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Extreme-Couch-Hopper

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Interviews im Dutzend – Stäbler fragt Hopkins
Veröffentlicht in Allgemein,Lifestyle & Reise von Daniel Hopkins am 04.05.2012 um 10:26 Uhr

Vor wenigen Tagen berichtete ich an dieser Stelle von Patrik Stäbler, der sich quer durch die Republik isst. Nun hat er in seinem Blog über mich und meine Couchhopping-Tour berichtet. Und wie ich finde, in einer äußerst unterhaltsamen Art! Zwölf Fragen hat er mir dazu gestellt. Auf die ich (natürlich) alle eine Antwort hatte. Welche Geschichte “mit dem Hund” Patrik in seinen Ausführungen meinte, das wird irgendwann dann in meinem Buch veröffentlicht.

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Des Couchsurfers Stopsel
Veröffentlicht in Allgemein,Lifestyle & Reise von Daniel Hopkins am 01.05.2012 um 15:12 Uhr

Seit langer Zeit habe ich mal wieder einen Couchsurfer bei mir aufgenommen. Und dieser Gast hatte es in sich. Denn er befindet sich gerade auf einer ganz besonderen Mission, von der ich hier berichten möchte. (weiterlesen …)

Die Sache mit dem Taxifahrer
Veröffentlicht in Allgemein,Lifestyle & Reise von Daniel Hopkins am 29.04.2012 um 05:16 Uhr

Es gibt Dinge, die haben so gar nichts mit dem Couchsurfing zu tun, und trotzdem habe ich das Bedürfnis sie hier in diesem Blog zu veröffentlichen. Mein Faible, Zufällen praktisch in die Hände zu fallen, hat sich ja bereits auf meiner Reise auf die Couchen dieser Welt immer wieder bemerkbar gemacht. Heute Nacht hat er mich wieder erwischt: der Zufall. (weiterlesen …)

Die Fußball-Couchidee für einen guten Zweck
Veröffentlicht in Allgemein,Lifestyle & Reise,Sport & Motor von Daniel Hopkins am 26.04.2012 um 17:26 Uhr

Und wieder habe ich eine neue Couchsurfing-Idee. Dieses Mal bitte ich jedoch um Euer Feedback, bevor ich mit der Idee bei den Vereinen unserer Fußballbundesliga vorstellig werde. Kurz: Ich möchte zugunsten eines Guten Zwecks mit der Couch auf die heiligen Rasen von BVB, FCB & Co. Was haltet Ihr davon und habt Ihr vielleicht sogar noch Vorschläge, wie man das Vorhaben anfüttern könnte?

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Des Couchsurfers ärgste Feindin
Veröffentlicht in Allgemein,Lifestyle & Reise von Daniel Hopkins am 29.03.2012 um 09:30 Uhr

Es ist wieder viel Zeit ins Land gezogen. Mein letzter Beitrag ist eine Weile her. Und das hatte einen Grund. Ich bin des Couchsurfers ärgsten Feindin begegnet: (weiterlesen …)

Die Nacht der guten Vorsätze?!
Veröffentlicht in Allgemein,Lifestyle & Reise von Daniel Hopkins am 31.12.2011 um 20:45 Uhr

Dieses Mal fällt es mir besonders schwer auf das vergangene Jahr zurück zu blicken. Gibt es doch so viele Dinge, die unerledigt geblieben sind. All die Vorsätze, die ich vor genau 365 Tagen gemacht habe, sind – bis auf wenige Ausnahmen – verpufft im Nichts. Damit ich nicht Gefahr laufe, dass meine Aussagen zu guten Vorsätzen auch in diesem Jahr unbeachtet bleiben, habe ich mich entschieden, mir an dieser Stelle einiges von der Seele zu reden.

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Fleißige Freunde aus Vietnam
Veröffentlicht in Allgemein,Lifestyle & Reise von Daniel Hopkins am 13.12.2011 um 09:15 Uhr

Nguyen-Trong Quan (genannt Quan) kam November 1991 zu uns ins Land. Seine Heimatstadt ist Thai Binh in Vietnam. „Das einzige was ich damals auf Deutsch sagen konnte war ,Guten Tag´ – mehr nicht“, erinnert sich der heute 43-jährige Familienvater. Er sei damals als Gastarbeiter in der Tschechoslowakei gewesen und schließlich nach Deutschland gekommen. Auf der Suche nach neuer Arbeit.

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Zwischen Heimweh und Fernsucht
Veröffentlicht in Allgemein,Lifestyle & Reise von Daniel Hopkins am 07.12.2011 um 09:15 Uhr

Eigentlich kam Cristina vor sechs Jahren nur nach Deutschland, um der Hochzeit ihrer Schwester beizuwohnen. Doch sie verliebte sich bei der Gelegenheit unsterblich in ihren heutigen Mann und blieb – bis heute.

An den ersten Tag in Deutschland  kann sich die 41-Jährige noch sehr gut erinnern. “Es war ein Sommertag. Wir hatten 30 Grad und sind auf ein Weinfest gegangen. Das war das erste Mal, dass ich ein solches Fest hier besucht habe”, sagt sie. Neben Wein böte unser Land noch viel mehr Annehmlichkeiten. “Deutschland ist so schön”, betont Cristina. Sie führe mit ihrer Tochter ein sehr viel besseres Leben als in Brasilien. Angefangen bei den Arbeitsbedingungen und den Verdienstmöglichkeiten. “Hier verdiene ich mehr Geld”, sagt Cristina. Sie arbeitet bei der Firma Dennerle in Vinningen. Europas größter Anbieter für Wasserpflanzen und namhafter Hersteller für weitere Aquaristik- und Teichprodukte.

Dazu muss gesagt werden, dass wir den Kontakt zu Cristina auch über Dennerle herstellen konnten. Daniel (also ich) betreut das Unternehmen als PR Manager. Darüber hinaus hat Dennerle sich entschieden, sich als Unterstützer bei unserem Projekt einzubringen. So konnten wir etwa einige Nano Cubes für einen Guten Zweck versteigern (die Aktion brachte einen Erlös von knapp 450 Euro). – Dies sei an dieser Stelle nur erwähnt, damit nicht gleich der Verdacht “versteckter Werbung” aufkommt. Ich mache hier also ganz offen “Werbung” für das Unternehmen, weil es uns bei dem Projekt sehr unterstützt hat. ;-)

Zurück zu Cristina. Ein weiterer Faktor, der für Deutschland und gegen ihre Heimat Belo Horizonte in Brasilien spricht ist, dass “mein Kind hier in Sicherheit spielen kann”, sagt sie. In ihrem Heimatland sei die Kriminalitätsrate noch immer erschreckend. Die Gefahr, dass dem Nachwuchs beim Spielen etwas geschehe entsprechend hoch. Darüber hinaus lobt Cristina das deutsche Bildungssystem (Hört! Hört!). “In Brasilien sind die staatlichen Schulen leider nicht so gut wie die Privatschulen. Und die wiederum müssen teuer bezahlt werden. Nur die wenigsten Menschen können sich das leisten. Hier in Deutschland ist das System wesentlich besser. Die Schulen hier sind seeeehr gut”, betont sie. Die Kinder bekämen hier vieles gestellt, was in Südamerika extra bezahlt werden müsse. Schwimmunterricht. Ärztliche Kontrollen. Lehrmittel. “Ich liebe Deutschland von Beginn an”, sagt sie.

Für ihre mittlerweile 13 Jahre alte Tochter war der Start in unserem Land nicht so einfach. Als sie als Siebenjährige an die Weinstraße zog, hat sie “große Probleme gehabt”. Sie habe ihre Freunde sehr vermisst, das deutsche Essen habe ihr nicht geschmeckt und die Sprache bereitete ihr auch Probleme. “Heute ist das glücklicherweise anders”, freut sich Cristina. “Meine Tochter hat viele Freunde hier gefunden, isst sehr viel und sehr gerne deutsches Essen und auch die Sprache beherrscht sie sehr gut. Ja, man kann sagen, dass sie sehr gut integriert ist.”

Doch auch “Haxe mit Sauerkraut” kann nicht über die Sehnsucht nach Freunden und Familie in Brasilien hinweg trösten. “Ich habe immer Heimweh nach Brasilien. Aber ich wohne hier. Mein Mann ist Deutscher. Ich muss also noch mindestens ein paar Jahre hier bleiben.” Das heiße aber nicht, dass sie sich in Deutschland nicht wohlfühle. Das habe sie ja schon betont. “Ich habe jetzt zwei Zuhause. Wenn ich in Brasilien bin, vermisse ich Deutschland. Und umgekehrt”, sagt sie. Jedes Land habe seine Vor- und Nachteile. “Ein Besuch bei der Bank ist zum Beispiel hier wesentlich entspannter. Du kannst ganz frei reingehen und Dich beraten lassen. In Brasilien musst Du erst durch eine Sicherheitsschleuse, wirst von bewaffneten Männern beobachtet, ziehst eine Nummer und musst Dich in eine ellenlange Schlange einreihen. Du brauchst dort viel Zeit. Oder auch der Vergleich mit den öffentlichen Bussen ist gut. In meinem Heimatland ist das eine Katastrophe. Immer voll und längst nicht so bequem und komfortabel wie in Deutschland. Außerdem ist dann immer noch die Frage, ob der Bus in Brasilien pünktlich ist und tatsächlich an der Haltestelle anhält, um dich mitzunehmen.”

Fragen, die sich Cristina vielleicht in knapp zehn Jahren wieder täglich stellen muss. Denn sie und ihr Mann haben große Pläne. “Mein Mann geht in neun Jahren in Rente und wir haben uns überlegt, ob wir dann sechs Monate im Jahr in Brasilien und sechs Monate in Deutschland leben”, sagt sie. (Das war übrigens bis vor einem Jahr auch Daniels Plan. Im Monatswechsel wollte er in beiden Ländern leben, um auch der Betreuung seines Sohnes gerecht zu werden. Er hatte während seiner Zeit in Rio de Janeiro aber schnell realisieren müssen, dass er es sich finanziell nicht leisten kann.)

Für längere Zeiträume sollte eine Finanzierung für Cristina und ihren Mann allerdings kein Problem darstellen. Vor allem kann sich Cristina regelmäßig auf das “Fernweh” und der damit verbundenen Rückkehr nach Deutschland freuen: “Denn dann gibt es wieder Haxe mit Sauerkraut”, sagt sie und lacht.

Brasilianisches Blut in der Fußball-Arena
Veröffentlicht in Allgemein,Lifestyle & Reise von Daniel Hopkins am 05.12.2011 um 09:15 Uhr

Die folgende Geschichte kam zustande, weil Marvin Kleinemeier unseren Ausführungen über unser anstehendes Reiseprojekt auf einer spontanen Session beim vergangenen Barcamp in Bielefeld lauschte. Der Mitarbeiter der  Paderborner Gesellschaft für Projektierungs- und Dienstleitungsmanagement (gpdm) betreut das Projekt “arena4you” (das wir in einem gesonderten Beitrag noch genauer beschreiben werden) und vermittelte uns somit den Kontakt zu einem brasilianischen Veranstaltungstechniker in der Commerzbank Arena in Frankfurt. Mehr noch: Marvin empfing uns in Frankfurt und lotste uns durch den Termin. (Danke hierfür noch einmal, Marvin!)

Leider unscharf :-(

Für Jean Pereira war das neue Leben in Deutschland anfangs eine große Umstellung. “Ich bin ein sehr kommunikativer Mensch. Habe Zuhause in Belo Horizonte Theater gespielt und hatte einen sehr großen Freundeskreis”, sagt der Brasilianer. Hier in Deutschland musste er von Null anfangen. “Die ersten zwei Jahre habe ich noch gezweifelt, ob es die richtige Entscheidung gewesen ist.”

Er konnte nicht ein einziges Wort Deutsch und wegen der bürokratischen Verhältnisse durfte er auch noch nicht zur Schule gehen. Das war 2001. Trotz der anfänglichen Schwierigkeiten hat er durchgehalten, ist hier geblieben. Auch seiner Familie zuliebe. Denn seiner Mutter zog es schon ein paar Jahre vorher nach Deutschland. “Sie hat auf meine Cousine aufgepasst, war also Babysitter. Dann hatte sie sich in einen deutschen Mann verliebt und ist hier geblieben.” Er sei dann später nachgekommen. Wir er denn unsere Sprache gelernt habe. “Nun, wie gesagt, ich bin ein sehr kommunikativer Mensch. Ich habe nebenher noch Spanisch und Italienisch gelernt. Insgesamt sind es jetzt fünf Sprachen. Dafür bin ich aber auch total schlecht in Mathe und Physik”, sagt der 25-Jährige. Das sei insbesondere für die Ausbildung zum Fachmann für Veranstaltungstechnik in der Commerzbank Arena eine Herausforderung gewesen. “Wenn man Formeln in die Hand gedrückt bekommt, die man nicht versteht, aber befolgen soll, das ist das Schwierige daran”, sagt er.

Foto: Marvin Kleinemeier

Das Thema leitet uns auch sogleich ein in die Unterschiede zwischen Brasilien und Deutschland. “Die Mentalität unterscheidet sich sehr.” Die Deutschen seien eher zurückhaltend im Wesen. Die Südamerikaner hingegen gastfreundlicher und offener. “Die Deutschen denken außerdem immer an Morgen, also an die Zukunft. Die Brasilianer hingegen denken mehr an das Heute. Was manchmal auch schlecht sein kann, denn die geben ihr Geld auch immer sofort aus und legen es nicht für die Zukunft auf die hohe Kante”, sagt Jean. Letztlich gelte für seine Landsleute aber der Spruch: Arm, aber glücklich! Die Deutsche Mentalität sei aber schließlich die erfolgreichere. Und damit vielleicht auch erstrebenswertere.

Kann er sich noch an seienn ersten Tag in Deutschland erinnern? Jean muss lachen: “Ja, es hat geregnet. Es war eher ein englandmäßiges Wetter.” Doch die veränderten klimatischen Bedingungen – in Brasilien herrschen fast ganzjährig tropische und subtropische Temperaturen – machen ihm nichts aus. “Meine Arbeitskollegen frieren sehr viel öfter als ich.” Es ist also nicht unbedingt das Wetter, das er vermisst. Auch nicht die brasilianischen Telenovelas. Denn die werden Zuhause von der Familie rauf und runter gesehen. Vielleicht noch ein bisschen das brasilianische Essen. Denn das gibt es seltener als damals.

Foto: Marvin Kleinemeier

Was ihn doch ein wenig stört hierzulande, “ist, dass ich immer mit anderen Augen betrachtet werde. Die meisten halten mich für einen Türken oder Araber, was oft mit Vorurteilen einhergeht. Aber ich ann und will ja auch kein Schild, auf dem “Ich bin Brasilianer” steht, tragen.” Denn das sei das Erstaunliche: Sobald er mit seiner gebürtigen Identität aufwartet, schauen die Menschen meist interessiert. “Brasilien ist ein Land, das mit vielen schönen Dingen in Verbindung gebracht wird.” Mit Fußball zum Beispiel. Aber dafür sei bei ihm kein Talent vorhanden. Jean arbeitet trotzdem im Fußballstadion. Und die Arbeit mache ihm Spaß. “Es ist abwechslungsreich hier. Hier müssen ja nicht nur Spiele organisiert werden. Sondern auch Konzerte und andere Großveranstaltungen. Ich fühle mich wohl hier. In Deutschland und mit meiner Arbeit”, sagt er.

Jean, muito obrigado para a conversação!

Italienische Kultur für den Westerwald
Veröffentlicht in Allgemein,Lifestyle & Reise von Daniel Hopkins am 02.12.2011 um 09:20 Uhr

Wolf Pracht ist Stammgast im Restaurant von Nanni und Maria Sagheddu im beschaulichen Puderbach. “Die beiden haben die italienische Kultur in den Westerwald gebracht”, sagt er. Die Geschichte der beiden Sardinier ist eine sehr lange und man könnte sicher ein Buch darüber schreiben. So interessant ist sie. Das Interview in ihrer Pizzeria “Il Nuraghe” war mit Abstand das längste, das wir auf unserer Reise geführt haben. Wir versuchen mal, die wichtigsten Punkte in diesem Blogbeitrag in gekürzter Form zu umreißen. ;-)

Kennengelernt haben sich die beiden in Sardinien. Maria war 17 Jahre alt als der damals 24-jährige Nanni einige Installationsarbeiten für ihren Vater im sardischen Elternhaus übernahm. “Es war Liebe auf den ersten Blick”, sagen beide unisono. Bei den Renovierungsarbeiten passiert Nanni ein Missgeschick. Ihm fällt eine Zange auf den Boden, was eine Macke in den frisch gelegten Fliesen hinterließ. Marias Vater behielt 20.000 Lire ein und sagte: “Du bekommst das Geld, wenn die Macke behoben ist.” Das war kurz vor der Abfahrt der gesamten Familie nach Deutschland. Ausgerechnet am Tag der Abfahrt taucht Nanni am Haus der Familie auf. “Der Vater rief noch aus dem oberen Stockwerk: Der bekommt kein Geld von mir.” Nanni war aber gar nicht an den 20.000 Lire interessiert. Er wollte mehr. Er wollte seine Tochter Maria.

Die Familie reiste nach Deutschland und Nanni drei Jahre später nach. “Ich wollte bei Maria sein. Sie näher kennen lernen”, sagt er. Und die drei Jahre Trennung überstehen sie auch. Der großen Liebe tut es keinen Abbruch. Weihnachten macht Nanni seiner geliebten Maria im Kreise ihrer Familie einen Heiratsantrag. Doch zusammenziehen dürfen die beiden da noch nicht. So will es die sardische Tradition. “Unverheiratet durfte man in unseren Familien nicht zusammenziehen”, erklärt der heute 57-Jährige.

In der Zwischenzeit ereilt Marias Familie ein Schicksalsschlag. Ihr Haus brennt völlig ab. “Wir standen plötzlich mit leeren Händen da”, erinnert sich Maria. Da habe sich erstmals sehr deutlich die Hilfsbereitschaft der deutschen Mitbürger gezeigt. “Der ehemalige Chef meines Vaters hat uns sofort eine neue Wohnung organisiert. Fast jeder im Ort hat geholfen und uns mit dem Nötigsten versorgt: Kleidung, Möbel, Lebensmittel. Wir konnten gar nicht dankbar genug sein.” Ein erstes deutliches Anzeichen dafür, dass die Italiener im Kreise der Deutschen akzeptiert wurden. Als eine von ihnen. Maria hat Tränen in den Augen, als sie von den Improvisationskünsten ihres Vaters berichtet. “Er hat nicht nur damals in den schweren Stunden viel, sehr viel für unsere Familie getan.”

Und dann wird geheiratet. “Wir waren 650 Personen und feierten auf drei Etagen im Rohbau meines Bruders”, sagt Nanni. Und Maria erinnert sich noch an das Versprechen ihres frisch Angetrauten: “In den Flitterwochen wollten wir eigentlich nach Rom. Stattdessen haben wir gearbeitet. Nach 25 Jahren Ehe haben wir es endlich nach Rom geschafft.” Ja, Nanni hat viel gearbeitet. Als Installateur in einem Krankenhaus in Wolfsburg, später hat er auch in der Gastronomie geholfen. Eines Tages wollte er zusammen mit seiner Frau ein eigenes Restaurant eröffnen. “Meine Kollegen haben damals sehr über die Kochkünste meiner Frau geschwärmt”, berichtet der 57-Jährige. Und an dieser Stelle sei auch gesagt, dass wir an diesem Tag die mit weitem Abstand BESTEN Nussecken ever gegessen haben. Maria gab sie uns als Wegzehrung mit. “Komplett selbst gemacht”, sagt sie. Dafür alleine lohnt es sich schon, in deren Restaurant in Puderbach aufzuschlagen.

Wie auch immer, Nanni erzählt uns von seinem Glück, wie er an das heutige Restaurant gekommen sei. “Wir haben sehr viel Arbeit in die Renovierung des Restaurants gesteckt. Zeit und Geld. Plötzlich sollte das Haus zwangsversteigert werden, weil der Vermieter in massiver Finanznot geriet. Und wir sahen schon unsere Felle davon schwimmen. Doch die hiesige Bank gewährte uns einen Kredit über 316.000 Euro und unsere Existenz war gesichert”, erklärt Nanni. Heute führen sie laut Stammgast Pracht “das erfolgreichste und beliebteste Restaurant in der Region”.

Stammgast Wolf Pracht (er schlug uns Nanni uns seine Familie als Teilnehmer vor)

Und das nicht nur wegen des hervorragenden Essens. Alleine schon das Ambiente des italienischen Gasthauses vermittelt südländisches Lebensgefühl. An der Decke der im Vorbau befindlichen Eisdiele – die in zweiter Generation vom Sohn geführt wird – befindet sich ein von Hand gefertigtes Fresko. Nicht alles aus Italien kann Familie Sagheddu in den Westerwald bringen. Es sind die Dinge, die sie selbst auch sehr vermissen: das schöne Wetter, die Gelassenheit, die Geselligkeit.

Aber dafür schätzen die zugezogenen Italiener aus dem Westerwald die deutsche Pünktlichkeit, Genauigkeit und Klarheit, wie sie sagen. Ja, wir fühlen uns voll integriert. Die Leute aus der näheren Umgebung seien stolz darauf, dass sich die Sagheddus in ihrer Mitte wohlfühlen. In Sachen Integration seien keine Wünsche mehr offen. Der einzige Wunsch, der Maria Sagheddu umtreibt, ist: “Ich wünsche mir für meinen Sohn eine Frau, die ihm den Rücken freihält. Und mit ihm viele Enkelkinder für uns in die Welt setzt.” – Und wir überlegen, ob wir den Titel unseres Projektes in “Schwiegertochter gesucht!” ändern sollen.

Grazie! Für ein sehr interessantes und ausgiebiges Gespräch. Und natürlich für die super leckeren Nussecken (wir haben selbst gemachte Nussecken als Proviant mit auf den Weg bekommen – suuuuper Lecker!)! Wir kommen wieder. Versprochen! :-)