Die Jahrbücher (96.)
Veröffentlicht in Ernst des Lebens,Frösche,Wölfe von Andreas Wrede am 17.06.2012 um 12:39 Uhr

Oder: Manche Dinge im Leben sind eben so wie sie immer waren.

Worum es heute geht: Eine besondere Feier zu einem besonderen Anlass, vier Jahrbücher, Toben auf dem Schulhof, Eltern und Kinder, die sich schon wundern, der Bruder folgt auf die Schwester und freut sich auf beste Freunde und der so genannte Ernst des Lebens.

Jetzt ist es also soweit: die Abschlussfeier für Marie in ihrer Schule, ihre vier Jahre in der Grundschule sind einfach vorbei gerauscht. Jedenfalls scheint es allen Eltern so zu gehen als sie da draußen um den Grill im Innenhof stehen, den sie gemeinsam mit ihren Kindern gestaltet und bepflanzt haben. Und im Nachhinein sind alle dankbar, dass die Kinder ein Glück hatten – mit ihren Mitschülerinnen und Mitschülern und ihren Lehrern und ihren Erziehern. Der getrennte Papi kann sich nur wünschen, dass er es in seinen ersten vier Schuljahren doch so harmonisch gehabt hätte. Autoritäre Lehrer waren damals eher die Regel als die Ausnahme, was hab’ ich diese unfähigen selbsternannten “Pädagogen” verflucht.

Sehr schön ist, dass die Eltern der “Frösche” eine feine Tradition begründet haben – für  jedes Schuljahr wurde nämlich ein Jahrbuch produziert, eine wunderbar-bleibende Erinnerung an Kinder, die sich in diesen vier Jahren doch enorm entwickelt haben. Marie jedenfalls stöbert immer wieder zwischendurch in den Jahrbüchern und wundert sich wie ziemlich rasch die Zeit für sie und ihre Mitschüler vergangen ist. Während sie mit ihrer Mama das liebevoll zubereitetet Büfett durchstöbert, spielen der getrennte Papi und Alexander auf dem Schulhof fangen und Alexander freut sich, dass er nach den Sommerferien auch auf die Schule seiner Schwester gehen wird.

Dabei hat er noch ein großes Glück: Drei seiner besten Freunde werden in seine Klasse kommen, sie werden die “Wölfe” sein, das finden sie natürlich sehr cool und sie freuen sich sogar auf die Schule, jedenfalls mehr als der getrennte Papi seinerzeit. Er kann sich freilich noch entsinnen, dass ihm seine Eltern – bevor es auf’s Gymnasium ging – mit auf seinen Weg gaben, nun begönne tatsächlich der “Ernst des Lebens”. Nun hat er das Gefühl, dieser Spruch treffe vielmehr auf seine Tochter zu, sind doch die Ansprüche an Schüler heutzutage viel höher als sie es früher waren und auch der Druck, schon in jungen Jahren viel leisten zu müssen, ist ungleich höher. So müssen Mütter und Väter darauf achten, dass ihre Kinder gleichwohl noch eine glückliche und oft unbeschwerte Zeit für sich haben – von Herzen. Und wenn sich dann die Geschwister – wie gerade eben – umarmen, wissen wir, dass wir das eine oder andere vielleicht richtig gemacht haben. Alsbald dann wieder mehr vom getrennten Papi…