Papiertiger gegen Wettmanipulation?

Veröffentlicht in Manipulation im Sport von Nina Plonka am 25.04.2012 um 15:39 Uhr

Das Thema Korruption im Sport ist inzwischen auch in der europäischen Politik angekommen. Nun soll eine Konvention „die Gefahr für Sport und Rechtsstaat“ bekämpfen. Reichlich spät.

Die Sitzungen des Europarats in Straßburg sind am Mittwoch von einem Thema bestimmt: dem Kampf  gegen Betrügereien, Geldwäsche und Korruption im Sport. Das luxemburgische Mitglied des Europarats Anne Brasseur legt dem Rat den Bericht „Die Notwendigkeit Wettmanipulation zu bekämpfen“ vor. Denn „Wettmanipulation ist eine Gefahr für den Sport und den Rechtsstaat“. Sie hatte sich zuvor mit dem Bochumer Staatsanwalt Andreas Bachmann getroffen, der seit mehreren Jahren gegen Wettbetrüger ermittelt. Sie sprach aber auch mit Vertretern der Finnischen Lotteriegesellschaft und dem Vizepräsidenten des IOC.

Der Report stellt fest, dass der europäische Gedanke vom grenzenlosen Miteinander längst auch von Verbrechern gelebt wird. Genau das hatte der stern in den vergangenen Monaten aufgedeckt und zum Beispiel enthüllt, wie ein asiatischer Mafiaring von Singapur aus Fußballländerspiele in aller Welt verschiebt.

Nun soll also auch auf politischem Wege den Betrügereien der Kampf angesagt werden. Die Europapolitikerin fordert, eine europäische Konvention gegen Wettmanipulation auf den Weg zu bringen, um Richtlinien dafür festzulegen. Dazu sollen Sportverbände, Ermittlungsbehörden und Wettanbieter eng zusammenarbeiten.

Aber können Ermittlungsbehörden ernsthaft mit Verbänden wie UEFA oder FIFA zusammenarbeiten? Viele Verbandspitzen sind selbst korrupt und somit Teil des Problems. Maßnahmen gegen  Korruption und Wettmanipulation standen bislang nicht im Fokus der Verbände oder endeten im Desaster, wie der vom stern enthüllte Skandal um den UEFA-Chefermittler zeigte, der auf einen Hochstapler hereinfiel. Die FIFA wiederum, die wegen ihrer korrupten Spitzenfunktionäre seit Jahren nicht aus den Schlagzeilen kommt, macht es sich leicht: Vergangenes Jahr versuchte sie sich öffentlichkeitswirksam das Image des Aufklärers zu erkaufen und spendete 20 Millionen Dollar an Interpol.

Maßnahmen gegen Wettbetrug

In ihrem Bericht fordert Anne Brasseur, die europäische Gesetzgebung soll nun vereinheitlicht werden. So soll es den Behörden einfacher gemacht werden, rechtlich gegen Wettbetrüger vorzugehen. Bisher tun sich viele europäische Länder schwer, überhaupt zu definieren, ob Wettmanipulation eine Straftat ist. „Jede Maßnahme muss über die europäischen Grenzen hinausgehen“, so die Forderung.

Ist eine europäische Konvention gegen Wettbetrug ein längst fälliger Schritt in die richtige Richtung oder ein zahnloser Papiertiger? Auch Brasseur weiß, dass es ein langer Weg sein wird, damit ein solch politisches Instrument tatsächlich Sportler vor Korruption schützt. „Wenn wir nichts tun“, sagte sie mir, „überlassen wir den Kriminellen das Feld. Und die machen den Sport kaputt.“

von: Nina Plonka

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1 Kommentar für 'Papiertiger gegen Wettmanipulation?'

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  1. Windisch meinte am 25.04.2012 um 16:46

    Ob Handball (Kiel) oder Fußball (Bayern) sind sie doch schon drin als “Sponsor”,der dann schon irgendwann sagt wie´s ausgeht,Ist doch schon soweit die Frage ist,wie lange lange schaut der “Fan” noch zu.Oder nimmt das noch ernst,dieses Schauspiel Sport.Die einen dopen(Radfahrer) und halten das für normal.Die anderen bestechen Schiedsrichter (Handball und Fußball)und verkaufen die paar Ehrlichen damit für dumm.
    Supervorbilder für unsere Jugend

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