Paris, Freitag (31.)

Veröffentlicht in Wärme,Wünsche von Andreas Wrede am 06.11.2010 um 00:28 Uhr

Oder: Wenn Engel reisen, wird die Nacht zum Tag und der Tag zur Nacht.

Worum es heute geht: Zwei Kinder, zwei Koffer, zwei Portionen Pommes, je zwei Kuscheltiere, zwei Zuckungen, zwei Wünsche.

An diesem Wochenende hat der getrennte Papi in Paris zu tun und hat seine beiden Kinder einfach mal mitgenommen. Sie haben sich ganz doll gefreut und im Kindergarten und in der Schule hat jeder, aber auch jeder erfahren, dass sie nach Paris fliegen. Schon Tage vorher sind sie aufgeregt und überlegen, was sie wohl mitnehmen. Der getrennte Papi hat ihnen natürlich erlaubt, Kuscheltiere mitzunehmen. Wenn’s geht, nicht zu viele. Außerdem kann auch nicht ein Jedes eingepackt werden, denn einige haben tatsächlich Flugangst, wie doof.

Und ihre Mami und Marie und Alexander kriegen es tatsächlich hin, nur zwei kleine Koffer zu bestücken. Dagegen kenne ich andere liebe Menschen, die nehmen etwa für einige Tage vier Taschen, sieben Paar Schuhe, ungefähr zehn Kleider und noch Winterschals und Handschuhe mit, könnte ja sein, dass es bald schneit, oder so ähnlich. Sie wundern sich dann ganz ernsthaft, warum sie jede Menge Gepäck zu transportieren haben und dass das echt nervt. Verbunden ist diese Reizhaltung mit dem Schwur, nie mehr derart mit Über-Gewicht auf Reisen zu gehen. Das ist umso komischer als dieses Phänomen als jenes des Über-Gepäcks allgemein bekannt ist in der weiblichen Welt. Das Über-Gepäck allerdings ist denn doch zu wenig: genau das achte Paar Schuhe mit den roten Sohlen fehlt und genau die fünfte Tasche, die sonst nur in irgendeiner Ecke vor sich hin staubt, ist vergessen worden, verdammt. Dieses Wochenende ist gelaufen, schade eigentlich.

In Paris jedenfalls, ohne jegliche Aufgeregheit (die Kinder des getrennten Papi sind tolle Reisekinder, sie fliegen so gerne, genauso wie der getrennte Papi), ist es ganz warm und viele Menschen sitzen abends draußen, hören laut Musik, sind ausgelassen und fröhlich und laut. Der getrennte Papi und seine Kinder gehen kurz ins Hotel zum Einchecken, schauen sich ihr Zimmer im 8. Arrondisement an, befinden es für gemütlich und gehen dann Pommes essen. Denn wir haben alle Hunger und finden, dass wir in Paris Pommes probieren müssen. Das war ein guter Entschluss, denn die schmecken wirklich gut mit Ketchup und Mayo.

Wir sind also wirklich in Paris und wir finden die breiten Boulevards und die alten Häuser und die schmalen Bürgersteigen in den Nebenstrassen wunderbar. Außerdem brauchen wir keine Mäntel anziehen, herrlich. Und dann schlendern wir zurück ins Hotel und schmeissen uns auf das breite Bett und Pauli und Bärchen und Lulu und Äffchen Coco sind mittendrin und eigentlich wollen wir noch tobe. Aber dann schlafen Marie und Alexander fast gleichzeitig ein. Und Alexander zuckt im Frühschlaf noch zweimal bis er regungslos neben dem getrennten Papi einschläft, der ihm seinen Rücken gestreichelt hat. Marie wollte noch lesen wie fast jeden Abend, sie hat “Liliane Susewind – Mit Elefanten spricht man nicht” mitgenommen, allein: sie schläft auch darüber ein, ohne Zuckungen und der getrennte Papi deckt sie zu.

Vorher hatten wir noch kurz über Wünsche für den Sonnabend gesprochen. “Auf jeden Fall gehen wir auf den Eifelturm”, haben sie gesagt, gegen Abend, wenn in Paris Millionen von Lichtern angehen, “das muss toll aussehen.” Und wir wollen zu Fuss durch die Stadt gehen und das warme Wetter genießen. Und morgen dürfen Marie und Alexander extra lang aufblieben, dieses Wochenende ist ja so eine Art Kurzurlaub und da dürfen sie mal die Nacht zum Tag machen. Aber dazu alsbald mehr vom getrennten Papi…

8 Kommentare für 'Paris, Freitag (31.)'

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  1. greebo meinte am 06.11.2010 um 10:33

    Mittel gegen Flugangst von Kuscheltieren: ganz doll drücken!!

    Paris mit Kinderaugen zu betrachten, muss großartig sein :)

    Menno, ich wäre gerne als Reisegepäck mitgenommen worden!

  2. greebo meinte am 06.11.2010 um 10:35

    Nachtrag: Ich wäre dann auch einfach im Centre Pompidu verschwunden :)

  3. lautleise meinte am 06.11.2010 um 13:47

    Hm Hm – Räusper*

    Bei Übergepäck zwischen 32 und 100 Kilogramm zahlt man pro Strecke
    zuätzlich € 200,00…

  4. greebo meinte am 06.11.2010 um 17:20

    Verdammt ll, müssen Sie immer so viel sch** Realitätssinn zeigen?

  5. lautleise meinte am 07.11.2010 um 12:14

    Kleiner Tipp – greebo: Erkundigen Sie sich doch, ob Pferde mitfliegen, dort gibt es eine kleine Box, dadrinn dürfen Begleiter umsonst mitfliegen !
    Die Boxen sind auf Jockeyformat ausgelegt…
    :-)

  6. Andreas Wrede meinte am 09.11.2010 um 08:53
  7. Fabius meinte am 21.11.2010 um 23:06

    Ich liebe die Stadt Paris an der Seine.

  8. Marko meinte am 11.12.2010 um 12:02

    Hey, ich bin mal so frei und schreibe was in deinen Blog. Sieht schnieke aus! Ich benutze auch seit kurzem WordPress einige Dinge verstehe ich aber noch nicht so ganz. Deine Seite ist mir da immer eine willkommene Motivation. Danke!

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