Hans-Martin Tillack ist im Berliner Büro des stern verantwortlich für investigative Recherche. Von 1999 bis 2004 war er EU-Korrespondent des stern in Brüssel. Zuvor arbeitete er als Bonn-Korrespondent zunächst der “tageszeitung” und dann des stern.
Zu Tillacks Arbeitsschwerpunkten gehören Fälle von politischer Korruption und der Verschwendung von Steuergeldern. Auf ihn geht die Aufdeckung einer Reihe von politischen Skandalen zurück, darunter der Eurostat-Skandal, die so genannte „Tanzpartner“-Affäre um den damaligen Arbeitsminister Walter Riester (SPD) sowie die Affäre um die Nebentätigkeiten des ehemaligen Staatsministers Ludger Volmer (Grüne).
2007 gelang es Tillack, basierend auf dem Informationsfreiheitsgesetz (IFG), die bis dahin von den Ministerien unter Verschluss gehaltenen Namen der Firmen zu recherchieren und publik zu machen, die als private Sponsoren der Bundesregierung aufgetreten waren. Im Jahr 2009 machten seine Berichte über Millionenverluste bei dem umstrittenen Pensionsfonds des Europäischen Parlaments, in dem auch zahlreiche deutsche Abgeordnete Mitglieder waren und sind, europaweit Schlagzeilen.
2010 machte er zusammen mit dem stern-Kollegen Johannes Röhrig den Bespitzelungsskandal um die Berliner Agentur CMK publik.
Seit Beginn der Finanzkrise beschäftigt sich Tillack daneben intensiv mit der Bankenrettungspolitik der Bundesregierung. So deckte er im Herbst 2011 den 55,5-Milliarden-Buchungsfehler bei der Bad Bank der verstaatlichten Hypo Real Estate (HRE) auf.
Zuletzt trug Tillack maßgeblich zu der Aufklärung der Affären um den inzwischen zurückgetretenen Bundespräsident Christian Wulff (CDU) bei, mit einer Serie von Berichten über den Hauskredit des Ehepaars Geerkens, Wulffs Beziehung zu dem Versicherungsmanager Wolf-Dieter Baumgartl (Talanx) sowie dem Pwc-Vorstandschef Norbert Winkeljohann und insbesondere mit Artikeln über das enge Verhältnis zwischen dem Eventmanager Manfred Schmidt einerseits, sowie Wulff und dessen langjährigem Vertrauten Olaf Glaeseker andererseits („Schnulligate“).
Zusammen mit Andreas Oldag veröffentlichte Tillack 2003 das Buch “Raumschiff Brüssel. Wie die Demokratie in Europa scheitert”. 2009 erschien sein Buch “Die korrupte Republik”. Für seine EU-Berichterstattung erhielt er den Leipziger Medienpreis.






Hallo Hans – Martin,
gut gemacht ! Bitte mach so weiter.
Liebe Grüße und einen guten Rutsch wünscht Dir Edda Bühler
Hallo, Martin Tillack, im “Stern” vom 14.12.1989 stehe auch ich vor dem Stasiofen. Seither verfolge ich den Umgang mit diesem Erbe. Dass nun unbedingt auch noch ein Begünstigter der Staatssicherheit Bundespräsident werden soll! Nach dem Umgang mit Wulff erwarte ich, dass die tatsächliche Vergangenheit von Gauck medial umfassend präsentiert wird. Das ist frühestens seit den ersten Hinweisen von Jürgen Fuchs, spätestens seit dem Untersuchungsbericht von Klein/Schroeder/Alisch vom Mai 2007 überfällig. Ich erkenne mit vernachlässigbaren Ausnahmen (nach allen Erfahrungen erwartungsgemäß) die Beförderung eines weiteren “Kirchenheinis” (Jürgen Fuchs in “Magdalena”) nunmehr in das höchste Amt der Bundesrepublik Deutschland. Erklären sie das den Kindern und inzwischen Enkeln der Diktaturbetroffenen, den vielen Arbeitslosen. Im Gegensatz zu ihren Vorgesetzten, die die Vorzüge eines Systems verteufelten, müssen diese häufig anhaltend um ihre Existenz bangen. Machen sie sich nicht auch Sorgen um den Erhalt von Demokratie, den sozialen Frieden? Beides ist beschädigt genug. Vertrauen wird mit Joachim Gauck nicht ins Schloss Bellevue einziehen.MfG Claudia Iyiaagan-Bohse, Leipzig, 0341 505503