Aus die Maus
Veröffentlicht in Mirko Zapp - der Blog zur Großen Freiheit von Mirko Zapp am 06.11.2012 um 16:16 Uhr

Nein, heute geht es nicht um Sterbehilfe, weder passive noch aktive. Und auch nicht um den wohlverdienten Ruhestand oder die Zwangsverrentung. Oder doch? Der Blog zur »Großen Freiheit« geht zu Ende, dies ist der letzte Eintrag zwischen Klapp- und Lehnstuhl. Danke für’s Mitreden, Liken, Posten, Teilen – dafür, gemeinsam über das Älterwerden (und wie es sein könnte oder sollte) nachzudenken.

Wer weiterhin Lust dazu hat: Wir verlagern unsere Arbeit jetzt ein Stück weit von der virtuellen in die physische Realität. Am 20.02.2013 findet in Hamburg eine Demografie-Konferenz statt und Sie können dabei sein. Bewerben Sie sich für die Veranstaltung von Körber-Stiftung und nextpractice hier: demografischen Wandel gestalten und iPad gewinnen!

Abschließend: Renitenten Senioren und solchen, die es werden wollen, sei »Old Ass Bastards« empfohlen. Genauso wie den Jungen, die hier lernen können: »Alter, die Jugend hat voll keinen Plan!«

Und immer dran denken, Jung ist das Alt von morgen…

 

© Barbara Helgason/fotolia.com

 

Träumen am Plattensee
Veröffentlicht in Mirko Zapp - der Blog zur Großen Freiheit von Mirko Zapp am 03.11.2012 um 10:50 Uhr

Deutschland ist das Land der schlechten Nachrichten: Rentenkürzungen, Anhebung des Rentenalters, teure Gesundheitsversorgung, steigende Lebenshaltungskosten, Altersarmut… Das Statistische Bundesamt hat »Europa im Blick«* und stellt fest: “Deutsche Senioren stehen finanziell gut da.” Platz 5 für sie in der EU, was das Einkommen ab 65 Jahren betrifft – und zwar unter Berücksichtigung der Kaufkraft. Ungarische Senioren haben weniger als die Hälfte und stehen auf Platz 20.

10 Seiten weiter offenbart die Statistik Erstaunliches: Die Armutsgefährdungsquote für Menschen ab 65 Jahren ist in Ungarn mit 4,3 Prozent im EU-Ranking sogar noch geringer als in Luxemburg (5,4 Prozent), Deutschland dagegen gewaltige 14,9 Prozent! Ist also eine reale Bedrohung im Anmarsch – oder sogar schon da? Träumen die Menschen am Plattensee, während Alpträume den Schwarzwald heimsuchen?
Doch der Blick auf Haushalte, die mit “großen finanziellen Problemen” zu kämpfen haben, ernüchtert: 2,7 Prozent der Single-Haushalte und 0,9 Prozent der 2-Personenhaushalte (mit mind. einer Person über 65-Jahren) in Deutschland hatten 2011 große finanzielle Probleme. In Ungarn waren es 26,5 Prozent bzw. 16,5 Prozent.

Die Armutsgefährdung ist in Ungarn also deshalb so niedrig, weil alle schon arm sind. Ausgeträumt der Traum vom Plattensee. Und das Bundesamt hat Recht: Deutsche Senioren stehen finanziell verdammt gut da.

traumhaft. (c) logosss/fotolia.com

*Ältere Menschen in Deutschland und der EU, Destatis, Juni 2011

 

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Top-Model mit 81
Veröffentlicht in Mirko Zapp - der Blog zur Großen Freiheit von Mirko Zapp am 12.09.2012 um 19:25 Uhr

Wenn es um neue Altersbilder geht, macht dieser Dame wirklich niemand etwas vor. Carmen Dell’Orefice modelt seit 66 Jahren. Ihr Geheimrezept: ”Veranlagung, Disziplin und ab und an ein Schuss Silikon”. Mit 15 Jahren zierte sie bereits das Cover der Vogue, seitdem ist sie im Geschäft und läuft diese Woche gleich für 2 Designer auf der New York Fashion Week. Nicht ganz freiwillig, wie man munkelt. Angeblich ergaunerte sich ein “befreundeter” Börsenmakler große Teile ihre Vermögens. Also bessert sich die Dame mit 81 ihre Rente auf.

“Alter schützt vor Torheit nicht”? – in der gleichnahmigen Filmkomödie von 1951, unter anderem mit Marylin Monroe, ist die Story zwar etwas anders gelagert. Carmen Dell’Orefices Wille, nicht ausgemustert zu werden, ist jedoch durchaus vergleichbar mit dem des Filmhelden John R. Hodges.  Und ihr Kampfgeist einfach beeindruckend.

(c) Reuters/Andrew Burton

 

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Trutzburg Familie
Veröffentlicht in Mirko Zapp - der Blog zur Großen Freiheit von Mirko Zapp am 28.08.2012 um 15:26 Uhr

Die öffentliche Diskussion um das Generationenverhältnis dreht sich in erster Linie um Ansprüche und Leistungen wie die Rente. In dieser Debatte sind die Standpunkte verhärtet und konfrontativ – doch innerfamiliär sieht es anders aus.

Laut einer repräsentativen forsa-Umfrage sind sich mit durchschnittlich 42 % alle Generationen einig, dass die Generation ab 65 vor allem hohe Schulden hinterlässt. Und zusätzlich stimmen 68 % der über 65-Jährigen der Aussage zu, dass die Jungen gerade ihre Renten zahlen, aber später nicht von der eigenen Rente leben können. Trotzdem werden Ansprüche der Älteren nicht in Frage gestellt. 94 % der Befragten sind ganz im Gegenteil überzeugt, »die Älteren haben lange in das Rentensystem eingezahlt und bekommen ihre Rente zu Recht«. Jung und Alt sehen das annähernd genauso. Obowhl also eine Schieflage empfunden wird, kommt es nicht zu Forderungen nach gesellschaftlichen Neuordnungen.

Das könnte an der Rolle der Familie liegen: 58 % der Eltern unterstützen ihre unter 45- jährigen (!) Kinder, in der Hälfte aller Fälle finanziell. Selbst bei einem Haushaltsnettoeinkommen von über 3.000 Euro liegt diese Quote noch bei 43 %. Das finanzielle Engagement in der Familie befinden 86 % als ausreichend. Und genau die Altersgruppe der unter 45-Jährigen ist es auch, die mit fast 70 % meinen, dass die Lebensleistung der Alten nicht genügend gewürdigt wird. Nur 56 % der Alten sind der gleichen Meinung.

Niemand beißt die Hand, die ihn füttert.

Rente gut, alles gut?
Veröffentlicht in Mirko Zapp - der Blog zur Großen Freiheit von Mirko Zapp am 03.07.2012 um 18:58 Uhr

Immerhin 68 Prozent der 65- bis 75-Jährigen stimmen laut einer forsa-Umfrage der Position zu, dass die »junge Generation derzeit die Rente der Älteren bezahlt und später kaum von der eigenen Rente leben kann«. Und obwohl insgesamt 45 Prozent dieser Alten die jüngere und nur 9 Prozent die eigene Generation für benachteiligt halten, möchten die Alten beispielsweise nicht zu Gunsten höherer Studien- und Ausbildungsförderungen auf Rentenerhöhungen verzichten. Deutlich lieber würden sie die Kinderlosen über 30 Jahren mit einer Sonderabgabe belastet sehen.

Frag ich mich: Wer hat denn damit angefangen, zu wenig Kinder in die Welt zu setzen?

Generationengerecht? © Körber-Stiftung/Nicole Keller, Oliver Schumacher

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