Trapper-Flashback (97.)
Veröffentlicht in Gesetzlose,Kindheit,Romantische Rettungen von Andreas Wrede am 15.07.2012 um 13:39 Uhr

Oder: Vom Spuren lesen, von Heldentaten und Jungs-Träumnen

Worum es heute geht: Gespräche unter Männern, die Phantasie eines Jungen, die Power Rangers und ihrer Tapferkeit, Erinnerungen an die eigene, geheimnisvolle Jugend  und was man so spielte und sein wollte und schon tritt man eine Reise in die Vergangenheit an.

Der getrennte Papi hat kürzlich mit seinem Sohnemann Alexander ein spannendes Gespräch geführt. “Papi, findest Du die Power Rangers auch so cool wie ich?” Tja, irgendwo wo schon, schließlich retten sie am laufenden Band die Menschheit, also irgendwo auch uns, nicht wahr? “Und welche Farbe von den Kampfanzügen magst Du am liebsten? Pink, schwarz, gelb, grün, pink oder blau?” Nun denn, blau ist eine meiner Lieblingsfarben, so soll den der blaue Kampfanzug mein Favorit sein. “Aber pink mag ich auch sehr…”. “Papi, das ist jetzt aber doch eine Mädchen-Farbe!” Okay, in diesem speziellen Power Rangers-Falle: dann halt nur blau.

“Ich finde es toll, Papi, wie die Power Rangers als Teenager so dolle Abenteuer erleben. Gab’ es die auch schon als Du klein warst früher?” Nein, die unerschrockenen Power Rangers waren meinerzeit noch nicht unterwegs. “Wer waren denn Deine Helden?” Gute Frage, in den geheimnisvollen Helden-Jungs-Phantasien spielten eher sehr tapfere Indianer oder ebenso tapfere Trapper die wichtigste Rolle. Besonders in Urlauben, wenn der getrennte Papi wie immer sehr früh aufgestanden war, um sieben Uhr rum, weil es in den Hotels noch sehr ruhig war und eine geheimnisvolle Stille draußen im Grün schwante.

Da war der getrennte Papi als eher einsamer Trapper unterwegs, der immer wieder als Scout für gefährliche Erkundungen und Expeditionen durch die Weiten des unentdeckten nordamerikanischen Westen streifte. Die Verkleidung mit abgewetzter Lederhose und Lederhemd, Fransen dran, klar, Mokassins, die auch schon viel erlebt haben, einer Fellmütze mit Schweif dachte ich mir. Ebenfalls die lange Büchse, das war ein schmaler Holzstamm, der eigentlich kleine Bäume stützen sollte. Die Büchse wurde selbstverständlich nach mehrstündigen wildesten, manchmal romantischen Abenteuern – immerhin waren auch im Wilden Westen hübsche Mädchen unterwegs, die den Fängen von berüchtigten Gesetzlosen zu entreissen waren. “So viel anders hast Du als kleiner Junge ja gar nicht gespielt, Papi,” findet Alexander. “Ja, da hast Du verdammt Recht.” Und danke für die Reise in meine eigene Vergangenheit, lieber Sohn. Alsbald dann wieder mehr vom getrennten Papi…

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