Vor wenigen Tagen berichtete ich an dieser Stelle von Patrik Stäbler, der sich quer durch die Republik isst. Nun hat er in seinem Blog über mich und meine Couchhopping-Tour berichtet. Und wie ich finde, in einer äußerst unterhaltsamen Art! Zwölf Fragen hat er mir dazu gestellt. Auf die ich (natürlich) alle eine Antwort hatte. Welche Geschichte “mit dem Hund” Patrik in seinen Ausführungen meinte, das wird irgendwann dann in meinem Buch veröffentlicht.
Und wieder musste ich einen Artikel über das Couchsurfing lesen, in dem letztlich folgendes Fazit gezogen wurde: eine gute Möglichkeit kostenlos auf Reisen zu übernachten. Ich werde an dieser Stelle nun nicht den Link zum Artikel aufführen, denn ich finde ihn erstens schlecht recherchiert und zweitens würde ich mich somit zum Handlanger von Boulevard-Journalisten machen, die (un)absichtlich mit der Veröffentlichung des Textes Gefahr laufen, den Sinn des Couchsurfens im negativen Sinne nachhaltig zu verfälschen.
Vielmehr möchte ich an dieser Stelle (Einsteigern) ein paar nützliche Tipps fürs Couchsurfing (insbesondere mit der Handhabung der Plattform couchsurfing.org) geben. Sie basieren auf meine Erfahrungen, die ich während meiner 80-tägigen Tour um die Welt als Extreme-Couch-Hopper machen durfte. Und bei der ist wahrlich nicht alles optimal verlaufen. Von kurzfristigen Absagen der Gastgeber über eine Nacht bei einem „Messi“ bis hin zum „Ausgeraubt werden“ in Los Angeles. Doch es muss nicht dazu kommen, wenn man ein paar wesentliche Dinge bei der „Akquise“ der Couchen in aller Herren Länder beachtet. Wer bei den folgenden Tipps zwischen den Zeilen lesen kann, wird schnell den wahren Sinn des Couchsurfens erkennen…. ![]()
1. Keinen Schnellschuss machen!
Überlege Dir sehr gut, ob Du wirklich als Couchsurfer reisen möchtest. Vergiß nicht, für (streng genommene) Privatsphäre bleibt wenig bis gar kein Platz. Zudem sollte einem bewusst sein, dass man auch von (meist) fremden Menschen in ihren eigenen, sehr privaten Bereich – nämlich Wohnraum – eingeladen wird. Wer glaubt, man lädt mal eben seine Taschen ab, macht seine Touristen-Tour und kommt dann abends oder nachts nur zum Schlafen zurück, der hat sich in vielen Fällen falsch geschnitten. Ausnahmen gibt es. Aber diese Sorte von Gastgebern findet man äußerst selten bei couchsurfing.org. In der Regel kommt es nämlich beiden Parteien u.a. auf den (interkulturellen) Dialog, Kontakte knüpfen, gegenseitiges Helfen und vieles mehr an.
2. Lege ein vernünftiges Profil bei couchsurfing.org an!
Die meisten Gastgeber wollen möglichst viele Informationen über ihre künftigen Gäste geliefert bekommen. Wie sagt man so schön: Man kauft doch nicht die Katze im Sack! Nun, ähnlich verhält es sich auch beim Couchsurfen. Was für einen ersten Eindruck vermittelt der Couchsurfer? Was für Fotos veröffentlicht er in seinem Profil? Was sind seine Beweggründe als Couchsurfer zu reisen? Und vieles mehr. Umso detaillierter die Profile ausgefüllt sind, desto höher die Wahrscheinlichkeit die Aufmerksamkeit eines potentiellen Gastgebers auf sich zu ziehen. Schließlich möchte man (ja, AUCH im gewissen Sinne kostenlos bzw. günstig) bei denen übernachten. Da sollte man sich schon die Zeit fürs ausführliche Profilanlegen nehmen…
3. Telefonischer Kontakt!
Nimm – nach schriftlich erfolgter Zusage – möglichst persönlich Kontakt mit den Gastgebern auf! Bei einem Extrem-Projekt wie bei mir, ist das nicht immer zu machen gewesen. Wenn man aber auf lange Sicht planen kann, sollte es kein Problem sein. Mir haben die meisten meiner Gastgeber gesagt, dass ein erstes (wenn auch kurzes) Telefonat sehr wohl die Distanz zueinander abbauen kann. Es hat schon den Charakter von Verbindlichkeit, wenn man sich bereits am Telefon austauscht. Da fällt es einem auch schwerer kurzfristig abzusagen. Übrigens, mit den beiden Gastgebern, die mir kurzfristig in Paris abgesagt haben (Anne konnte mir ja „Ersatz“ besorgen), habe ich leider auch nicht vorher telefoniert.
4. Erkundige Dich!
Was für Dich gilt, sollten auch Deine potentiellen Gastgeber erfüllen. Wie detailliert beschreiben die Gastgeber sich selbst und ihr Engagement fürs Couchsurfen? Welche Erfahrungen haben sie bereits gemacht? Schütze Dich vor „bösen“ Überraschungen, weil Du das Profil der Gastgeber nur „überflogen“ hast und gar nicht gemerkt hast, dass er absolut die „falschen“ Interessen hat.
5. Auf die Wertung achten!
Wer ganz sicher gehen möchte, dass der Gastgeber – oder auch umgekehrt der Gast – ein „umgänglicher“ Mensch ist, sucht sich registrierte Nutzer mit ausschließlich positiven Bewertungen heraus. Couchsurfer haben die Möglichkeit, ihre Erfahrungen mit den Gästen bzw. mit den Gastgebern auf deren Profil zu veröffentlichen. In der Regel geben diese Bewertungen insgesamt ein recht überzeugendes Bild der Person ab. Anfänger verfügen natürlich noch nicht über entsprechend positive Bewertungen. Denen empfehle ich insbesondere mit erfahrenen Couchsurfern Kontakt aufzunehmen und für eine Übernachtung „einladen zu lassen“ bzw. anzufragen.
6. Fühl Dich wie Zuhause!? Nicht wirklich…
Wie oft hört man einen Gastgeber sagen „Fühl Dich wie Zuhause“? Nun, auch als Couchsurfer bekommt man diesen Satz zuweilen häufig gesagt. Doch Vorsicht! Wie so oft, kann es sich dabei nur um eines handeln: eine Floskel. Der Gast mit Anstand sollte seine dreckigen Schuhe besser nicht auf den Tisch stellen, die Milch nicht direkt aus der Packung trinken und auch nicht bei jeder Gelegenheit den Müll rumliegen lassen (naja, das gilt ja auch nur für Jene, die sich so Zuhause verhalten)! Es könnte sonst sein, dass ein Couchsurfer sehr bald die Lust auf die Idee ein offenherziger Gastgeber zu sein, verliert. Ein Bärendienst für die gesamte Community. Daher gilt die Devise: So verhalten, wie man es sich auch von einem Gast erhoffen würde… und umgekehrt gilt das für Gastgeber natürlich auch.
7. Kleine Geschenke erhalten die (Gast)Freundschaft!
Bring ein Gastgeschenk mit!!! Idealerweise eine regionale Besonderheit aus Deinem Heimatort. Dabei kommt es nicht auf den Wert des Präsents an, hier zählt wirklich der gute Gedanke. Wer gleich mehrere Gastgeber nacheinander aufsuchen muss (und nicht mehrere Geschenke mit sich nehmen kann), kann es so wie ich machen: Der erste bekommt ein Gastgeschenk und Du bittest ihn, etwas für Dich für den nächsten Gastgeber mitzugeben. Klappt hervorragend! Hat mir übrigens Anne, meine „Erste“, als Tipp mit auf meine lange Reise gegeben…
8. Sei bereit für Improvisationen…
Es muss auf der Reise – ob nun lang oder kurz – nicht unbedingt ein Mitglied der Couchsurf-Community sein, das Dich bei sich aufnimmt. Frag zum Beispiel auch im Freundes- und Bekanntenkreis nach, ob die wiederum Bekannte in den Zielorten haben. Oder sei offen für Zufallsbegegnungen!!! So habe ich zum Beispiel in Südafrika bei einem früheren Medienanwalt von Michael Jackson übernachtet, unterstützte mich ein Prinz der Königsfamilie auf Rarotonga oder auch ein Sitznachbar im Flugzeug von Sydney nach Auckland (dessen Schwester mich in Los Angeles schließlich aufnahm). Sei Dir bewusst: Alles läuft anders als im Alltag und Du wirst mitunter wundersames erleben. Save travels!!!!
So, das war es erstmal. Mir fallen noch viele weitere Punkte ein, aber ich denke, die wichtigsten Tipps habe ich hiermit geliefert. Gerne darf sich jeder noch in Form eines Kommentars beteiligen und die Liste um wertvolle Ratschläge erweitern. Ich freue mich darauf!
In diesem Sinne besten Gruß aus Osnabrück,
Daniel
P.S. Ich habe für Februar und März zwei hoch interessante Gastgeber für meine angedachte Couchgespräch-Serie aufgetan. Ich glaube, das wird echt spannend…



Wie sagt man so schön? Neues Jahr, neues Glück!? Nun, genau das trifft auf mich zu. Besser hätte 2011 für mich nicht starten können. Ich möchte es mal mit dem Wort “Angekommen” beschreiben. Denn nach meiner Weltreise, meinen beruflichen und privaten Bestrebungen in Rio de Janeiro, der Nahtod-Erfahrung in Thailand und meinem Versuch als Geschäftsführer einer PR-Agentur in Berlin, darf ich nun voller Stolz behaupten, dass ich in meiner Heimatstadt Osnabrück langfristig Wurzeln schlagen werde.
Genauer gesagt, habe ich diesen Monat offiziell meine neue Arbeitsstelle als PR Director bei Die Etagen GmbH (hier geht es zur Internetpräsenz der Werbeagentur in Osnabrück) in Osnabrück begonnen. Was soll ich mehr sagen, ohne dass dieser Blogbeitrag gänzlich in Eigen-PR ausartet? Ich fühle mich bereits sehr wohl im Kreise meiner neuen Kollegen. Und das allerbeste: in der Büroküche steht eine Couch!
Witzigerweise wird mich das Thema “Couchsurfing” auch beruflich weiter begleiten. Denn, meine Erfahrungen als “Extreme-Couch-Hopper” sind für eine tolle PR-Initiative gefragt. Hierzu berichte ich in ein paar Wochen sicher mehr.
Nun aber zum wesentlichen Teil meines ersten Blogbeitrages! Alex Kahl, Social Media Experte und Betreiber des Nachbarblogs “Pedestrian2Pilot” hat auf seiner privaten Projektseite “Reiseexperten” zu einer Blogparade eingeladen. Dabei geht es darum, 19 ausgewählte Fragen über das Thema Reisen zu beantworten. “Klar, dass Du da mitmachen musst”, sagte mir Alex am Telefon. Wäre ja auch für die Leser meines Blogs ganz interesssant, diese besondere Form eines Interviews im Blog zu lesen. Also, ich wünsche angenehme Lektüre… und danke schon im Voraus für Euer Feedback!
Was treibt Dich überhaupt an zu reisen?
Mein kaum zu stillender Wissensdurst und die nicht zu bändigende Angst, ich könnte in der Welt etwas verpassen…
Dein erster richtiger Trip: Wie bist Du wohin gereist – und warum?
Als Zwölfjähriger mit dem Zug nach Wangerooge. Mit 20 Deutsche Mark, einer Dose Milchreis, einem Glas Würstchen und einem Zelt im Gepäck. Ich wollte meinen besten Freund Christian besuchen, der mit seinen Eltern dort Urlaub machte. Im Nachhinein denke ich, ich muss wirklich geistig umnachtet gewesen sein – so unvorbereitet einen mehrtägigen Trip auf eine Nordseeinsel zu unternehmen.
Dein wichtigster Ratschlag aus eigener Erfahrung, an jemanden, der sich auf Reisen begibt?
Erwartungen nicht zu hoch schrauben, nicht zu sehr durchplanen (es muss auch noch Platz für Improvisationen bleiben) und sich vorher im Internet über die jeweiligen Standorte informieren (Wikipedia, Auswärtiges Amt sowie einschlägige Foren).
Wenn Du 50 Tage lang, jeden Tag 200km weiter fährst – was wäre Dir besonders wichtig?
Hmmm, Alex, diese Frage verstehe ich, ehrlich gesagt, nicht so richtig… Meinst Du vielleicht, dass mich dabei die Spritpreise nicht in den finanziellen Ruin treiben?
Unterwegs macht man die spannendsten Bekanntschaften und trifft Menschen, die einen ganz besonders berühren. Wo und wie hast Du die interessantesten Bekanntschaften gemacht?
Ganz ehrlich, konkret weiß ich dazu keine Antwort. Es waren so viele besondere Menschen, viele, die mich auch besonders berührten. Sei es der Bänker aus New York, der das Attentat auf das World Trade Center nur knapp überlebte und seither traumatisiert ist. Der asiatische Mitarbeiter einer Ölfirma im Irak, der am Abend noch mit mir und meinem Kollegen im schwer gesicherten Hotel auf dem Flur nett plaudert und am nächsten Morgen von einem Killerkommando umgebracht wird. Oder eine brasilianische Schönheit, die mir die Leichtigkeit des Seins unmissverständlich vor Augen führte. Ich könnte Hunderte von Beispielen nennen…
Ein Blick in Deinen Koffer: Was darf NIE fehlen?
Ein eingerahmtes Foto meines Sohnes Liam, Laptop, Fotoapparat (ganz wichtig!), Haargel (damit die Frisur bei Wind & Wetter steht… )
Gibt es eine Reise, die Du in Deinem Leben unbedingt noch unternehmen möchtest?
Kleiner Tipp, ein Zitat von Neil Armstrong: “Dies ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein gewaltiger Sprung für die Menschheit.” – Und wenn es ein wenig realistischer sein soll: eine Rucksacktour durch Kambodscha und Vietnam.
Geht es Dir auch so: Das spannende am Reisen ist das Unerwartete. Was war für Dich auf Deinen Touren das abgefahrenste?
Wenn ich das jetzt hier verrate, dann bleibt mir ja nichts mehr als Highlight für mein Buch. Aber gut, es gab eine Menge abgefahrene Dinge. Vor allem “Zufälle” bzw. Schicksalsbegegnungen, die ich alle darauf zurückführe, dass ich mit meinen Reisen an die entlegensten Orte der Welt geschickt dem Alltagstrott entfliehen konnte. Gibt es dann auch sicher bald in meinem Buch nachzulesen (ui, schon wieder Eigen-PR betrieben).
Und noch spannender ist im Nachhinein das, was schief ging. Was war Dein größtes Reisemissgeschick?
Wir schreiben das Jahr 2009. Es ist Oktober und die Sonne wirft ihre Strahlen erbarmunslos auf eine kleine Insel namens Mbudja vor Dar Es Salaam in Tansania. Ich bitte meinen Begleiter meinen Rücken mit Sonnencreme einzureiben. Er hat zwar Lichtschutzfaktor 50 verwendet, aber sträflich einige Regionen meines Körpers beim Eincremen vernachlässigt. Die Folge war der schlimmste Sonnenbrand meines Lebens. Kann passieren! Aber warum ausgerechnet zu einer Zeit, in der ich zwingend jeden Tag mit meinem Rucksack über 40 Kilogramm Gepäck schultern muss?
Ok, eine Steigerung gibt es noch: Magst Du uns die größte Dummheit erzählen, die Du auf einem Deiner Trips begangen hast?
Im Herbst 2004 habe ich mich mit einem Freund und Kollegen auf den Weg vom Nordirak nach Baghdad gemacht. Damals noch über die wohl mit Abstand gefährlichste Straße der Welt – zwischen Kirkuk und der Hauptstadt. Das alleine war schon eine kleine, gewagte Dummheit. Richtig dumm von mir war aber, dass ich später im Hotel (was eher eine kleine streng gesicherte Pension in einer Sicherheitszone war) auf den Gedanken kam, nur einen Schritt an die frische Luft zu wagen. Auf der kleinen Zweigstraße vor dem Hotel war gähnende Leere – zu der Zeit traute sich kaum ein Mensch auf die Straßen der Stadt. Kaum trat ich vor die Tür, da packten mich unsere Bodyguards (die vor der Tür Wache hielten) und zerrten mich unsanft wieder in die kleine Lobby des Gebäudes. Unser “Sicherheitschef” erklärte mir sinngemäß: “Willst Du sterben? Du trägst eine weiße Hose, ein weißes Hemd, hast weiße Haut und trägst zudem eine Sonnenbrille. Jeder Scharfschütze im Umkreis von 500 Metern vermutet in Dir sofort einen Amerikaner und somit als ein lohnendes Ziel.” Nun, ich habe von da an keinen Schritt mehr ohne Leibwächter vor die Tür gewagt…
Was isst Du am liebsten auf Reisen? Ich habe die Erfahrung gemacht, am besten immer die Spezialitäten des Ortes statt Wiener Schnitzel oder Spaghetti Bolognese zu bestellen. Auch wenn es manchmal Abenteuerliches auf den Teller gibt, die regionalen Speisen werden am liebevollsten zubereitet.
Das sehe ich genauso. Nicht immer weiß ich, was ich tatsächlich auf den Teller bekommen habe. Einmal habe ich in Hongkong lebende Maden gegessen – wegen einer Wette. Undefinierbare Meerestiere in Senegal, irgendein Fleisch in Johannesburg, von den skurrilen Mahlzeiten in Asien ganz abgesehen. Aber was ich mir zur Aufgabe gemacht habe ist, dass ich in jedem Land eine Flasche eines heimischen Biergebräus trinke. Bisher wurde ich nur einmal enttäuscht. Auf Rarotonga. Finger weg von dem Matutu!!!
Das große Tief und Heimweh: Kennst Du sicher auch. Wann tritt es bei Dir ein und was tust Du dagegen?
Auf langen Reisen tritt es immer wieder ein, wenn ich an meinen Sohn denken muss. Dann greife ich unvermittelt zum Telefon oder zur Videotelefonie (dort wo möglich) und versuche Kontakt mit ihm aufzunehmen. Es ist immer wieder herrlich mit anzusehen, wie gut ein Dreijähriger (jetzt Vierjähriger) mit der Technik umgehen kann.
Auto, Flugzeug, zu Fuss, Zug, Trampen, Motor- oder Fahrrad – auf welche Art bist Du am liebsten unterwegs?
Nach meinem schweren Unfall mit dem Motorrad in Thailand, können wir die Option schon mal ausschließen. Kommt ansonsten auf die Situation an. Die Weltreise mit dem Fahrrad wäre sicher sehr anstrengend geworden und auch in der Form nicht realisierbar. Mit dem Flugzeug und der Bahn reise ich gerne, da ich immer wieder neue, fremde Menschen kennenlerne. Trampen? Hmmm… ganz ehrlich, aus dem “Alter” bin ich mittlerweile raus.
Unterwegs verändert sich irgendwann das Denken, Fühlen und es stellt sich ein Zustand von Entspannung ein, der einen auf verrückte Ideen bringt. Der Alltag zu Hause verschwimmt. Das Vorankommen und im Moment leben ist das Wichtigste. Wann stellt sich dieser Moment für Dich ein?
Alex, DU kennst mich! Das ist ein Moment der bei mir Dauerzustand ist. Jeden Tag neue Ideen, stets ein Vorankommen vor den Augen. Allerdings bleibt das Thema Entspannung bei mir ein wenig auf der Strecke. Da habe ich noch Nachholbedarf (klar, das behauptet sicher Jeder!)… :-p
Was meinst Du, warum viel und weit Gereiste so viel gelassener und selbstbewusster wirken?
Ich bin davon überzeugt, dass Reisen den Horizont in vielerlei Hinsicht erweitert. Die Erfahrungen, die man in anderen Kulturkreisen sammelt, sind so divers, dass sich der Reisende ein genaueres Bild von der Lebensart dieser Menschen machen können als Jene, die sich fast ausschließlich im eigenen Dunstkreis aufhalten. Womit ich aber ausdrücklich nicht behaupten will, dass diese “Nicht-Reisenden” nicht über einen erweiterten Horizont verfügen oder gelassen und selbstbewusster wirken/sind.
Die größte Reise ist die zu sich selber. Magst Du erzählen, was Du fern ab von allem Alltag über Dich selber heraus gefunden hast?
Die Erkenntnis, dass ich nicht der Nabel der Welt bin. Und dass ich meine Ideen zielstrebiger anpacken und umsetzen muss – zumindest es versuchen. Scheitern ist kein Weltuntergang. Im Gegenteil, es formt den Charakter…
Alleine oder in Begleitung? Wie reist Du am liebsten und was macht eine gute Begleitung für Dich aus?
Situationsbedingt. Auf meiner stressigen Weltreise hätte ich eine Begleitung sicher nicht gebrauchen können. Denn sie hätte sich stets nach meinen Plänen/Improvisationen richten müssen und es wäre auch zu Zweit schwieriger gewesen all’ die Unterkünfte für eine Nacht zu organisieren. Ansonsten reise ich sehr gerne in Gesellschaft. Aber bitte keine Nörgler. Dafür ist mir die Reise/der Urlaub zu kostbar. Lieber genießen und erleben, statt sich zu ärgern.
Der transparente Trip, der ständig von außen nachvollziehbar ist. Wo Du bist, was Du siehst, was Du denkst. Kein Untertauchen, immer in Kontakt. Sofort und direkt – nicht hinterher im Reisebericht. Wie denkst Du über die Idee?
Ich habe es mit meinem Weltreise-Projekt genau so gelebt und es gab keine Probleme. Es wird immer Menschen geben, die nicht mit dem einverstanden sind, was und vor allem wie du es machst. Da musst du halt selbst entscheiden, ob du dich der Diskussion und Kritik stellen willst. Ich habe diese Frage für mich ganz klar beantwortet: Ja. Mein Leben darf bis zu einem gewissen Grad ein offenes Buch sein. Und dabei bin ich offen, direkt und ehrlich. Wer damit nicht klar kommt, muss meinen Blog nicht lesen, muss nicht mit mir bei Facebook, Twitter, Xing & Co. vernetzt sein, muss nicht mit mir einen Kaffee oder ein Bier trinken gehen. Ehrlich gesagt, ist es auch eine gute Methode, Freunde und Bekannte zu “finden”, die mich so nehmen, wie ich bin. Und deswegen mache ich auch weiter mit der “Dokumentation” im Netz. Trotz Kritik. Das nennt man unter anderem auch Konsequenz…
Und eine letzte Frage, die uns ganz besonders wichtig ist, da wir während unseres Trips Träume in ganz Europa gesammelt haben – ganz unabhängig vom Thema Reisen: Was ist DEIN Traum?
Er wird wohl auf ewig unerfüllbar bleiben: Eine Welt ohne Grenzen. Sowohl geografisch als auch zwischenmenschlich gesehen…





