Steinbrücks wahre Auftraggeber

Veröffentlicht in Allgemein von Dirk Liedtke am 05.10.2012 um 15:01 Uhr

Heute hat Peer Steinbrück angekündigt, „Auftraggeber, Ort und Thema jedes einzelnen Vortrages“ zu veröffentlichen. Einen Fall kann der stern schon heute entschlüsseln. Auf seiner Bundestags-Website listet der Abgeordnete Peer Steinbrück pflichtgemäß seine „entgeltlichen Tätigkeiten neben dem Mandat“ auf. In zahlreichen Fällen verbergen sich die eigentlichen Auftraggeber für Vorträge oder Auftritte Steinbrücks hinter Agenturen. Im Jahr 2010 nahm Peer Steinbrück an einer Podiumsdiskussion der französischen Bank Société Générale in Frankfurt am Main teil. Dieser Termin verbirgt sich auf seiner Abgeordneten-Website hinter dem Eintrag „Steinkühler-com, Düsseldorf, Vortrag, 2010, Stufe 3“. Bei diesem „Main Gespräch" ließ sich Steinbrück ebenso wie im Jahr zuvor Bundespräsident a.D. Richard von Weizsäcker von einer blonden TV-Moderatorin befragen. Diese führt die Engagements auf ihrer persönlichen Website auf.

Im Rahmen einer anderen Recherche hatte uns das Büro von Peer Steinbrück seinen damaligen Auftritt im Mai bestätigt. Die Bank Société Générale hatte damals nach eigenen Angaben noch die Düsseldorfer Event-Agentur K3 zwischengeschaltet. Diese hat sich nach Auskunft der Bank gegenüber dem stern „um die Buchung des Referenten gekümmert“. „Zur Firma steinkühler.com haben wir keine direkte Geschäftsbeziehung,“ so eine Bankensprecherin im Mai zum stern. Karl-Heinz Steinkühler ist ein ehemaliger Focus-Journalist, der in Düsseldorf eine nach ihm benannte PR-Agentur betreibt und auch als Pressesprecher für die private Betreibergesellschaft des Nürburgring agiert.

An diesem Auftritt Steinbrücks lässt sich erkennen, wie intransparent die bisherigen Regeln für Nebeneinkünfte sind: Das Honorar von Société Générale floß über zwei Zwischenstationen an den Bundestagsabgeordneten Steinbrück. Die genannte Stufe 3 bedeutet, dass das Redehonorar mindestens 7000 Euro betrug. In der Vergangenheit wurde der Marktwert Steinbrücks von Branchenkennern allerdings deutlich höher taxiert – auf bis zu 20 000 Euro.

Was genau Steinbrück jeweils kassiert hat, bleibt allerdings weiter im Dunkeln. Weil er nicht jeden Auftraggeber einzeln um Erlaubnis fragen könne, will Steinbrück in zwei bis drei Wochen nur "das durchschnittliche Honorar der bezahlten Vorträge vor und nach Steuern in den Jahren 2009 bis 2012 veröffentlichen.“

von: Dirk Liedtke

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Foto: AFP PHOTO / ODD ANDERSEN

4 Kommentare für 'Steinbrücks wahre Auftraggeber'

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  1. Regierungs4tel meinte am 05.10.2012 um 15:56

    Steinbrück braucht in Wahrheit keine Erlaubnis, seine Honorare offen zu legen. Wer einem Bundesminister a.D. und Abgeordneten ein Entgelt zukommen lässt, kann schlechterdings kein Stillschweigen über das Honorar verlangen. Steinbrücks Einlassung erinnert an Helmut Kohls Schwarzgeld-Argumentation.

  2. Reini meinte am 05.10.2012 um 21:36

    Mit diesem Mann zeigt die spd erneut, wie sehr sie sich in den Händen des Seeheimer Kreises befindet! Dieser Mann ist anscheinend noch schlimmer als merz von der cdu und der ist schon schlimm genug! Warum denkt ihr begrüßen die Banken die Kandidatur Steinbrücks? Er hat ihnen 2008 unsere Steuergelder in den Hintern geschoben und dafür lieben sie ihn!

    Betrüger bekamen unser Geld um ihre Betrügereien zu begleichen!
    Warum denkt ihr bekommt Steinbrück 100 000ende Euros für unsinnige Vorträge? Dies ist die Dankbarkeit der „Notleidenden Banken“!
    Sie honorieren die Ergebenheit von merkel und Steinbrück, ihre Treue zur Wirtschaft und Finanzindustrie!

    Steinbrück sollte aus der spd austreten und sein Geld mit Vorträgen verdienen. Unter dem Motto…Wie ich die Banken rettete und das Volk verarmte!

  3. Gorm Jordan meinte am 06.10.2012 um 13:35

    Ich kenne eine Menge dumme menschen. Es findet sich aber immer wieder Jemand, der den Highscore knackt. Mehr fällt mir leider zu einigen Kommentaren, Steinbrück betreffend, nicht ein

  4. Petra meinte am 07.10.2012 um 06:04

    Nun Steinbrück ist schon in der Defensive, bevor er überhaupt gegen seinen eigentlichen Gegner, die CDU kämpfen kann. Das ist wirklich keine gute Ausgangslage. Das kostet Kraft und bringt ihn von dem eigentlich Ziel ab.

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