Oder: Ein kleiner Hinweis aktuellem Grunde!
Worum es heute geht: Aus welchem technischen Grund auch immer – der Vorspann zur 95. Folge (“Von Giraffen”) verschwand mal eben. Aber natürlich nicht “Der getrennte Papi”. Auf bald!
Oder: Kleine Geschichten zum Eingang und für den Ausgang.
Worum es heute geht: Sonnenuntergänge, Osterhasen, Weihnachtsmänner, Luke Skywalker, eine dicker, grüner Frosch, die tibetische Flagge, das Peace-Zeichen, eine tolle Collage, Aufkleber von The Selby und noch dies & das.
Der getrennte Papi hat die wunderbarste Haustür “überhaupt”. Das finden jedenfalls Alexander, Marie und der getrennte Papi. Den zusammen haben wir diese Tür im Laufe der Zeit mit so vielen Aufklebern, Basteleien und Bildern versehen, das kaum noch etwas Platz darauf findet – nur noch sehr kleine Bilder, Basteleien und Aufkleber. Selbstverständlich haben sie alle ihre eigenen kleinen Geschichten. Etwa die Bilder von Marie für ihren getrennten Papi. “Sonnenaufgänge sind doch immer so schön, davon kann Papi nie genug,” sagt Marie. Auf einem Bild reiten wir alle Drei in Richtung Sonnenuntergang.
Die Osterhasen und Weihnachtsmänner hat Alexander im Kindergarten gebastelt, sie sind ganz bunt und fröhlich und lachen den ganzen Tag, na ja, natürlich auch die ganze Nacht: logisch. Selbstverständlich hat es auf unserer Tür jede Menge Star Wars-Aufkleber, etwa mit Luke Skywalker und Jedi-Meister Yoda – also nur Gute, Böse wie Darth Vader oder so wollen wir nicht an der Tür haben. “Das würde uns kein Glück bringen,” finden Marie und Alexander. Den dicken, grünen Frosch hat Marie in der Schule mal gebastelt und bemalt, den ihre Klasse ist schließlich die Frösche-Klasse.
Die tibetische Flagge hat der getrennte Papi auf die Tür gebracht. Sehon bevor er vor Jahren einmal zu einer Privat-Audienz mit dem Kundün – so nennen die Tibeter (Böpa) Seine Heiligkeit, den 14. Dalai Lama – eingeladen war, hat sich der getrennte Papi für die Autonomie von Tibet eingesetzt. “Alle Menschen sollen frei sein, egal wo sie auf der Welt leben,” sagen Alexander und Marie. Dazu passt das neongrüne Peace-Zeichen, das wir auf dem Hamburger Dom uns ausgesucht haben, zusammen mit einem in Pink, als wir ein Kamel-Rennen zusammen gewonnen haben, das hat seinen Platz im Wohnzimmer.
Nicht zu vergessen ist noch eine wunderschöne Collage, die Alexander und Marie für den getrennten Papi mit ganz vielen bunten Bildern von sich auf dem iPad kreiert haben. Und weil der getrennte Papi ein Riesen-Fan von The Selby is in your place ist, hat er aus diesem fabelhaften Buch die Aufkleber auf seine Haustür geklebt: den Rad- und den Raumfähre, die Seifenkiste, den Schmetterling, die Tomatenstaude, das Hippie-Oberhemd oder ein Frauen-Bein-Paar. Das haben wir – Alexanders’ Idee – direkt unter den Türknauf angebracht. “Sieht echt lustig aus,” meinen die Kids.
Was ist noch so auf der Tür zu sehen? Etwa ein Postillon, ein altmodische Sofa, Herzen (ist doch klaro), Drachen, Tiger, Wickie, ein Karl Marx-Kopf (“Get rich or buy trying”) aus dem sehr empfehlenswerten Sticker-Magazin Klebstoff # 3, ein rote Blume aus Pappmaché oder ein Polaroid von Alexander mit dem Weihnachtsmann (Sie erinnern sich: Der getrennte Papi hat ja die Telefonnummer von Santa Claus). Wahrscheinlich müssen wir alsbald verstärkt die Haustür des getrennten Papi von innen verschönern, jetzt hängen dort bereits ein güldener und ein türkisfarbener Stern. “Ein guter Anfang,” Marie und Alexander klatschen in ihre Hände. Alsbald dann wieder mehr vom getrennten Papi…
Oder: Ist das Leben nun ein dickes Schiff oder eine zarte Nussschale?
Worum es diesmal geht: Grundsätzliche Fragen von kleinen Kindern, die große Antworten wollen, viele Tiere, zwei Menschen, ein Maserati, Streicheln über die ganze Stirn und am linken Ohr, bitte schön.
Es gibt so Fragen, die können anscheinend nur Kinder stellen und sie stellen sie dann immer völlig unvermutet. Zum Beispiel, wenn wir – Alexander, Marie und der getrennte Papi – eine unserer Lieblings-Sendungen, Phineas & Ferb, die coolsten Erfinder aller Zeiten, gerade gucken, Pizza essen und Eistee trinken. Alexander sagt, als ich ihm eine Serviette auf den Schoss legen will: “Ich bin doch kein Baby mehr ich kann mir die Serviette selbst nehmen.” Marie stellt dann fest: “Aber Du bist doch noch ein Kind und dann kann Dir Papi doch helfen.” Als wolle er dies nun nachdrücklich widerlegen, fragt mein Sohn mich: “Wie viele Tiere waren eigentlich auf diesem dicken Schiff?” “Du meinst die Arche Noah?”, fragt der getrennte Papi zurück. “Ja, auf der Arche Noah.” “Oh, um ehrlich zu sein, keine Ahnung…”. Darauf Alexander: “Aber ich weiß es ganz genau, Papi.”
Dann fängt er an, jene Schleichtiere aufzustellen, in Reih’ und Glied, die beim getrennten Papi in einem Korb liegen oder die immer in einer kleinen Ecke stehen, wie etwa die Zebras. “Also, Papi, es waren genaus so viele…”. Nämlich zwei kleine Elephanten und zwei große, drei kleine Giraffen und drei große, zwölf große Zebras und zehn kleine, ein großer weißer Tiger und zwei kleine, eine Baby-Schildkröte und dessen Mutter, ein Delphin, ein Walroß, ein großer und ein kleiner Tümmler, zwei Kinder-Robben, ein ausgewachsenes Nilpferd, ein Kamel, ein Orang-Utan und sein Baby, ein Panda-Bären-Pärchen, ein Schimpanse, drei Igel, drei kleine Füchse, ein Grizzly, groß und klein und schließlich noch ein Koala-Bär und eine Tiger-Mutter mit ihrem Tiger-Baby. “Die waren alle auf der Arche Noah, Papi,” sagt Alexander, überzeugt und stolz.
Das wären also 63 Tiere gewesen – “und natürlich noch zwei Menschen, die auf die Tiere aufpassen und sie füttern,” meint Alexander. Und dann stellt er zu den Tieren noch den gelben Maserati. Marie lacht: “Aber ein Auto war wohl nicht auf der Arche Noah…”. Alexander lacht zurück: “Nö, aber es sieht doch irgendwie cool aus.” Stimmt und die 63 Schleichtiere und das Spielzeugauto und zwei kleine Menschen-Figuren passen in eine kleine Holzkiste, die sich auf den Ozeanen ausnimmt wie eine Nussschale – etwas verloren, aber auch doch trotzig und mit besonderem Widerstands-Willen ausgestattet. “Und wie ist das jetzt mit der Schwangerschaft und so?” Will Alexander wissen, wieder so eine Frage von links um die Ecke durch’s Auge ohne Wenn und Aber. Als der getrennte Papi gerade mit einem Erklärungsversuch anhebt, etwas umständlich, zugegeben, geht eine zweite Folge von Phineas & Ferb los und die Sache mit der Schwangerschaft kann vertagt werden. Sie ist dann auch vergessen als der getrennte Papi seine Marie – wie immer vor dem Einschlafen – über die ganze Stirn streichelt und seinen Alexander am linken Ohr, “bitte genau da, wie immer!”. Alsbald dann wieder mehr vom getrennten Papi…
Oder: Vor dem Schlafen eine Runde Luft-Schlagzeug.
Worum es diesmal geht: Unser Bett (die Zweite), Luftgitarren-Solo,Michael Jackson (diverse Lieblings-Songs), Tim & Struppi, ein Zepter, Schokobons, Zähneputzen, eine lange Autofahrt, das Allgäu, The Whitest Boy Alive, das Alpenglühen und überhaupt: das große Glück. (weiterlesen …)
Oder: Wie man im Leben manchmal Bauklötze staunen kann
Worum es diesmal geht: Gequengel, alltägliche Luftlinien, Vereinzelung, so genannte Stehcafés, heldische Hauptrollen, Normalzustände, keine Normalzustände, getrennte Realitäten, schöne blonde Prinzessinnen und Ritterburgen.
In der fünften Folge war der getrennte Papi ohne Kinder eingeschlafen. Die Frage blieb: wie wacht er ohne Kinder auf? Sie meinen, einen müssige Frage? Schließlich wacht er doch durch die Trennung jetzt ziemlich oft ohne seine Kinder auf. Keine müssige Frage, denn so wie sich früher das Aufwachen mit den Kindern voneinander unterschied, so ist das Aufwachen ohne Kinder mal so oder so oder so. So: ich vermisse sie sehr, sogar das bisweilige morgendliche Gequengel und die bereits bekannte Frage des Sohnes (“Muss ich heute in den Kindergarten?”), dies und das erfordert umgehend totale Aufmerksamkeit und Geduld, dass ich gleich hellwach bin. So: ich vermisse sie sehr, war aber in der Nacht schon in Gedanken bei einem wichtigen Termin, dass ich das Gequengel, ehrlich gesagt, nicht vermisse und erst auf dem Weg zum Wagen bemerke, dass ich die Kinder nicht in die Schule und den Kindergarten bringe, das jetzt aber sehr gern machen würde. So: ich fühle mich wie in Studienzeiten und es ist ungefähr tausend Jahre her, dass ich allein aufwache, einen Kaffee bei “Starbucks” trinke (okay, vor tausend Jahren gab’s noch kein “Starbucks”, aber doch immerhin das so genante Stehcafé von “Tchibo”) und alleine den Tag vor mich hindenke.
Der getrennte Papi vergisst, logo, seine Kinder nicht – allein: das Leben vor, während und nach einer Trennung unterscheidet sich fundamental voneinander. Die Nähe zum früheren Partner verändert sich in eine Distanz, die zwangsläufig breiter wird. Der Versuch, bei sich zu bleiben, gelingt bei dieser alltäglichen Luftlinie keineswegs immer. Verletzungen, Verletzungsschein und Verletztsein schwingen durch die 24 Stunden eines Tages, an dem einen intensiver, am nächsten haben sie sich mal verabschiedet, how nice, my friend. Die Vereinzelung gerät für einige Zeit mutmaßlich zu einem Normalzustand, von dem sich der getrennte Papi doch irgendwann verabschiedet geglaubt hatte. Sonst hätte er nicht geheiratet,er hätte keine Familie gegründet, er hätte dadurch keinen neuen Sinn im Leben entdecken können, der sich nun Stück für Stück in eine getrennte Realität auseinander entwickelt. Die will erst einmal immer wieder eingefangen werden. Die Vereinzelung darf uns schließlich nicht in selbstmitleidiges Getue verführen und wir haben unsere Kinder, die alles Mögliche brauchen, allerdings nur überhaupt und keine Vereinzelung.
Ich weiss noch sehr genau, dass ich als kleines Kind sehr gerne allein gespielt habe, ich konnte sehr gut mit mir sein und etwa mit Legosteinen abenteuerliche Welten aufbauen, in denen Prinz Eisenherz in schöner Regelmäßigkeit die heldische Hauptrolle gab, die selbstverständlich ich einnahm. Prinzessinnen kamen vor, freilich eher geschlechtsneutral und unbestimmt, jedoch gehörten sie irgendwie dazu, wie die schöne, blonde Aleta von Prinz Eisenherz, eben. Den Film mit Robert Wagner habe ich bestimmt schon mehr als zwei Dutzendmale gesehen; er hat eine Romantik, die den getrennten Papi weiterhin berührt, außerdem hat es einfach mehr Spaß gemacht, den Bösewicht Sir Brak auf dem offenen Feld zur Strecke zu bringen als sich an manchen Tagen durch den heutigen Medien-Dschungel zu schlagen.In dem gibt es leider keine blauen Legosteine hat, die sich zum Bau einer wehrhaften Ritterburg-Mauer eignen würden. Ich fand die Lego-Blaus immer so schön, hell und dunkel. Vor Monaten habe ich die Lego-Blaus wiederentdeckt: der überragende Graphiker/Illustrator Christoph Niemann hat unter der genialen Headline “I Lego N.Y.” (niemann.blogs.nytimes.com) New York City mit Lego-Steinen symbolisch nachgebildet, höchst intelligent, unterhaltsam, verspielt.
Was das jetzt mit meinen Kindern zu tun hat, fragen Sie, vielleicht ungeduldig? Nun, sie sind in dieser Woche doch (siehe Folge fünf: Sentimentales Solo) im Urlaub ohne den getrennten Papi, unter anderem steht ein bestimmt aufregender Besuch in einem Lego-Land auf dem Programm. Da werden die Kinkies Bauklötze staunen und bald dem getrennten Papi viel zu berichten haben und der wird aufmerksam und neugierig und vergangenheitsbewältigend zuhören und an die hell- und dunkelblauen Lego-Steine seiner Jugend zurückdenken, weiß der Teufel, wo sie geblieben sind und sich fragen, ob sein Sohn denn Prinz Eisenherz einmal genauso doll empfinden wird wie sein Vater und ob er sich dann im Teenie-Sein heimlich in Aleta verliebt (bestimmt), ohne dies irgendjemandem gegenüber zu offenbaren und Sie finden jetzt sowieso, dass der getrennte Papi heute etwas emotional und rational unstrukturiert ist? Kann gut sein. Diese schöne Hitze macht das Leben südländisch langsamer und eine Trennung zerlegt ein Leben erstmal in viele blaue Lego-Steine, die ich nach und nach wieder neu zusammenfügen muss, mit meinen Kindern und um mich herum. Die finden übrigens Schleich-Tiere noch besser als Lego-Steine. Dazu bald mehr vom getrennten Papi…
Oder: Die drei Schlossgespenster
Worum es diesmal geht: Hilfsbereite Freunde, vertraute Bilder und Bücher, Kuscheligkeiten, Liegeordnungen, die Fussball-WM, die Bundestrainer-Frisur, Flower-Power und allerliebste Kinderfüsse.
Oder: “Wie geht es Dir?”

