Der Abend beginnt beim spanischen Konsul. Unser Freund Raj feiert in dessen Wohnung Geburtstag. Wir stehen gerade erst 10 Minuten in der Küche, als ein glatzköpfiger Stiernacken zu uns stößt und sich ein Glas Wein einschenkt. Kurz danach ext er das Glas und genehmigt sich noch einen Wodka hinterher. Ein Kliesche Russe, denke ich kurz, komme aber zum Schluss, das ihm wahrscheinlich genauso langweilig ist wie mir und er sich locker machen muss, denn die Diplomaten und deren Freunde um uns herum sind nicht gerade Partytiger.
In der Küche treffe ich auch Arina. Die sieht aus wie Liz Hurley, nur dass sie zwanzig Jahre jünger ist. Sie ist in Begleitung eines Nerds, was sie aber nicht davon abhält, wie ein Weltmeister mit mir zu flirten. Arina ist das einzige coole Mädchen hier und ich frage mich, was sie mit dem Nerd macht? Egal, ich habe eh nur noch wenig Zeit. Es ist fast Mitternacht und um halb Eins muss ich im Pacha Klub sein, um ein amerikanisches Fernsehteam herumzuführen. Als ich mich verabschiede, hat sie diesen Blick. Willst du mich nicht nach meiner Nummer fragen? Nein, will ich nicht. Arina ist Freundinnen Material und im Moment mache ich eine 180 Grad Wendung und laufe davon, wenn ich Freundinnen Material treffe. Ich will allein sein. Ich will frei sein. Die Nacht hat sicher noch viel zu bieten. Wie so viele andere Nächte. Eine Freundin stört im Moment nur.
Am Pacha angekommen drücke ich mich an einer Schlange von Reichen und Schönen vorbei und begrüße die Türsteher. Der Klub ist voll und genau die richtige Kulisse für mein amerikanisches Fernseh-Team. Sie filmen für’s Frühstücksfernsehen von ABC. Gestern haben sie in St.Petersburg Präsident Medvedev interviewt und heute wollen sie noch ein paar Eindrücke vom Moskauer Nachtleben einfangen. Außerdem hat sich Viktor angekündigt. Der ist der Freund meines Mitbewohners Katsche. Ein junger aufstrebender Geschäftsmann und ein potenzieller Sponsor des Klubs. Seit sechs Wochen arbeite ich nun als Berater des Klubs. Ich soll mich um Marketing und PR kümmern, aber nebenher auch am neuen Konzept des Klubs feilen. Es ist ein schöner und willkommener Nebenjob. Werbung und Marketing einmal anders angewendet.
Gegen Vier bin ich endlich fertig und gönne mir am Tisch von Viktor einen Longdrink. Kurz darauf muss ich einen Wodka mit ihm und seinen Bekannten kippen. Dann flüchte ich vor der nächsten Runde, laufe aber geradewegs in die Arme von Roman und Andreas, welche mich auf einen Tequila nötigen. Danach ziehe ich meine letzte Runde durch den Klub und mach mich mit Katsche und unserem neuen Mitbewohner Patrick auf den Weg ins Solyanka. Der Laden war früher mein Wohnzimmer, aber heute schaffe ich es nur noch selten hier her.
Im Solyanka treffe ich einen alten Bekannten, ich nenne ihn «Sergay», mit seinen schwulen Freunden. Es gibt kaum einen einfacheren Weg in die Unterwäsche eines Mädels, als mit einer Horde verrückter Schwuler abzuhängen. Prompt bin ich im Gespräch mit Nastya und Jana, zwei Endzwanzigern, die vom Style so gar nicht in Moskaus coolsten Klub passen. Sie wären wohl im Pacha oder einem anderen Nobelklub besser aufgehoben. Designerkleid, viel zu kurz und dazu die obligatorischen High-Heel-Fick-Mich-Stiefel. Viel zu vulgär für’s Solyanka, aber ganz der Style einer Frau für eine Nacht und mir gerade sehr willkommen.
Ich schmeiß noch eine Runde Drinks. Langsam wird es auch im Solyanka leer. Gehen wir zur Afterparty zu mir nach Hause oder hören wir noch ein bisschen Minimal im Paparazzi?, frage ich die Mädels. Zu dir nach Hause, sagt Jana mit einem Grinsen und imponiert mir schon jetzt. Katsche organisiert uns ein Taxi. Zuhause angekommen will der Fahrer plötzlich das 3-Fache des verhandelten Preises, was die Mädels ziemlich wütend macht. Es kommt zu einem lautstarken Streit vor meinem Haus und die Mädels werden mit dem Fahrer handgreiflich. Wir Deutschen stehen nur fassungslos daneben. Der Fahrer geht zurück zum Wagen und kramt in der Tür. Ich weiß, dass das kein gutes Zeichen ist und ich bitte Katsche die Mädels ins Haus zu bringen. Kurz darauf kommt der Fahrer mit einer langen Stabtaschenlampe wieder. Gut, damit werde ich fertig, denke ich, als sich die Tür hinter mir abermals öffnet und Jana auf den Fahrer losgeht. Ich drücke sie zurück ins Haus, als ich es hinter mir zischen höre. Verdammt. Die Stabtaschenlampe ist ein Taser und aus dem hinteren Ende der Lampe züngeln elektrische Blitze. Der Fahrer greift nach meinem Arm, doch ich gebe ihm einen Schlag gegen den Brustkorb, als er versucht mich mit dem Taser zu berühren. Danach komme ich frei und flüchte ins Haus. Ich schaffe es gerade noch die Tür zuzuziehen und im Spalt sehe ich die Blitze des Tasers. Hände weg von der Metalltüre, denke ich und bin heilfroh, dass wir jetzt endlich zum angenehmen Teil des Abends übergehen können.
Die Mädels trinken wie Männer. Nach und nach vernichten sie eine Flasche Wein, eine Flasche Champagner und eine halbe Flasche Rum. Irgendwann fragt Jana nach Geld. Wie viel brauchst du, frage ich? Zweitausend, antwortet sie bestimmt. Es ist in Russland üblich, den Mädels das Taxi nach Hause zu zahlen. Zweitausend sind ein bisschen viel, umgerechnet 70 EUR, aber OK. Wir haben Spaß und wir wollen noch mehr haben. Hast du mal Tausend, frage ich Katsche? Der geht in sein Zimmer und bringt einen Schein mit. Danach schiebe ich den Mädels 2000 Rubel hinüber, doch die sehen uns nur fassungslos an. Nach einer Minute Schweigen, sagt Jana: Dollar! Wenn ihr mit uns schlafen wollt, dann kostet das 1000 Dollar. Pro Person, schiebt sie hinterher. Nein, sicher nicht, entgegne ich. Ich bin doch kein fetter versoffener Russen Millionär. Wenn hier jemand zahlen muss, dann ihr. Katsche hat genug und zieht sich in sein Zimmer zurück. Ich trinke weiter mit den Mädels. Vielleicht klopfe ich sie noch weich. Lust haben sie sicher, das merke ich.
Knapp eine halbe Stunde später sind wir fast soweit. Jana knutscht mit mir, während Nastya breitbeinig auf der Couch gegenüber sitzt und mir ihr Höschen zeigt. Ich denke schon an einen flotten Dreier, als Katsche plötzlich wieder in der Tür steht. Er ist aus irgendeinem Grund sauer und hat zwei große Messer in den Händen. Los!, befiehlt er. Schmeiß die Nutten raus. Die wollen uns nur beklauen. Nein, schlimmer noch, die wollen unsere Nieren! Die Sache mit den Nieren ist im Moment Tagesgespräch in Moskau. Man hört die Geschichte oft und immer ist ein Freund eines Freundes nach einer durchzechten Nacht mit einer Niere weniger aufgewacht. Schmeiß sie raus!, schreit Katsche und die Mädels sind sichtbar verstört. Ich steh auf und nehme Katsche die Messer weg. Danach setze ich ihn auf die Couch neben Nastya und versuche ihn zu beruhigen. Es ist alles OK, sage ich. Keiner will deine Nieren. Die Mädels wollen mittlerweile nicht mal mehr Geld. Katsche grinst zufrieden und schenkt sich einen Drink ein, während ich die Messer zurück in die Küche bringe.
Es dauert noch mal eine halbe Stunde, bis Jana in mein Zimmer geht und sich auf mein Bett legt. Sie ist blond, hat lange Beine, einen Traumpopo und Silikonlippen. Doch irgendwie ist es nicht mein Tag, denn plötzlich beginnt Jana zu weinen wie ein Schlosshund. Es bleibt mir nichts anderes übrig, als sie in den Arm zu nehmen und zu trösten. Draußen ist es schon lange hell und ich frage mich, wann ich endlich zum Schlafen komme. Für Sex bin ich nun eh viel zu müde. Es ist schon 11 Uhr Vormittags, mein letztes Red Bull hatte ich vor fünf Stunden und sonst nehme ich keine aufputschenden Drogen. Jana beruhigt sich wieder und ihre Stimmung schlägt um. Nun will sie Sex! Na ja, warum nicht. Ok, dann probieren wir’s halt mal.
Es ist gegen 14 Uhr, als ich auf’s Klo gehe. Katsche liegt nackig im Wohnzimmer neben Nastya auf der Couch. Daneben ein paar benutzte Kondome. Ich schau kurz nach seinen Nieren und lege mich zurück zu Jana ins Bett. Endlich schlafen, denke ich, als Jana plötzlich aufspringt, sich anzieht und ihre Sachen packt. Ich folge ihr schlaftrunken ins Wohnzimmer und mache mir noch einen Drink, während sie darauf wartet dass Nastya sich anzieht. 400 Euro!, fordert Jana plötzlich. Was? Ich will 400 Euro für den Fick und Nastya bekommt auch noch mal 400 von deinem Freund. Hm, das meinst du jetzt nicht im Ernst, oder? Doch todernst, antwortet sie nüchtern. Soviel habe ich nicht zuhause, meine ich und es kommt zum Streit. Nastya sitzt auf der Couch und schaut ungläubig. Ich versuche herauszufinden, ob sie Jana nicht versteht, oder mich.
Als Jana sich meinen Laptop schnappt und meint, das wäre nun ihrer, eskaliert die Geschichte und ich beschließe die Mädels vor die Türe zu setzen. Jana flucht und droht mir mit Geheimdienst und Polizei Kontakten. Mach nur, antworte ich ruhig. Ich habe dort bessere Kontakte, als du und um mein Argument zu bekräftigen, lege ich noch den Namen des Polizeichefs hinterher und meine, dass wir befreundet sind. Ich kenne den Mann nicht, habe aber kürzlich seinen Namen von einem Bekannten gehört und sollte ihn treffen. Der Bluff scheint aufzugehen. Plötzlich ist Jana zahm wie ein Lamm. Sie hätte das alles nicht ernst gemeint und Spaß gemacht. Ja ja, na klar, sage ich, drücke ihnen die 70 EUR für’s Taxi in die Hand und bitte sie höflich zu gehen. Gegen 15 Uhr falle ich endlich todmüde ins Bett. Was für eine Nacht. Bizarrer Großstadtjungel.
Du merkst es, wenn du ihn findest, deinen Lieblingsort. Den Platz an welchen du dich zurückziehen kannst. Wo man Ruhe findet und nachdenken kann. Egal warum, das muss schon mal sein. Manchmal ist es der Stress im Job, dann hast du Ärger mit der Freundin oder du hast einfach wieder zu viel vom Leben. Kurz eine Auszeit nehmen. Abstand nehmen und die Angelegenheit von fern betrachten. Deswegen müssen meine Lieblingsorte auch immer eine gute Aussicht haben.
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Facebook ist eine wunderbare Sache. draußen scheint die Sonne und ich sollte den Tag genießen, doch es ist bitterkalt. Also bleib ich lieber zuhause. Ich zieh mir die Bettdecke bis zum Hals und stöbere durch meine weiblichen Facebook Kontakte. Ich sehe mir ihre Fotos an. Ah, hübsche Beine. Dort ein zu enges Kleid und pralle Brüste. Die eine zeigt sich von ihrer sportlichen Seite. Die andere macht einen auf Elegant. Dann gibt’s auch noch die Flittchen. Doch es sind die Unscheinbaren, die Unauffälligen, die mich immer wieder überraschen und mit welchen ich die ganz besonders schönen Geschichten erlebe. (weiterlesen …)
Das ist Olga, meint meine Bekannte Mascha und sie hat dieses spezielle Grinsen. Seit ich vor ein paar Monaten mit meiner Freundin Schluss gemacht habe, werden mir ständig irgendwelche Mädels vorgestellt. Olga ist schlank, hat ein modisches Kleid an und ist eigentlich ganz hübsch. Ich bin noch ein bisschen schüchtern. Sorry, ich komme später wieder. Ich bin jetzt mit meinem DJ Set dran, meine ich und gehe. Olga und Mascha schauen mir hinterher.
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Ich habe jetzt einen Freund, sagt Natascha. Ach ja? Wirklich? Schade
eigentlich. Wir sitzen am Tisch in einer dunklen Ecke. Natascha
arbeitet manchmal hier, in einem der ältesten Klubs Moskaus. Wir hatten
im Sommer ein kleines Tête-à-tête und uns dann aus den Augen verloren.
Letzte Woche habe ich sie unter dem Vorwand einer Projektbesprechung
gebeten mich zu treffen. (weiterlesen …)
Sommer, Sonne, Mittelmeer. Unterwegs zur blauen Grotte auf einem Canotto. Mit dabei: Mary Claire (meine Ex), Raffaele (ihr Ex) und zwei persische Prinzessinnen aus Long Island. (weiterlesen …)
Donnerstag Abend in Moskau. Ein tanzender Jamaicaner, eine heiße Bankerin und Gangbang über den Wolken…
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Samstagmorgen. Ein Mädchen wacht auf und findet sich im Krankenhaus
wieder. Ein anderes sitzt weinend auf der Couch. Ihr Verlobter hat
einen dicken Kopf, kann sich noch wage erinnern, dass er Mist gebaut
hat, und fühlt sich schlecht. Zwei Eltern machen sich Sorgen, weil ihre
Tochter diesen Morgen nicht nachhause gekommen ist. Kurz danach
klingelt die Polizei an der Türe. Sie hat schlechte Nachrichten. (weiterlesen …)
Ich sitze zuhause am Rechner, als Anika mich auf Skype anfunkt. Du,
sagt sie begeistert, deine Freunde sind echt Klasse. Ich glaube ich
habe mich verliebt!
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Berlin im Herbst 2008. Ich komme gerade aus Moskau. Mein Freund Micha holt mich vom Flughafen ab. Die nächsten Tage schlafe ich bei ihm in der Yuppie WG. Na, Herr Helmbrecht? Willkommen in Berlin!, begrüsst er mich. Es ist schön, überall Freunde zu haben und nicht im Hotel schlafen zu müssen. Was gibt‘s Neues?, frage ich. Wir haben eine neue Mitbewohnerin in unserer WG, sagt Micha begeistert. Die wird dir gefallen. Meinst du? Ja, die ist voll dein Fall. Ein Frau mit Klasse. (weiterlesen …)




