Das Weltall (93.)
Oder: Ich hab’ Dich lieb – bis zum Mond und noch viel, viel, viel weiter.
Worum es heute geht: Ein Bett, drei Menschen, ziemliche Dunkelheit, große Entfernungen, viel Phantasie, magische Worte, einige Planeten und dieser und jener Rand am Rande des Weltalls.
Alexander und Marie, die Kinder des getrennten Papi, und er lagen im Bett, sie sind früh ins Bett gegangen. Wie immer die Tochter rechts, der Sohn links, und ich in der Mitte. Und kurz bevor wir einschlafen, sagte Alexander: “Ich hab’ Dich sehr lieb, Papi.” Und ich antwortete: “Aber ich habe Dich noch lieber, von der Erde bis zum Mond und dreimal zurück.” “Ach”, ergänzte Marie, “das ist dock gar nix: Ich hab’ Euch so lieb bis zur Sonne und zehnmal zurück.” Okay, Alexander und der getrennte Papi fanden das ganz schön lieb und ziemlich weit weg und kamen sich fast vor wie Weltraumfahrer.
Also, Alexander befand: “Ich hab’ Euch so lieb bis zum Rand des Weltalls und wieder zurück zur Erde bis hin hier ins Bett!” Der getrennte Papi und seine Tochter Marie mussten nun erst einmal im Dunklen nachdenken. Konnte es denn noch weiter reichen, das Liebhaben – als bis zum Rande des riesigen Weltalls, das doch eigentlich unendlich sein soll? Wohlan, der getrennte Papi, meinte: “Ich habe Euch noch lieber als bis zum Rande des Weltalls…nämlich darüber hinaus bis an den anderen Rand vom Rande des Weltalls. Was sagt Ihr nun?” “Kein Problem”, lachte Alexander, “dann haben wir Dich eben so lieb wie der äußere Rand des Weltalls bis zum nächsten Rand reicht. So.”
Tja, jetzt mussten Marie und der getrennte Papi doch eine kleine Weile nachdenken, um Alexander etwas antworten zu können.Gab es denn noch, sozusagen, den Rand vom Rand des Randes des riesigen Weltalls, oder so ähnlich jedenfalls? Da lagen wir uns nun zu Dritt in den Armen und fanden eigentlich: So sehr nah zusammen zu sein, ist echt das größte Liebhaben, das man sich wünschen kann. Und wenn wir nicht beieinander sind – Marie, Alexander und der getrennte Papi – dann denken wir uns eben ganz doll zueinander und schon wird die größte Entfernung ganz klein. Alsbald dann wieder mehr vom getrennten Papi…

Lieber “getrennter Papi”,
nur soviel zu Ihrem Blog: ich habe noch nie etwas so schauderhaft Selbstbeweihräucherndes gelesen, wie Ihre Ergüsse eines doch so liebenden Vaters.
Es tropft nur so von Selbstgefälligkeit und Selbstverliebtheit auf Kosten der getrennten Kinder (und sicherlich auch der lesenden Mutter der Kinder). Schon einmal etwas von Privatsphäre der Kinder gehört?
Vielleicht einmal drüber nachdenken? Oder schon zu selbstverliebt dafür?
Schöne Grüße von einer alleinerziehenden Mutter, die solcherlei Ergüsse von getrennten Vätern leid ist (und sicherlich noch vieeeeele andere)
Wie gut, dass man selbst entscheiden kann, ob man etwas liest oder nicht.
Ich lese den Blog, weil der Verfasser für die Männer steht, denen ihre Kinder auch nach einer Trennung noch wichtig sind.
Bei uns kam zu dem Satz “ich liebe dich von der Erde bis zum Mond” immer noch ein Meter dazu
Nett gesagt, greebo!
Ich lese den Blog, weil er den Männdern eine Stimme gibt, denen ihre Kinder auch nach der Trennung noch wichtig sind. Ich glaube nämlich, dass das ganz viele sind, die ganz wenig Öffentlichkeit haben. Stories über heldenhafte alleinerziehende Frauen, die den kompletten Alltag alleine organisieren, weil der Kindserzeuger sich angeblich um gar nichts kümmert (vermutlich aber ganztags arbeiten geht und Unterhalt zahlt, aber das fällt gerne unter den Tisch), gibt es nun wirklich genug.
Ich liebe meine Frau, die Töchter, Spargel, Tafelspitz mit frischem Meerrettich – und natürlich Hilde, Felldame mit eigenem Johann…
Und ich liebe abgedrehte Geschichten!