Das Team Investigative Recherche

Von links: Christina Elmer, Andreas Mönnich, Oliver Schröm (Ltg.), Uli Rauss, Nina Plonka, Dirk Liedtke, Johannes Gunst
Das Team um den ausgewiesenen Enthüllungs-Journalisten Oliver Schröm besteht aus Recherchespezialisten, von Aktenbeschaffern über Factchecker bis Datenjournalisten.
Seit der Gründung im Juni 2010 hat das Team Investigative Recherche für eine Reihe von teils international beachteten Scoops gesorgt: Sie veröffentlichten das weltweit einzige Interview mit dem untergetauchten Liechtensteiner Datendieb Heinrich Kieber, sie deckten auf, wie Männer aus Deutschland Krieger für den Dschihad rekrutieren und sie ließ einen asiatischen Mafiaring auffliegen, der weltweit Fußball-Länderspielen manipuliert hatte.
Die Reporter des Team Investigative Recherche sprechen Englisch, Spanisch, Portugiesisch und Französisch.
Die Journalisten und ihre Spezialgebiete
Oliver Schröm (Leiter) Politik, Extremismus, Geheimdienste
Andreas Mönnich (Stellvertretender Leiter) Sport, Wirtschaft
Christina Elmer (Datenjournalistin) Wissenschaft, Gesundheit
Johannes Gunst (Rechercheur) Innere Sicherheit, Terrorismus
Dirk Liedtke (Online-Rechercheur) Gesellschaft, Datenschutz
Nina Plonka (Online-Rechercheurin) Sport, Gesellschaft, Kultur
Uli Rauss (Reporter) Internationale Politik, Militär, Terrorismus
Oliver Schröm, geboren 1964, ist der Gründer und Leiter des Teams Investigative Recherche beim STERN, wo er für eine neuartige Vernetzung von Recherchemethodik und Fachwissen sorgt.
Im Sommer 2010 gelang es ihm, den international gesuchten Liechtensteiner Heinrich Kieber zu interviewen, der gestohlene Bankdaten über Steuersünder an den Bundesnachrichtendienst verkauft hatte – nur eine von zahlreichen Enthüllungen in Schröms journalistischer Karriere.
Als Volontär bei der Heidenheimer Zeitung spürte er 1990 einen nach einem Firmenbankrott von Interpol gesuchten Unternehmer in Mexico-City auf, 1995 legte er zusammen mit einer Kollegin die Nazi-Connections von Jörg Haider offen und verhinderte dessen Vize-Kanzlerschaft, 2000 sorgte sein Buch über den CDU-Spendensumpf für einen Untersuchungsausschuss, 2002 publizierte er ein Standardwerk über den Terroristen Carlos, 2003 enthüllte er tödliche Fehler der Sicherheitsbehörden vor 9/11.
Beim STERN ist Schröm seit 2007, wo er in einer Artikelserie mit Uli Rauss Verstrickungen deutscher Politiker und Sicherheitsbehörden im Fall des Guantánamo-Gefangenen Murat Kurnaz und in Amerikas „Krieg gegen den Terror“ aufdeckte.
Schröm ist Autor und Co-Autor von sieben Büchern, die in mehrere Sprachen übersetzt wurden. Er erhielt mehrere Preise und Nominierungen, u.a. den Axel-Springer-Preis für das Zeit-Dossier „Lebenslänglich Bundesbürger“ über die politische Elite der ehemaligen DDR. Im November 2011 wurde er zum 1. Vorsitzenden der Journalistenvereins „Netzwerk Recherche“ gewählt, der sich für den in Deutschland lange vernachlässigten investigativen Journalismus stark macht.
E-Mail an Oliver Schröm
Eine Auswahl seiner Projekte:
CIA - Die tödlichen Fehler des US-Geheimdienstes
Das Versagen der CIA - Was die deutschen Geheimdienste wussten
Außer Kontrolle - Dubiose Deals deutscher Geheimdienste mit dem syrischen Regime
Tatort Kanzleramt - Wie deutsche Behörden das Schicksal von Murat Kurnaz besiegelten
Deckname David - Interview mit dem Datendieb Heinrich Kieber
Andreas Mönnich, geboren 1962, ist stellvertretender Leiter des Team Investigative Recherche des STERN. Er profitiert beim Auswerten und Decodieren von Dokumenten von seiner langjährigen Erfahrung als Fact-Checker in der STERN-Dokumentation. Zu seiner Arbeit zählt auch das Strukturieren von Informationen, etwa in Recherche- und Dokumentendatenbanken.
Mönnich hat in Hamburg Spanisch, BWL und Portugiesisch studiert (Magisterarbeit über Rezeptionstheorien bei Literatur in Diktaturen). Seit 1994 ist er beim STERN, wo er zuletzt an Enthüllungen über die UEFA, Terror-Gefährder und internationale Wettmanipulation im Fußball mitgearbeitet hat. Die Artikel "2 Länderspiele + 7 Elfmeter = Millionen für die Mafia" und "Das Syndikat" schafften es auf die Shortlist des Henri Nannen Preises 2012.
E-Mail an Andreas Mönnich
Eine Auswahl seiner Projekte:
Der UEFA-Skandal - Kampf gegen die Wettmafia
Der UEFA-Skandal - Eine sichere Quelle
Das Spiel ist aus - Interview mit dem St. Pauli Stürmer René Schnitzler
Im Reich der Schattenmänner
Was planen diese Männer?
Christina Elmer, geboren 1983, ist Datenjournalistin und Spezialistin für Recherchen im Deep Web, also in schwer zugänglichen Internet-Foren, Chatrooms und Datenbanken. Für den STERN durchwühlte sie Nazi-Hacks, Wikileaks-Datenberge und Dokumente des Party-Veranstalters Manfred Schmidt.
Bis 2011 arbeitete sie als Recherche-Trainerin und Redakteurin für Infografiken bei der Deutschen Presse-Agentur (dpa), wo sie zuvor „dpa-RegioData“ mit aufgebaut hatte, Deutschlands erste Redaktion für Datenjournalismus und Computer Assisted Reporting.
Ihr Berufsweg zuvor: Volontariat beim Westdeutschen Rundfunk (WDR), Studium der Journalistik und Biologie an der TU Dortmund, Freie Autorin für Wissenschaftsthemen.
Elmers Dokumentation “Deutsche Eiche – krankes Kind” in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung wurde 2007 ausgezeichnet.
Christina Elmer auf Twitter: twitter.com/chelm
E-Mail an Christina Elmer
Eine Auswahl ihrer Projekte:
Olympia-Medaillen im Mixer: Wie man Deutschland nach oben rechnet
Steuer-Krieg: Schweizer Whistleblower beliefert deutsche Behörden
Die NPD im braunen Gemenge
Party-Veranstalter Schmidt - Klaus Wowereit in der "Residenz"
Wikileaks-Enthüllungen zu Murat Kurnaz - SPD-Politiker in Erklärungsnot
Johannes Gunst, geboren 1984, ist Experte für Sicherheitsbehörden und Sicherheitsthemen. Seine Spannbreite reicht von Terrorismus über Beschaffungsstrukturen für Nuklearwaffen bis zu Operationen staatlicher Nachrichtendienste. Ein Ziel dabei ist, Motive, Organisation und Ressourcen islamistischer Gefährder-Netzwerke transparenter zu machen.
Nach dem Abitur in Hamburg hat Gunst in Münster Kommunikationswissenschaft, Psychologie und Soziologie studiert. Anfang 2008 wurde er Freier Mitarbeiter des STERN, seit Sommer 2010 ist er Mitglied des Investigativ-Ressorts.
Mit der Geschichte "Der Iran kann in einem halben Jahr die Atombombe zünden" kam er 2010 auf die Shortlist des Henri Nannen Preises.
E-Mail an Johannes Gunst
Eine Auswahl seiner Projekte:
Mir Ali - Die Wiege des Terrors
Wo, bitte, geht's hier zum Heiligen Krieg?
Deutschland im Visier
Ex-KGB-Agent und Ehefrau bluffen Geheimdienste
Dirk Liedtke, geboren 1964, ist beim STERN seit Jahren Fachmann für die Themengebiete Digitales, mobile Kommunikation und Internet. Er arbeitet seit 2010 im Team Investigative Recherche.
Konzerne wie Facebook oder Google, über das er STERN-Titel schrieb, behält Liedtke fest im Blick. Recherche-Resultate aus dem offenen Netz und dem verwinkelten Dark Web findet er dann besonders spannend, wenn sie zu Begegnungen mit den Akteuren führen.
Er hat Soziologie studiert, für Lokalzeitungen in Deutschland und den USA sowie fürs Regionalfernsehen gearbeitet und ein Zeitschriftenvolontariat absolviert. Danach schrieb er für TV TODAY über Medien und für ONLINE TODAY über das Web.
2012 schafften es zwei Geschichten über die Geschäftsmodelle der Fußballwettmafia auf die Shortlist des Henri Nannen Preises: "2 Länderspiele + 7 Elfmeter = Millionen für die Mafia" und "Das Syndikat".
Dirk Liedtke auf Twitter: twitter.com/dirkliedtke
E-Mail an Dirk Liedtke
Eine Auswahl seiner Projekte:
Im Reich der Schattenmänner
Google sieht dich an
Was planen diese Männer?
Verteidiger beklagen "unfaires Verfahren" - Zschäpe-Anwälte im Interview
Nina Plonka, geboren 1981, hat sich auf Onlinerecherche und Aktenauswertung spezialisiert und ist seit der Gründung des Teams Investigative Recherche für den STERN im Einsatz.
Sie befasst sich mit Wettmanipulationen beim Fußball, dem europäischen Fußballverband UEFA, mit internationaler Steuerhinterziehung oder Kunstfälschung im großen Stil.
Plonka schloss 2010 ein Rundfunk- und Online-Volontariat bei der Deutschen Welle ab. Zuvor hatte sie in Gelsenkirchen und Wales Kommunikation und in Australien Journalismus studiert.
Während ihrer Ausbildung hospitierte sie bei „ProPublica“ in New York, in der weltweit ersten Non-Profit-Redaktion für Investigativen Journalimus.
Vom australischen Verband für die Ausbildung von Journalisten wurde sie für ihre Reportage über Menschen, die mit Angststörungen leben, ausgezeichnet.
Die Artikel über die Machenschaften der internationalen Fußballwettmafia "2 Länderspiele + 7 Elfmeter = Millionen für die Mafia" und "Das Syndikat" landeten auf der Shortlist des Henri Nannen Preises 2012.
E-Mail an Nina Plonka
Eine Auswahl ihrer Projekte:
Beate Zschäpe - die letzten Tage in Freiheit
Deckname David - Interview mit dem Steuer-Datendieb Heinrich Kieber
Die Anstifter des Gotteskrieger - Wo, bitte, geht's hier zum Heiligen Krieg?
Uli Rauss, geboren 1962, bearbeitet vor allem die Bereiche Militär, internationaler Terrorismus, Nachrichtendienste.
Er war federführend beteiligt an exklusiven STERN-Berichten über Guantánamo, die Bundeswehr-Bomben in Kundus, das Kommando Spezialkräfte der Bundeswehr und die geheime Kollaboration deutscher Dienste mit der CIA nach dem 11.September. Rauss ist auf Aktenauswertung spezialisiert.
Als Absolvent der Henri-Nannen-Journalistenschule wurde er nach der Wende 1990 Reporter beim Extra-Magazin in Berlin. Er wechselte 1992 zum Auslandsressort des STERN, für das er, teils embedded beim US-Militär, aus Kriegs- und Krisengebieten berichtete: Afghanistan, Irak, Ruanda, Zaire, Libyen, Nigeria, Mindanao.
Der Artikel "Das neue Gesicht des Terrors" über den brutalen islamistischen Terroristen Abu Musab al-Zarqawi wurde für den Henri Nannen Preis 2005 nominiert. Weitere drei Artikel landeten auf der Shortlist: "Osamas deutscher General" (2006), "Der Iran kann in einem halben Jahr die Atombombe zünden" (2010) und "Der Geheimkrieg - Wie die NATO in Afghanistan mit geheimen Todeslisten operiert" (2011).
2012 wurde Rauss gemeinsam mit drei Kollegen für eine Reportage über die Ex-Insassen von Guantánamo mit dem Hansel-Mieth-Preis ausgezeichnet.
E-Mail an Uli Rauss
Eine Auswahl seiner Projekte:
"Wenn ich Nein sagte, schlugen sie zu" - Interview mit Murat Kurnaz
Die Bagdad-Protokolle - BND-Agenten lieferten Amerikanern Zielkoordinaten
Die Akte Kundus - Oberst Klein und sein tödlicher Befehl
Fotos: Arne Weychardt



