London – Hamburg – Zuhause
So herzlich der Empfang in Hamburg auch war – viele Olympioniken konnten es kaum erwarten, weiterzufahren. In die Heimat, zu Familie und Freunden. Wir zeigen, woher die Medaillengewinner stammen.
Laut offizieller Statistik bringt das deutsche Olympia-Team 44 Medaillen nach Hause – 11 mal Gold, 19 mal Silber und 14 mal Bronze. Auf der Willkommensfeier in Hamburg blitzten aber noch deutlich mehr Medaillen in der Sonne, vor allem mehr goldene. Denn jeder Sportler hat natürlich eine eigene, so auch die siegreichen Ruderer und das komplette Hockey-Team (sechs der Spieler oben im Bild). Insgesamt zählt Deutschland 87 Medaillengewinner, 63 Männer und 24 Frauen.
Mit ihren Medaillen fahren viele der Athleten zuerst einmal nach Hause in die Heimat – und sind dann über fast ganz Deutschland verteilt. Aus einigen Städten stammen sogar mehrere von ihnen, allein fünf wurden in Berlin geboren. Einer davon ist Bahnradfahrer Maximilian Levy, der im Einzelwettbewerb Silber und mit dem Team Gold holte. Auch aus Hamburg und München stammen je vier Medaillengewinner.
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Quellen: www.london2012.de und www.dosb.de
Wer die Ankunft der Athleten in Hamburg miterlebt hat, kann mögliche Fluchtreflexe sowieso mehr als nachvollziehen. Begrüßt wurden die 217 Olympia-Teilnehmer von einer Liveband aus KRIS und Dante Thomas mit dem zweifelhaften Refrain: "Ich liebe diese Tage, egal wie scheiße es war, ich will mich nicht beklagen." Dann weiter auf die Bühne und zur Presse, zu Interviews mit mehr als 30 Kamerateams und den immergleichen Fragen. Wie die Party auf der MS Deutschland so war, die Stimmung im Team, der Morgen danach.
Im Begrüßungstrubel blieben nur wenige cool. Zum Beispiel Christian Blunck, Hamburger Hockey-Legende, der die Frage nach der verheerenden Siegesfeier der Hockey-Nationalmannschaft unaufgeregt konterte: "Das war eine ganz normale Hockey-Party. Bei jedem Pfingstturnier wird so gefeiert." Und natürlich die Sänger des waschechten Shanty Chors. "Nimm uns mit, Kapitän, auf die Reise", schmetterten sie der MS Deutschland entgegen. Gut möglich, dass auch der eine oder andere Athlet gern direkt weitergereist wäre – aber eben nach Hause.
von Christina Elmer
Foto: Marcus Brandt/DPA