Pädagogisch wertvoll (86.)
Oder: Blau-weiß-karierte Tüten können wirklich wunderbar sein.
Worum es diesmal geht: Es gibt Tage, an denen wir Drei zu Hause bleiben wollen, ziemlich faul, ziemlich gemütlich, ziemlich kuschelig, politisch/pädagogisch unkorrekt, oh weh – es war aber echt schön und wir machen es nicht mehr so oft, versprochen.
Am vergangenen Wochenende hatte der getrennte Papi wieder seine Kinder Marie und Alexander und wir hatten - ausnahmsweise – mal keine Pläne gemacht. Kein Theater, kein Kino, keine anderen Kinderverabredungen, keine Spaziergänge, okay, eine Frühstückstreffen mit einem Freund im “Gnosa” (einem der coolsten Café’s in Hamburg) gab’s und drei blau-weiß-karierte Tüten mit 10-Cent-Süssigkeiten (weiße Mäuse, Salinos, Gummizeug, Maoam, also nix, was der Zahnarzt so wirklich richtig gut fände).
Und der Zufall wollte es mithin noch, dass mehrere Episoden, “Star Wars – The Clone Wars” des Nachmittags im Fernsehen liefen, obwohl draußen auch noch die Sonne schien. Was tun, getrennter Papi? Kurzer Kriegsrat am wohnzimmerlichen Lagerfeuer, ganz friedlich, und Alexander, Marie und der getrennte Papi beschließen, den Nachmittag tatsächlich auf dem Sofa, damit vor dem Fernsehen zu verbringen. Welcome, Anakin Skywalker, Ashoka, Tano, Cad Bane, C-3PO, Jabba The Hutt, Obo- Wan Kenobi, R2-D2 und all’ die anderen Helden, Halb-Helden, Schurken und Dreiviertel-Schurken.
Also, richten wir es uns auf dem Sofa sehr gemütlich ein: mit vielen Kissen, viel Rooibos-Vanille-Tee, vielen entkernten Birnen und vielen gute Vorsätzen, am nächsten Wochenende echt rauszugehen, egal wie’s Wetter wird. Nun muss ich unumwunden zugeben, wir haben keine Sekunde bereut, obwohl mir natürlich klar war, dass es pädagogisch nicht komplett wertvoll und erziehungspolitisch vermutlich einigermaßen verwerflich ist, an einem sonnenbeschienen Sonntagnachmittag mit den Kindern vorm TV zu sitzen.
Aber wir fanden es einen tatsächlich schönen Nachmittag. Und ich verspreche hoch und heilig, dass wir das nicht permanent machen. Nur eben manchmal so. In einer montäglichen Kurzumfrage unter Vätern, die dem getrennten Papi durchaus gut und als vertrauenswürdige Menschen bekannt sind, musste ich tatsächlich feststellen, dass wir Drei an diesem Wochenende nicht die Einzigen waren, die genau das gemacht haben, was wir Drei gemacht haben. So was aber auch. Dann also alsbald wieder mehr vom getrennten Papi…





Das war mit Sicherheit für alle Beteiligten ein pädagogisch wertvoller Nachmittag!
Marie wird in Zukunft Prinzessin Leah sein. Endlich mal eine Prinzessin, die nicht von rosa Wolken umgeben ist, sondern auch kämpfen kann.
Während Alexander mit einem Raumschiff als Anakin den Weltraum erobert.
… und der Vater versucht dabei so weise zu lächeln wie Obi Wan
Soooowaaaas würde ich nie machen!
Na gut, ist ja auch schon ein paar Jahre her. Aber damals gabe es einfach nur Schei****-Sendungen am Sonntag-Nachmittag.
Dann gingen wir aber nicht in den Park, sondern in die Küche. Blitz-Plätzchen und heissen Kakao mit viel Sahne. Oder Waffeln mit Kirschen – ja, gekuchelt wurde dann auch. Und zwar ordentlich!!!
Ich finde es gut auch mal richtig mit der Familie zu gammeln. Es sollte nur nicht zu Routine werden. Viele Kinder haben schon ein so straffes Freizeitprogramm, dass es schon in Stress ausartet.