Oder: Das Leben ist eben doch kein langer und ruhiger Fluss.
Worum es heute geht: Lebens-Umstände, die eben Umstände sind, und die es wohl bleiben, das Single-Dasein, das eigentlich keines ist, Kinder-Trennung, an die man sich nicht gewöhnt, aber sich eben gewöhnen muss und Karnevals-Kostüme.
Jetzt ist der getrennte Papi schon über zwei Jahre getrennt - und doch sind die Umstände seines Lebens auf der einen Seite zum Alltag geworden, um auf der anderen Seite kein normaler Alltag zu werden. Gerade an Wochenenden kommt es da zu dem einen oder anderen Blues, aber wem sag’ ich das? Die eine Leserin oder der andere Leser des Papi-Blogs wird’s natürlich genauso nachempfinden: Früher wurde das eine oder andere Toben oder auch das genaue Gegenteil veranstaltet – heute sind nun alleinige Wochenenden genauso Alltag, den der getrennte Papi hinkriegen muss, logo.
Übrigens wie viele andere Menschen ja doch auch – in der Klasse meiner Tochter Marie sind zahlreiche Kinder in derselben Lage wie sie selbst. Und selbstverständlich bemüht man sich nach allen Kräften, den Kindern eine Trennung so “leicht” wie möglich zu gestalten (…sofern dies überhaupt möglich ist…). Auch wenn man sich selbst die Trennung, ebenso selbstverständlich, nicht “leicht” gemacht hat und sich hinterher sagen muss, dass es sich der getrennte Papi manches Mal und manches Mal zu viel einiges zu leicht gemacht hat? Nun denn, so sind jedenfalls die Single-Tage und Single-Wochenenden immer noch gewöhnungsbedürftig. Ja, man kann ins Kino gehen,wann man will, mit einer lieben Freundin frühstücken, man sich kann ein Mittagsschläfchen gönnen (was für ein Luxus, oder?). Tja, gleichwohl fühlt sich der getrennte Papi ohne Alexander und Marie…eben getrennt und nicht als Single-Mann, sondern sozusagen: als doppelter Papi.
Ich kann mich nicht daran gewöhnen von meinen Kindern getrennt zu sein, ich muss mich immer wieder von Neuem daran gewöhnen – nun, so geht’s Hunderttausenden anderer Menschen in diesem Lande, man hat sich durch’s Leben zu Patchworken.Mal klappt es besser und mal klappt es eben nicht so gut. “Es ist wie es ist.” Jedenfalls ist’s ganz wunderbar, wenn man von der Tochter ein Photo geschickt bekommt: Sie hat ihren Bruder geschnappschusst wie er sich als Punker verkleiden wird, wenn es bald zum Kindergarten-Karneval geht. Und plötzlich sieht der Sohnemann des getrennten Papi schon sooo groß aus. Und plötzlich kommen einem die Worte der eigenen Eltern in den Sinn als sich der getrennte Papi etwa als Indianer zurechtgemacht hat für die Karnevals-Party eines Freundes: “Sei immer eine tapferere Rothaut.” Okay, okay, heute ist das jetzt mal alles zu melancholisch und zu pathetisch im Papi-Blog, also Schluss. Alsbald dann wieder mehr vom getrennten Papi…
