuellen Beziehungsprobleme anvertraut und ich Ihr die meinen.

    Aber ich muss gestehen die Zeit direkt nach der Trennung war auch für mich nicht ganz einfach. Man macht sich tausend Gedanken über sich, die Kinder und die Ex-Beziehung. Wie gehts weiter? Werd ich jemals wieder eine glückliche Beziehung führen etc. Geht das überhaupt? Kurz gesagt ja es geht. Sehr gut sogar! Doch meinen Weg dahin jetzt zu beschreiben würde wohl den Rahmen sprengen.

    @Robert
    Ich denke es ist vollkommen normal das selbst ein Coach oder Trainer nicht alle Antworten kennt vor allem wenn eine Situation einen selbst betrifft steckt man zu weilen so tief drinn das man das wesentliche nicht erkennt. Nun ja leider führt die Angst Fehler zu machen oftmals genau dazu das man welche macht. Aber ich bin der festen Überzeugung das die Antworten in einem stecken und das man wenn man nach seinem Gefühl geht diese auch findet.

    Alles Gute
    Nick

  9. Wolfgang meinte am 17.07.2010 um 12:09

    Durch Zufall bin ich auf diesen Blog gestoßen und bin sehr überrascht wie einige von Euch mit dieser Situation umgehen.
    Ich habe mich damals als meine Tochter 4 Jahre alt war von meiner Lebenspartnerin nach vielen Streitigkeiten getrennt. Seit dem hat sich das ganze Leben verändert. Anfangs habe ich meine Tochter (mittlerweile 9 Jahre) öfters noch unter der Woche und am Wochenende gesehen. Nach kurzer Zeit erschwerte mir die Mutter die Besuche immer mehr in dem Sie weiter weg zog. Anfangs waren es 25km, danach 230km und jetzt sogar 750km. Meine Möglichkeiten meine Tochter zu sehen sind schon fast unmöglich, da sie in einem anderen Bundesland wohnt und diese ganz andere Ferien hat. Alle Informationen einzuholen was als verantwortungsbewußter Vater möglich ist, schlugen fehl. Jetzt wurde mir erst klar, das auch wenn man beide das Sorgerecht haben die Mutter alleine alles machen kann was sie will, auch wenn man als Vater der Meinung ist das vieles nicht dem Wohle des Kindes entspricht. Ja nun bin ich seit Monaten durch den Wind, Ängste begleiten mein Leben das meine Tochter eines Tages mich vergißt. Jeden Tag mache ich mir Sorgen, was ich noch machen
    kann, damit der Kontakt nicht abbricht. Man liest immer wieder das Väter gekämpft haben und viele Ihre Kraft eingesetzt hattenn und schlußendlich den Kampf gegen die Mutter verloren haben. Viele Mütter sehen die Kinder als sogenannten Besitz, das kann nicht sein. Oftmals bin ich am Boden zerstört obwohl ich alles dafür geben würde das der Kontakt zu meiner Tochter aufrecht gehalten wird.
    Ich verstehe nicht ganz, das man der Mutter keine Auflagen erteilen kann. Meine Tochter wird immer aus dem sozialen Umfeld gerissen, ständige Schulwechsel und neue Partner, was kann man dagegen tun???
    Einfach vergessen und abwarten bis sie 18 Jahre ist. Das schmerzt. Wie verarbeitet Ihr so was. Kommunikation mit Mutter ist unmöglich, ständig lügereien, Drohungen und Aussagen wie, ich kann machen was ich will !!!” Wo gibt es hier Rechte oder Anlaufstellen.

  10. Christine meinte am 06.08.2010 um 17:09

    Hallo getrennter Papi,

    das finde ich sehr spannend, als frisch getrennte Mutter, die auch noch ziemlich rumstolpert. Ich werde diesen Blog mit Interesse und Wohlwollen weiter verfolgen!

  11. Mutter, glücklich verheiratet meinte am 19.08.2010 um 11:20

    Da trieft doch ziemlich viel Selbstmitleid durch diesen Blog und jeder der hier kommentierenden Herren inkl. Autor scheint tief verletzt zu sein. Das zu einer Trennung an sich immer zwei gehören scheint hier Keinen zu interessieren und wenn die Kinder einen nicht jeden Tag nerven, dann vermisst man sie auf einmal ganz doll. Auch wenn einige der Herren sicherlich keine Bilderbuchväter waren (trifft natürlich nicht auf alle zu). Das die Kinder ganz sicher auch eine Sehnsucht nach ihren Vätern haben ist ganz natürlich und kein Phänom und ganz bestimmt kein Zeichen, dass ihre Mutter sich zuwenig um Diesselbigen kümmert! Die Kinder verlangen immer nach dem Elternteil, dass weniger Zeit mit ihm verbringt, weil ”was man nicht haben kann, will man ganz unbedingt”. Also liebe Väter, wenn ihr eure Häupter wieder zwischen den Knien aufgerichtet sind, könnt ihr vielleicht mal eurer Ego kurz in die Ecke stellen und einfach mal an die Mitmenschen denken. Zu einem vernünftigen gemeinsamem Sorgerecht gehören auch zwei vernünftige Erwachsene!

  12. Andreas Wrede meinte am 27.10.2010 um 12:24

    Schön, das Ihnen der Blog gefällt!
    Herzlichst -Andreas Wrede.

  13. Loretta meinte am 06.11.2010 um 11:57

    Wenn doch alle getrennten Väter so wären.
    Wenn man deinen Blog liest, möchte man gleich mal mit Dir Kaffee trinken, spazieren gehen, die Kinder kennenlernen…

  14. Gordon meinte am 11.11.2010 um 09:58

    Ich habe mich 2004 wegen meiner heutigen Lebensgefährtin scheiden lassen und seit 2006 zu den Töchtern (17 und 13) Gott sei Dank keinen Kontakt mehr. Die Mutter wollte immer das Gegenteil von dem. was ich für die Kinder gut befand. Um dem ganzen Trubel ein Ende zu bereiten, musste ich klagen, um das Sorgerecht loszuwerden (!). Das plötzlich wollte die Kindesmutter dann auch nicht. Im Gerichtsaal kam es dann zu der von mir nicht gelungenen Verhinderung Gespräch Vater-Töchter. Ich habe dem Gericht unmissverständlich klar gemacht, dass ich keinen Kontakt mehr zu diesen Kindern wünsche, dass Sorgerecht nicht mehr wolle, notfalls unter Gewaltandrohung dafür sorgen werde, mir das Sorgerecht zu entziehen. Dann verfügte die Familienrichterin gegen meinen Willen, dass einmal im Quartal ein Besuchskontakt von zwei Stunden zu erfolgen habe. Dieser Krampf hat Gott sei Dank nur einmal stattgefunden (in 2006). Anfang 2007 ließen mir die Kinder über das Jugendamt mitteilen, dass sie keinen Kontakt mehr zu mir wünschten.
    Ich lehne jeden Kontakt zu diesen Kindern nach wie vor ab und bin froh, diesen Schritt damals mit aller Konsequenz und der gebotenen Härte gegangen zu sein. Denn die Kinder brauchen mich für ihr Leben nicht – und umgekehrt ebenso. Obwohl sie nur wenige Kilometer von mir entfernt wohnen, haben glückliche Umstände dafür gesorgt, dass ich sie seitdem nicht mehr sehen musste. Bei Streitigkeiten zwischen den Eltern kann ich jedem (Vater) nur raten, den Kontakt zu den Kindern unverzüglich und nachhaltig abzubrechen, denn: 1. werden die Kinder an dem Rosenkrieg nicht mehr unmittelbar beteiligt und 2. kann man(n) das neue Leben dauerhaft störungsfrei genießen. Ich habe meine Entscheidung zu keiner Zeit bereut und würde etwaige Kontaktaufnahmen der Kinder unverzüglich unterbinden!

  15. Matthias meinte am 11.11.2010 um 11:21

    Nach 4 Jahren Ehe und danach 6 Jahren Psychokrieg 16 Gerichtsverhandlungen um Aufenthaltsbestimmungsrecht, Sorgerecht, Umgangsrecht, Versorgungsansprüche, Psychologischem Gutachten zur wiederherstellen des bekleiteten Umgangs mit meiner lieben 9 Jährigen Tochter bin ich Heute ein gebrochener und von einer bitteren Realität
    eingeholter Vater.
    Wenn ich dann mit Herzklopfen nach 735 Km mit meinem alten Wohnmobil in Berlin um die letzte Ecke biege und da ein kleines Mädchen alleine an der Strasse steht und mit strahlenden Augen auf auf seinen Papa wartet bin ich wohl der Glücklichste Vater in Berlin!
    Genau in diesem Mument weis ich das all diese Strapatzen nicht um sonst waren auch wenn es nur einmal im Monat der Samstag von 10, bis 17,Uhr ist.

  16. Lotta meinte am 18.11.2010 um 12:01

    @Mutter, glücklich verheiratet:

    Es ist unglaublich, wie Sie hier über Selbstmitleid urteilen. Sicher ist richtig, dass für die Wahrnehmung des Sorgerechts zwei vernünftige Erwachsene erforderlich sind. Was aber, wenn einer vernünftig ist, und der andere von einem dritten, nämlich dem neuen Partner derart unter Beeinflussung steht, dass dies nicht mehr möglich ist?

    Und ich bin kein Mann/kein Vater, ich bin eine Frau, eine Mutter, die am eigenen Leib erfahren durfte, wie sich anfühlt, was die Väter hier beschreiben!

    Aber wie soll man das einem Menschen wie Ihnen erklären? Sie leben in Ihrer heilen Welt, ahnungslos, mit welchen Gemeinheiten man sich auseinandersetzen muss, auch wenn man (wie in meinem Fall) nichts “falsch” gemacht hat, das Kind beinahe zwölf Jahre mit mir als Mutter allein gelebt hat, den Kontakt während dieser Zeit zum Vater gehalten und gefördert hat, die Spielchen der neuen Gattin “ignoriert” hat, nur um das Kindeswohl (hier Kontakt zum Vater) nicht zu beschränken/zu gefährden?

    Ich habe gar keinen Kontakt mehr zu meinem Kind und lebe tagtäglich mit der Angst und der Sorge, es nie mehr wieder zu sehen.
    Es gibt hier auch keine Hilfe, und wenn doch, dann wird diese ausschließlich über den Rücken der eh schon diesem Loyalitätskonflikt ausgesetzten Kinder ausgetragen.

    Ich fühle mit all den Vätern, die der niederträchtigen Beeinflussung ihrer ehemaligen Partnerinnen ausgesetzt werden. Fühle mit den Vätern, die kämpfen, hoffen und nicht aufgeben! Sich selbst nicht und ihre Kinder nicht! Und das ist jeden Tag aufs Neue verdammt schwer! Väter, ihr habt ein Recht darauf, den Kopf zu senken, traurig zu sein und euch und eure Hilflosigkeit mitzuteilen.

    Auch für mich werde ich weiterhin hoffen und versuchen, Wege zu finden, die mir mein Kind zurückbringen-ohne dem Kind jemals das Gefühl von Schuld zu vermitteln. Schuldig machen sich ausnahmslos die Elternteile/Erwachsenen, die die Kinder beeinflussen, ihre zarte Psyche verletzen. Etwas, das für das Leben dieser Kinder nicht mehr reparabel ist! Die Kinder werden hier instrumentalisiert und benutzt. Als Waffe gegen den Ex-Partner/die Expartnerin. Soetwas macht wütend, traurig und ist für mich als Mutter und Erwachsene verletztend bis in die letzte Faser des Körpers und der Seele!

    @getrennter Papi: ich finde es toll, dass dieser Blog aufgemacht wurde und wünsche allen hier viel Erfolg auf diesem gemein-schwierigen Weg, wünsche allen, dass sie die Balance halten und sich nicht entmutigen lassen!

  17. Irene Hansen meinte am 20.11.2010 um 00:16

    „Die Kinder sind das Wichtigste nach der Trennung“. Das ist wohl wahr. Nur: wie werde ich meiner alten/neuen Vaterrolle gerecht? Wo, bitte, geht es nun zum Sinn meines neuen Lebens?

  18. Irene Hansen meinte am 20.11.2010 um 00:23

    upps das war zu früh abgeschickt, ganz ohne Absicht. Nun denn ja die Kinder sind das wichtigste nach der Trennung. Aber um den Kindern gerecht zu werden ist es dringend notwendig sich mit dem ex Partner auseinanderzusetzen. Ich denke bei allen Entscheidungen sollte man sich auch fragen was würde der andere wollen und die Antwort entsprechend mit in die Überlegungen einbeziehen. Dadurch ebnet sich der Weg zur Freundschaftlichen Elterlichen Beziehung und alles wird leichter.
    So Andreas bis dahin bin ich schon ( Trennung vor 6 Monaten ) . Find ich ist kein schlechter Anfang aber der wo bitte geht`s zum Sinn des neuen Lebens ? Tja wenn Du diese Antwort gefunden hast würde ich mich sehr freuen sie zu lesen.

    Herzliche Grüße, Irene Hansen

  19. trennungskind meinte am 17.01.2011 um 16:20

    ich bin ein “Trennungskind”, mittlerweile knapp 30 jahre alt und bei der Trennung meiner Eltern war ich 12/13 und mein Bruder 14/15.
    Wir wollten bei unserem Vater bleiben und glücklicherweise hat ein Richter sich das angehört und so entschieden.
    Mein Vater hat immer versucht uns Kinder aus dem Rosenkrieg raus zu halten, was unsere Mutter aber nicht so gehalten hat.
    Meine Mutter ist zwar in der Nähe wohnen geblieben, aber sowohl mein Bruder als auch ich hatten teilweise gar keinen Kontakt mehr zur Mutter (weil wir es so wollten)
    Das schlimmste was Eltern den Kindern antun können ist sie gegen das andere Elternteil zu hetzen, zu lügen und ein Keil zwischen die Beziehungen treiben.
    Unser Umfeld hat das zum Glück mitbekommen und uns so gut es ging davor geschützt. Mittlerweile haben wir guten Kontakt zur Mutter, nachdem sie viele Fehler eingesehen und eingestanden hat. Aber der Größte, Liebste, Beste ist einfach der Papa.
    Einfach da sein und die Kinder lieben, sie in den Arm nehmen, mit ihnen spielen … das ist so wichtig.

    Ausserdem einer der größten Wünsche von uns “Kindern” … wir wollen meistens unsere beiden Elternteile dabei haben, wenn es um wichtige Momente geht, Abiturfeier, Diplomfeier, runde Geburtstagsfeiern, Hochzeit, Taufe, etc. … versucht bitte niemals in einen solchen Streit zu kommen, wo dies nicht mehr möglich wird, sonst wird keiner dieser eigentlich schönsten Tage im Leben wirklich zu einem solchen, weil immer etwas fehlt.

    Jedes Jahr Weihnachten ist sche*** weil man es beiden Elternteilen nicht recht machen kann, es sind Kompromisse die schmerzen auch wenn man eigentlich erwachsen ist.

    Ich glaube viele Trennungskinder mit zerstrittenen Eltern leiden mehrmals darunter, dass die Eltern nicht mehr zusammen unter einem Dach, in einem Raum sein können/wollen … auch wenn man es versteht … manchmal möchte man darauf keine Rücksicht nehmen müssen, weil es Tage gibt … da sollte man selber der Mittelpunkt sein und nicht die getrennten Eltern, die sich nicht mehr ausstehen können

    Ich habe geweint wenn ich nur eine Mutter im Auto gesehen habe, die einen gefüllten Einkaufskorb hatte und ich wußte dass sie nach Hause fährt um der Familie Essen zu machen und zu wissen dass es diese Familie für mich nie mehr geben wird.

    Einmal eine andere Perspektive …

  20. Andreas Wrede meinte am 19.01.2011 um 18:59

    Ein sehr interessanter Kommentar,
    vielen Dank!

  21. Dirk meinte am 04.04.2011 um 21:54

    Nabend, ich verfolge den Blog manchmal, jedoch wie gerade festgestellt habe nicht oft genug.

    Nun aber zu meiner Situation:

    10 Jahre mit meiner Frau zusammen, wovon 8 Jahre verheiratet. In die Ehe brachte sie zwei Kinder, die damals genauso alt waren, wie unsere 2 aus dieser Ehe. Jeweils 6 und 4 Jahre.

    Unsere Kinder sind bei mir geblieben, die großen hat sie mitgenommen.
    Ausschlaggebend für die Trennung waren für sie, mein von mir nichtwahrgenommener Burn-Out, und die daraus resultierenden familiären Probleme.
    Weiterhin ein nicht gutes Verhältnis zu den Stiefkindern, wo bei dies bei mir auf die mangelnde Beteiligung am Leben als Patchwork zu begründen ist.
    Ich bin immer für alle Kinder zu jeder Tages- und Nachtzeit dagewesen,habe alle wichtigen Ereignisse wie Einschulung, Kommunion, runder Geburtstag usw. mitgestaltet und auch mitgelebt, ihr Exmann hat seit gut 8 Jahren keinen Kontakt mehr zu den Kindern, und hat sich nie um irgendwas gekümmert.

    Doch wurde ich von meiner Frau warmgewechselt, sie ist nun offiziell seit dem 10.01.2001 mit ihrem Chef zusammen.
    Der Bezug meiner Geschichte zu diesem Blog ist folgender:
    Ich habe sie kennengelernt als kämpfende Mutter für ihre Kinder, immer liebevoll, immer fürsorglich.
    Doch seit unserer Trennung, bereits 2 Tage nach ihrm Auszug, hat sie die Kleinen, welche bei mir geblieben sind, bereits vernachläsigt.
    Sie hatte ihnen versprochen, nichts würde sich für sie ändern, sie würde jeden Tag kommen und mit ihnen reden, spielen usw.
    Sie hatte nicht mal den A…. in der Hose, es den Kindern selber zu sagen, stattdessen kam nur eine SMS.
    Auch weitere Zeit später, die Große mußte ins Krankenhaus, wurde den Kleinen abgesagt, 4 Wochen später Sohnemann (15) hatte richtig Bockmist gebaut, wurde den Kleinen wieder abgesagt!

    Nun zu mir und meiner Gefühlswelt als der getrennte Papi:

    Wie soll ich mich da noch verhalten, wie soll ich den Kindern mittteilen, das sich ihrer Mami mehr um ihren neuen Partner kümmert als um ihre eigenen Kinder, wie soll ich den kleinen bgreiflich machen warum mami sich unter Woche nicht mal meldet usw.
    Ich steh da vor einem riesen Berg an Fragen, kräftezehrender Situationen, und erlebe einen Rosenkrieg, den ich nicht angezettelt habe!

    Auch ich weine oft, manchmal still in mich hinein, manchmal kann ich es nicht vor den Kindern verbergen!

    Doch bin ich sehr glücklich mit den Kindern hier im Haus, doch der Kontakt zu den Großen ist leider fast gänzlich abgerochen. Keine SMS, keine Mail oder Telefonat!
    Ich leide darunter sehr, doch wird mir seitens ihrer Mutter jeglicher Kontakt negativ ausgelegt- ich möchte nicht wissen wie sie mich bei den großen dargestellt hat!!!???

    Und dann ständig diese Ungewißheit im Nacken, sie könnte mir die Kinder nicht mhr zurückgeben! Daran verzweifelt man(n)!

    Einen schönen Abend noch!

  22. Marina meinte am 20.06.2011 um 00:38

    Habe meinen Sohn, jetzt 11,allein großgezogen…soweit,denn groß sind wir erst wenn wir keine Angst mehr haben!
    Bin selber in einem zerrüttetem Elternhaus aufgewachsen! Schuldgefühle waren vorprogrammiert!
    Angst herrscht da wo keine Liebe ist!
    Der Liebe meines Vaters war ich mir immer gewiss,der meiner Mutter erst jetzt,Jahre nach ihrem Tot! Könnte ab hier ein Buch schreiben…später!
    Wir Eltern tragen meistens unsere Kämpfe auf dem Rücken unserer Kinder aus,und die machen es dann später meist genauso! Weil sie an Stelle von Liebe, Angst erlebt haben!
    Wie gesagt,wir sind alle erst groß,wenn wir keine Angst mehr haben.
    Verzeihen ist das Stichwort! Habe in meinem Leben echt gekämpft…gehört auch in das Buch! Kampf bedeutet immer Schmerz und Leid!Unsere Seele erkrankt daran!
    Ich habe den Kampf aufgegeben, und verzeihe dem Vater meines Sohnes alles womit ich mich schlecht gefühlt habe!

    Herzlichst,Marina

  23. Mini-Monster Geschenkegroßhandel meinte am 07.04.2013 um 21:39

    Mini-Monster Geschenkegroßhandel…

    Über den Blog | Der getrennte Papi…

  24. Ulf meinte am 15.04.2013 um 12:06

    Ist schon komisch, hatte/habe so ungefähr die gleiche Situation. Nur waren meine Kinder größer. Heute sind sie 20/23 jahre alt. Die ganze Sache mit dem erst mal weiter “miteinander Leben” habe ich auch ca. 3 Jahre mitgemacht. War ganz schön hart. Meine zukünftige Ex-Frau hatte ja immer ihren “Neuen” im Rücken. Dafür hatte ich jede Menge Zeit und einasame Abende und Wochenenden, an denen ich manchmal nicht nur in mich hinein geweint habe.
    Haben uns und den Kindern lange Zeit gelassen, sich an die Situation zu gewöhnen.
    Heute leben wir getrennt, haben trotz allem immer noch ein gutes Verhältnis zueinander.

    Ulf!

  25. Ulf meinte am 15.04.2013 um 12:08

    Bevor ich es vergesse, es waren 32 gemeinsame Jahre!

    Ulf

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