Ein Haken (84.)
Veröffentlicht in Nimmerland,Peter Pan,Vergangenheit von Andreas Wrede am 13.11.2011 um 21:24 Uhr

Oder: Warum Märchen schon so reichlich viel Wahres in sich tragen.

Worum es heute geht: Tim & Struppi, trotzdem, ein Theaterbesuch wird auch eine Reise in die Vergangenheit, Peter Pan & Käpt’n Hook, zwei Krokodile und einiger Zauberstaub.

Der getrennte Papi, Marie und Alexander waren am Wochenende in Tim & Struppi und dem Geheimnis der Einhorn. Okay, da hat Herr Spielberg verschiedene Tim & Struppi-Comics in einen Film gegossen (neben dem Einhorn u.a. noch “Die Krabbe mit den Goldenen Scheren” und “Der Schatz Reckham des Roten”). Und er hat einen ziemlichen Roller-Coaster-Streifen abgedreht. Aber wir Drei – als eingefleischte  T&S-Fans – haben uns schon amüsiert und an den Händen gehalten und mit Tim & Struppi und Kapitän Haddock gefiebert und darauf gehofft, dass alles ein gutes Ende nimmt – nahm es natürlich, weiß man irgendwie, trotzdem hofften wir auf’s Happy End.

Einen Tag später gingen wir zu Peter Pan ins Schauspielhaus und bevor es losging, trat der getrennte Papi eine kurze Zeit-Reise in die Vergangenheit an – in die Zeit als die Familie eine Familie war und die Familie als Familie eingeladen wurde. Nach der Trennung ändert sich doch bisweilen das persönliche Umfeld ziemlich radikal und als Single-Papi ist man definitiv weniger gern gesehener Gast – denn man ist Single-Papi und nicht mehr Familien-Vater. Die Amerikaner haben für dieses Phänomen einen treffenden Ausdruck: “It comes with the territory”, so ist es. Freilich, es hängt natürlich auch mit dem eigenen Verhalten zusammen, der Rückzug aus dem Rückzug fällt manches Mal wegen Bodennebel und anderer Nebel-Erscheinungen aus. Und es ist halt wie im wahren Leben: In bestimmten Lebenssituationen trennen sich Spreu und Weizen, einfach simpel und simpel einfach.

Da passt ein andere Käpt’n ganz gut ins Bild, jener  Hook aus Peter Pan. Die Geschichte von dem Jungen, der ein Kind in Nimmerland bleiben will und den beiden Geschwistern Darling, die doch zu ihren Eltern zurückgehen wollen, weil sie ahnen, dass die sie wahnsinnig vermissen und weil sie wissen, dass sie ohne ihre Eltern lieber nicht leben wollen. Und Hook ist eben der mit dem Haken und getrennte Papis müssen verdammt aufpassen, sich nicht in dem Haken der Bitternis auf immer und ewig zu verfangen. Um schließlich nicht wie Käpt’n Hook im Schlund eines grausamen großen Bühnenkrokodils zu landen und dort einfach nicht mehr rauszukommen. Und auch der Schlund eines nur kleines Psycho-Krododils kann ganz schön ungemütlich sein. Dann streichelt der getrennte Papi jedenfalls seine Kinder in ihren Schlaf und braucht keinen Zauberstaub. Das ist doch auch schon mal was. Alsbald dann wieder mehr vom getrennten Papi…