Ein Schnittchenabend (66.)
Veröffentlicht in Das fliegende Klassenzimmer,Zähneputzen,Zeitgefühl von Andreas Wrede am 01.04.2011 um 19:09 Uhr

Oder: Es gibt Erinnerungen, die können wirklich niemals verblassen.

Worum es heute geht: Gurkensalat, Schinken, Teewurst, Leberwurst, Möhrchen, Preiselbeeren, Nutella, verschiedene Brotsorten, Radieschen, Birnen, Äpfel, Wasser (mit und ohne Kohlensäure), Tomaten, Philadelphia, Quarkspeise, Fruchtzwerge und Asterix.

Heute fällt der getrennte Papi ungewohnt kurz aus, er und seine Kinder Alexander und Marie und die Schwester des getrennten Papi machen gleich eine Brotzeit. Der Tisch ist ganz wunderbar gedeckt (siehe Vorspann). Ich finde: ein Schnittchenabend ist sogar einem Fünfgänge-Menü in einem Sterne-Lokal vorzuziehen. Sie ist immer entspannt, gemütlich, herrlich verquatscht und man mag gar nicht aufhören.

Ein Schnittchenabend ist ja eigentlich auch ein Sinnbild für Familie – jedenfalls hat der getrennte Papi schöne Erinnerungen an Brotzeiten mit seinen Eltern und Salami und hartgekochten Eiern und Schnittlauch und Schwarzbrot und Pumpernickel und Quark mit Mandarinen oder Himbeeren und Schrippen und Früchte-Tee und gestärkte Tischdecken und Stoff-Servietten und die Taschenlampe unter dem Kopfkissen des kleinen getrennten Pap, damit er noch unter der Bettdecke “Pünktchen und Anton ” oder “Das fliegende Klassenzimmer” oder den “Lederstrumpf” lesen konnte. Beim fliegenden Klassenzimmer habe ich immer geweint.

Vor dem Bett stand das (in einem früheren Blog bereits erwähnte) selbstgebaute Schlagzeug, immerhin die Drumsticks waren echt. Und vor dem Schlafengehen wurde noch kurz eine Runde getrommelt (zum Soundtrack von “Easy Rider”), noch ganz erfüllt vom Schnittchenabend, vielleicht war noch ein Teller mitgenommen worden, da lagen noch einige Möhrchen drauf, etwas Obst und ein ganzer Riegel Milka-Vollmilchschokolade. Natürlich wurde dies alles noch vor dem Zähneputzen und vor dem Lesen (unter der Bettdecke) verputzt. Das Zähneputzen heute Abend wird etwas nach hinten geschoben: Der getrennte Papi und seine Kinder einen Asterix-Film, mein Gott, noch mehr Erinnerungen. Dazu alsbald mehr vom getrennten Papi…

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