Im Kampf gegen Infektionskrankheiten greifen Ärzte im Saarland besonders oft zu Antibiotika. In den neuen Bundesländern sind sie zu recht vorsichtiger. Eine statistische Spurensuche nach den Ursachen. (weiterlesen …)
Für den Fleischreport im aktuellen Stern recherchierten Journalisten des stern bei Agrarlobbyisten und Politikern, Schweinezüchtern und Veterinären. Schockierende Ställe bekamen sie nicht zu Gesicht - welche katastrophalen Zustände in der deutschen Massentierhaltung allerdings möglich sind, das zeigen die Aufnahmen der Tierschutzorganisation PETA. Die Aktivisten dringen nachts in Mastbetriebe ein und filmen heimlich.
Die drastischen Methoden von PETA sind umstritten - ihre Bilder schonungslos. Doch Journalisten, die über Massentierhaltung und Tiertransporte berichten wollen, sind oft auf diese Aufnahmen angewiesen.
Kameramann und Fotoreporter Stefan Bröckling ist seit 17 Jahren Tierschutzaktivist, seit 2008 arbeitet er für PETA. Mehr als 100 Ställe in ganz Deutschland hat er schon von innen gesehen, immer ausgestattet mit Nachtsichtgerät, Infrarot- und Wärmebildkamera. Obwohl er behauptet, nur durch offene Türen zu gehen, begeht er dabei jedes Mal Hausfriedensbruch. Verurteilt wurde er noch nie – von den Tierhaltern überrascht schon.
Er erzählt uns, wie er arbeitet und was ihn antreibt.
Von Lena Kampf
In der oft hitzigen Debatte um Antibiotika im Stall findet sich immerhin ein Konsens: Antibiotika nur dann, wenn es zu therapeutischen Zwecken unbedingt notwendig ist. Dass die Realität heute anders aussieht, legen Studien aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen nahe. Demnach werden die meisten Hühner, Schweine und Puten in der Mast mit Antibiotika behandelt, zum Teil mit zehn und mehr Wirkstoffen. Einige Hühner bekommen bis zu 26 Tage ihres kurzen, oft nicht mehr als 32 Tage umfassenden Daseins Antibiotika verabreicht. So werden Infektionen im Stall unterdrückt, aber auch Resistenzen hervorgerufen, die lebensgefährlich sein können. Wir sollten dringend etwas tun, aber was genau?
