Oder: Einmal kurz in die weite Vergangenheit und dann wieder zurück.
Worum es heute geht: Es geht doch nix über eine solide Bildung, Kinder sei Dank, kleine Tiere, gr0sse Tiere, eine schicke Gitarre, eine verlorene Schildkröte, Bruder hilft Schwester, der Himmel über Hamburg.
Sie wissen ja bestimmt, wann Mammuts gelebt haben – jedenfalls haben mich das am Wochenende meine Kinder Marie und Alexander gefragt. Im Gegensatz zu Ihnen musste ich allerdings nachschauen im Lexikon und liess mich belehren, dass es sie zwischen 4,5 Millionen und 4ooo Jahren vor Christus gab. Ebenso wie bestimmte Säbelzahntiger, Höhlenbären, Büffel, Schneeeulen, tja, man lernt nie aus, wenn man eine Eiszeit-Ausstellung mit seinen Kindern besucht. Rührend, wie sie da in künstlichem Schnee stehen, die kleinen und die grossen Tiere, mit denen sich unsere Vorfahren herumzuschlagen hatten.
Und da stehen wir nun vor so einem Mammut, das ist ziemlich hoch und wird später einmal ein Elephant sein, aber bis dahin werden noch einige Jährchen vergehen. Die Kinder sind ebenso beeindruckt wie der getrennte Papi von diesen liebevollen Nachbildungen in einem Harburger Museum. Und mit einem kleinen Zettel bewaffnet, machen wir uns also auf eine kleine Eiszeit-Rallye ein und lernen, was da für Tiere vor uns stehen und liegen. Dabei sind noch die zwei Kuscheltiere, die Marie vorher auf einem Flohmarkt gekauft hat. “Drei Euro, das finde ich einen fairen Preis für zwei Koalas, da handele ich nicht mehr,” hat sie gesagt und die Zwei sollen beim getrennten Papi bleiben; der hat sie später erst einmal in die Waschmaschine gesteckt und danach sehen sie ziemlich aus wie neu, Lupine und Lupinchen. Alexander hat eine Ukulele auf dem Flohmarkt entdeckt und nachdem wir alle Stände um den Platz abgegangen sind, schnappt er sich das formschöne Stück aus undefinierbarem rötlichem Holze und er gibt die ganzen fünf Euro dafür aus, die er bekommen hatte. “Das ist sie mir Wert,” meint er lakonisch.
Aber unsere Expeditionen in die kleine Eiszeit und auf dem Flohmarkt wird von dem Verlust eines kleinen Talismans von Marie überschattet, eine kleine Schildkröte – auf dem Rückweg suchen der getrennte Papi und der Bruder und die Schwester nach dem Talisman. Im Museum, auf der Strasse, in der S-Bahn…leider vergeblich. Wir hoffen jetzt mal, das ein anderes sehr liebes Mädchen die Schildkröte gefunden und mit zu sich nach Hause genommen, ja, wir wissen es eigentlich. Der ach so blaue Himmel über Hamburg verheisst uns dies, wir sind da guter Dinge auf der Rückfahrt nach St.Georg, Schildi wird es irgendwo ganz schön haben. So wie wir, wenn wir zusammen sind, wo auch immer, Hand in Hand. Alsbald wieder mehr vom getrennten Papi…
