Yellow submarine (76./2)
Veröffentlicht in Abenteuer,Ein sprechendes Seepferdchen,Eine sprechende Tür von Andreas Wrede am 13.06.2011 um 12:35 Uhr

Oder: Das Seepferdchen Sursulapitschi plätschert vor sich hin.

Worum es heute geht: Etwas mulmig wird ein gelbes U-Boot gefunden und bestiegen, das Wasser ist gar nicht so duster wie gedacht, gleichwohl muss man sich in einem U-Boot erst einmal zurechtfinden, eine sehr kleine und sehr alte Bekannte hilft uns dabei, einen Weg zu finden.

Alexander hatte sich also erinnert an einen versteckten Eingang am Hamburger Elbstrand, in der Nähe der “Strandperle”, einer legendären Strandbude in Övelgönne. Jedesmal, wenn der getrennte Papi und seine Kinder dorthin fahren, freut sich Alexander riesig und Marie seufzt, sie mag nicht zur “Strandperle”. Das ist dann vergessen, wenn wir erst einmal da sind, der Sand zwischen den Zehen reibt, das Eis in der Hand lecker klebt und die Wellen an das Ufer klatschen, wenn wieder einmal ein großes Schiff in den Hafen einfährt. Auf einem seiner Streifzüge war Alexander auf besagten “Geheim-Eingang”, wie er ihn nannte, gestossen.

Es war am frühen Morgen als wir ankamen, der Strand war ganz verwaist, ein Containerschiff wurde gerade von einem Lotsenschiff die Elbmündung hinauf manövriert und es hing verheissungsvoller Dunst in der frühen Luft, abenteuerlich und auch wenig zittrig. Wir hatten unseren alten, braunen, rissigen Lederkoffer dabei und gingen den steilen Weg zur “Strandperle” hinab. Wie im Traum fand Alexander den Weg, unten angekommen am Strand, bogen wir sogleich links ab, nach einigen hundert Metern rankte sich an der hohen Ufermauer ein Efeugebüsch empor. Alexander blieb davor stehen, überlegte kurz, fand einen Punkt, rechts am Rande des Gebüsches und stieß mit seinem linken Fuss dagegen.

Dann knarzte und krachte und keuchte es als sei die alte Steintür, die sich auftat, heilfroh, sich endlich wieder einmal öffnen zu können. Und wir Drei meinten zu hören wie sie uns mit einem sehr freundlichen “Guten Morgen auch” begrüsste. Etwas mulmig war uns schon zumute als wir den dunklen Gang betraten, der sogleich eine scharfe Biegung nach links machte und ganz offenbar unterhalb des Elbstrandes entlang führte. Marie hielt eine Fackel, die wir mitgebracht hatten, fest in ihren zarten Händen, das Licht, das an die Wände geworfen wurde, erhellte zahlreiche, ganz bunte Malereien – sie zeigten ein gelbes U-Boot, das offenbar eine abenteuerliche Reise machte.

Und da lag es auch, am Ende des unterirdischen Weges: es blitzte blitzeblank, gelber als gelb, hatte sich vertäut an einem kleinen Holzsteg und das Teleskop war auch nicht zu übersehen. Marie, Alexander und der getrennte Papi standen schon staunend davor und fassten sich erst einmal noch fester an den Händen. Aber wie auf ein zauberhaftes Kommando riefen sie “Ahoi!”, öffneten einen Stahldeckel, der ein bisschen wie eine Tür ausschaute und stiegen eine schwarze Leiter hinab in das kleine, gelbe U-Boot. Es sah genauso aus wie Marie es gemalt hatte – klein aber kuschelig und sogar die karierten Vorhänge, die vor die Bullaugen schließlich noch zeichnend gehängt worden waren, schaukelten sanft vor sich hin.

Das fanden die drei Abenteurer nun sehr beruhigend und nachdem alles ausgepackt war und die Vorräte kontrolliert waren, fuhren sie los mit ihrem U-Boot. Wohin die Reise sie wohl führen sollte? Das Wasser war längst nicht so duster wie sie gedacht hatten. Aber eigentlich bräuchten sie doch einen Lotsen und gerade wie sie dies wie in Gedankenübertragung dachten, tauchte vor einem der Bullaugen ein Seepferdchen auf: Es war Sursulapitschi, bekanntermassen die zweite Tochter des Meereskönigs Lormoral und Verlobte von Schildnöck Uschaurischuum und Sursulapitschi plätscherte im Wasser und sagte etwas zu ihnen. Dazu morgen mehr vom getrennten Papi…

Yellow Submarine (75.)
Veröffentlicht in Abenteuer,Geheimnis,Seepferdchen von Andreas Wrede am 12.06.2011 um 14:22 Uhr

Oder: Eine Unterwasser-Reise ist lautlos schön und schön lautlos.

Worum es geht: Ein Beschluss wird gefasst, ein Gefährt wird gesucht, eine Liste wird gemacht, ein Koffer wird gepackt, einige Kuscheltiere müssen zuhause die Stellung halten, ein geheimnisvoller Eingang und eine Geschichte will dann ihren Lauf nehmen.

Alexander, Marie und der getrennte Papi liegen zusammen auf dem Sofa und sie erzählen sich Geschichten, die auf dem Lande, in der Luft und auch auf dem Wasser spielen. Und wie sie sich so Geschichten erzählen, fassen sie einen wahrhaft phantastischen Beschluss: Sie wollen zu Dritt eine abenteuerliche Reise unternehmen. Aber in was für einem Gefährt? Vielleicht in einem Heiß-Luftballon wie es ihn in “80 Tagen um die Welt” von Jules Vernes gibt, “aber das kann manchmal ziemlich kalt werden da hoch oben,” meint Alexander und der getrennte Papi und Marie stimmen ihm einmütig zu.

“Vielleicht schnappen wir uns ein Segelflugzeug,” meint der getrennte Papi, aber die Kinder finden das, dies wäre zu Dritt vielleicht doch ein wenig zu eng. Marie sagt: “Wir sind noch noch nie unter Wasser gereist, es muss für diese Reise ein U-Boot sein!” Da sagen wir alle begeistert “Ja, ein U-Boot und knallgelb ist es für uns.” Und wer malt es auf? Natürlich Marie, denn sie kann von den Dreien am besten malen. Es wird einen Steuerraum geben, das U-Boot muss ja manövriert werden; einen gemeinsamen Schlafraum mit einer großen Hängemappe, in die wir zu Dritt bequem hineinpassen. Selbstverständlich ein kleines Bad zum Saubersein und Zähneputzen; ein Vorratsraum darf nicht vergessen werden für Lebensmittel und  - okay – einige Süssigkeiten für die Reise, Gummibärchen, Kekse und Schokolade.

Und vorne und hinten und an den Seiten werden Bullaugen eingezeichnet, damit Alexander, Marie und der getrennte Papi immer nach draußen schauen können und stets einen guten Blick haben. Wer weiß denn schon, was und wer ihnen unterwegs begegnen wird? Vielleicht singende und sprechende Seepferdchen, wilde Unterwaserungeheuer und lustige Meeresgestalten, die noch nie Menschen zu Gesicht bekommen haben. Also, das steht mal fest: Das wird jetzt eine verdammt spannende Reise, bleibt nur noch, eine Liste zu schreiben, was wir alles mitnehmen wollen. Es muss halt in einen Koffer passen, in einem U-Boot ist nicht viel Platz. Einige Kuscheltiere können nicht mit auf die Reise, aber zuhause muss ja auch jemand nach dem Rechten schauen. Zum heutigen Schluss ist dann noch die Frage zu klären, wo das U-Boot an der Hamburger Elbe zu Wasser gelassen werden kann, damit unsere Geschichte ihren Lauf nehmen kann. Alexander weiss um einen geheimnisvollen Eingang in der Nähe der “Strandperle” am Strand. Dazu dann mehr morgen vom getrennten Papi in der Fortsetzung…