Das Weltall (93.)
Veröffentlicht in Alexander,Liebhaben,Marie,Raumfahrer von Andreas Wrede am 22.04.2012 um 09:30 Uhr

Oder: Ich hab’ Dich lieb – bis zum Mond und noch viel, viel, viel weiter.

Worum es heute geht: Ein Bett, drei Menschen, ziemliche Dunkelheit, große Entfernungen, viel Phantasie, magische Worte, einige Planeten und dieser und jener Rand am Rande des Weltalls.

Alexander und Marie, die Kinder des getrennten Papi, und er lagen im Bett, sie sind früh ins Bett gegangen. Wie immer die Tochter rechts, der Sohn links, und ich in der Mitte. Und kurz bevor wir einschlafen, sagte Alexander: “Ich hab’ Dich sehr lieb, Papi.” Und ich antwortete: “Aber ich habe Dich noch lieber, von der Erde bis zum Mond und dreimal zurück.” “Ach”, ergänzte Marie, “das ist dock gar nix: Ich hab’ Euch so lieb bis zur Sonne und zehnmal zurück.” Okay, Alexander und der getrennte Papi fanden das ganz schön lieb und ziemlich weit weg und kamen sich fast vor wie Weltraumfahrer.

Also, Alexander befand: “Ich hab’ Euch so lieb bis zum Rand des Weltalls und wieder zurück zur Erde bis hin hier ins Bett!” Der getrennte Papi und seine Tochter Marie mussten nun erst einmal im Dunklen nachdenken.  Konnte es denn noch weiter reichen, das Liebhaben – als bis zum Rande des riesigen Weltalls, das doch eigentlich unendlich sein soll? Wohlan, der getrennte Papi, meinte: “Ich habe Euch noch lieber als bis zum Rande des Weltalls…nämlich darüber hinaus bis an den anderen Rand vom Rande des Weltalls. Was sagt Ihr nun?” “Kein Problem”, lachte Alexander, “dann haben wir Dich eben so lieb wie der äußere Rand des Weltalls bis zum nächsten Rand reicht. So.”

Tja, jetzt mussten Marie und der getrennte Papi doch eine kleine Weile nachdenken, um Alexander etwas antworten zu können.Gab es denn noch, sozusagen, den Rand vom Rand des Randes des riesigen Weltalls, oder so ähnlich jedenfalls? Da lagen wir uns nun zu Dritt in den Armen und fanden eigentlich: So sehr nah zusammen zu sein, ist echt das größte Liebhaben, das man sich wünschen kann. Und wenn wir nicht beieinander sind – Marie, Alexander und der getrennte Papi – dann denken wir uns eben ganz doll zueinander und schon wird die größte Entfernung ganz klein. Alsbald dann wieder mehr vom getrennten Papi…

Seifenkiste & Co. (91.)
Veröffentlicht in Allgemein,Peace,Raumfahrer,Tür zum Glück von Andreas Wrede am 11.03.2012 um 11:36 Uhr

Oder: Kleine Geschichten zum Eingang und für den Ausgang.

Worum es heute geht: Sonnenuntergänge, Osterhasen, Weihnachtsmänner, Luke Skywalker, eine dicker, grüner Frosch, die tibetische Flagge, das Peace-Zeichen, eine tolle Collage, Aufkleber von The Selby und noch dies & das.

Der getrennte Papi hat die wunderbarste Haustür “überhaupt”. Das finden jedenfalls Alexander, Marie und der getrennte Papi. Den zusammen haben wir diese Tür im Laufe der Zeit mit so vielen Aufklebern, Basteleien und Bildern versehen, das kaum noch etwas Platz darauf findet –  nur noch sehr kleine Bilder, Basteleien und Aufkleber. Selbstverständlich haben sie alle ihre eigenen kleinen Geschichten. Etwa die Bilder von Marie für ihren getrennten Papi. “Sonnenaufgänge sind doch immer so schön, davon kann Papi nie genug,” sagt Marie. Auf einem Bild reiten wir alle Drei in Richtung Sonnenuntergang.

Die Osterhasen und Weihnachtsmänner hat Alexander im Kindergarten gebastelt, sie sind ganz bunt und fröhlich und lachen den ganzen Tag, na ja, natürlich auch die ganze Nacht: logisch. Selbstverständlich hat es auf unserer Tür jede Menge Star Wars-Aufkleber, etwa mit Luke Skywalker und Jedi-Meister Yoda – also nur Gute, Böse wie Darth Vader oder so wollen wir nicht an der Tür haben. “Das würde uns kein Glück bringen,” finden Marie und Alexander. Den dicken, grünen Frosch hat Marie in der Schule mal gebastelt und bemalt, den ihre Klasse ist schließlich die Frösche-Klasse.

Die tibetische Flagge hat der getrennte Papi auf die Tür gebracht. Sehon bevor er vor Jahren einmal zu einer Privat-Audienz mit dem Kundün – so nennen die Tibeter (Böpa) Seine Heiligkeit, den 14. Dalai Lama – eingeladen war, hat sich der getrennte Papi für die Autonomie von Tibet eingesetzt. “Alle Menschen sollen frei sein, egal wo sie auf der Welt leben,” sagen Alexander und Marie. Dazu passt das neongrüne Peace-Zeichen, das wir auf dem Hamburger Dom uns ausgesucht haben, zusammen mit einem in Pink, als wir ein Kamel-Rennen zusammen gewonnen haben, das hat seinen Platz im Wohnzimmer.

Nicht zu vergessen ist noch eine wunderschöne Collage, die Alexander und Marie für den getrennten Papi mit ganz vielen bunten Bildern von sich auf dem iPad kreiert haben. Und weil der getrennte Papi ein Riesen-Fan von The Selby is in your place ist, hat er aus diesem fabelhaften Buch die Aufkleber auf seine Haustür geklebt: den Rad- und den Raumfähre, die Seifenkiste, den Schmetterling, die Tomatenstaude, das Hippie-Oberhemd oder ein Frauen-Bein-Paar. Das haben wir – Alexanders’ Idee – direkt unter den Türknauf angebracht. “Sieht echt lustig aus,” meinen die Kids.

Was ist noch so auf der Tür zu sehen? Etwa ein Postillon, ein altmodische Sofa, Herzen (ist doch klaro), Drachen, Tiger, Wickie, ein Karl Marx-Kopf (“Get rich or buy trying”) aus dem sehr empfehlenswerten Sticker-Magazin Klebstoff # 3, ein rote Blume aus Pappmaché oder ein Polaroid von Alexander mit dem Weihnachtsmann (Sie erinnern sich: Der getrennte Papi hat ja die Telefonnummer von Santa Claus). Wahrscheinlich müssen wir alsbald verstärkt die Haustür des getrennten Papi von innen verschönern, jetzt hängen dort bereits ein güldener und ein türkisfarbener Stern. “Ein guter Anfang,” Marie und Alexander klatschen in ihre Hände. Alsbald dann wieder mehr vom getrennten Papi…