Oder: Ein gänzlich ungeplanter Männernachmittag ist eine prima feine Sache.
Worum es heute geht: Ein lustiger Kinofilm mit sprechenden Tieren, zwei Jungs unter sich, zwei Kinderschokoladen, zwei Schnittchen, zwei Bettseiten, zwei Ohrenkraulsessions, zwei Halsketten.
Wenn Tiere sprechen, finden das Erwachsene wie Kinder meistens amüsant und wenn Löwen, eine Giraffe, ein Orang-Utan, Bären und ein Äffchen einem Zoowärter Verliebt-Sein-Tipps geben, dann scheint dies noch amüsanter. Nicht, dass dies nun ein guter Film wäre – weder für Erwachsene noch für ein jedes Kind. Aber die Moral’ von der Geschicht’ ist schön: Oft ist es nicht die offenbare Liebe, die zählt. Und eine solche Moral verstehen Marie und Alexander sofort und außerdem ist der Zoo, in dem der Film spielt, ein irgendwie magischer Ort. Logo, deswegen könne die Tiere ja auch sprechen, logo.
“Papi, können wir in diese schöne Stadt mal fliegen?” Fragt Alexander und meint Boston, da spielt der “Zoowärter”. Und fügt hinzu: “Zuerst gehen wir dann in den Zoo und können dann all’ die Tiere, die sprechen, sehen. Cool, oder?” Ja, das ist sogar sehr cool, findet auch die große Schwester, die natürlich genau weiss, dass Tiere überhaupt nicht sprechen, aber wir lassen mal dem kleinen Bruder seine süssen Illusionen. Nach dem Kino fahren wir kurz zu Mami, weil Marie eine andere Hose braucht – so langsam wird sie doch ein wenig wählerischer. Und es hat sich ergeben, dass die beiden Mädels etwas unternehmen und dann sind die Jungs unversehens für sich. Alexander findet das oaky: “Dann machen wir uns einen echten, prima Männernachmittag”.
Den kann man zum Beispiel auf dem Spielplatz und dessen Riesenrutsche verbringen, man kann Kinderschokolade essen, man kann mit Spielzeug zu Wicki und die starken Männer von McDonald’s spielen (zugegeben, wir haben dort gegessen, aber – Hand auf’s Herz – wir waren an diesem zweifelhaften Örtchen zum letzten Mal vor ungefähr drei Monaten; ich fürchte allerdings, dass wir in diesem Jahr noch einmal zu McDo gehen müssen – wenn der Tim & Struppi-Streifen anläuft, wir sind nämlich die definitiv allergrößten Fans dieser beiden wahren Helden), man kann zusammen Schnittchen und Birne ohne Schale essen, man kann mit quietschegelben Spielzeugautos durch die Wohnung fahren und dabei einen Power Ranger-Anzug anhaben (nur Alexander) und dabei Yippie rufen (nur der der getrennte Papi). Und wenn der Nachmittag vorbei ist, darf Alexander auf der Seite im Bett sein, auf der sonst Marie schläft und Papi krault dann an beiden Ohren vom Sohnemann etwas länger als sonst vor dem Einschlafen. Die beiden neuen Holzhalsketten von H&M, die sich Alexander selbst ausgesucht hat, behält er zum Schlafen bestimmt an. “Das ist doch ein bisschen hippiemäßig, oder?” “Das ist sogar total hippiemäßig, Du Süsser.” Alsbald dann wieder mehr vom getrennten Papi…
